Lehre oder weiterführende Schule: Welcher Bildungsweg passt zu meinem Kind? Für die siebte Ausgabe von ZUKUNFT MEISTERN möchten wir wissen, welche Fragen, Sorgen und Ängste Eltern und andere Wegbegleiter beschäftigen. Denn nur dann können wir jene Antworten geben, die Familien wirklich helfen.
Am Küchentisch liegen drei Broschüren, zwei Ausdrucke und ein Handy mit zwölf offenen Tabs. Eigentlich wollte man nur kurz über die Zukunft sprechen.
Dann fällt ein Satz wie: „Ich will aber …“
Und schon wird daraus eine Familienkonferenz und Grundsatzdiskussion.
Die Eltern sehen Sicherheit und Zukunftschancen. Der Nachwuchs sieht Interessen, Freunde und vielleicht einen Beruf, unter dem sich zu Hause noch niemand besonders viel vorstellen kann. Oder es ist genau umgekehrt. Kann alles vorkommen.
Vielleicht kennen Sie diesen Spagat: Man möchte das eigene Kind entscheiden lassen und gleichzeitig verhindern, dass es sich eine wichtige Tür zu früh verschließt. Schließlich will man nur das Beste. Schwierig wird es, wenn das „Beste“ für Eltern anders aussieht als für ihr Kind.
Wir wollen nicht entscheiden. Wir wollen zuerst verstehen.
ZUKUNFT MEISTERN möchte Familien Mut zu einer gut informierten Entscheidung machen. Für oder gegen einen bestimmten Bildungsweg.
Die Lehre ist dabei eine Möglichkeit. Nicht die einzig richtige und nicht automatisch die zweite Wahl. Wir wollen niemanden von einer Lehre überzeugen. Wir möchten aber verhindern, dass sie ausgeschlossen wird, bevor ihre Chancen, Anforderungen und weiteren Möglichkeiten bekannt sind.
Sechs Ausgaben haben uns viel Erfahrung gebracht – und vielleicht auch ein wenig Berufsblindheit. Wer sich ständig mit Lehre und Berufsorientierung beschäftigt, hält manches irgendwann für selbstverständlich.
Aber wissen wir deshalb, welche Frage eine Mutter beschäftigt, die abends vor zwölf geöffneten Internetseiten sitzt? Nein.
Darum wollen wir vor der Planung der siebten Ausgabe zuhören. Denn erst wenn wir Ihre Fragen und Ängste kennen, können wir die passenden Themen setzen und jene Interviewpartnerinnen und Interviewpartner auswählen, die darauf wirklich hilfreiche Antworten geben können.
Was beschäftigt Eltern und andere Wegbegleiter?
Was beschäftigt Sie als Mutter oder Vater? Welche Fragen hören Sie als Tante, Onkel, Oma oder Opa? Wo fehlt Orientierung, wenn ein junger Mensch vor einer Bildungsentscheidung steht?
- Lehre oder weiterführende Schule: Welche Informationen fehlen, um diese Möglichkeiten fair beurteilen zu können?
- Chancen und offene Türen: Was möchten Sie über Lehre mit Matura und spätere Bildungswege wissen?
- KI und neue Berufe: Welche Veränderungen machen Ihnen mit Blick auf die Zukunft Ihres Kindes Sorgen?
- Begleiten, ohne zu bestimmen: Wie erkennt man, was wirklich zum eigenen Kind passt?
- Wenn Wünsche auseinandergehen: Wie lässt sich darüber sprechen, ohne dass aus Unterstützung Druck wird?
Vielleicht erscheint Ihnen Ihre Frage zu einfach oder selbstverständlich. Für uns ist sie genau deshalb wichtig. Wir möchten nicht über den Informationsbedarf von Familien hinwegschreiben.
Bildung wird oft „vererbt“. Aber macht dieses Erbe glücklich?
Wie stark das Elternhaus mit Bildungsentscheidungen zusammenhängt, zeigt eine 2026 veröffentlichte IHS-Langzeitstudie von Mario Steiner, Nora Haag und Maria Köpping. Analysiert wurden die Wege von 85.535 jungen Menschen.
Mit 13 Jahren besuchten 65 Prozent der Kinder von Eltern mit Hochschulabschluss eine AHS. Bei Kindern, deren Eltern höchstens einen Pflichtschulabschluss hatten, waren es 11 Prozent. Mit 16 Jahren befanden sich wiederum 36 Prozent der Burschen, aber nur 20 Prozent der Mädchen in einer Lehrausbildung.
Die Zahlen sagen nicht, welcher Weg für ein einzelnes Kind der richtige ist – und schon gar nicht, ob er glücklich macht. Sie zeigen aber, warum es wichtig ist, auch die eigenen Vorstellungen zu hinterfragen.
Zur IHS-Langzeitstudie von Steiner, Haag und Köpping aus dem Jahr 2026
Mütter im Talk: Was, wenn das eigene Kind anders entscheidet?
Wie schwierig es sein kann, die eigene Vorstellung vom richtigen Weg loszulassen, zeigen zwei unserer bisherigen Gespräche.
Monika Haider-Raunigg erzählt im „Mutter im Talk“, dass sie sich für ihren Sohn Philipp zunächst die Matura gewünscht hatte. Er merkte jedoch, dass ihm praktisches Lernen mehr liegt, und entschied sich für den Weg in eine Lehre zum Zweiradtechniker.
Auch Ute Khom spricht über Zweifel, Erwartungen und das Loslassen. Obwohl sie selbst in der Berufsorientierung arbeitet, überraschte sie die Entscheidung ihres Sohnes Florentin, das Gymnasium zu verlassen und eine Lehre als Mechatroniker zu beginnen.
Beide Mütter wollten Sicherheit und möglichst viele Chancen für ihre Kinder. Ihre Söhne fanden diese Chancen nur auf einem anderen Weg als zunächst gedacht.
Ein Abschluss kann Türen öffnen. Ob ein junger Mensch durchgehen möchte, steht auf einem anderen Blatt.
Welche Frage sollen wir für Sie klären?
Welche Information fehlt Ihnen? Welche Sorge sollten wir ernst nehmen? Und wen sollten wir für die siebte Ausgabe von ZUKUNFT MEISTERN unbedingt befragen?
Schreiben Sie uns Ihre Gedanken gerne in die Kommentare. Wir hören zu, fragen nach und nehmen Ihre Impulse in die Redaktionsplanung auf.
ZUKUNFT MEISTERN 2027 erscheint einmal jährlich in gedruckter Form und wird steiermarkweit verbreitet. Online begleiten wir Eltern und Jugendliche das ganze Jahr über.
Wir wollen keinen Weg vorzeichnen. Wir wollen die Fragen beantworten, die Familien helfen, ihren eigenen Weg zu finden.


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