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  • WorldSkills 2026: Steirisches Trio ausgezeichnet

    WorldSkills 2026: Steirisches Trio ausgezeichnet

    Vier Silbermedaillen, sechs Bronzemedaillen und 20 „Medallions for Excellence“: So lautet Österreichs Bilanz bei den WorldSkills 2026 in Shanghai. Drei dieser Auszeichnungen gingen in die Steiermark – an Anna Tritscher, Paul Bürki und Julia Kaufmann. Zwei steirische Trainer begleiteten zudem österreichische Teilnehmer zu Silber.

    Drei steirische Talente im Spitzenfeld

    Zwölf junge Fachkräfte aus der Steiermark waren in Shanghai am Start. Drei von ihnen erhielten eine „Medallion for Excellence“: Anna Tritscher, Paul Bürki und Julia Kaufmann. Auch die neun anderen haben Österreich auf der größten Bühne ihres Berufs vertreten.

    Anna Tritscher aus Schladming erreichte im Einzelhandel Platz vier. Die Mitarbeiterin von Sport Tritscher musste in wechselnden Verkaufssituationen beraten, auf Einwände reagieren und auch bei unerwarteten Problemen den Überblick behalten.

    Paul Bürki aus Fürstenfeld belegte im Grafikdesign Platz fünf. Der Schüler der HTBLVA Graz-Ortweinschule entwickelte unter Zeitdruck mehrere Gestaltungskonzepte – von der Idee bis zur druckfähigen Umsetzung.

    Julia Kaufmann aus Hart bei Graz erreichte in der Mode-Technologie Platz 15. Die Schülerin der Modeschule Graz entwarf und fertigte Kleidungsstücke unter den strengen Zeitvorgaben des Wettbewerbs.

    Alle drei erhielten eine „Medallion for Excellence“. Sie wird für Leistungen ab 700 von 800 möglichen Punkten vergeben. Auch zwei steirische Experten waren an Silbererfolgen beteiligt: Andreas Stiegler betreute den oberösterreichischen Fliesenleger Andreas Landl, Christoph Pessl den Vorarlberger Maler Luca Ladler.

    Österreichs Medaillengewinner in Shanghai

    Insgesamt holte Team Austria vier Silber- und sechs Bronzemedaillen. Dazu kamen 20 „Medallions for Excellence“. In der Nationenwertung belegte Österreich damit Platz sieben weltweit und war hinter der Schweiz und Frankreich das drittbeste europäische Team.

    • Silber: Andreas Landl (Fliesenlegen), Marcel Riener (Sanitär- und Heizungstechnik), Luca Ladler (Maler) und Vincent Track (Wassertechnologie).
    • Bronze: Luca Reitböck (Zimmerei), Keanu Frick (Maschinenbautechnik), Julian Gintner und Michael Pomassl gemeinsam im Betonbau, René Bitschnau (Chemielabortechnik), Benedikt Pritz (Schienenfahrzeugtechnik) und Jonas Baltuska (Optoelektronik).

    Die Ergebnisse zeigen auch, wie unterschiedlich die Wege zu beruflichem Können aussehen können: Unter den Ausgezeichneten sind Lehrlinge, Beschäftigte und Schülerinnen und Schüler berufsbildender Schulen. ots.at

    ZUKUNFT MEISTERN gratuliert dem gesamten Team Austria. Wir sind stolz auf alle, die Österreich in Shanghai vertreten haben – und über Anna, Paul und Julia sowie die beiden steirischen Trainer freuen wir uns natürlich ganz besonders.

    Quelle: SkillsAustria/Wirtschaftskammer Österreich: Ergebnisse der WorldSkills 2026, 27. September 2026.

  • Kfz-Staatsmeisterschaft 2026: Der Titel geht in die Steiermark

    Kfz-Staatsmeisterschaft 2026: Der Titel geht in die Steiermark

    36 Talente, zwei Bewerbe und ein steirischer Staatsmeister: Johannes Fuchs von der Kfz Schlenner GmbH holte sich in Graz den Sieg in der Kfz-Technik. Und zeigte ziemlich eindrucksvoll, was junge Fachkräfte draufhaben.

    Können. Konzentration. Klasse.

    Graz wurde zur Bühne für Österreichs beste Nachwuchskräfte in der Fahrzeugtechnik. Im Center of Excellence und in der Berufsschule St. Peter stellten insgesamt 36 junge Talente ihr Wissen, ihr handwerkliches Geschick und ihre Nerven unter Beweis.

    In der Kategorie Kfz-Technik setzte sich Johannes Fuchs von der Kfz Schlenner GmbH durch. Platz zwei und drei gingen an Lukas Stütz und Lukas Hauer aus Oberösterreich.

    Auch in der Karosseriebautechnik wurden starke Leistungen gezeigt: Simeon Seis gewann vor Vicentiu Homorean – beide aus Oberösterreich. Platz drei holte Marvin Fercher aus Tirol.

    Mehr als Schrauben

    Wer heute Kfz-Technik lernt, braucht längst nicht nur handwerkliches Geschick. Sensorik, Fahrzeugdiagnose, Digitalisierung, E-Mobilität und Hochvolttechnik gehören mittlerweile ganz selbstverständlich dazu.

    Genau diesen Wandel haben wir bereits in unserer Ausgabe 2025 im Beitrag „Schrauben, messen, staunen“ aufgegriffen. Die Staatsmeisterschaft zeigte nun, wie viel Wissen, Präzision und Konzentration junge Fachkräfte bereits während ihrer Ausbildung entwickeln.

    Eine Ausbildung mit Zukunft

    „Diese Meisterschaft ist nicht nur eine Ehrung für die Besten der Besten, sondern auch eine Inspiration für andere junge Menschen, die sich für den Beruf des Kfz-Technikers oder Karosseriebauers interessieren. In Zeiten, in denen die Automobilbranche durch neue Technologien wie E-Mobilität und Digitalisierung im Wandel ist, bietet die duale Ausbildung hervorragende Perspektiven.“

    Thomas Marichhofer, Landesinnungsmeister

    Der Titel bleibt in der Steiermark

    Wir sagen: Starke Leistung, Johannes! Und herzliche Gratulation an alle 36 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

    Denn Zukunft wird nicht nur gedacht. Sie wird gemacht. Manchmal mit Diagnosegerät, Drehmoment – und einer ziemlich ruhigen Hand.

    Quelle: WKO Steiermark, Presseinformation zu den Staatsmeisterschaften der Fahrzeugtechnik und Karosseriebautechnik 2026

  • Jetzt heißt es Daumen halten für zwölf steirische Talente!

    Jetzt heißt es Daumen halten für zwölf steirische Talente!

    WorldSkills 2026

    Shanghai ruft – und die Steiermark schickt gleich zwölf ihrer besten jungen Fachkräfte los: Von 22. bis 27. September treten sie bei den WorldSkills 2026 gegen die internationale Berufselite an. Ob Bäckerhandwerk, Mode, Logistik, Mechatronik oder Robotik – das steirische Team zeigt, wie vielfältig berufliches Können ist.

    Es wird ernst in Shanghai: Rund 1.400 junge Fachkräfte aus 70 Nationen treten bei den WorldSkills 2026 in 64 Wettbewerbsberufen gegeneinander an. Sie alle wollen zeigen, was sie können – und natürlich eine der begehrten Medaillen mit nach Hause nehmen.

    Österreich ist mit 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vertreten. Zwölf davon kommen aus der Steiermark. Damit stellen wir das größte Bundesländer-Team des Landes.

    48 Talente, 42 Berufe, ein Ziel

    Wie viel Energie in Team Austria steckt, zeigt der offizielle Teaser von SkillsAustria. 48 junge Fachkräfte reisen gemeinsam nach Shanghai – darunter zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Steiermark.

    WorldSkills 2026 – Team Austria – Teaser

    Video: SkillsAustria

    Vom Backofen bis zum Roboter

    Die Bandbreite könnte kaum größer sein: Jennifer Lueger tritt als erste steirische Bäckerin bei einem internationalen Großbewerb an. Julia Kaufmann könnte in Fashion Technology eine mehr als vier Jahrzehnte dauernde österreichische Goldpause beenden. Und Jonas Leitner hat im Stuckateur- und Trockenbau sogar die Chance auf einen österreichischen Premieren-Weltmeistertitel.

    Besonders stark ist die Steiermark auch in jenen Berufen vertreten, in denen Technologie und Teamarbeit gefragt sind: Konstantin Hauser und Marwin Kremser starten in Autonomous Mobile Robotics, Kristijan Hrdzic und Gabriel Aldrian in Robot Systems Integration. David Seidl und Paul Wohlesser stellen sich gemeinsam dem Mechatronik-Bewerb.

    „WorldSkills zeigt sehr gut, welche Begeisterung berufliche Bildung auslöst.“

    Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark und von SkillsAustria

    Das ist das steirische Team

    • Paul Bürki, Ortweinschule – Grafik Design
    • Kristijan Hrdzic, Magna – Robot Systems Integration
    • Gabriel Aldrian, Magna – Robot Systems Integration
    • Anna Tritscher, Sport Tritscher – Retail Sales
    • Jonas Leitner, Strabag – Stuckateur- und Trockenbau
    • Jennifer Lueger, Arbesleitner – Bäckerin
    • Marwin Kremser, KNAPP – Autonomous Mobile Robotics
    • Konstantin Hauser, KNAPP – Autonomous Mobile Robotics
    • Julia Kaufmann, Modeschule Graz – Fashion Technology
    • Paul Wohlesser, Flex Althofen – Mechatronik
    • David Seidl, Flex Althofen – Mechatronik
    • Paul Zadravec, Kühne+Nagel – Speditionslogistik

    Trainieren, tüfteln, durchhalten

    Wer es zu den WorldSkills schafft, hat schon vor dem eigentlichen Wettbewerb eine beachtliche Leistung erbracht. Hinter den zwölf steirischen Starts stehen Hunderte Trainingsstunden, viel Disziplin und noch mehr Durchhaltevermögen.

    Für den letzten Feinschliff ging es teilweise weit über die Landesgrenzen hinaus: David Seidl und Paul Wohlesser trainierten in Japan, Marwin Kremser und Konstantin Hauser in Kasachstan. Paul Bürki bereitete sich in Kanada vor und Anna Tritscher sammelte sogar direkt in Shanghai wertvolle Erfahrungen.

    Nun gilt es, unter Zeitdruck konzentriert zu bleiben, Lösungen zu finden und im entscheidenden Moment das Beste abzurufen.

    Eine Bühne für berufliches Können

    Für Jugendliche, die gerade überlegen, wohin ihr Weg nach der Schule führen soll, sind die WorldSkills auch ein Blick in die Zukunft der Berufe. Sie zeigen, dass sich traditionelles Handwerk und neue Technologien längst nicht mehr ausschließen.

    In der Bäckerei sind Präzision und Kreativität gefragt, in der Mode technisches Können und gestalterisches Gespür. In der Robotik, Mechatronik oder Systemintegration geht es darum, komplexe Abläufe zu verstehen, Fehler rasch zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

    So unterschiedlich die zwölf Ausbildungswege auch sind, eines verbindet sie: Junge Menschen haben ihre Stärken gefunden und über lange Zeit an ihnen gearbeitet.

    Shanghai, wir sind bereit!

    Zwölf junge Steirerinnen und Steirer, zwölf ganz unterschiedliche Berufe und ein gemeinsames Ziel: bei der Berufs-WM ihr Bestes zu geben.

    ZUKUNFT MEISTERN wünscht dem gesamten Team viel Erfolg in Shanghai. Jetzt heißt es: kräftig Daumen halten für unsere steirischen Medaillenhoffnungen!


    Bildnachweis:
    Foto Fischer

    Quellen:
    WKO Steiermark: „Zwölf Steirer jagen in China ihren Medaillen-Traum“, aktualisiert am 17. September 2026
    SkillsAustria: WorldSkills 2026 Shanghai

  • Steirischer Doppelsieg in der Straßenerhaltung

    Steirischer Doppelsieg in der Straßenerhaltung

    Die Lehre zur Straßenerhaltungsfachkraft haben Jugendliche und Eltern vermutlich nicht als Erstes im Blick. Dabei lohnt es sich, genauer hinzusehen: Julian Josef Grein aus Feldbach gewann den Bundeslehrlingswettbewerb, Platz zwei ging ebenfalls in die Steiermark.

    Wer denkt bei der Berufswahl schon an Straßenerhaltung? Dabei steckt hinter sicheren Straßen ein anspruchsvoller Lehrberuf, der Fachwissen, handwerkliches Geschick und Genauigkeit verlangt.

    Wie gut die steirischen Nachwuchsfachkräfte ausgebildet sind, zeigte sich beim Bundeslehrlingswettbewerb in der Straßenmeisterei Graz-Nord: Julian Josef Grein von der Straßenmeisterei Feldbach holte gemeinsam mit seinem Helfer Valentin Dresler den Staatsmeistertitel. Den zweiten Platz erreichte Florian Plösch aus Deutschlandsberg mit seinem Helfer Marvin Patzak aus Bruck.

    Theorie, Präzision und Teamarbeit

    Die Lehrlinge im dritten Ausbildungsjahr mussten zunächst ihr theoretisches Wissen beweisen. Im praktischen Einzelbewerb setzten sie ein komplexes Straßenraumgestaltungsprojekt um. Beim Teambewerb galt es, unter Zeitdruck eine Baustelle einzurichten und abzusichern. Hier belegte die Steiermark hinter Oberösterreich den zweiten Platz.

    „Wir wollen die besten Lehrlinge als Facharbeiter aus- und weiterbilden, weil wir sie brauchen.“

    Claudia Holzer, Verkehrslandesrätin

    Der Doppelerfolg macht einen Lehrberuf sichtbar, den viele Jugendliche und Eltern bei der Berufsorientierung vermutlich nicht sofort auf dem Schirm haben. Dabei zeigt der Wettbewerb: Straßenerhaltung braucht junge Menschen, die praktisch arbeiten wollen, technisch interessiert sind und Verantwortung übernehmen können.

    Quelle: Kommunikation Land Steiermark, 17. September 2026
    Fotos: Land Steiermark/Jesse Streibl

  • Wenn Berufsorientierung zur Familienfrage wird

    Wenn Berufsorientierung zur Familienfrage wird

    Lehre oder weiterführende Schule: Welcher Bildungsweg passt zu meinem Kind? Für die siebte Ausgabe von ZUKUNFT MEISTERN möchten wir wissen, welche Fragen, Sorgen und Ängste Eltern und andere Wegbegleiter beschäftigen. Denn nur dann können wir jene Antworten geben, die Familien wirklich helfen.

    Am Küchentisch liegen drei Broschüren, zwei Ausdrucke und ein Handy mit zwölf offenen Tabs. Eigentlich wollte man nur kurz über die Zukunft sprechen.

    Dann fällt ein Satz wie: „Ich will aber …“

    Und schon wird daraus eine Familienkonferenz und Grundsatzdiskussion.

    Die Eltern sehen Sicherheit und Zukunftschancen. Der Nachwuchs sieht Interessen, Freunde und vielleicht einen Beruf, unter dem sich zu Hause noch niemand besonders viel vorstellen kann. Oder es ist genau umgekehrt. Kann alles vorkommen.

    Vielleicht kennen Sie diesen Spagat: Man möchte das eigene Kind entscheiden lassen und gleichzeitig verhindern, dass es sich eine wichtige Tür zu früh verschließt. Schließlich will man nur das Beste. Schwierig wird es, wenn das „Beste“ für Eltern anders aussieht als für ihr Kind.

    Wir wollen nicht entscheiden. Wir wollen zuerst verstehen.

    ZUKUNFT MEISTERN möchte Familien Mut zu einer gut informierten Entscheidung machen. Für oder gegen einen bestimmten Bildungsweg.

    Die Lehre ist dabei eine Möglichkeit. Nicht die einzig richtige und nicht automatisch die zweite Wahl. Wir wollen niemanden von einer Lehre überzeugen. Wir möchten aber verhindern, dass sie ausgeschlossen wird, bevor ihre Chancen, Anforderungen und weiteren Möglichkeiten bekannt sind.

    Sechs Ausgaben haben uns viel Erfahrung gebracht – und vielleicht auch ein wenig Berufsblindheit. Wer sich ständig mit Lehre und Berufsorientierung beschäftigt, hält manches irgendwann für selbstverständlich.

    Aber wissen wir deshalb, welche Frage eine Mutter beschäftigt, die abends vor zwölf geöffneten Internetseiten sitzt? Nein.

    Darum wollen wir vor der Planung der siebten Ausgabe zuhören. Denn erst wenn wir Ihre Fragen und Ängste kennen, können wir die passenden Themen setzen und jene Interviewpartnerinnen und Interviewpartner auswählen, die darauf wirklich hilfreiche Antworten geben können.

    Was beschäftigt Eltern und andere Wegbegleiter?

    Was beschäftigt Sie als Mutter oder Vater? Welche Fragen hören Sie als Tante, Onkel, Oma oder Opa? Wo fehlt Orientierung, wenn ein junger Mensch vor einer Bildungsentscheidung steht?

    • Lehre oder weiterführende Schule: Welche Informationen fehlen, um diese Möglichkeiten fair beurteilen zu können?
    • Chancen und offene Türen: Was möchten Sie über Lehre mit Matura und spätere Bildungswege wissen?
    • KI und neue Berufe: Welche Veränderungen machen Ihnen mit Blick auf die Zukunft Ihres Kindes Sorgen?
    • Begleiten, ohne zu bestimmen: Wie erkennt man, was wirklich zum eigenen Kind passt?
    • Wenn Wünsche auseinandergehen: Wie lässt sich darüber sprechen, ohne dass aus Unterstützung Druck wird?

    Vielleicht erscheint Ihnen Ihre Frage zu einfach oder selbstverständlich. Für uns ist sie genau deshalb wichtig. Wir möchten nicht über den Informationsbedarf von Familien hinwegschreiben.

    Bildung wird oft „vererbt“. Aber macht dieses Erbe glücklich?

    Wie stark das Elternhaus mit Bildungsentscheidungen zusammenhängt, zeigt eine 2026 veröffentlichte IHS-Langzeitstudie von Mario Steiner, Nora Haag und Maria Köpping. Analysiert wurden die Wege von 85.535 jungen Menschen.

    Mit 13 Jahren besuchten 65 Prozent der Kinder von Eltern mit Hochschulabschluss eine AHS. Bei Kindern, deren Eltern höchstens einen Pflichtschulabschluss hatten, waren es 11 Prozent. Mit 16 Jahren befanden sich wiederum 36 Prozent der Burschen, aber nur 20 Prozent der Mädchen in einer Lehrausbildung.

    Die Zahlen sagen nicht, welcher Weg für ein einzelnes Kind der richtige ist – und schon gar nicht, ob er glücklich macht. Sie zeigen aber, warum es wichtig ist, auch die eigenen Vorstellungen zu hinterfragen.

    Zur IHS-Langzeitstudie von Steiner, Haag und Köpping aus dem Jahr 2026

    Mütter im Talk: Was, wenn das eigene Kind anders entscheidet?

    Wie schwierig es sein kann, die eigene Vorstellung vom richtigen Weg loszulassen, zeigen zwei unserer bisherigen Gespräche.

    Monika Haider-Raunigg erzählt im „Mutter im Talk“, dass sie sich für ihren Sohn Philipp zunächst die Matura gewünscht hatte. Er merkte jedoch, dass ihm praktisches Lernen mehr liegt, und entschied sich für den Weg in eine Lehre zum Zweiradtechniker.

    Auch Ute Khom spricht über Zweifel, Erwartungen und das Loslassen. Obwohl sie selbst in der Berufsorientierung arbeitet, überraschte sie die Entscheidung ihres Sohnes Florentin, das Gymnasium zu verlassen und eine Lehre als Mechatroniker zu beginnen.

    Beide Mütter wollten Sicherheit und möglichst viele Chancen für ihre Kinder. Ihre Söhne fanden diese Chancen nur auf einem anderen Weg als zunächst gedacht.

    Ein Abschluss kann Türen öffnen. Ob ein junger Mensch durchgehen möchte, steht auf einem anderen Blatt.

    Welche Frage sollen wir für Sie klären?

    Welche Information fehlt Ihnen? Welche Sorge sollten wir ernst nehmen? Und wen sollten wir für die siebte Ausgabe von ZUKUNFT MEISTERN unbedingt befragen?

    Schreiben Sie uns Ihre Gedanken gerne in die Kommentare. Wir hören zu, fragen nach und nehmen Ihre Impulse in die Redaktionsplanung auf.

    ZUKUNFT MEISTERN 2027 erscheint einmal jährlich in gedruckter Form und wird steiermarkweit verbreitet. Online begleiten wir Eltern und Jugendliche das ganze Jahr über.

    Wir wollen keinen Weg vorzeichnen. Wir wollen die Fragen beantworten, die Familien helfen, ihren eigenen Weg zu finden.

  • Wird bei der Zukunft gespart?

    Wird bei der Zukunft gespart?

    Warum die Lehre mehr Rückhalt braucht

    Die Wirtschaft schwächelt. Die Stimmung ist schlecht. Und trotzdem fehlt es an Fachkräften.

    Das ist kein Widerspruch. Das ist Demografie.

    Die Babyboomer gehen Schritt für Schritt in Pension. Weniger junge Menschen rücken nach. Betriebe suchen Nachwuchs – und finden ihn nicht immer. Wer jetzt bei Ausbildung spart, löst daher kein Budgetproblem. Er verschiebt es nur: auf die Betriebe, auf die Regionen und auf die nächste Generation.

    Lehrlinge sind nicht die Reservebank des Bildungssystems

    In der Steiermark wurden Ende 2025 laut WKO Steiermark 14.442 Lehrlinge ausgebildet. Das sind 3,3 Prozent weniger als im Jahr davor. Auch bei den Neueintritten zeigt die Kurve nach unten.

    Das ist kein Randthema. Das ist ein Warnsignal.

    Denn Lehrlinge sind jene, die morgen Maschinen warten, Häuser bauen, Anlagen bedienen, Menschen versorgen, Produkte herstellen, Kundinnen beraten und Betriebe am Laufen halten.

    Wenn Universitäten vor Kürzungen warnen, gibt es Proteste, offene Briefe und mediale Aufmerksamkeit. Zu Recht: Forschung und Hochschulen sind wichtig.

    Aber die Lehre ist mindestens genauso entscheidend für die Zukunft des Landes. Nur ist sie leiser. Lehrlinge haben keine so laute Community, keine so sichtbare Lobby und selten dieselbe öffentliche Bühne.

    Genau das macht sie verwundbar. Denn gespart wird politisch gerne dort, wo der Widerstand überschaubar bleibt. Bei der Lehre wäre das fatal kurzsichtig. Wer hier kürzt, spart nicht. Er sägt am Ast, auf dem der Standort sitzt – und verschiebt die Kosten auf Betriebe, Regionen und die nächste Generation.

    Eine Lehrstelle fällt nicht vom Himmel

    Eine Lehrstelle ist kein freier Platz mit Werkzeugkasten. Sie ist eine Investition.

    Ein Betrieb braucht Ausbilderinnen und Ausbilder. Zeit. Material. Maschinen. Kurse. Geduld. Organisation. Und die Bereitschaft, einen jungen Menschen über Jahre aufzubauen.

    Große Unternehmen können das leichter stemmen. Kleine und mittlere Betriebe spüren jeden zusätzlichen Aufwand. Gerade sie sichern aber in vielen Regionen die Ausbildung vor Ort.

    Wenn sie weniger Lehrlinge aufnehmen, verliert nicht nur ein Betrieb Nachwuchs. Dann verliert eine Region an Zukunft.

    Förderungen sind kein Geschenk

    Lehrbetriebsförderungen klingen nach Verwaltung. Tatsächlich geht es um eine einfache Frage: Können Betriebe weiter ausbilden?

    Wenn hier gekürzt wird oder Mittel nicht reichen, trifft das nicht nur Unternehmen. Es trifft Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen.

    Der Staat darf diesen Rückgang nicht noch befeuern.

    Wer Fachkräftemangel beklagt und gleichzeitig bei der Ausbildung spart, sägt an dem Ast, auf dem der Standort sitzt.

    Und KI?

    Auch künstliche Intelligenz wird Berufe verändern. Aber sie wird keine defekte Leitung reparieren, keinen Dachstuhl bauen, keine Pflege übernehmen und keine Maschine vor Ort wieder zum Laufen bringen.

    Praktisches Können bleibt. Technisches Verständnis bleibt. Verlässlichkeit bleibt. Erfahrung bleibt.

    Die Lehre ist kein Bildungsweg zweiter Klasse. Sie ist ein Zukunftsweg.

    Wer bei Ausbildung spart, spart am falschen Ort

    Ein Land, das Fachkräfte braucht, muss dort investieren, wo Fachkräfte entstehen: in Betrieben, Schulen und Hochschulen. Die Lehre verdient dabei mehr Sichtbarkeit.

    Denn Zukunft entsteht dort, wo junge Menschen eine echte Chance bekommen.

    Quellen und Einordnung

    Lehrlingszahlen Steiermark:
    WKO Steiermark, „Wirtschaftliche Lage dämpft Entwicklung am Lehrstellenmarkt“, 23. Jänner 2026. Die WKO nennt für Ende 2025 insgesamt 14.442 Lehrlinge in der Steiermark. Das entspricht einem Rückgang von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In einem betrieblichen Lehrverhältnis standen 13.826 Lehrlinge, ein Minus von 3,4 Prozent.
    Quelle: https://www.wko.at/stmk/news/wirtschaftliche-lage-daempft-entwicklung-am-lehrstellenmarkt

    Demografische Einordnung der Lehrlingsentwicklung:
    Wirtschaftskammer Österreich, „Lehre: Warum die Zahl der Ausbildungsbetriebe wirklich sinkt“. Die WKO ordnet den Rückgang der Lehrlingszahlen vor allem demografisch ein und verweist darauf, dass es laut Statistik Austria heute gut 235.000 weniger Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren gibt als vor 45 Jahren.
    Quelle: https://www.wko.at/oe/news/medienservice-lehre-warum-zahl-ausbildungsbetriebe-wirklich-sink

    Fachkräftemangel trotz schwacher Wirtschaft:
    Wirtschaftskammer Österreich, „WKO Fachkräfte-Radar: Gemeinsam Fachkräfte sichern“. Die WKO verweist darauf, dass die Suche nach Arbeits- und Fachkräften trotz schwacher Wirtschaftsleistung eine zentrale Herausforderung bleibt.
    Quelle: https://www.wko.at/fachkraefte/arbeitskraefteradar

    Förderungen für Lehrbetriebe:
    Wirtschaftskammer Österreich, „Förderungen für Lehrbetriebe“. Die Übersicht nennt unter anderem Förderungen rund um zusätzliche Berufsschulstufen, Weiterbildung von Ausbilderinnen und Ausbildern sowie weitere Unterstützungsmaßnahmen in der Lehrlingsausbildung.
    Quelle: https://www.wko.at/lehre/gesamtuebersicht-foerderarten-lehre

    Basisförderung für Lehrbetriebe:
    Wirtschaftskammer Österreich, „Basisförderung“. Die WKO beschreibt die Basisförderung als Förderung der Ausbildung eines Lehrlings über ein Lehrjahr. Die Förderung wird nach Ablauf des jeweiligen Lehrjahres gewährt.
    Quelle: https://www.wko.at/lehre/basisfoerderung

    Uni-Budgetdebatte als Vergleich zur öffentlichen Sichtbarkeit:
    ORF.at, „Sparpläne bringen Tausende auf die Straße“, 27. Mai 2026. Der ORF berichtet über Demonstrationen gegen geplante Kürzungen im Universitätsbudget.
    Quelle: https://orf.at/stories/3431550/

  • Funken, Präzision und volle Konzentration

    Funken, Präzision und volle Konzentration

    Beim Landeslehrlingswettbewerb Metalltechnik 2026 in Mureck zeigten 46 steirische Lehrlinge, wie viel Können, Disziplin und Zukunft in der Lehre steckt.

    Während viele Jugendliche an einem Freitag vielleicht schon ans Wochenende denken, arbeiteten 46 steirische Lehrlinge in Mureck sieben Stunden lang an Werkstücken, Schweißnähten und millimetergenauen Lösungen. Beim Landeslehrlingswettbewerb Metalltechnik 2026 zeigte sich eindrucksvoll, wie viel Können, Disziplin und Zukunft in der steirischen Lehre steckt.

    An der Landesberufsschule Mureck wurde gefeilt, geschweißt, gemessen und konzentriert gearbeitet – unter Zeitdruck und mit den strengen Blicken der Jury. Zusätzlich zum praktischen Teil mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch eine theoretische Prüfung absolvieren.

    Der Wettbewerb wird gemeinsam von der Innung der Metalltechnik sowie der Metalltechnischen Industrie Steiermark der Wirtschaftskammer Steiermark organisiert und gilt seit Jahren als wichtiger Gradmesser für die Qualität der Ausbildung in den Betrieben.

    Und genau diese Qualität war auch 2026 deutlich sichtbar.

    Junge Fachkräfte mit beeindruckender Präzision

    In der Kategorie Maschinenbautechnik – Werkzeugbautechnik überzeugte Leon Rosegger von Magna Presstec GmbH mit der Fertigung einer Spannvorrichtung und einer Schweißübung. Präzision, sauberes Arbeiten und technisches Verständnis waren hier entscheidend.

    Auch in der Maschinenbautechnik – Zerspanungstechnik wurde auf höchstem Niveau gearbeitet. Den ersten Platz holte Thomas Hoffmann von voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG, gefolgt von Daniel Pöttler von Rosendahl Nextrom GmbH. Die Aufgabe: ein präzise gefertigter Gabelkopf – ein Werkstück, bei dem bereits kleinste Abweichungen sichtbar werden.

    Besonders eindrucksvoll zeigte sich erneut die Schmiedetechnik. Mario Rottensteiner von voestalpine BÖHLER Aerospace GmbH & Co KG fertigte eine Standuhr mit hoher handwerklicher Genauigkeit und sicherte sich damit den ersten Platz.

    Lehre bleibt Zukunft

    Der Wettbewerb zeigt nicht nur das hohe Niveau der steirischen Metalltechnik-Ausbildung, sondern auch, wie wichtig junge Fachkräfte für Industrie und Wirtschaft bleiben. Hinter jedem erfolgreichen Lehrling stehen Betriebe, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie viele Stunden praktischer Arbeit.

    Gerade Branchen wie Maschinenbau, Metalltechnik oder industrielle Fertigung suchen dringend qualifizierten Nachwuchs. Wettbewerbe wie jener in Mureck machen sichtbar, welches Potenzial bereits heute in den Werkstätten und Lehrbetrieben der Steiermark heranwächst.


    @Foto Fischer

    Hinter den Erfolgen stehen starke Ausbildungsbetriebe

    Die ausgezeichneten Lehrlinge absolvieren ihre Ausbildung unter anderem bei folgenden Unternehmen:

  • WorldSkills 2026: Die steirische Jugend zeigt in Shanghai ihr Können

    WorldSkills 2026: Die steirische Jugend zeigt in Shanghai ihr Können

    Wenn im September 2026 bei den WorldSkills in Shanghai die besten Nachwuchsfachkräfte der Welt aufeinandertreffen, ist die Steiermark mittendrin. Das österreichische Skills-Team Austria wächst auf insgesamt 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Steiermark stellt dabei mit zwölf jungen Fachkräften das größte Kontingent aller Bundesländer.“

    Ob Robotik, Grafikdesign, Mode Technologie oder Einzelhandel: Die steirischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen, wie modern, international und leistungsstark die duale Ausbildung heute ist.

    Von 22. bis 27. September 2026 kämpfen rund 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt in 64 Berufsbewerben um Medaillen und Weltmeistertitel. Die WorldSkills gelten damit als größte Berufsweltmeisterschaft der Welt.

    Und die Vorbereitung darauf erinnert längst mehr an Spitzensport als an klassischen Unterricht.


    Internationale Trainings als Vorbereitung auf die Weltspitze

    Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer trainieren seit Monaten intensiv für den internationalen Wettbewerb. Vergleichswettkämpfe und Trainingscamps rund um den Globus sollen helfen, sich an das hohe Niveau der WorldSkills heranzutasten.

    Gerade die steirischen Jugendlichen sammeln dabei bereits internationale Erfahrung.

    Die steirische Einzelhandelskauffrau Anna Tritscher absolvierte vor wenigen Wochen ein internationales Vorbereitungstraining direkt in Shanghai und konnte dort erste Wettkampferfahrung sammeln.

    Im Team-Bewerb Robot Systems Integration bereiten sich Kristijan Hrdžić und Gabriel Aldrian bei internationalen Trainings in Ungarn auf die Weltmeisterschaft vor.

    Grafikdesigner Paul Andreas Bürki reist im Mai nach Kanada, um dort Erfahrungen mit internationalen Teilnehmern zu sammeln und sich auf höchstem Niveau weiterzuentwickeln.

    Auch Julia Kaufmann trainiert international: Im Bereich Mode Technologie absolviert sie Vorbereitungseinheiten in Australien.

    Das Duo Konstantin Hauser und Marwin Kremser wiederum tritt im Bewerb Autonomous Mobile Robotics bei einem Wettbewerb in Kasachstan an.

    Die Vorbereitung zeigt deutlich: Moderne Lehrberufe sind längst international geworden.


    Warum die duale Ausbildung international gefragt ist

    Dass Österreich und speziell die Steiermark bei internationalen Berufsmeisterschaften regelmäßig stark vertreten sind, kommt nicht von ungefähr. Die duale Ausbildung gilt weltweit als Erfolgsmodell.

    Die Kombination aus praktischer Ausbildung im Betrieb und Theorie in der Berufsschule sorgt dafür, dass Jugendliche früh Verantwortung übernehmen und gleichzeitig hochspezialisierte Fähigkeiten entwickeln.

    SkillsAustria-Präsident Josef Herk betont:

    „Unsere jungen Fachkräfte stehen für Leistungsbereitschaft, Präzision und berufliche Leidenschaft. Sie zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in der österreichischen Berufsbildung steckt.“

    Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels gewinnen solche Leistungen zusätzlich an Bedeutung. Die WorldSkills zeigen, welches Potenzial in jungen Fachkräften steckt – und wie wichtig moderne Lehrberufe für den Wirtschaftsstandort geworden sind.


    Lehrberufe arbeiten längst an den Technologien von morgen

    Wer an klassische Lehrberufe denkt, hat oft noch alte Bilder im Kopf. Die Realität sieht längst anders aus.

    Viele Bewerbe der WorldSkills drehen sich heute um Digitalisierung, Automatisierung, Robotik oder moderne Produktionstechnologien. Die Jugendlichen arbeiten dabei oft näher an den Technologien der Zukunft, als viele vermuten.

    Gerade die Steiermark profitiert von innovativen Ausbildungsbetrieben, starken Industriebetrieben und engagierten Berufsschulen. Sie schaffen gemeinsam die Grundlage dafür, dass junge Fachkräfte auch international konkurrenzfähig werden.

    Die WorldSkills machen sichtbar, wie modern und vielfältig die Lehre heute tatsächlich ist.


    Shanghai wird zur Bühne für die nächste Generation

    Von 22. bis 27. September 2026 wird Shanghai zum Zentrum der internationalen Berufswelt. Rund 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt treten dort in 64 Berufen gegeneinander an.

    Für die steirischen Jugendlichen bedeutet die Teilnahme nicht nur die Chance auf Medaillen, sondern auch eine Erfahrung fürs Leben.

    Sie vertreten dabei nicht nur Österreich, sondern zeigen auch international, welche Qualität die Ausbildung in der Steiermark heute erreicht.

    Und vielleicht beweisen genau diese jungen Fachkräfte am deutlichsten, worauf es in Zukunft ankommt: Können, Einsatzbereitschaft, Präzision und die Bereitschaft, ständig weiterzulernen.


    INFO-BOX: WorldSkills 2026

    Ort: Shanghai, China
    Datum: 22. bis 27. September 2026
    Teilnehmer:innen: rund 1.400 junge Fachkräfte aus aller Welt
    Bewerbe: 64 Berufe
    Österreichisches Team: 48 Starter:innen

    Weitere Informationen

    Weitere Informationen zu den WorldSkills 2026 in Shanghai, den Wettbewerbsberufen sowie den Delegations- und Besucherreisen finden Sie unter:

    SkillsAustria – WorldSkills 2026 Shanghai

    Oder Sie schauen wieder bei ZUKUNFT MEISTERN vorbei – wir halten Sie über die steirischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Laufenden.



  • Beim Einkommen überrascht die Lehre.

    Beim Einkommen überrascht die Lehre.

    Kurz & Knapp: Das Wichtigste für Eltern

    • Der Gehalts-Check: Absolventen einer Lehre starten im Median mit 2.615 € brutto (1,5 Jahre nach Abschluss) – und liegen damit oft über rein schulischen Einstiegsgehältern.
    • Praxis schlägt Theorie: Unternehmen zahlen für sofortige Einsetzbarkeit. Der „Praxis-Vorsprung“ der Lehre macht sich direkt am Konto bemerkbar.
    • Karriere-Mythos: Ein Studium ist kein Garant für Reichtum, eine Lehre keine Einkommensgrenze. Meister und Spezialisten erreichen oft akademische Gehaltsniveaus.
    • Zukunftssicherheit: Fachkräfte in Technik, Handwerk und IT sind strukturell krisenfest – auch im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz.

    Lehre oder weiter in die Schule – kaum eine Entscheidung wird in Familien intensiver diskutiert. Es geht um Talente, Interessen, Zukunftsperspektiven – und nicht zuletzt um Einkommen.

    Wie sich das Einstiegsgehalt nach unterschiedlichen Ausbildungswegen tatsächlich entwickelt, zeigt das Bildungsbezogene Erwerbskarrierenmonitoring (BiBer) von Statistik Austria. Die aktuellen Auswertungen machen deutlich: Die Einkommensrealität nach Ausbildungsende ist differenzierter, als viele Eltern vermuten.

    Ausbildungsentscheidung: Was bedeutet das finanziell?

    AHS? BHS? Oder doch eine Lehre? Viele Eltern gehen davon aus, dass mehr Schuljahre automatisch zu einem höheren Einstiegsgehalt führen. Die aktuellen Auswertungen der Statistik Austria zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild.

    Einstiegsgehalt nach der Lehre: Was sagen die Zahlen?

    Personen mit Lehrabschluss verdienen eineinhalb Jahre nach Ausbildungsende im Median 2.615 Euro brutto.

    Warum das viele überrascht: > Der Arbeitsmarkt bewertet nicht nur die Dauer einer Ausbildung, sondern deren unmittelbare wirtschaftliche Verwertbarkeit. Wer eine Lehre absolviert, bringt Jahre an praktischer Erfahrung mit. Das bedeutet für Betriebe: kürzere Einschulung, sofortige Produktivität.

    Der Arbeitsmarkt bezahlt nicht nur Zeugnisse. Er bezahlt Können.

    Einkommen im Lebensverlauf: Holen Studienabsolventen auf?

    Eine zentrale Sorge vieler Eltern lautet: „Verdient mein Kind später als Akademiker nicht doch viel mehr?“

    Es stimmt: In manchen Branchen können akademische Laufbahnen eine steilere Kurve zeigen. Doch auch dieser Vergleich darf nicht einseitig betrachtet werden.

    Ein Lehrabsolvent verdient früher, sammelt Beitragsjahre und kann sich über Meisterprüfung, Werkmeisterausbildung, Spezialisierungen oder Selbstständigkeit ebenfalls deutlich weiterentwickeln. Technische Meister oder erfolgreiche Unternehmer erreichen Einkommensniveaus, die mit akademischen Karrieren druchaus vergleichbar sind.

    Ein akademischer Titel ist kein Einkommensversprechen.
    Und ein Lehrabschluss ist keine Einkommensgrenze.

    Entscheidend sind Branche, Weiterentwicklung, Verantwortung und Leistungsbereitschaft – nicht allein der formale Abschluss.

    Arbeitsmarkt und Zukunftsperspektive: Wie stabil ist die Lehre?

    Neben dem Gehalt spielt für Eltern auch die Frage nach Sicherheit eine große Rolle. Wie schnell findet mein Kind nach der Ausbildung eine Anstellung?

    Die duale Ausbildung bietet hier klare Vorteile. Lehrabsolventen sind in der Regel rasch im ersten Job, weil praxisnahe Fachkräfte in vielen Branchen dringend gesucht werden – von Technik über Handwerk bis IT und Gesundheitsbereich. Die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften ist hoch und strukturell stabil.

    Welche Fragen sollten Eltern bei der Ausbildungsentscheidung stellen?

    Die Wahl zwischen Lehre und Studium ist keine Frage von höher oder niedriger, sondern von Passung.

    Eltern sollten sich fragen:

    • Lernt mein Kind besser theoretisch oder praktisch?
    • Entwickelt es Motivation im direkten Arbeitsumfeld?
    • Welche Branchen bieten langfristige Stabilität?
    • Welche Weiterbildungswege stehen später offen?
    • Ist frühe finanzielle Unabhängigkeit ein wichtiger Faktor?

    Und es wird nicht einfacher – denn Künstliche Intelligenz verändert die Berufswelt

    Während KI viele Büroberufe verändert, bleibt das handwerkliche und technische Können einer Lehre eine krisensichere Konstante. Gerade deshalb wird die Ausbildungsentscheidung anspruchsvoller – und zugleich klarer:

    Nicht der Titel entscheidet. Sondern Kompetenz, Flexibilität – und die Frage: Was passt wirklich zu meinem Kind?

    Junge Menschen sitzen neben einem humanoiden Roboter – Symbolbild für künstliche Intelligenz, Junge Menschen sitzen neben einem humanoiden Roboter – Symbolbild für künstliche Intelligenz, Arbeitswelt der Zukunft und Ausbildung in Zeiten von KI.

    Was KI für klassische Ausbildungswege bedeutet, haben wir bereits analysiert – etwa in unserem Beitrag
    „Wenn KI alles kann – braucht es dann noch eine Lehre?“

    Ihr Fazit: Talent vor Titel? Geld ist eine wichtige Basis, aber die Leidenschaft für das Tun ist der wahre Karrieremotor. Hat die Lehre in Ihrer Familie bereits für Überraschungen gesorgt? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns in den Kommentaren.

    Quelle und Datenbasis: Die im Beitrag genannten Einkommenszahlen stammen aus dem Bildungsbezogenen Erwerbskarrierenmonitoring (BiBer) von Statistik Austria. Das Monitoring analysiert Erwerbsverläufe und Einkommensentwicklungen nach unterschiedlichen Ausbildungswegen in Österreich und basiert auf registerbasierten Daten.

    Weitere Informationen unter:
    www.statistik.at (Bereich Bildung / Erwerbskarrierenmonitoring)

  • Auslandspraktikum in der Lehre: Rekordzahlen – und ab 2027 wieder mit Großbritannien

    Auslandspraktikum in der Lehre: Rekordzahlen – und ab 2027 wieder mit Großbritannien

    Erasmus+ in Österreich: 1.715 bewilligte Mobilitäten für Lehrlinge

    Internationale Erfahrung ist längst kein Privileg von Studierenden mehr. Laut der nationalen Agentur OeAD, die das EU-Programm Erasmus+ in Österreich umsetzt, wurden im Jahr 2025 insgesamt 1.715 Mobilitäten von Lehrlingen im Rahmen von Erasmus+ bewilligt – so viele wie noch nie seit Beginn des Programms im Jahr 1995.

    Diese Zahl markiert einen Wendepunkt: Auslandspraktika während der Lehrzeit entwickeln sich zunehmend zu einem festen Bestandteil moderner Berufsbildung in Österreich.

    Wie das konkret aussehen kann, zeigt unser Praxisbeispiel aus dem Jahr 2025 mit drei Lehrlingen des Unternehmens KNAPP.


    Seit 2022 begleiten wir das Thema Auslandspraktikum in der Lehre

    Als wir 2022 erstmals mit Martin Kahr über Erasmus+-Mobilitäten gesprochen haben, war Ausland während der Lehrzeit für viele Eltern noch erklärungsbedürftig.

    Heute ist die Diskussion eine andere.

    Mehr Betriebe öffnen sich für internationale Mobilität.
    Mehr Berufsschulen integrieren Projekte strukturiert in den Ausbildungsalltag.
    Und immer mehr Familien fragen nicht mehr, ob es möglich ist – sondern wie.

    In der Steiermark begleitet das Projekt Young Styrians GO Europe! getragen von der Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft, Lehrlinge bei Antragstellung, Organisation und Vorbereitung eines Erasmus+-Praktikums.

    Was 2022 noch Impuls war, ist heute Struktur.


    Was ist ein Erasmus+ Auslandspraktikum für Lehrlinge?

    Ein Erasmus+-Auslandspraktikum ermöglicht Lehrlingen, mehrere Wochen Berufserfahrung in einem europäischen Betrieb zu sammeln.

    Wichtig für Eltern:

    • Lehrlinge bleiben im österreichischen Lehrbetrieb angemeldet und versichert.
    • Die Lehrlingsentschädigung wird weiterhin ausbezahlt.
    • Fördermittel für Reise- und Aufenthaltskosten können beantragt werden.
    • Der Aufenthalt kann im Einvernehmen mit Betrieb und Berufsschule als Teil der Ausbildung anerkannt werden.

    Es ist kein Sprung ins Ungewisse – sondern ein begleiteter Schritt.


    Großbritannien ab 2027 wieder Teil von Erasmus+

    Ab 2027 soll Großbritannien wieder als assoziiertes Partnerland am Erasmus+-Programm teilnehmen. Damit ist vorgesehen, dass Mobilitäten in der Berufsbildung – also auch für Lehrlinge – wieder im regulären europäischen Rahmen möglich werden.

    Nach dem Brexit war das Vereinigte Königreich mehrere Jahre nicht Teil des Programms. Mit der geplanten Wiederbeteiligung erweitert sich das Spektrum möglicher Zielländer erneut – insbesondere im englischsprachigen Raum.

    Für viele Eltern ist genau dieser Punkt entscheidend.


    Warum Auslandserfahrung in der Lehre Karrierechancen stärkt

    Ein Auslandspraktikum stärkt Sprachkompetenz, Selbstständigkeit, interkulturelles Verständnis und berufliche Sicherheit.

    Vor allem aber stärkt es eines:

    Selbstvertrauen.

    Und das entsteht oft dort, wo junge Menschen ihre Komfortzone verlassen – begleitet, aber eigenständig.


    Auslandserfahrung ist keine Frage des Ausbildungswegs

    Seit 2022 begleiten wir dieses Thema.

    Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder „die Welt sehen“. Und was sich verändert hat, ist nicht nur die Zahl der Mobilitäten.
    Es ist die Selbstverständlichkeit. Internationale Erfahrung hängt nicht davon ab, welchen Weg jemand für seine Ausbildung wählt. Man muss kein Gymnasium besuchen, um internationale Praxis zu sammeln.

    Auch in der Lehre – ab 16 Jahren – kann dieser Schritt möglich sein.
    Und genau das zeigt, wie sehr sich dieser Bildungsweg verändert hat – strukturierter, internationaler und selbstbewusster als noch vor wenigen Jahren.


    🔵 Service für Eltern: Ansprechpartner für Auslandspraktika in der Lehre

    Young Styrians GO Europe! (Steiermark) https://www.youngstyrians.com/
    OeAD – Nationale Agentur für Erasmus+ in Österreich
    Bereich Berufsbildung https://erasmusplus.oead.at/de/ Erster Schritt: Gespräch mit dem Lehrbetrieb oder der Berufsschule führen und nach Erasmus+-Mobilitäten fragen.