Autor: karin

  • KRAFT:nacht 2026: Blick hinter die Kulissen der Top-Betriebe in Murau und Murtal

    KRAFT:nacht 2026: Blick hinter die Kulissen der Top-Betriebe in Murau und Murtal

    Welche beruflichen Chancen bieten Unternehmen direkt in der Region? Am Freitag, dem 16. Oktober 2026, öffnet die KRAFT:nacht von 15:00 bis 21:00 Uhr die Türen regionaler Leitbetriebe in den Bezirken Murau und Murtal. Für Eltern und Jugendliche ist das die ideale Gelegenheit, Ausbildungswege und Berufsbilder direkt vor Ort kennenzulernen.

    Die Wahl des richtigen Lehrberufs oder des ersten Arbeitsplatzes wirft viele Fragen auf. Die KRAFT:nacht 2026 macht Orientierung greifbar: 19 Partnerbetriebe aus unterschiedlichsten Branchen – von Technik und Industrie über Pharmazie bis hin zu Handwerk und Lebensmittelerzeugung – gewähren exklusive Einblicke in ihren Arbeitsalltag und informieren über konkrete Zukunftschancen in der Heimat.

    Warum sich der Besuch für Eltern und Jugendliche lohnt

    Als Elternteil begleiten Sie Ihr Kind bei einer der wichtigsten Entscheidungen für die Zukunft. Die KRAFT:nacht bietet dafür den passenden Rahmen auf Augenhöhe:

    • Echte Arbeitsumgebungen erleben: Wie sieht der Alltag im Betrieb aus? Welche modernen Technologien kommen zum Einsatz?
    • Direkter Austausch mit Ausbildnern & Teams: Stellen Sie Fragen zu Lehrabläufen, Arbeitszeiten, Lehre mit Matura und Karrierechancen direkt an die Menschen vor Ort.
    • Chancen in der Region entdecken: Viele Spitzenunternehmen liegen direkt vor der Haustür. Der gemeinsame Besuch zeigt Jugendlichen, welche Perspektiven die Heimat bietet.

    Tipp für die Planung: Mit den nötigen Transferzeiten lassen sich am Nachmittag und Abend maximal drei Betriebsbesichtigungen kombinieren. Sprechen Sie vorab mit Ihrem Kind ab, welche zwei bis drei Betriebe am spannendsten klingen!

    Welche Betriebe öffnen ihre Tore?

    Ein Auszug der teilnehmenden KRAFT-Partnerbetriebe 2026:

    • Technik, Industrie & Produktion: HAGE Sondermaschinenbau, voestalpine Railway Systems, Stahl Judenburg, SKF Sealing Solutions, Wuppermann Austria, Zeman Bauelemente, NZ Hydraulikzylinder, EagleBurgmann
    • Energie, IT & Infrastruktur: Murauer Stadtwerke, Emsenhuber Informatik
    • Papier, Holz & Handwerk: Mondi Zeltweg, heinzelpöls (Zellstoff Pöls), ALPE Zimmerei und Tischlerei
    • Pharmazie, Handel & Lebensmittel: Gall Pharma, Brauerei Murau, Obersteirische Molkerei
    • Mobilität: Autohaus Neubauer, Hendrickson Austria, METEKA

    Alle Eckdaten auf einen Blick

    • Veranstaltung: KRAFT:nacht 2026 (Initiative KRAFT:dasMurtal)
    • Wann: Freitag, 16. Oktober 2026 | 15:00 bis 21:00 Uhr
    • Wo: In den teilnehmenden Partnerbetrieben in den Bezirken Murau und Murtal
    • Zielgruppe: Jugendliche in der Berufsorientierung, Schüler:innen, Eltern und Interessierte
    • Wichtiger Hinweis zur Teilnahme: Zur Koordination ist eine Anmeldung für jede teilnehmende Person erforderlich.

    👉 Jetzt informieren und anmelden:Anmeldeformular zur KRAFT:nacht 2026

  • Lehre bei der Energie Steiermark: 70 Jahre Erfahrung, neue Wege für 2027

    Lehre bei der Energie Steiermark: 70 Jahre Erfahrung, neue Wege für 2027

    Seit 1956 bildet die Energie Steiermark Lehrlinge aus. Für Eltern und Jugendliche steht jetzt der nächste Jahrgang im Mittelpunkt: Die Bewerbung für Herbst 2027 läuft bereits. Am 13. November öffnet der E-Campus in Graz seine Türen.

    Wissen weitergeben, Geduld haben, junge Menschen an Aufgaben heranführen: Hinter einer Lehrlingsausbildung stehen immer auch Menschen, die anderen etwas zutrauen. Beim 70-Jahr-Jubiläum der Energie Steiermark wurde einer von ihnen besonders gewürdigt. Karl Pfeifer ist 100 Jahre alt. Als Ausbildner hat er Hunderte Jugendliche in ihren ersten Berufsjahren begleitet.

    Seit 1956 haben nach Angaben des Unternehmens mehr als 1.600 junge Menschen ihre berufliche Laufbahn bei der Energie Steiermark begonnen. Derzeit werden 100 Lehrlinge ausgebildet, 27 Jugendliche kommen 2026 neu dazu. Hinter diesen Zahlen stehen unterschiedliche Wege. Manche führen später in technische Spezialgebiete, andere in die Ausbildung oder in Führungsaufgaben.

    Was lernen Lehrlinge am E-Campus in Graz?

    Aus der früheren Lehrwerkstätte ist der E-Campus geworden. Das 2020 eröffnete Ausbildungszentrum verbindet theoretische Grundlagen mit praktischer Arbeit. Dazu kommen Einsätze in unterschiedlichen Unternehmensbereichen.

    Digitalisierung und erneuerbare Energien verändern die Aufgaben in der Energiewirtschaft. Entsprechend geht es in der Ausbildung neben handwerklichem Können auch darum, Zusammenhänge zu verstehen. Am E-Campus lernen zudem nicht nur Lehrlinge: Auch Mitarbeiter und Führungskräfte nutzen Techniktrainings und Weiterbildungsangebote. Lernen endet hier also nicht mit dem Lehrabschluss.

    Welche Lehrberufe bietet die Energie Steiermark an?

    Das allgemeine Lehrangebot umfasst unter anderem sowohl technische als auch kaufmännische Ausbildungswege. Zu den Lehrberufen gehören:

    • Technische Lehrberufe:
      • Elektrotechnik: Arbeit an modernen Stromnetzen, Anlagen und erneuerbaren Energien.
      • Installations- und Gebäudetechnik: Fokus auf nachhaltige Klimatechnik und Gebäudesysteme.
      • Fernwärmetechnik: Spezialisierung auf die nachhaltige Wärmeversorgung.
    • Kaufmännische Lehrberufe:
      • Bürokauffrau / Bürokaufmann: Organisation, Kommunikation und digitale Verwaltungsabläufe.

    Gut zu wissen: Das Unternehmen unterstützt auch das Modell Lehre mit Matura, was Jugendlichen zusätzliche Bildungswege öffnet. Die konkreten Ausbildungswege sind auf der Lehrlingsseite der Energie Steiermark beschrieben.

    Für Eltern lohnt sich dabei der Blick auf den Alltag hinter der Berufsbezeichnung. Arbeitet mein Kind gerne praktisch? Interessiert es sich für technische Abläufe? Oder liegen seine Stärken eher im Organisieren und im kaufmännischen Bereich? Solche Fragen können den Einstieg in ein Gespräch erleichtern. Die Antworten dürfen sich beim Kennenlernen eines Berufs auch noch verändern.

    Wie funktioniert die Bewerbung für den Lehrbeginn 2027?

    Die Bewerbungsphase für Herbst 2027 läuft bereits. Bewerbungen erfolgen online. Benötigt werden ein Lebenslauf und die Jahreszeugnisse der letzten beiden Schuljahre. Überzeugen die Unterlagen, folgt eine Einladung zum Auswahlverfahren am E-Campus in Graz.

    Wer zunächst den Ausbildungsalltag kennenlernen möchte, kann über die Unternehmenswebsite eine Schnupperanfrage stellen. So lässt sich vor einer Entscheidung genauer hinsehen.

    Tag der offenen Tür: Ausbildung gemeinsam kennenlernen

    Am Freitag, 13. November 2026, von 9 bis 16 Uhr können sich Interessierte am E-Campus, Neuholdaugasse 56 in Graz, über die Lehrberufe informieren. Gespräche mit Lehrlingen und Ausbildnern sowie Einblicke in die Lehrwerkstätte gehören zum Angebot.

    Für einen gemeinsamen Besuch können Eltern und Jugendliche ihre Fragen mitnehmen: Wie verteilen sich Ausbildung, Berufsschule und Praxiseinsätze? Welche Unterstützung gibt es bei Schwierigkeiten? Welche Entwicklungsmöglichkeiten stehen nach dem Abschluss offen?

    70 Jahre Ausbildung erzählen von Erfahrung. Ob ein Beruf zum eigenen Kind passt, zeigt sich beim Fragen, Beobachten und Ausprobieren.

    Informationen zu Lehrberufen, Bewerbung und Schnuppern:
    Lehre bei der Energie Steiermark

    Quellen: Energie Steiermark AG: „70 Jahre Lehrlingsausbildung bei der Energie Steiermark“, APA-OTS, 28. September 2026; Unternehmenswebsite „Lehre“, abgerufen am 30. September 2026. Zahlen und Angaben zur Ausbildung stammen vom Unternehmen.

  • Vom Helfen zum Beruf: Wege in die Pflege für Jugendliche in der Steiermark

    Vom Helfen zum Beruf: Wege in die Pflege für Jugendliche in der Steiermark

    Helfen und für andere dasein liegt vielen Jugendlichen am Herzen. Wie aus ehrenamtlichem Engagement eine berufliche Zukunft in der Pflege werden kann und welche Wege es nach der 8. Schulstufe in der Steiermark gibt.

    Gerade in der Steiermark zeigt sich die Bereitschaft zum Helfen unter jungen Menschen eindrucksvoll in Zahlen: Beim Jugendrotkreuz Steiermark engagierten sich 2025 laut Rotes Kreuz 1.287 Jugendliche. Die Feuerwehrjugend Steiermark zählte im Juli 2026 sogar 6.368 Mitglieder.

    Auch die Ö3-Jugendstudie 2026 unterstreicht, dass Sinn bei der Berufswahl eine zentrale Rolle spielt: 70 Prozent der befragten 16- bis 25-Jährigen möchten in ihrer Arbeit etwas Sinnvolles tun.

    Vom Wunsch zu helfen zum Pflegeberuf?

    Wer beim Jugendrotkreuz oder bei der Feuerwehrjugend mitmacht, erlebt Gemeinschaft und übernimmt Verantwortung. Das kann ein idealer Ausgangspunkt für ein Gespräch zu Hause über die Berufswahl sein: Was gefällt meinem Kind am Helfen? Und interessiert es sich auch für die Arbeit mit Menschen, die im Alltag Pflege brauchen?

    Diese zweite Frage ist entscheidend. Pflege bedeutet Nähe zu Menschen, Fachwissen und Verantwortung – auch an Tagen, an denen die Arbeit schwerfällt. Freude am freiwilligen Engagement allein beantwortet noch nicht, ob der Beruf langfristig passt.

    Fachschule oder Pflegelehre: Wo liegt der Unterschied?

    Weg 1: Die Fachschule mit Pflegeassistenz

    Nach der 8. Schulstufe können Jugendliche in der Steiermark eine dreieinhalbjährige Fachschule mit Pflegeassistenz besuchen. Ein Beispiel ist die Fachschule St. Martin in Graz, die mit der Pflegeschule Graz Süd zusammenarbeitet.

    • Kosten: Die Ausbildung ist kostenfrei.
    • Finanzielle Unterstützung: Je nach Schultyp ist eine Ausbildungsunterstützung von bis zu 958 Euro im Monat möglich (Höhe und Beginn der Auszahlung unterscheiden sich).
    • Perspektive: Nach dem Abschluss ist ein kostenfreies Upgrade zur Pflegefachassistenz möglich.
    • Anmeldung: Erfolgt direkt bei der jeweiligen Fachschule.

    Weg 2: Die Pflegelehre

    Nach Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht gibt es einen weiteren Weg: die Pflegelehre. Die Lehre zur Pflegeassistenz dauert drei Jahre, jene zur Pflegefachassistenz vier Jahre. Gelernt wird im Betrieb und in der Berufsschule; Lehrlinge erhalten ein reguläres Lehrlingseinkommen.

    In der Steiermark startete die KAGes 2024 mit Pflegelehrplätzen am LKH Graz II. Welche Plätze aktuell frei sind, müssen Interessierte direkt beim jeweiligen Lehrbetrieb prüfen. Wichtig zu wissen: Tätigkeiten direkt an Patientinnen und Patienten sind für Lehrlinge erst nach dem 17. Geburtstag erlaubt.

    „Unsere Gesellschaft braucht motivierte Fachkräfte, die Freude am Beruf und vor allem an der Arbeit mit Menschen haben.“

    Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl 

    Ein Blick in die Praxis

    Anlass für diesen Blick auf die Ausbildung ist eine aktuelle Abschlussfeier in Graz: 28 Menschen haben am Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit Süd ihre Ausbildung in der Pflegeassistenz oder Pflegefachassistenz erfolgreich abgeschlossen. Ihre Abschlüsse zeigen anschaulich, wohin eine Pflegeausbildung führen kann.

    Vielleicht muss ein Jugendlicher mit 14 Jahren noch nicht final wissen, ob Pflege sein Beruf fürs Leben wird. Aber er sollte die Möglichkeit haben zu erfahren, wie dieser Beruf wirklich aussieht – und welche unterschiedlichen Wege dorthin führen.

    Quellen & Weiterführende Links

    Land Steiermark – Das Landesportal (Beitrag von Thomas Bauer, 28. September 2026)

    Rotes Kreuz Steiermark – Bilanz 2025 (Veröffentlicht am 12. Juni 2026)

    Landesfeuerwehrverband Steiermark – Feuerwehrjugend (Stand: 4. Juli 2026)

    Ö3/ORF – Jugendstudie 2026 (Veröffentlicht am 17. April 2026)

    Land Steiermark – Fachschule mit Pflegeassistenz

    Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus – FAQ zur Pflegelehre

    Jugendrotkreuz Steiermark

  • WorldSkills 2026: Steirisches Trio ausgezeichnet

    WorldSkills 2026: Steirisches Trio ausgezeichnet

    Vier Silbermedaillen, sechs Bronzemedaillen und 20 „Medallions for Excellence“: So lautet Österreichs Bilanz bei den WorldSkills 2026 in Shanghai. Drei dieser Auszeichnungen gingen in die Steiermark – an Anna Tritscher, Paul Bürki und Julia Kaufmann. Zwei steirische Trainer begleiteten zudem österreichische Teilnehmer zu Silber.

    Drei steirische Talente im Spitzenfeld

    Zwölf junge Fachkräfte aus der Steiermark waren in Shanghai am Start. Drei von ihnen erhielten eine „Medallion for Excellence“: Anna Tritscher, Paul Bürki und Julia Kaufmann. Auch die neun anderen haben Österreich auf der größten Bühne ihres Berufs vertreten.

    Anna Tritscher aus Schladming erreichte im Einzelhandel Platz vier. Die Mitarbeiterin von Sport Tritscher musste in wechselnden Verkaufssituationen beraten, auf Einwände reagieren und auch bei unerwarteten Problemen den Überblick behalten.

    Paul Bürki aus Fürstenfeld belegte im Grafikdesign Platz fünf. Der Schüler der HTBLVA Graz-Ortweinschule entwickelte unter Zeitdruck mehrere Gestaltungskonzepte – von der Idee bis zur druckfähigen Umsetzung.

    Julia Kaufmann aus Hart bei Graz erreichte in der Mode-Technologie Platz 15. Die Schülerin der Modeschule Graz entwarf und fertigte Kleidungsstücke unter den strengen Zeitvorgaben des Wettbewerbs.

    Alle drei erhielten eine „Medallion for Excellence“. Sie wird für Leistungen ab 700 von 800 möglichen Punkten vergeben. Auch zwei steirische Experten waren an Silbererfolgen beteiligt: Andreas Stiegler betreute den oberösterreichischen Fliesenleger Andreas Landl, Christoph Pessl den Vorarlberger Maler Luca Ladler.

    Österreichs Medaillengewinner in Shanghai

    Insgesamt holte Team Austria vier Silber- und sechs Bronzemedaillen. Dazu kamen 20 „Medallions for Excellence“. In der Nationenwertung belegte Österreich damit Platz sieben weltweit und war hinter der Schweiz und Frankreich das drittbeste europäische Team.

    • Silber: Andreas Landl (Fliesenlegen), Marcel Riener (Sanitär- und Heizungstechnik), Luca Ladler (Maler) und Vincent Track (Wassertechnologie).
    • Bronze: Luca Reitböck (Zimmerei), Keanu Frick (Maschinenbautechnik), Julian Gintner und Michael Pomassl gemeinsam im Betonbau, René Bitschnau (Chemielabortechnik), Benedikt Pritz (Schienenfahrzeugtechnik) und Jonas Baltuska (Optoelektronik).

    Die Ergebnisse zeigen auch, wie unterschiedlich die Wege zu beruflichem Können aussehen können: Unter den Ausgezeichneten sind Lehrlinge, Beschäftigte und Schülerinnen und Schüler berufsbildender Schulen. ots.at

    ZUKUNFT MEISTERN gratuliert dem gesamten Team Austria. Wir sind stolz auf alle, die Österreich in Shanghai vertreten haben – und über Anna, Paul und Julia sowie die beiden steirischen Trainer freuen wir uns natürlich ganz besonders.

    Quelle: SkillsAustria/Wirtschaftskammer Österreich: Ergebnisse der WorldSkills 2026, 27. September 2026.

  • Lehre in Österreich: Wen erreichen wir nicht?

    Lehre in Österreich: Wen erreichen wir nicht?

    Eine IHS-Studie zeigt, wie stark das Elternhaus Bildungswege prägt. Doch was ist, wenn Eltern die österreichische Lehre kaum kennen? Erklären wir diese Ausbildung auch jenen Familien, die bisher wenig Berührung damit hatten?

    „Mein Kind soll eine gute Ausbildung machen.“ Diesen Wunsch teilen Eltern – auch jene, die selbst nach Österreich zugewandert sind. Was eine Lehre in Österreich bedeutet, ist trotzdem nicht für alle selbstverständlich: Jugendliche lernen im Betrieb und besuchen die Berufsschule. Wer dieses Ausbildungsmodell nicht kennt, hat Fragen, bevor überhaupt über einen bestimmten Beruf gesprochen werden kann.

    Wie stark prägt das Elternhaus den Bildungsweg?

    Mit 13 Jahren besuchten 65 Prozent der Kinder von Eltern mit Hochschulabschluss eine AHS-Unterstufe. Bei Kindern, deren Eltern höchstens die Pflichtschule abgeschlossen hatten, waren es 11 Prozent. Das zeigt eine Langzeitstudie des Instituts für Höhere Studien (IHS). Untersucht wurde ein Jahrgang, der 2011 dreizehn Jahre alt war. Der Bildungsabschluss der Eltern hing in dieser Studie stärker mit dem Bildungsweg zusammen als der Migrationshintergrund allein. irihs.ihs.ac.at

    Und wenn die Lehre unbekannt ist?

    Wie läuft die Ausbildung ab? Was passiert in der Berufsschule? Welche Wege stehen nach dem Lehrabschluss offen? Das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft nannte mangelnde Kenntnis des österreichischen Lehrsystems bereits 2022 als eine mögliche Hürde. Das betrifft nicht alle zugewanderten Familien. Es ist aber ein Grund, die Lehre verständlich zu erklären und nachzufragen, welche Informationen Eltern tatsächlich fehlen. ibw.at

    Gibt es Hilfe – und kommt sie an?

    Die BerufsInfoZentren des AMS Steiermark beraten zu Ausbildung und Beruf. Bei den „Talent Talks“ können Eltern bei Bedarf in die Beratung an Schulen einbezogen werden. Fragen zu Berufen und Ausbildungen beantwortet der AMS-Berufsinfomat auch in mehreren Sprachen; persönliche Beratung ersetzt er nicht. www.ams.at

    Angebote sind also da. Wissen die Familien davon, die das österreichische Lehrsystem erst kennenlernen müssen? Und wie müssten wir über die Lehre sprechen, damit Eltern gemeinsam mit ihrem Kind entscheiden können? Das möchten wir bei ZUKUNFT MEISTERN von den Eltern selbst erfahren.

    Weiterlesen: Wie Siemens Mobility in Graz Jugendliche unabhängig von ihrer Herkunft fördern will. Dieser Beitrag zeigt die Sicht eines Ausbildungsbetriebs; die Frage nach der Information für Eltern bleibt hier bewusst offen. zukunftmeistern.at

    Quellen

  • Schulwahl mit zehn: zu früh?

    Schulwahl mit zehn: zu früh?

    Mittelschule oder Gymnasium? In Österreich müssen Familien diese Entscheidung treffen, wenn ihr Kind etwa zehn Jahre alt ist. Ab 2027/28 soll ein Schulversuch zur sechsjährigen Volksschule erproben, was sich ändert, wenn dafür zwei Jahre mehr Zeit bleiben. Für Eltern, deren Kind im kommenden Jahr eingeschult wird, könnte das schon bei der Wahl der Volksschule wichtig werden.

    Wie frei ist die Schulwahl mit zehn?

    Die PISA-Ergebnisse 2025 für Österreich geben Anlass zum Nachdenken: In Lesen und Mathematik schnitten die Jugendlichen schlechter ab als 2022. In beiden Fächern erreichten jeweils 28 Prozent das von PISA definierte Mindestniveau nicht. In den Naturwissenschaften ist zudem der Leistungsabstand zwischen sozial begünstigten und benachteiligten Jugendlichen größer als im OECD-Schnitt. www.oecd.org

    Wie unterschiedlich Bildungswege verlaufen, zeigt eine österreichische Langzeitstudie. Von den Kindern mit Eltern, die einen Hochschulabschluss hatten, besuchten mit 13 Jahren 65 Prozent eine AHS-Unterstufe. Bei Kindern, deren Eltern höchstens die Pflichtschule abgeschlossen hatten, waren es 11 Prozent. Untersucht wurde ein Jahrgang, der 2011 dreizehn Jahre alt war. irihs.ihs.ac.at

    Zur Bildungserfahrung der Eltern kommen ihre finanziellen Möglichkeiten. Nachhilfe kann helfen – aber nicht jede Familie kann sie bezahlen. Laut AK-Nachhilfebarometer 2026 geben Österreichs Familien jährlich rund 144 Millionen Euro für bezahlte Nachhilfe aus. Was Kosten und Erwartungen für Familien bedeuten können, haben wir im Beitrag „Nachhilfekosten 2026: Wessen Ziel bezahlen Eltern eigentlich?“ aufgegriffen. Arbeiterkammer Wien

    Kinder gehen also nicht mit denselben Voraussetzungen in die Schulwahl. Sollten sie zwei Jahre mehr Zeit bekommen, bevor diese Entscheidung fällt?

    Was soll die sechsjährige Volksschule ändern?

    An ausgewählten Standorten sollen Kinder bis zur sechsten Schulstufe gemeinsam lernen. Erst danach würden sie zwischen Mittelschule und AHS-Unterstufe wechseln – mit etwa zwölf statt mit zehn Jahren. In der fünften und sechsten Schulstufe gilt bereits der Lehrplan der Sekundarstufe I; Fachlehrpersonen aus Mittelschule oder AHS unterrichten mit.

    Der Versuch beginnt im Schuljahr 2027/28 mit der ersten Klasse. Geplant sind zunächst mindestens fünf Standorte in wenigstens drei Bundesländern. Auch einzelne Klassen können teilnehmen.

    Zwei weitere Jahre könnten Kindern Zeit geben, ihre Stärken zu entwickeln – und Erwachsenen Zeit, genauer hinzusehen. Ob die Schulentscheidungen dadurch tatsächlich gerechter werden, ist offen. Genau das soll der Versuch untersuchen.

    Wichtig für Eltern vor der Einschulung 2027

    Welche Volksschulen teilnehmen, steht derzeit noch nicht fest. Nach dem Zeitplan des Bildungsministeriums sollen die endgültigen Standorte im Oktober 2026 gemeldet werden. Ob die Informationen dann bereits öffentlich verfügbar sind, bleibt abzuwarten.

    Für Familien in Graz ist das besonders wichtig: Die Online-Vormerkung für die Volksschule findet bereits vom 3. bis 13. November 2026 statt. Die persönliche Schuleinschreibung folgt vom 25. bis 28. Jänner 2027. Vor der Vormerkung lohnt sich daher ein Blick auf die Informationen der Stadt Graz und eine Nachfrage bei der gewünschten Schule: Nimmt sie am Schulversuch teil – und wäre die Klasse meines Kindes dabei? Eine Vormerkung für eine Wunschschule garantiert in Graz noch keinen Platz.

    Außerhalb von Graz informieren die jeweiligen Schulen beziehungsweise Gemeinden über ihre Einschreibetermine. Auch dort können Eltern direkt bei der Volksschule oder ihrer Bildungsregion nach dem Schulversuch fragen.

    Würden Sie Ihrem Kind zwei Jahre mehr Zeit geben, sich zu entwickeln, bevor die Entscheidung zwischen Mittelschule und Gymnasium fällt?

    Quellen: Bundesministerium für Bildung, Schulversuch sechsjährige Volksschule und Factsheet, 24. September 2026; Stadt Graz, Schuleinschreibung 2027; OECD, PISA 2025: Österreich, 8. September 2026; Steiner, Haag und Köpping, Educational trajectories in Austria, 2026; Arbeiterkammer, Nachhilfebarometer 2026.

  • Kfz-Staatsmeisterschaft 2026: Der Titel geht in die Steiermark

    Kfz-Staatsmeisterschaft 2026: Der Titel geht in die Steiermark

    36 Talente, zwei Bewerbe und ein steirischer Staatsmeister: Johannes Fuchs von der Kfz Schlenner GmbH holte sich in Graz den Sieg in der Kfz-Technik. Und zeigte ziemlich eindrucksvoll, was junge Fachkräfte draufhaben.

    Können. Konzentration. Klasse.

    Graz wurde zur Bühne für Österreichs beste Nachwuchskräfte in der Fahrzeugtechnik. Im Center of Excellence und in der Berufsschule St. Peter stellten insgesamt 36 junge Talente ihr Wissen, ihr handwerkliches Geschick und ihre Nerven unter Beweis.

    In der Kategorie Kfz-Technik setzte sich Johannes Fuchs von der Kfz Schlenner GmbH durch. Platz zwei und drei gingen an Lukas Stütz und Lukas Hauer aus Oberösterreich.

    Auch in der Karosseriebautechnik wurden starke Leistungen gezeigt: Simeon Seis gewann vor Vicentiu Homorean – beide aus Oberösterreich. Platz drei holte Marvin Fercher aus Tirol.

    Mehr als Schrauben

    Wer heute Kfz-Technik lernt, braucht längst nicht nur handwerkliches Geschick. Sensorik, Fahrzeugdiagnose, Digitalisierung, E-Mobilität und Hochvolttechnik gehören mittlerweile ganz selbstverständlich dazu.

    Genau diesen Wandel haben wir bereits in unserer Ausgabe 2025 im Beitrag „Schrauben, messen, staunen“ aufgegriffen. Die Staatsmeisterschaft zeigte nun, wie viel Wissen, Präzision und Konzentration junge Fachkräfte bereits während ihrer Ausbildung entwickeln.

    Eine Ausbildung mit Zukunft

    „Diese Meisterschaft ist nicht nur eine Ehrung für die Besten der Besten, sondern auch eine Inspiration für andere junge Menschen, die sich für den Beruf des Kfz-Technikers oder Karosseriebauers interessieren. In Zeiten, in denen die Automobilbranche durch neue Technologien wie E-Mobilität und Digitalisierung im Wandel ist, bietet die duale Ausbildung hervorragende Perspektiven.“

    Thomas Marichhofer, Landesinnungsmeister

    Der Titel bleibt in der Steiermark

    Wir sagen: Starke Leistung, Johannes! Und herzliche Gratulation an alle 36 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

    Denn Zukunft wird nicht nur gedacht. Sie wird gemacht. Manchmal mit Diagnosegerät, Drehmoment – und einer ziemlich ruhigen Hand.

    Quelle: WKO Steiermark, Presseinformation zu den Staatsmeisterschaften der Fahrzeugtechnik und Karosseriebautechnik 2026

  • Jetzt heißt es Daumen halten für zwölf steirische Talente!

    Jetzt heißt es Daumen halten für zwölf steirische Talente!

    WorldSkills 2026

    Shanghai ruft – und die Steiermark schickt gleich zwölf ihrer besten jungen Fachkräfte los: Von 22. bis 27. September treten sie bei den WorldSkills 2026 gegen die internationale Berufselite an. Ob Bäckerhandwerk, Mode, Logistik, Mechatronik oder Robotik – das steirische Team zeigt, wie vielfältig berufliches Können ist.

    Es wird ernst in Shanghai: Rund 1.400 junge Fachkräfte aus 70 Nationen treten bei den WorldSkills 2026 in 64 Wettbewerbsberufen gegeneinander an. Sie alle wollen zeigen, was sie können – und natürlich eine der begehrten Medaillen mit nach Hause nehmen.

    Österreich ist mit 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vertreten. Zwölf davon kommen aus der Steiermark. Damit stellen wir das größte Bundesländer-Team des Landes.

    48 Talente, 42 Berufe, ein Ziel

    Wie viel Energie in Team Austria steckt, zeigt der offizielle Teaser von SkillsAustria. 48 junge Fachkräfte reisen gemeinsam nach Shanghai – darunter zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Steiermark.

    WorldSkills 2026 – Team Austria – Teaser

    Video: SkillsAustria

    Vom Backofen bis zum Roboter

    Die Bandbreite könnte kaum größer sein: Jennifer Lueger tritt als erste steirische Bäckerin bei einem internationalen Großbewerb an. Julia Kaufmann könnte in Fashion Technology eine mehr als vier Jahrzehnte dauernde österreichische Goldpause beenden. Und Jonas Leitner hat im Stuckateur- und Trockenbau sogar die Chance auf einen österreichischen Premieren-Weltmeistertitel.

    Besonders stark ist die Steiermark auch in jenen Berufen vertreten, in denen Technologie und Teamarbeit gefragt sind: Konstantin Hauser und Marwin Kremser starten in Autonomous Mobile Robotics, Kristijan Hrdzic und Gabriel Aldrian in Robot Systems Integration. David Seidl und Paul Wohlesser stellen sich gemeinsam dem Mechatronik-Bewerb.

    „WorldSkills zeigt sehr gut, welche Begeisterung berufliche Bildung auslöst.“

    Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark und von SkillsAustria

    Das ist das steirische Team

    • Paul Bürki, Ortweinschule – Grafik Design
    • Kristijan Hrdzic, Magna – Robot Systems Integration
    • Gabriel Aldrian, Magna – Robot Systems Integration
    • Anna Tritscher, Sport Tritscher – Retail Sales
    • Jonas Leitner, Strabag – Stuckateur- und Trockenbau
    • Jennifer Lueger, Arbesleitner – Bäckerin
    • Marwin Kremser, KNAPP – Autonomous Mobile Robotics
    • Konstantin Hauser, KNAPP – Autonomous Mobile Robotics
    • Julia Kaufmann, Modeschule Graz – Fashion Technology
    • Paul Wohlesser, Flex Althofen – Mechatronik
    • David Seidl, Flex Althofen – Mechatronik
    • Paul Zadravec, Kühne+Nagel – Speditionslogistik

    Trainieren, tüfteln, durchhalten

    Wer es zu den WorldSkills schafft, hat schon vor dem eigentlichen Wettbewerb eine beachtliche Leistung erbracht. Hinter den zwölf steirischen Starts stehen Hunderte Trainingsstunden, viel Disziplin und noch mehr Durchhaltevermögen.

    Für den letzten Feinschliff ging es teilweise weit über die Landesgrenzen hinaus: David Seidl und Paul Wohlesser trainierten in Japan, Marwin Kremser und Konstantin Hauser in Kasachstan. Paul Bürki bereitete sich in Kanada vor und Anna Tritscher sammelte sogar direkt in Shanghai wertvolle Erfahrungen.

    Nun gilt es, unter Zeitdruck konzentriert zu bleiben, Lösungen zu finden und im entscheidenden Moment das Beste abzurufen.

    Eine Bühne für berufliches Können

    Für Jugendliche, die gerade überlegen, wohin ihr Weg nach der Schule führen soll, sind die WorldSkills auch ein Blick in die Zukunft der Berufe. Sie zeigen, dass sich traditionelles Handwerk und neue Technologien längst nicht mehr ausschließen.

    In der Bäckerei sind Präzision und Kreativität gefragt, in der Mode technisches Können und gestalterisches Gespür. In der Robotik, Mechatronik oder Systemintegration geht es darum, komplexe Abläufe zu verstehen, Fehler rasch zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

    So unterschiedlich die zwölf Ausbildungswege auch sind, eines verbindet sie: Junge Menschen haben ihre Stärken gefunden und über lange Zeit an ihnen gearbeitet.

    Shanghai, wir sind bereit!

    Zwölf junge Steirerinnen und Steirer, zwölf ganz unterschiedliche Berufe und ein gemeinsames Ziel: bei der Berufs-WM ihr Bestes zu geben.

    ZUKUNFT MEISTERN wünscht dem gesamten Team viel Erfolg in Shanghai. Jetzt heißt es: kräftig Daumen halten für unsere steirischen Medaillenhoffnungen!


    Bildnachweis:
    Foto Fischer

    Quellen:
    WKO Steiermark: „Zwölf Steirer jagen in China ihren Medaillen-Traum“, aktualisiert am 17. September 2026
    SkillsAustria: WorldSkills 2026 Shanghai

  • Abgetaucht. Aber nicht verloren..

    Abgetaucht. Aber nicht verloren..

    10 Jahre Ausbildung bis 18

    Was passiert, wenn Jugendliche nach der Pflichtschule plötzlich in keiner Schule, Lehre oder anderen Ausbildung mehr auftauchen? Genau dann setzt „Ausbildung bis 18“ an. Seit zehn Jahren sorgt die Initiative dafür, dass junge Menschen nicht unbemerkt aus dem Bildungs- und Ausbildungssystem verschwinden. ZUKUNFT MEISTERN begleitet die Arbeit der KOST Steiermark seit der ersten Ausgabe 2021 – und zeigt, warum diese Unterstützung für Jugendliche und ihre Eltern so wichtig ist.

    Die Pflichtschule ist vorbei. Doch wie geht es weiter?

    Für manche Jugendliche ist die Antwort klar. Andere beginnen eine weiterführende Schule oder Lehre und merken erst später, dass der gewählte Weg doch nicht passt. Manchmal wird eine Ausbildung abgebrochen, ohne dass bereits ein neuer Plan vorhanden ist.

    Und manchmal tauchen junge Menschen einfach ab.

    Nicht unbedingt, weil ihnen ihre Zukunft gleichgültig ist. Sondern weil sie überfordert sind, keine passende Möglichkeit sehen oder nicht wissen, an wen sie sich wenden können.

    Elke Lambauer, Geschäftsführerin der Koordinierungsstelle Steiermark AusBildung bis 18 / Ausbildung-Beruf, kennt diese Unsicherheit:

    „Das Ende der Pflichtschulzeit wirkt für viele erst einmal wie eine Befreiung: Alles scheint möglich. Gleichzeitig kann eine große Unentschlossenheit entstehen.“

    Quelle: ZUKUNFT MEISTERN, Ausgabe 2026.

    Seit der ersten Ausgabe an der Seite der KOST

    ZUKUNFT MEISTERN begleitet die Arbeit der KOST Steiermark seit der ersten Ausgabe im Jahr 2021 – und damit bereits in sechs Ausgaben.

    Unser erstes Interview trug den Titel „Diese KOST macht Gusto auf die richtige Ausbildung“. Schon damals brachte Elke Lambauer auf den Punkt, was bis heute den Kern der Arbeit ausmacht:

    „Wir lassen nicht locker – bis junge Menschen in dem Ausbildungs- oder Unterstützungsangebot gelandet sind, das für sie passt oder das sie jetzt brauchen.“

    Quelle: ZUKUNFT MEISTERN, Ausgabe 2021.

    Fünf Jahre später ist die Botschaft dieselbe, auch wenn sich die Herausforderungen verändert haben. Jugendliche stehen vor einer größer gewordenen Auswahl, erleben neue Unsicherheiten und brauchen mitunter länger, um ihren Platz zu finden.

    „Wir geben Orientierung, wenn ein Plan fehlt.“

    Elke Lambauer, Geschäftsführerin der KOST Steiermark

    Quelle: ZUKUNFT MEISTERN, Ausgabe 2026.

    Zwei Aussagen aus zwei Ausgaben – und ein gemeinsamer Auftrag: Junge Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren, wenn ihr Weg nach der Pflichtschule ins Stocken gerät.

    Was bedeutet „Ausbildung bis 18“?

    In Österreich gilt nach der neunjährigen Schulpflicht die Ausbildungspflicht bis zum 18. Geburtstag. Jugendliche müssen in dieser Zeit grundsätzlich eine weiterführende Schule, eine Lehre oder eine andere anerkannte Ausbildung besuchen.

    Die Ausbildungspflicht kann beispielsweise erfüllt werden durch:

    • eine weiterführende Schule,
    • eine Lehre oder überbetriebliche Ausbildung,
    • das Nachholen des Pflichtschulabschlusses,
    • eine Ausbildung in einem Gesundheits- oder Sozialberuf,
    • einen anerkannten Vorbereitungskurs oder
    • ein passendes Unterstützungsangebot.

    Eine reine Hilfsarbeit ohne Ausbildung reicht grundsätzlich nicht aus, sofern sie nicht Teil eines vereinbarten Perspektiven- oder Betreuungsplans ist.

    Was passiert, wenn Jugendliche aus dem System verschwinden?

    Wenn ein Jugendlicher eine Schule oder Ausbildung verlässt und innerhalb von drei Monaten weder eine neue Schule, Lehrstelle oder Ausbildungsmaßnahme noch eine Betreuung durch AMS oder Sozialministeriumservice aufscheint, wird ein gesetzlich geregelter Prozess in Gang gesetzt.

    Das Sozialministeriumservice informiert die zuständige Koordinierungsstelle. Diese versucht, Kontakt mit dem Jugendlichen und seinen Erziehungsberechtigten aufzunehmen.

    Dabei geht es zunächst nicht um Strafe. Es geht darum, herauszufinden, was passiert ist:

    Warum wurde die Schule oder Lehre beendet?
    Welche Schwierigkeiten stehen einem Neustart im Weg?
    Und welche Ausbildung oder Unterstützung könnte jetzt passen?

    Die KOST klärt die Situation, informiert über mögliche Angebote und vermittelt bei Bedarf an das Jugendcoaching oder das AMS. Dort werden die Fähigkeiten, Interessen und persönlichen Voraussetzungen des Jugendlichen genauer betrachtet. Auch Praktika können organisiert werden, damit junge Menschen ausprobieren können, welcher Weg zu ihnen passt.

    Mehr als 36.000 Jugendliche begleitet

    Seit der Einführung von „Ausbildung bis 18“ wurden österreichweit mehr als 36.000 Jugendliche begleitet. Die regionalen Koordinierungsstellen bearbeiteten mehr als 41.000 Kontaktaufnahmen.

    Über 86 Prozent der Begleitungen konnten positiv abgeschlossen werden: Die Jugendlichen erfüllten danach wieder ihre Ausbildungspflicht.

    Allein 2025 wurden rund 6.000 junge Menschen begleitet. Zum Vergleich: 2018 waren es etwa 2.000.

    Auch das Jugendcoaching zeigt Wirkung. 93 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, durch die Begleitung ihre persönlichen Stärken besser erkannt zu haben.

    Quelle: Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, 18. September 2026.

    Mehr als 500 Jugendliche in der Steiermark zurückgeholt

    Wie wichtig dieses Auffangnetz ist, zeigt auch die Arbeit der KOST Steiermark. MMag. Sonja Schmöckel aus dem Sozialministerium erklärte bei der Eröffnung des neuen KOST-Standorts:

    „Über 500 junge Menschen, die aus Schule oder Ausbildung ausgestiegen waren, wurden durch die KOST Steiermark dabei unterstützt, wieder zurückzufinden – und ihre Ausbildung doch noch abzuschließen.“

    Quelle: ZUKUNFT MEISTERN, 2025.

    Hinter jeder dieser Zahlen steht ein junger Mensch, dessen Weg nicht wie geplant verlaufen ist – der aber trotzdem weitergehen konnte.

    Ein Abbruch muss kein Endpunkt sein. Und ein Umweg ist noch keine verlorene Zukunft.

    Warum Eltern so wichtig sind

    Wenn Jugendliche ihre Schule oder Lehre abbrechen möchten, erfahren Eltern oft erst spät davon. Manchmal beginnt der Rückzug leise: Fehltage häufen sich, Gespräche werden abgeblockt oder der Weg zur Schule beziehungsweise Lehrstelle wird zum täglichen Konflikt.

    Welche Rolle Eltern in dieser Phase spielen?

    „Eine sehr große.“

    Elke Lambauer, Geschäftsführerin der KOST Steiermark

    Quelle: ZUKUNFT MEISTERN, Ausgabe 2026.

    Eltern müssen nicht sofort die perfekte Lösung kennen. Aber sie können zuhören, nachfragen und aufmerksam bleiben. Sie können vermitteln, dass Schwierigkeiten zum Leben gehören und bewältigt werden können.

    Dabei sollten sie ihrem Kind nicht einfach einen Weg vorgeben. Jugendliche brauchen Raum, um eine eigene Perspektive zu entwickeln. Sie brauchen aber auch die Sicherheit, dass jemand da ist, wenn es gerade nicht weitergeht.

    Unterstützung kann deshalb schon sinnvoll sein, bevor die Schule oder Lehre tatsächlich abgebrochen wird.

    Ab wann müssen Eltern handeln?

    Spätestens wenn ein Jugendlicher nach Ende der allgemeinen Schulpflicht länger als drei Monate keine Schule, Lehre oder andere anerkannte Ausbildung besucht, müssen die Erziehungsberechtigten die Koordinierungsstelle informieren.

    Eltern können sich jedoch schon früher an die KOST wenden – etwa wenn:

    • ein Schul- oder Lehrabbruch bevorsteht,
    • der Jugendliche keine passende Ausbildung findet,
    • psychische oder gesundheitliche Belastungen eine Ausbildung erschweren,
    • nach einem Abbruch noch kein nächster Schritt feststeht oder
    • unklar ist, welches Unterstützungsangebot helfen könnte.

    Die Beratung ist kostenlos.

    Verwaltungsstrafen gegen Erziehungsberechtigte sind erst das letzte Mittel, wenn die Zusammenarbeit zur Erfüllung der Ausbildungspflicht verweigert wird. Jugendliche selbst werden nicht bestraft.

    Viele brauchen länger, um anzukommen

    Der Wechsel von der Schule in die Arbeitswelt ist groß. Neue Strukturen, neue Menschen, neue Regeln – und plötzlich hat das eigene Handeln direkte Auswirkungen auf ein ganzes Team.

    Nicht alle Jugendlichen sind darauf sofort vorbereitet.

    „Viele brauchen länger, um anzukommen.“

    Elke Lambauer, Geschäftsführerin der KOST Steiermark

    Quelle: ZUKUNFT MEISTERN, Ausgabe 2026.

    Das ist kein Zeichen fehlender Fähigkeiten. Manchmal braucht es einfach mehr Zeit, klare Orientierung und Menschen, die jungen Menschen etwas zutrauen.

    Auch Betriebe tragen Verantwortung. Ein gutes Onboarding, klare Erwartungen und persönliche Begleitung können verhindern, dass aus ersten Unsicherheiten ein Abbruch wird.

    „Oft sind es kleine Gesten, die schon einen großen Unterschied machen – es ist wichtig, mit den jungen Menschen in Beziehung zu gehen.“

    Elke Lambauer, Geschäftsführerin der KOST Steiermark

    Quelle: ZUKUNFT MEISTERN, Ausgabe 2026.

    Genau hier setzt die KOST an.

    Damit aus einem Abtauchen kein Verschwinden wird.
    Und aus einem fehlenden Plan wieder eine Perspektive entstehen kann.

    KOST Steiermark: kostenlose Unterstützung

    Die Koordinierungsstelle Steiermark AusBildung bis 18 / Ausbildung-Beruf ist steiermarkweit tätig.

    KOST Steiermark
    Grieskai 10/1/5
    8020 Graz

    Telefon: +43 664 18 47 555
    E-Mail: office@kost-steiermark.at

    Kostenlose Serviceline Ausbildung bis 18:
    0800 700 118

    Montag bis Donnerstag: 9 bis 16 Uhr
    Freitag: 9 bis 12 Uhr

    Mehr über Elke Lambauer und die Rolle der Eltern lesen Sie im ZUKUNFT-MEISTERN-Beitrag „Was kommt nach der Pflichtschule? Orientierung für Eltern und Jugendliche“.

    Weitere Informationen bieten die KOST Steiermark und die Plattform Ausbildung bis 18.

    Ausbildung bis 18 – kurz erklärt

    Für wen gilt die Ausbildungspflicht?
    Für Jugendliche nach Erfüllung der neunjährigen Schulpflicht grundsätzlich bis zu ihrem 18. Geburtstag.

    Wann wird die KOST aktiv?
    Wenn Jugendliche keine Schule, Lehre oder andere anerkannte Ausbildung besuchen oder Unterstützung bei einem drohenden Abbruch benötigen.

    Können sich Eltern selbst an die KOST wenden?
    Ja. Eltern und Jugendliche können die kostenlose Beratung auch schon vor einem Schul- oder Lehrabbruch nutzen.

    Wer hilft bei der Suche nach einem neuen Weg?
    Die KOST klärt die Situation und vermittelt bei Bedarf an das Jugendcoaching, das AMS oder ein anderes passendes Unterstützungsangebot.

  • Steirischer Doppelsieg in der Straßenerhaltung

    Steirischer Doppelsieg in der Straßenerhaltung

    Die Lehre zur Straßenerhaltungsfachkraft haben Jugendliche und Eltern vermutlich nicht als Erstes im Blick. Dabei lohnt es sich, genauer hinzusehen: Julian Josef Grein aus Feldbach gewann den Bundeslehrlingswettbewerb, Platz zwei ging ebenfalls in die Steiermark.

    Wer denkt bei der Berufswahl schon an Straßenerhaltung? Dabei steckt hinter sicheren Straßen ein anspruchsvoller Lehrberuf, der Fachwissen, handwerkliches Geschick und Genauigkeit verlangt.

    Wie gut die steirischen Nachwuchsfachkräfte ausgebildet sind, zeigte sich beim Bundeslehrlingswettbewerb in der Straßenmeisterei Graz-Nord: Julian Josef Grein von der Straßenmeisterei Feldbach holte gemeinsam mit seinem Helfer Valentin Dresler den Staatsmeistertitel. Den zweiten Platz erreichte Florian Plösch aus Deutschlandsberg mit seinem Helfer Marvin Patzak aus Bruck.

    Theorie, Präzision und Teamarbeit

    Die Lehrlinge im dritten Ausbildungsjahr mussten zunächst ihr theoretisches Wissen beweisen. Im praktischen Einzelbewerb setzten sie ein komplexes Straßenraumgestaltungsprojekt um. Beim Teambewerb galt es, unter Zeitdruck eine Baustelle einzurichten und abzusichern. Hier belegte die Steiermark hinter Oberösterreich den zweiten Platz.

    „Wir wollen die besten Lehrlinge als Facharbeiter aus- und weiterbilden, weil wir sie brauchen.“

    Claudia Holzer, Verkehrslandesrätin

    Der Doppelerfolg macht einen Lehrberuf sichtbar, den viele Jugendliche und Eltern bei der Berufsorientierung vermutlich nicht sofort auf dem Schirm haben. Dabei zeigt der Wettbewerb: Straßenerhaltung braucht junge Menschen, die praktisch arbeiten wollen, technisch interessiert sind und Verantwortung übernehmen können.

    Quelle: Kommunikation Land Steiermark, 17. September 2026
    Fotos: Land Steiermark/Jesse Streibl