Autor: karin

  • „Das ist unfair!“ – und was, wenn genau hier das Problem beginnt?

    „Das ist unfair!“ – und was, wenn genau hier das Problem beginnt?

    Warum weniger Jammern und mehr Lösungsdenken Kindern – und uns Erwachsenen – guttun könnten. Die Einladung zu einem drei Monate langen Familien-Selbstexperiment.

    Was wäre eigentlich, wenn wir drei Monate lang bewusst anders reagieren würden?

    Nicht härter. Nicht kälter. Nicht nach dem Motto: „Stell dich nicht so an.“ Sondern einfach anders. Weniger jammern. Weniger im Problem stehen bleiben. Weniger Schuldige suchen. Und stattdessen öfter fragen:
    „Okay – und was machen wir jetzt daraus?“

    Vielleicht nicht nur bei unseren Kindern. Sondern auch bei uns selbst.

    Denn wenn wir ehrlich sind, haben wir Erwachsenen uns das Jammern längst genauso angewöhnt. Über das Wetter. Über Stress. Über andere Menschen. Über die Arbeit. Über die Politik. Über Zeitmangel. Und unsere Kinder wachsen mitten in dieser Stimmung auf.

    Ich nehme mich da übrigens gar nicht aus. Auch ich jammere manchmal. Natürlich tue ich das. Aber ich merke gleichzeitig, dass ich Probleme meist nicht lange anschauen kann, ohne sofort nach einer Lösung zu suchen. Vielleicht manchmal sogar ein bisschen zu optimistisch, zu blauäugig. Aber genau diese Haltung hat mir oft geholfen, nicht im Frust stecken zu bleiben.

    Und vielleicht liegt genau darin eine wichtige Frage für Familien:
    Was passiert mit Kindern, wenn sie erleben, dass Probleme zwar ausgesprochen werden dürfen – man aber nicht dauerhaft darin wohnen bleibt?

    Kinder lernen nicht aus Vorträgen – sondern durch Beobachtung

    Wenn wir ehrlich sind, hat sich das Beschweren tief in unseren Alltag eingebrannt. Das Wetter ist schlecht. Die Schule unfair. Die Arbeit anstrengend. Die Preise zu hoch. Irgendetwas passt immer gerade nicht.

    Natürlich sollen Kinder Gefühle zeigen dürfen. Natürlich brauchen sie Verständnis, Trost und Mitgefühl. Es geht nicht darum, Probleme kleinzureden oder Kindern Härte beizubringen. Aber vielleicht passiert etwas, das viele Erwachsene gar nicht bemerken:
    Wir bleiben gemeinsam oft zu lange im Frust hängen.

    Wir bestätigen Gefühle, analysieren Situationen und regen uns manchmal sogar gemeinsam mit unseren Kindern auf. Aber wir fragen immer seltener:
    „Was könntest du jetzt tun?“

    Genau hier wird es spannend.

    Der amerikanische Psychologe Julian B. Rotter beschäftigte sich bereits in den 1960er-Jahren mit der Frage, warum manche Menschen Herausforderungen aktiver angehen als andere. Seine Theorie des „Locus of Control“ beschreibt vereinfacht gesagt zwei unterschiedliche Haltungen:
    Die einen erleben sich als handlungsfähig und glauben, selbst etwas verändern zu können. Die anderen fühlen sich Problemen und äußeren Umständen stärker ausgeliefert.

    Und genau dieses Denken entsteht oft nicht erst im Erwachsenenalter. Sondern mitten im Alltag. Bei kleinen Konflikten, bei Frust, bei schlechten Noten, bei Enttäuschungen oder auch bei scheinbar banalen Dingen wie schlechtem Wetter.

    Vielleicht helfen wir manchmal zu schnell

    Der deutsche Psychologe und Generationenforscher Rüdiger Maas beschreibt diese Entwicklung in seinem Buch Generation lebensunfähig bewusst provokant. Seine Sorge: Kinder wachsen heute oft extrem behütet auf und lernen dadurch immer seltener, Probleme selbst zu lösen.

    Nicht weil Eltern etwas falsch machen wollen. Sondern weil sie helfen wollen.

    Wir organisieren, greifen ein, glätten Konflikte und springen oft sofort auf, wenn etwas schwierig wird. Und vielleicht nehmen wir Kindern genau dadurch eine wichtige Erfahrung:
    „Ich kann selbst etwas tun.“

    Dabei entsteht Resilienz wahrscheinlich nicht dort, wo immer alles glattläuft. Sondern dort, wo Menschen erleben:
    „Es war schwierig. Aber ich konnte etwas verändern.“

    Die Idee hinter dem Familien-Experiment

    Vielleicht wäre genau das ein spannendes Experiment. Nicht nur für Kinder, sondern für die ganze Familie.

    Drei Monate lang bewusster darauf achten, wie wir auf Probleme reagieren. Weniger jammern. Weniger Schuldige suchen. Weniger im Ärger stehen bleiben.

    Und stattdessen öfter fragen:
    Was hilft jetzt?
    Was können wir verändern?
    Wie gehen wir damit um?

    Nicht künstlich positiv. Nicht emotionslos. Sondern lösungsorientiert.

    Natürlich gibt es echte Krisen. Echte Sorgen. Echte Ungerechtigkeit. Und gerade junge Menschen kämpfen heute oft mit Dingen, die man nicht kleinreden darf: Mobbing, sozialer Druck, Ängste, Einsamkeit oder das Gefühl, ständig mithalten zu müssen. Unsere Jugend hat es in vielen Bereichen alles andere als leicht.

    Es geht deshalb nicht darum, Probleme wegzulächeln oder Kindern einzureden, jedes Problem sei einfach lösbar. Manche Situationen brauchen Hilfe, Unterstützung und Erwachsene, die genau hinschauen und handeln.

    Aber vielleicht wäre es trotzdem hilfreich, wenn Familien beginnen würden, anders auf viele Alltagsschwierigkeiten zu reagieren. Nicht jedes Problem verschwindet dadurch. Aber vielleicht verändert sich das Gefühl, ihm hilflos ausgeliefert zu sein.

    Drei Monate lang bewusster reagieren: weniger jammern, mehr Lösungen suchen – und gemeinsam herausfinden, was das mit Familien macht.

    Denn vielleicht macht es einen Unterschied, ob Kinder erleben:
    „Alles ist schrecklich und man kann nichts tun.“
    Oder:
    „Ja, das ist schwierig. Aber wir überlegen gemeinsam, wie wir damit umgehen.“


    INFO-BOX: Was bedeutet „Locus of Control“?

    Der Begriff stammt vom amerikanischen Psychologen Julian B. Rotter.

    Er beschreibt damit die Frage, ob Menschen eher glauben,

    • ihr Leben selbst beeinflussen zu können
      oder
    • äußeren Umständen ausgeliefert zu sein.

    Psychologen sehen darin bis heute einen wichtigen Faktor für Motivation, Resilienz und den Umgang mit Krisen.


    Weiterlesen & Hintergründe

  • WorldSkills 2026: Die steirische Jugend zeigt in Shanghai ihr Können

    WorldSkills 2026: Die steirische Jugend zeigt in Shanghai ihr Können

    Wenn im September 2026 bei den WorldSkills in Shanghai die besten Nachwuchsfachkräfte der Welt aufeinandertreffen, ist die Steiermark mittendrin. Das österreichische Skills-Team Austria wächst auf insgesamt 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Steiermark stellt dabei mit zwölf jungen Fachkräften das größte Kontingent aller Bundesländer.“

    Ob Robotik, Grafikdesign, Mode Technologie oder Einzelhandel: Die steirischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigen, wie modern, international und leistungsstark die duale Ausbildung heute ist.

    Von 22. bis 27. September 2026 kämpfen rund 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt in 64 Berufsbewerben um Medaillen und Weltmeistertitel. Die WorldSkills gelten damit als größte Berufsweltmeisterschaft der Welt.

    Und die Vorbereitung darauf erinnert längst mehr an Spitzensport als an klassischen Unterricht.


    Internationale Trainings als Vorbereitung auf die Weltspitze

    Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer trainieren seit Monaten intensiv für den internationalen Wettbewerb. Vergleichswettkämpfe und Trainingscamps rund um den Globus sollen helfen, sich an das hohe Niveau der WorldSkills heranzutasten.

    Gerade die steirischen Jugendlichen sammeln dabei bereits internationale Erfahrung.

    Die steirische Einzelhandelskauffrau Anna Tritscher absolvierte vor wenigen Wochen ein internationales Vorbereitungstraining direkt in Shanghai und konnte dort erste Wettkampferfahrung sammeln.

    Im Team-Bewerb Robot Systems Integration bereiten sich Kristijan Hrdžić und Gabriel Aldrian bei internationalen Trainings in Ungarn auf die Weltmeisterschaft vor.

    Grafikdesigner Paul Andreas Bürki reist im Mai nach Kanada, um dort Erfahrungen mit internationalen Teilnehmern zu sammeln und sich auf höchstem Niveau weiterzuentwickeln.

    Auch Julia Kaufmann trainiert international: Im Bereich Mode Technologie absolviert sie Vorbereitungseinheiten in Australien.

    Das Duo Konstantin Hauser und Marwin Kremser wiederum tritt im Bewerb Autonomous Mobile Robotics bei einem Wettbewerb in Kasachstan an.

    Die Vorbereitung zeigt deutlich: Moderne Lehrberufe sind längst international geworden.


    Warum die duale Ausbildung international gefragt ist

    Dass Österreich und speziell die Steiermark bei internationalen Berufsmeisterschaften regelmäßig stark vertreten sind, kommt nicht von ungefähr. Die duale Ausbildung gilt weltweit als Erfolgsmodell.

    Die Kombination aus praktischer Ausbildung im Betrieb und Theorie in der Berufsschule sorgt dafür, dass Jugendliche früh Verantwortung übernehmen und gleichzeitig hochspezialisierte Fähigkeiten entwickeln.

    SkillsAustria-Präsident Josef Herk betont:

    „Unsere jungen Fachkräfte stehen für Leistungsbereitschaft, Präzision und berufliche Leidenschaft. Sie zeigen eindrucksvoll, welches Potenzial in der österreichischen Berufsbildung steckt.“

    Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels gewinnen solche Leistungen zusätzlich an Bedeutung. Die WorldSkills zeigen, welches Potenzial in jungen Fachkräften steckt – und wie wichtig moderne Lehrberufe für den Wirtschaftsstandort geworden sind.


    Lehrberufe arbeiten längst an den Technologien von morgen

    Wer an klassische Lehrberufe denkt, hat oft noch alte Bilder im Kopf. Die Realität sieht längst anders aus.

    Viele Bewerbe der WorldSkills drehen sich heute um Digitalisierung, Automatisierung, Robotik oder moderne Produktionstechnologien. Die Jugendlichen arbeiten dabei oft näher an den Technologien der Zukunft, als viele vermuten.

    Gerade die Steiermark profitiert von innovativen Ausbildungsbetrieben, starken Industriebetrieben und engagierten Berufsschulen. Sie schaffen gemeinsam die Grundlage dafür, dass junge Fachkräfte auch international konkurrenzfähig werden.

    Die WorldSkills machen sichtbar, wie modern und vielfältig die Lehre heute tatsächlich ist.


    Shanghai wird zur Bühne für die nächste Generation

    Von 22. bis 27. September 2026 wird Shanghai zum Zentrum der internationalen Berufswelt. Rund 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt treten dort in 64 Berufen gegeneinander an.

    Für die steirischen Jugendlichen bedeutet die Teilnahme nicht nur die Chance auf Medaillen, sondern auch eine Erfahrung fürs Leben.

    Sie vertreten dabei nicht nur Österreich, sondern zeigen auch international, welche Qualität die Ausbildung in der Steiermark heute erreicht.

    Und vielleicht beweisen genau diese jungen Fachkräfte am deutlichsten, worauf es in Zukunft ankommt: Können, Einsatzbereitschaft, Präzision und die Bereitschaft, ständig weiterzulernen.


    INFO-BOX: WorldSkills 2026

    Ort: Shanghai, China
    Datum: 22. bis 27. September 2026
    Teilnehmer:innen: rund 1.400 junge Fachkräfte aus aller Welt
    Bewerbe: 64 Berufe
    Österreichisches Team: 48 Starter:innen

    Weitere Informationen

    Weitere Informationen zu den WorldSkills 2026 in Shanghai, den Wettbewerbsberufen sowie den Delegations- und Besucherreisen finden Sie unter:

    SkillsAustria – WorldSkills 2026 Shanghai

    Oder Sie schauen wieder bei ZUKUNFT MEISTERN vorbei – wir halten Sie über die steirischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Laufenden.



  • Graz wird zur Arena des Bundeslehrlingswettbewerbs der Tischler

    Graz wird zur Arena des Bundeslehrlingswettbewerbs der Tischler

    Am 20. Juni 2026 verwandelt sich die Grazer Messehalle A in eine Arena der Präzision. 45 der besten Tischler- und Holzgestalter-Lehrlinge Österreichs treten zum großen Bundeslehrlingswettbewerb an. Sie vertreten die Spitze von insgesamt rund 2.000 Talenten, die sich aktuell bundesweit in Ausbildung befinden. Das Besondere: Der Wettbewerb vereint alle Leistungsstufen – vom ersten bis zum vierten Lehrjahr messen sich die Besten ihrer jeweiligen Kategorie, um in Graz ihr handwerkliches Können zu beweisen.

    Für die steirischen Teilnehmer ist der Druck in diesem Jahr besonders hoch. Nach den Gesamtsiegen der letzten beiden Jahre geht das „Tischlerland Steiermark“ als klarer Favorit ins Rennen. Unsere Talente sind die Gejagten – und sie sind bereit, ihren Titel vor heimischem Publikum über alle Lehrjahre hinweg zu verteidigen.

    Das Handwerk der Emotionen: Warum Tischler unvergleichliche Wertschätzung erleben

    Haben Sie sich schon einmal gefragt, was den Tischlerberuf jenseits von Spänen und Skizzen so besonders macht? Neben der beeindruckenden Präzision und Kreativität ist es vor allem eines: die unmittelbare Emotion.

    Gemeinsam für den Nachwuchs: (v.l.n.r.) Wolfgang Hasenburger, Christian Zach, Gerhard Spitzbart und Ludwig Weichinger-Hieden freuen sich auf das Event in Graz.

    „Das Steirerland ist ein Tischlerland. Rund 1700 Betriebe sind eine nachhaltige regionale Wirtschaftsmacht, deren Mitarbeiter europaweit in der Champions League spielen. Das Erfolgsmodell Lehre bildet den Grundstein dafür.“ — Christian Zach, Landesinnungsmeister der Tischler

    Wer hinter die Kulissen der Branche blickt, erkennt eine Form der Wertschätzung, die in unserer Arbeitswelt selten geworden ist. Ob beim Aufbau eines maßgefertigten Einzelstücks oder der kompletten Einrichtung eines Objekts – das Ergebnis ist kein bloßer Gegenstand, sondern die Gestaltung eines persönlichen Lebensraums.

    „Es ist dieses besondere Feedback, die unmittelbare Begeisterung der Menschen, wenn ein neuer Raum entsteht. Das hat man in nicht vielen Berufen.“

    Beim Einrichten geht es um Design, um Ästhetik und damit immer um das Gefühl, „zuhause“ zu sein. Tischler erschaffen mit Holz mehr als nur Funktionalität; sie gestalten Emotionen und erleben den direkten Dank ihrer Kunden oft in dem Moment, in dem das Werkstück den Raum zum ersten Mal prägt.

    Spitzenleistung auf 6.600 Quadratmetern

    Auf einer Wettbewerbsfläche von insgesamt 6.600 m² zeigen die 45 Finalistinnen und Finalisten, was modernes Handwerk leisten kann. Unter den Augen einer Fachjury und unter enormem Zeitdruck wird um Millimeter gekämpft. Bewertet werden:

    • Maßgenauigkeit & Präzision
    • Oberflächenqualität
    • Funktionale Lösungen
    • Gestalterisches Können

    Es ist ein Event der Sonderklasse, das die Attraktivität der dualen Ausbildung sichtbar macht und zeigt, welches Niveau das Handwerk heute bereits in den ersten Lehrjahren erreicht.

    Bundeslehrlingswart Ludwig Weichinger-Hieden, Bundesinnungsmeister Gerhard Spitzbart, Landesinnungsmeister Christian Zach und Landeslehrlingswart Wolfgang Hasenburger präsentierten die Details zum Großereignis.

    Bundeslehrlingswart Ludwig Weichinger-Hieden, Bundesinnungsmeister Gerhard Spitzbart, Landesinnungsmeister Christian Zach und Landeslehrlingswart Wolfgang Hasenburger präsentierten die Details zum Großereignis.

    Mehr als nur Zuschauen: Selbst zum Hammer greifen

    Besucher haben an diesem Tag die einmalige Chance, den jungen Profis direkt über die Schulter zu blicken. Doch es bleibt nicht beim Zuschauen:

    • Steirische Nagelmeisterschaft: Beim „Annageln“ sind alle Gäste eingeladen, selbst aktiv zu werden und ihr handwerkliches Geschick unter Beweis zu stellen.
    • Gänsehaut-Atmosphäre: Landeslehrlingswart Wolfgang Hasenburger verspricht: „Wie kaum anderswo wird sichtbar, wie junge Menschen ihren Beruf mit Freude ausüben. Gänsehautfeeling pur.“
    • Siegerehrung im Stefaniensaal: Der feierliche Höhepunkt findet in einem der traditionsreichsten Säle der Stadt statt – ein würdiger Rahmen für die Elite des österreichischen Handwerks.

    Das Ziel vor Augen: Die begehrte Trophäe für die besten Tischlerlehrlinge Österreichs.

    Kommen Sie am 20. Juni in die Messe Graz und erleben Sie selbst, wie aus dem Werkstoff Holz echte Leidenschaft wird.



  • Green Jobs:                             Was hinter dem Schlagwort wirklich steckt

    Green Jobs: Was hinter dem Schlagwort wirklich steckt

    In diesem Beitrag erfahren Sie:

    • warum Green Jobs aktuell eine neue Bedeutung bekommen
    • was hinter dem Begriff tatsächlich steckt
    • welche Rolle Österreich und die Steiermark dabei spielen
    • warum diese Jobs weniger Idealismus als wirtschaftliche Notwendigkeit sind

    Wenn sich die Weltlage plötzlich im Alltag bemerkbar macht

    Es sind Entwicklungen, die lange weit entfernt wirkten – und plötzlich doch im eigenen Alltag spürbar werden. Der Krieg in der Ukraine dauert an, gleichzeitig hat die Eskalation im Nahen Osten Anfang 2026 eine Region in den Fokus gerückt, die für die globale Energieversorgung zentral ist. Die Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports abgewickelt wird, ist längst nicht mehr nur ein geopolitischer Begriff, sondern ein Faktor, der sich in Preisen, Kalkulationen und wirtschaftlichen Entscheidungen niederschlägt.

    Was daraus entsteht, ist weniger ein akuter Mangel als vielmehr ein schleichendes Gefühl von Unsicherheit. Energie wird teurer, Lieferketten reagieren sensibler, Planbarkeit wird schwieriger. Dinge, die lange als selbstverständlich galten, wirken plötzlich fragiler. Und genau in diesem Moment bekommt ein Begriff eine neue Bedeutung, der lange eher nach Zukunftsvision klang als nach konkreter Realität: Green Jobs.


    Wenn aus einem Schlagwort Realität wird

    Green Jobs – das klingt nach Klimaschutz, nach Verantwortung, nach einer besseren Zukunft. Doch dieser Blick greift zu kurz. Denn diese Jobs entstehen nicht aus Idealismus, sondern aus Notwendigkeit. Sie entwickeln sich genau dort, wo wirtschaftlicher Druck am größten ist: bei Energie, Ressourcen und Effizienz. Es geht dabei nicht darum, völlig neue Berufe zu schaffen, sondern bestehende neu zu denken.

    Ein Elektriker installiert heute Photovoltaikanlagen, Industriebetriebe optimieren ihren Energieverbrauch, Unternehmen organisieren ihre Materialien so, dass sie wiederverwertet werden können. Was sich verändert, ist nicht der Beruf selbst – sondern sein Kontext.


    Warum die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten ist

    Die aktuellen geopolitischen Spannungen machen sichtbar, wie abhängig Europa in vielen Bereichen nach wie vor ist. Diese Abhängigkeit zeigt sich selten durch leere Speicher, sondern vielmehr durch steigende Preise und zunehmende Unsicherheit. Genau daraus entsteht Bewegung. Jede Kilowattstunde, die lokal erzeugt wird, jede Ressource, die im Kreislauf bleibt, jeder Prozess, der effizienter gestaltet wird, reduziert diese Abhängigkeit zumindest ein Stück weit und schafft neue Arbeitsfelder.

    Dass diese Entwicklung längst Realität ist, zeigt sich auch in der Branche selbst. „Wir sind eine Zukunftsbranche, die innovative Green Jobs in einem herausfordernden Betätigungsfeld bietet“, sagt Daniela Müller, Obfrau der Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement.


    Green Jobs in Österreich und der Steiermark

    Green Jobs sind kein Zukunftsprojekt mehr. Sie sind längst Realität. In Österreich arbeitet bereits ein beachtlicher Teil der Bevölkerung in Bereichen, die direkt oder indirekt mit Energie, Umwelttechnik oder Kreislaufwirtschaft verbunden sind. Unternehmen reagieren auf steigende Anforderungen und neue Märkte.

    Auch in Österreich – und besonders in der Steiermark – entstehen diese Green Jobs nicht erst, sie sind bereits Teil der wirtschaftlichen Entwicklung. Nachhaltigkeit wird damit nicht mehr als Zusatz verstanden, sondern zunehmend Teil der wirtschaftlichen Grundlogik.

    Gerade die Steiermark zeigt, wie konkret diese Entwicklung bereits geworden ist. Mit ihrer industriellen Struktur und wachsender Kompetenz im Bereich Umwelt- und Energietechnologie entstehen hier Arbeitsplätze, die genau an dieser Schnittstelle liegen. Es geht nicht um einzelne „grüne Projekte“, sondern um eine tiefgreifende Veränderung von Prozessen und Wertschöpfung.


    Ein nüchterner Blick auf „grüne Berufe“

    Trotzdem lohnt sich ein genauerer Blick, denn Green Jobs werden häufig romantisiert. Begriffe wie „Sinn“ oder „bessere Zukunft“ greifen zu kurz, wenn man die Realität dieser Berufe betrachtet. Sie sind technisch anspruchsvoll, wirtschaftlich eingebunden und Teil industrieller Prozesse.

    Ein Unternehmen im Recycling oder in der Energie arbeitet unter denselben Bedingungen wie jede andere Branche auch: Es muss wirtschaftlich funktionieren, effizient sein und sich im Wettbewerb behaupten. Green Jobs sind daher keine Gegenwelt zur Wirtschaft, sondern Ausdruck ihrer Weiterentwicklung.


    Was das für Eltern und Jugendliche bedeutet

    Für die Berufswahl verändert sich damit die Perspektive. Die Frage ist nicht mehr, ob ein Beruf „grün“ ist oder nicht, sondern ob man versteht, wie die Systeme funktionieren, die unsere Zukunft bestimmen. Denn genau dort entstehen diese Jobs – in Technik, Industrie, Planung und Analyse. Es geht um Zusammenhänge, um Prozesse und um die Fähigkeit, bestehende Systeme weiterzuentwickeln.


    Fazit

    Was sich hier zeigt, ist weniger ein Trend als eine Verschiebung. Eine, die längst spürbar ist – in Energiepreisen, in Produktionskosten, im Alltag.

    Green Jobs sind kein kurzfristiges Phänomen, sondern Ausdruck eines strukturellen Wandels, der bereits eingesetzt hat.

    Und vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt: dass sich diese Veränderung nicht irgendwo abspielt – sondern genau dort, wo wir sie täglich erleben.


    FAQ

    Was sind Green Jobs?
    Green Jobs sind Berufe, die zur Schonung von Ressourcen und zum Klimaschutz beitragen, etwa in Energie, Recycling oder nachhaltiger Produktion.

    Welche Green Jobs gibt es in Österreich?
    Typische Beispiele sind Jobs in erneuerbarer Energie, Umwelttechnik, Bau oder Kreislaufwirtschaft.

    Warum sind Green Jobs wichtig?
    Weil sie helfen, Abhängigkeiten zu reduzieren, Ressourcen effizienter zu nutzen und wirtschaftliche Stabilität langfristig zu sichern.


    Weiterführende Informationen für Eltern und Jugendliche

    Haben Sie oder Ihr Kind Interesse daran, tiefer in die Welt der Kreislaufwirtschaft und Ausbildungsmöglichkeiten einzutauchen? Folgende Anlaufstellen bieten hilfreiche Recherchemöglichkeiten und weiterführende Informationen:

    • Berufs- und Bildungskompass (AMS): https://www.berufskompass.at/berufskompass/ Hier finden Sie detaillierte Beschreibungen, Anforderungen und Gehaltsperspektiven zu Ausbildungen in der Umwelttechnik und Abfallwirtschaft.
    • Lehrstellenbörse der WKO: https://www.wko.at/lehre/start Suchen Sie gezielt nach offenen Lehrstellen in der Steiermark oder informieren Sie sich über die konkreten Anforderungen in den Betrieben.
    • Plattform „Zukunft Meistern“: www.zukunftmeistern.at Bleiben Sie auf dem Laufenden mit weiteren Beiträgen zu spannenden Lehrberufen und der steirischen Wirtschaft.

  • Ö3-Jugendstudie 2026: Warum Jugendliche Schule als lebensfern empfinden

    Ö3-Jugendstudie 2026: Warum Jugendliche Schule als lebensfern empfinden

    In diesem Beitrag erfahren Sie:

    • Warum Jugendliche Schule oft als zu weit weg von ihrem echten Leben erleben.
    • Welche Fähigkeiten ihnen heute wirklich fehlen.
    • Warum Eltern dabei eine entscheidende Rolle spielen.
    • Wie Sie Ihr Kind im Alltag ganz konkret stärken können.

    „Das brauche ich doch nie wieder!“

    Wer kennt ihn nicht, diesen Satz? Wir haben ihn früher selbst schon oft genug gesagt und gedacht. Und heute hören wir ihn von den eigenen Kindern – oft noch viel verzweifelter.

    Dabei gab es sie schon in meiner Zeit: Die Lehrer, die den Unterschied machten. Ich erinnere mich an meinen Geschichteprofessor. Bei ihm ging es nie darum, hunderte Jahreszahlen auswendig zu lernen. Er sagte immer: „Es gibt nur eine Handvoll Daten, die ihr wirklich im Kopf haben müsst. Alles andere müsst ihr verstehen. Ihr müsst begreifen, warum etwas passiert ist und wie die Welt im Großen zusammenhängt.“

    Er war die Ausnahme. Und die brandneue Ö3-Jugendstudie 2026 zeigt uns schwarz auf weiß: Was damals eine glückliche Ausnahme war, müsste heute für über 13.500 befragte Jugendliche der Standard sein. Doch die Realität im Klassenzimmer sieht oft noch anders aus. Dass sich daran bis heute zu wenig geändert hat, ist der Grund, warum Jugendliche nicht Wissen an sich vermissen, sondern das Verständnis dahinter.

    Zwischen Stabilität und Orientierungslosigkeit

    Viele Jugendliche sind mit ihrem Leben grundsätzlich zufrieden. Gleichzeitig fühlen sie sich bei den großen Themen oft erstaunlich allein gelassen. Wirtschaft, Politik, Zukunft – alles da, alles präsent, aber oft schwer einzuordnen. Vielleicht, weil Schule noch zu oft so funktioniert, wie sie früher funktioniert hat: mit Stoff, mit System, mit „richtigen“ Antworten. Aber das Leben da draußen stellt völlig andere Fragen.

    „Hands-on“: Anwenden, Verstehen und Kontrollieren

    Der Wunsch nach Praxis ist kein „Nice-to-have“ mehr, er ist eine Strategie zur Selbstwirksamkeit. Die Jugendlichen sagen uns ganz klar, was sie im Klassenzimmer vermissen:

    • Echte Lebenskompetenz: Finanzwissen, Steuern, Versicherungen – es geht darum, die wirtschaftlichen Kreisläufe zu begreifen, um ein eigenständiges Leben zu führen.
    • Diskussion statt Diktat: 87 % wünschen sich echte Debatten. Sie wollen lernen, wie man Argumente schärft und sich eine eigene Meinung bildet, anstatt nur vorgefertigte Antworten zu reproduzieren.
    • KI-Souveränität: 62 % fordern, dass der Umgang mit KI zielgerichtet gelernt wird. Dabei geht es um die Kontrolle. Wer die großen Zusammenhänge nicht versteht, kann nicht beurteilen, ob eine KI Fakten liefert oder „halluziniert“. Nur wer das Fundament kennt, kann der Technik auf Augenhöhe begegnen.

    Wenn Vertrauen schwindet, übernimmt das Netz

    Ein Ergebnis der Studie ist besonders brisant: Das Vertrauen in unsere gesellschaftlichen Säulen – von der Politik bis hin zu klassischen Medien – ist im Keller. Wenn die Schule den Hunger nach realen Antworten nicht stillt, entsteht ein gefährliches Vakuum.

    Dieses Vakuum bleibt nicht leer. Unsere Kinder suchen sich ihre Orientierung dann dort, wo sie sich verstanden fühlen: im Netz. Oft bei Influencern oder in digitalen Blasen, die einfache Antworten auf hochkomplexe Probleme versprechen.

    Wenn Schule lebensfern bleibt und keinen Bezug zur Realität bietet, verlieren wir die Jugend an Algorithmen. Wir treiben sie direkt in die Arme von Kräften, die nicht ihr Bestes im Sinn haben, sondern auf Spaltung und Desinformation setzen. Zukunftskompetenz bedeutet heute deshalb mehr denn je: Die Fähigkeit, Informationen zu prüfen, Zusammenhänge zu verstehen und sich nicht von der nächsten Schlagzeile im Feed steuern zu lassen.

    Was Jugendliche suchen

    Was sich die Jugend wünscht, ist eigentlich erstaunlich bodenständig: Sie wollen verstehen, wie das Leben funktioniert. Geld, Verträge, Entscheidungen. Das klingt nicht nach Rebellion, sondern nach einem sehr klaren Bedürfnis nach Orientierung. Und genau hier wird es für Eltern interessant.

    So stärken Sie Ihr Kind im Alltag:

    • Geld begreifbar machen: Reden Sie über das Haushaltsbudget. Ein fixes Taschengeld in bar ist das beste Training. Wenn die Scheine im Geldbeutel weniger werden, lernt ein Kind mehr über Wirtschaft als aus jedem Schulbuch.
    • Entscheidungen laut aussprechen: Erklären Sie Ihrem Kind, warum Sie sich für diesen Job, diesen Kauf oder diesen Weg entschieden haben. Machen Sie Ihre Logik sichtbar. Das ist das „Hands-on“-Wissen, nach dem sie suchen.
    • Diskussionen aushalten: Geben Sie Ihrem Kind den Raum für eine eigene Meinung, auch wenn sie unbequem ist. Fragen Sie: „Wie kommst du darauf? Wie hast du das überprüft?“ Das ist die beste Impfung gegen Fake News.

    Praxis ist die neue Allgemeinbildung

    Die Ö3-Jugendstudie 2026 ist kein Angriff auf die Lehrer, sondern ein Hilferuf der Jugend nach Relevanz. Jugendliche wollen lernen, sie wollen verstehen und sie wollen anpacken.

    Sobald ein junger Mensch begreift, wie er die Welt um sich herum mitgestalten kann, verschwindet auch der Satz „Das brauche ich nie wieder“. Denn dann wird klar: Wissen ist kein Ballast, sondern das Werkzeug, um die eigene Zukunft souverän zu meistern.

  • Perspektivenwechsel: Übergib das Ruder für den Sonntag an deinen Teenager!

    Perspektivenwechsel: Übergib das Ruder für den Sonntag an deinen Teenager!

    Mal ganz ehrlich: Die Wochenendplanung ist oft ein echter Kraftakt. Wir Eltern organisieren, packen die Taschen, denken an jedes Detail – und am Ende blicken wir in genervte Gesichter und hören ein müdes „Muss das wirklich sein?“.

    Wir meinen es gut, aber wir übersehen dabei oft eine riesige Chance: Zukunftskompetenz entsteht nicht durch passiven Konsum, sondern durch echtes Machen. Es ist Zeit, das Zepter mal abzugeben

    Der „Slight Edge“ im Familienalltag

    Bei ZUKUNFT MEISTERN glauben wir an die Macht der kleinen Schritte, den sogenannten „Slight Edge“. Oft ist es nur ein winziger Switch in der Organisation, der den Frustpegel senkt und das Selbstvertrauen deiner Kids durch die Decke schießen lässt.

    Unsere Challenge für den nächsten Sonntag: Wir treten einen Schritt zurück und übergeben das Zepter an den Nachwuchs.

    Warum das für alle ein Gewinn ist

    Es geht hier um weit mehr als nur darum, wohin der Ausflug geht. Es geht um das Vertrauen, das wir schenken. Wenn ein Teenager plant, lernt er, was es bedeutet, eine Entscheidung für eine ganze Gruppe zu treffen. Das stärkt das Selbstbewusstsein und schweißt die Familie zusammen.

    Der beste Nebeneffekt: Die typische „Null-Bock-Ansage“ vom Youngster entfällt diesmal komplett. Aber Achtung, liebe Eltern: Das gilt auch für uns! Wir müssen uns das Meckern über die Routenwahl oder das Ziel diesmal verkneifen – sonst wird das nichts mit der neuen Macher-Mentalität. Wer das Ruder übergibt, muss auch mal Beifahrer sein können.

    So gelingt der „Ruder-Wechsel“ (ohne Stress)

    Damit das Experiment nicht im Chaos oder im finanziellen Fiasko endet, setzen wir auf klare Leitplanken. Das ist echtes Projektmanagement im Kleinen:

    • 1. Das Budget festlegen (Finanzbildung pur): Das ist der wichtigste Punkt. Wir besprechen im Vorfeld klipp und klar: „Hier ist der Betrag X, der für den Tag zur Verfügung steht.“ So lernt der Youngster sofort, was machbar ist und warum Planung nötig ist. Ein Ausflug kostet Geld – das wird hier greifbar.
    • 2. Die Logistik-Frage: Wie kommen wir hin? Brauchen wir Tickets? Muss etwas reserviert werden? Überlasst die Recherche komplett dem Nachwuchs.
    • 3. Die Jausen-Challenge: Muss es das teure Restaurant sein oder bleibt mehr Budget für den Eintritt, wenn wir die Jause selbst einpacken? Vielleicht überrascht euch der Youngster sogar mit einer selbstgemachten Verpflegung, um das Budget für andere Highlights zu schonen.

    Der ZUKUNFT MEISTERN Impuls

    Setzt euch heute noch kurz zusammen. Übergebt die Verantwortung und sagt: „Du hast das Budget, du hast den Tag – wir folgen dir.“

    Es geht nicht um Perfektion. Es geht darum, gemeinsam etwas zu tun, das Kind als Gestalter zu erleben und dem Nachwuchs zu zeigen: Wir trauen dir das zu. Das ist Führungskompetenz im echten Leben.


    Wer von euch wagt diesen Sonntag den Perspektivenwechsel? Wir sind gespannt, welche Pläne eure Kids schmieden!


    Was steckt eigentlich hinter diesem „Slight Edge“?

    Vielleicht fragen Sie sich: „Slight Edge… muss ich jetzt noch ein englisches Schlagwort lernen?“

    Ganz entspannt. Bei ZUKUNFT MEISTERN nutzen wir diesen Begriff, weil er es auf den Punkt bringt: Es bedeutet „der kleine Vorsprung“. Es ist das Prinzip der winzigen, fast schon unscheinbaren Schritte, die man heute geht – und morgen wieder.

    Der Clou: Was einfach zu tun ist (wie dem Kind mal das Ruder zu überlassen), ist leider auch verdammt einfach nicht zu tun. Aber genau hier liegt die Macht. Wer jeden Tag nur 1 % besser wird, hat am Ende des Jahres einen gigantischen Vorsprung. Wir liefern hier künftig regelmäßig diese praktischen Impulse – ohne Theorie-Blabla, direkt für deinen Alltag.

    Auch die Wissenschaft bestätigt diesen Weg

    Dass dieser „kleine Vorsprung“ funktioniert, ist kein bloßes Bauchgefühl. Die Forschung zeigt deutlich, was passiert, wenn man vom passiven Wissen ins aktive Tun kommt.

    In einer der bekanntesten Langzeitstudien hat Harvard herausgefunden, dass Kinder, die früh kleine Verantwortungen übernehmen, später beruflich erfolgreicher und glücklicher sind. Sie entwickeln die so wichtige „Macher-Mentalität“. Wenn ihr Teenager heute das Budget und die Route plant, trainiert er genau diesen Erfolgs-Muskel.

    Lust auf die Hintergründe? In unserem Beitrag „Warum Kinder den Müll rausbringen sollten – Das Harvard-Geheimnis für echte Karriere-Chancen“ erfährt man mehr über die verblüffenden Zusammenhänge zwischen kleinen Aufgaben und dem späteren Erfolg.


    Der ZUKUNFT MEISTERN Buchtipp

    Jeff Olson: The Slight Edge – Der kleine Vorsprung. Das Grundlagen-Werk für alle, auch für Eltern, die weg vom Perfektions-Stress und hin zu einer entspannten Macher-Mentalität wollen.

    Bleibt dran – der nächste kleine Vorsprung wartet schon!


  • Rosa, Blau und die Freiheit, die Welt neu zu schrauben

    Rosa, Blau und die Freiheit, die Welt neu zu schrauben

    Schließen Sie für einen Moment die Augen und denken Sie an ein Kinderzimmer. Welche Farben sehen Sie vor sich? Wo stehen die Puppen, wo parken die Autos? Wir alle tragen diese Bilder in uns – eine unsichtbare Schablone aus Rosa für die Fürsorge und Blau für das Abenteuer. Doch wer sagt eigentlich, dass diese Grenzen heute noch gelten müssen?

    Ich habe das bei meinen beiden Söhnen – heute um die 30 Jahre 😉 – ganz pragmatisch gelebt. Bei uns zu Hause war es völlig normal, dass zum Großwerden auch das Tischabräumen und der Hausputz gehörten. Das war keine bewusste pädagogische Entscheidung, sondern schlicht meinem Ego und meinen Zeitressourcen geschuldet: Als berufstätige Alleinerzieherin wollte ich meine Jungs schlichtweg nicht rund um die Uhr bedienen. Sie mussten mitanpacken.

    Warum auch nicht? Ein Staubsauger ist ebenso wenig ein „Frauending“, wie ein Schraubenschlüssel ein „Burschen-Privileg“ sein sollte. Rollenbilder bröckeln nämlich genau dort zuerst, wo wir sie – vielleicht auch aus purer Lebensnotwendigkeit oder weil das eigene Ego groß genug ist – gar nicht erst zementieren.

    Schluss mit den inneren Schubladen: Warum der Girls‘ Day wirkt

    Hand aufs Herz: Haben wir nicht alle diese inneren Schubladen? „Das ist eher was für Burschen“, „In der Technik bin ich nicht gut“, „Das ist zu schwer.“ Doch die Zukunft, an der wir hier bei ZUKUNFT MEISTERN bauen, kennt diese Schubladen nicht. Sie braucht Köpfe, die querdenken, Hände, die anpacken, und den Mut, einfach mal auszuprobieren.

    Genau deshalb ist mir eine Initiative wie der Girls‘ Day so eine Herzensangelegenheit. Es geht dabei um viel mehr als nur einen Tag in einer Werkstatt. Es geht um den Moment, in dem ein Mädchen zum ersten Mal merkt: „He, ich kann das ja! Und es macht auch noch Spaß!“

    Frauen in der Technik: Der Trend in der Steiermark

    Die Zahlen geben uns recht. Ich beobachte die Entwicklung in der Steiermark schon lange: Das starre Festhalten an den klassischen „Top-10-Mädchenberufen“ bröckelt. Während 2004 noch fast Dreiviertel der Mädchen in den immer gleichen Branchen landeten, traut sich heute fast jede zweite junge Frau über den Tellerrand hinaus. Metalltechnik und Elektrotechnik werden zum neuen Standard.

    Vorbilder, die Geschichte schreiben

    Wenn ich von Frauen wie der steirischen Europameisterin Leonie Tieber lese, die in der KFZ-Technik die gesamte männliche Konkurrenz hinter sich gelassen hat, dann weiß ich: Da draußen wartet Potenzial, das nur darauf brennt, entdeckt zu werden. Wir dürfen nicht vergessen: Ohne Pionierinnen wie Ada Lovelace oder Hedy Lamarr gäbe es heute weder Computerprogramme noch WLAN. Technik war schon immer (auch) weiblich.

    Pionierinnen der Technik: Intelligenz kennt keine Klischees

    Ada Lovelace (1815–1852)

    Die erste Programmiererin der Geschichte.

    Die Tochter des Dichters Lord Byron war eine mathematische Hochbegabte. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts erkannte sie das Potenzial der „Analytical Engine“ (einer mechanischen Rechenmaschine) über das reine Rechnen hinaus. Sie verfasste den ersten Algorithmus, der von einer Maschine ausgeführt werden sollte, und gilt damit als die erste Programmiererin der Welt.

    Hedy Lamarr (1914–2000)

    Hollywood-Star und geniale Erfinderin.

    Die gebürtige Österreicherin war nicht nur eine der schönsten Frauen Hollywoods, sondern auch eine brillante Tüftlerin. Während des Zweiten Weltkriegs entwickelte sie ein Frequenzsprungverfahren für Funkfernsteuerungen von Torpedos. Diese Technologie ist heute die Basis für WLAN, Bluetooth und GPS. Hedy Lamarr zeigt, dass technisches Genie und Glamour kein Widerspruch sind.

    Fotos: MGM / Clarence Bull (1939), via Wikipedia (Public Domain) Porträt von Alfred Edward Chalon (um 1838), via Science Museum London / Wikipedia

    Ausblick: Den Girls‘ Day 2027 und Schnupperchancen nutzen

    Auch wenn für den diesjährigen Aktionstag keine Anmeldungen mehr möglich sind, bleibt die Botschaft. Wer den Girls‘ Day 2026 verpasst hat, sollte sich den Termin für 2027 bereits jetzt vormerken.

    Mein Tipp für die Zwischenzeit: Warten Sie nicht auf den nächsten Termin. Die beste Methode, um herauszufinden, was einem wirklich liegt, ist und bleibt das Berufsschnuppern. Es gibt in der Steiermark großartige Betriebe, die jungen Talenten jederzeit die Türen öffnen, um die Praxis hautnah zu erleben.

    Falls Sie unsicher sind, wie Sie das Thema „Schnuppern“ mit ihrem Kind am besten angehen, haben wir hier einen praktischen Leitfaden für Sie zusammengestellt: Tschüss Pausenglocke, hallo Praxis: Warum Schnuppern für Jugendliche so wichtig ist.

    Mein Impuls für euch: Egal ob ihr Eltern, Lehrpersonen oder selbst junge Frauen seid: Werft die alten Rollenbilder über Bord. Die Zukunft ist zu spannend für alte Muster. Lasst uns die Weichen jetzt stellen – mutig, neugierig und vor allem: selbstbestimmt.

  • Tschüss Pausenglocke, hallo Praxis: Warum Schnuppern für Jugendliche so wichtig ist

    Tschüss Pausenglocke, hallo Praxis: Warum Schnuppern für Jugendliche so wichtig ist

    Ein Tisch, ein Kind und eine große Frage

    Man sitzt beim Abendessen, schaut sein Kind an und fragt sich: „Wo wird die Reise wohl hingehen?“ In einer Welt voller Möglichkeiten ist der ehrlichste Kompass oft ein ganz praktischer: Der Realitätscheck durch das Schnuppern.

    Denn seien wir ehrlich: Wenn wir nach einem langen Arbeitstag erschöpft und manchmal genervt nach Hause kommen, sind wir nicht immer die besten Motivatoren für das Thema „Berufsleben“. Unsere Kinder erleben uns müde, hören uns vielleicht über Stress klagen – und wir nehmen uns kaum mehr Zeit für Dinge, die früher selbstverständlich waren. Das Rad kommt zum Service, Socken werden entsorgt statt gestopft, der kaputte Mixer durch einen Klick neu bestellt. In dieser „Alles-sofort-und-bequem-Welt“ bieten wir den Jugendlichen oft kaum noch Erfahrungen, was es heißt, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen oder ein Problem zu lösen.

    „Tu, was du liebst“ – aber woher sollen sie es wissen?

    Nicht jeder Jugendliche blüht zwischen Mathe-Formeln und Vokabeltests auf. Kennen Sie den Spruch: „Tu, was du liebst, und du musst keinen Tag in deinem Leben arbeiten“? Klingt super. Aber Hand aufs Herz: Woher sollen unsere Kids wissen, was sie lieben, wenn ihre Welt oft nur aus Schule, Handy, Gaming und vielleicht noch einem Sportverein besteht?Gefühlt haben wir unsere Welt allzu sehr vereinfacht: Die Milch kommt aus dem Supermarkt, das Geld aus dem Bankomat. Arbeit bleibt für Kids nur allzu oft ein abstraktes Wort aus dem Lehrbuch. Und wenn dann in der Schule die Luft raus ist, das Kind „blockt“ und die Motivation sinkt – dann kann das Schnuppern den echten Kontakt zur Arbeit herstellen.

    Schnuppern ist die Chance, aus dem starren Korsett von 50-Minuten-Blöcken auszubrechen. Im Betrieb gibt es keine Noten, es zählt ob man anpackt, mitdenkt und verlässlich ist. Dieser Tapetenwechsel bewirkt oft Wunder: Wer in der Schule den Sinn nicht sieht, findet ihn plötzlich in der Werkstatt oder im Büro wieder.

    Schnupppern als Realitätscheck

    Berufe wirken im Internet erstaunlich glatt. Broschüren sind bunt, Websites wohlklingend. Doch zwischen Tätigkeitsbeschreibung und Arbeitsalltag liegen Welten. In der Schule gibt es Stundenplan, Pausenglocke und klar geregelte Abläufe. In einem Betrieb ist das anders.

    Schnuppern füllt die Wissenslücken dort, wo das tägliche Leben zu bequem geworden ist. Es zeigt den Jugendlichen die Welt hinter dem Display – ehrlich, fordernd.

    Und es schafft ein Fenster in die Welt der Erwachsenen

    Arbeit verlangt eine andere Ausdauer als die Schulbank. Wir Eltern wissen das, Kids erleben es im Schnuppern oft das erste Mal, dass man auf den Beinen bleiben muss, wenn man eigentlich sitzen möchte – und trotzdem weitermacht, weil das Team sich auf einen verlässt.

    Genau dieser Kontrast zwischen Schulrealität und Arbeitswelt ist entscheidend. Für viele Jugendliche ist das Schnuppern der erste Tag, an dem sie am eigenen Leib spüren: Ein Arbeitstag ist fordernd. Er verlangt Ausdauer und Konzentration.Und es passiert noch etwas Besonderes: Unsere Kinder beginnen uns Eltern ein Stück weit besser zu verstehen. Wenn sie abends völlig k.o. nach Hause kommen, merken sie plötzlich, warum wir manchmal müde oder erschöpft sind. Diese geteilte Erfahrung schweißt zusammen und schafft eine ganz neue Ebene für die Gespräche am Küchentisch.

    Wann geht’s los? Das richtige Alter zum Schnuppern

    In der Steiermark ist das Schnuppern klar geregelt, damit die Jugendlichen bereit für die Praxis sind:

    • Während der Schulzeit (Individuelle BO): Ab der 8. Schulstufe können Schülerinnen und Schüler für bis zu 5 Tage pro Schuljahr vom Unterricht freigestellt werden. Wichtig: Dies muss vorab mit der Schulleitung abgestimmt werden (keine Schularbeiten-Zeit!).
    • In den Ferien oder schulfreien Tagen: Auch hier ist Schnuppern möglich. In der Regel sind bis zu 5 Tage pro Betrieb üblich. Insgesamt darf das Schnuppern aus Versicherungsgründen maximal 15 Tage pro Kalenderjahr umfassen.
    • Voraussetzung: In beiden Fällen ist die ausdrückliche Zustimmung der Eltern (Erziehungsberechtigten) notwendig.
    • Kein Arbeitsverhältnis: Schnuppern ist reine Orientierung. Es gibt kein Entgelt, aber die Jugendlichen sind über die Schülerunfallversicherung abgesichert, da es als schulbezogene Veranstaltung bzw. anerkannte Orientierung gilt.

    Mehr als nur ein Probelauf: Stimmen der Profis

    Dass dieser Weg zum Erfolg führt, zeigten uns nicht nur die EuroSkills-Teilnehmer im Interview 2024. Der Tischler-Profi Jürgen Perhofer (Silbermedaille) erinnert sich:

    „Ich habe in drei Tischlereien geschnuppert, auch in den Ferien. Das Arbeiten machte mir so sehr Spaß, dass ich nach einem Jahr Schule mit meiner Lehre startete.“

    Auch für die Rezeptionistin Denise Gringl (Bronze-Medaille) war das persönliche Reinfühlen der Schlüssel:

    „Ich habe in ein paar Betrieben geschnuppert, bei Rogner in Bad Blumau gefiel es mir am besten.“

    Gut zu wissen: Ihr Wegweiser zum Schnupperplatz

    In der Steiermark gibt es neben der Information in der Schule auch hervorragende kostenlose Anlaufstellen:

    Der Rollenwechsel: Vom Elternteil zum Mentor

    In der Schule sind Sie der Kümmerer. In der Arbeitswelt muss Ihr Kind den ersten Schritt allein gehen. Ein Betrieb in Graz oder der Obersteiermark sucht keine Eltern, die den Termin vereinbaren. Er sucht junge Menschen, die Eigeninitiative zeigen. Ermutigen Sie zum Telefonat. Üben Sie das Gespräch kurz am Küchentisch. Das ist das erste Training für das spätere Berufsleben.

    Damit dieser erste Schritt in die Eigenständigkeit reibungslos klappt und Sie sich als „Mentor im Hintergrund“ sicher fühlen, haben wir die wichtigsten Punkte für den Starttag zusammengefasst:

    Klicken Sie auf das Plus beim Minuten-Check, um die Details für den Schnupperstart zu sehen:

    Phase 1: Vorbereitung (Diskret im Hintergrund)
    [ ] Selbstwirksamkeit: Hat mein Kind den Betrieb selbst kontaktiert? (Wichtig für den ersten Eindruck beim Chef!)
    [ ] Fahrplan-Check: Kennen wir die Verbindung der Verbund Linie oder ÖBB? (Inkl. 10 Min. Puffer einplanen).
    [ ] Ansprechperson: Weiß mein Kind, nach wem es beim Empfang fragen muss?
    Phase 2: Der Arbeitswelt-Knigge (Kurzer Check am Vorabend)
    [ ] Handy-Regel: Ist geklärt, dass das Smartphone während der Arbeitszeit in der Tasche bleibt?
    [ ] Outfit: Passt die Kleidung zur Branche? (Sauber, sicher, angemessen).
    [ ] Höflichkeit: Ein kurzes „Guten Morgen“ und „Danke für die Zeit“ sind die besten Türöffner für eine Lehrstelle.
    Phase 3: Das „Care-Paket“
    [ ] Verpflegung: Ist die Jausenbox und eine Trinkflasche eingepackt?
    [ ] Notizen: Hat mein Kind einen kleinen Block und Stift für spannende Infos dabei?
    [ ] Dokumente: Sind alle Bestätigungen für die Schule/Versicherung unterschrieben im Rucksack?

    Und nach den Schnuppertagen reicht oft ein „Wie war’s?“ nicht aus, um die echte Erfahrung herauszukitzeln. Gehen Sie tiefer und finden Sie heraus, ob die Realität im Betrieb die bunten Bilder aus dem Internet schlagen konnte.

    Nutzen Sie die folgenden Fragen als gemeinsamen Leitfaden, um nach dem Schnuppertagen herauszufinden, ob aus einem ersten Einblick eine echte berufliche Zukunft werden könnte und auch hier wieder auf das Plus klicken.

    1. Ist das Kind morgens motiviert aufgestanden, um in den Betrieb zu gehen?
    2. Hatte es sichtlich Freude an der Tätigkeit (z.B. Werken, Beraten, Organisieren)?
    3. Wurde das Arbeitsumfeld (Werkstatt, Büro, freie Natur) als angenehm empfunden?
    4. Wurden die Kolleginnen und Kollegen als freundlich und hilfsbereit beschrieben?
    5. Hat das Kind beim Erzählen den Eindruck gemacht, die Zeit während der Arbeit vergessen zu haben?
    6. Kann sich das Kind vorstellen, diese Aufgaben jeden Tag zu übernehmen?
    7. Hatten Sie das Gefühl, das Kind ist stolz auf das, was es (mit-)erarbeitet hat?
    8. Passen die körperlichen Anforderungen (z.B. langes Stehen, frühes Aufstehen) zum Kind?
    9. War die Begeisterung über die Realität größer als die Erwartung durch Internet-Bilder?
    10. Würde das Kind in diesem Betrieb gerne eine Ausbildung beginnen?

    ZUKUNFT MEISTERN Tipp: Wenn Sie gemeinsam mehr als 7 Fragen mit „Ja“ beantworten können, ist das eine heiße Spur! Bei weniger als 5 „Ja“-Antworten haben Sie gemeinsam eine wichtige Erkenntnis gewonnen – nämlich zu wissen, was nicht passt und eine Fehlentscheidung verhindert.

    Jedes Schnuppern bringt Ihr Kind einen Schritt näher zu seinem echten Ziel.

    Ihr Team von ZUKUNFT MEISTERN

  • Keine Lehrstelle gefunden?    Der 5-Schritte-Notfallplan für Eltern in der Steiermark

    Keine Lehrstelle gefunden? Der 5-Schritte-Notfallplan für Eltern in der Steiermark

    Wenn Jugendliche keine Lehrstelle finden, liegt das nicht immer an ihnen.
    Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sparen viele Unternehmen zuerst dort, wo die Zukunft beginnt – bei der Ausbildung. Es werden weniger Lehrlinge aufgenommen, Entscheidungen werden verschoben oder Stellen gar nicht erst ausgeschrieben.

    Für Jugendliche fühlt sich das trotzdem wie eine persönliche Niederlage an. Für Eltern beginnt eine Zeit voller Fragen: Wie geht es jetzt weiter? Ein Jahr verlieren? Wieder Schule? Warten?

    Die wichtigste Nachricht zuerst:
    In Österreich muss kein Jugendlicher ohne Ausbildung bleiben.
    Wenn kein Betrieb gefunden wird, gibt es Unterstützungssysteme, Beratung und sogar Lehrwerkstätten, in denen Jugendliche ihre Lehre trotzdem beginnen können.


    In diesem Beitrag erfahren Sie:

    • warum Jugendliche oft keine Lehrstelle finden, obwohl sie geeignet wären
    • was die Überbetriebliche Lehre (ÜBA) ist
    • welche Anlaufstellen in der Steiermark helfen
    • was Sie beim AMS unbedingt fragen sollten
    • wie der 5-Schritte-Plan für Eltern aussieht

    Warum viele Jugendliche keine Lehrstelle finden

    Viele Eltern denken zuerst:
    „Mein Kind hat zu schlechte Noten oder zu wenige Bewerbungen geschrieben.“

    Das stimmt manchmal – aber sehr oft liegt der Grund woanders:

    • Unternehmen sind wirtschaftlich unsicher
    • Betriebe sparen bei Ausbildung
    • Lehrlinge kosten Zeit und Personal
    • Aufträge fehlen
    • Pensionierungen werden später nachbesetzt
    • Es wird vorsichtiger geplant
    • Betriebe warten ab

    Das bedeutet:
    Nicht jeder Jugendliche ohne Lehrstelle ist ungeeignet – oft ist einfach die wirtschaftliche Situation schwierig.

    Das ist wichtig zu wissen, damit Jugendliche nicht das Gefühl bekommen, sie hätten versagt.


    1. Die wichtigste Nachricht: Ausbildung trotzdem möglich

    In Österreich gilt das Prinzip „Ausbildung bis 18“.
    Das bedeutet: Jugendliche sollen eine Ausbildung machen – und der Staat sorgt auch dafür, dass sie eine Ausbildung bekommen, wenn kein Betrieb gefunden wird.

    Die wichtigste Möglichkeit ist die Überbetriebliche Lehrausbildung (ÜBA).

    Was ist die Überbetriebliche Lehre?

    • Lehre findet in Lehrwerkstätten statt
    • Berufsschule wird normal besucht
    • Lehrabschluss ist gleichwertig
    • Wechsel in einen Betrieb jederzeit möglich
    • Jugendliche erhalten Ausbildungsbeihilfe
    • Voll versichert
    • Ziel ist immer Vermittlung in einen Betrieb

    Viele Jugendliche starten in der ÜBA und wechseln später in einen Betrieb.


    2. Der 5-Schritte-Notfallplan für Eltern

    Wenn Ihr Kind keine Lehrstelle findet, sollten Sie diese Schritte machen.

    Schritt 1: Beim AMS als lehrstellensuchend melden

    Das ist der wichtigste Schritt.
    Ohne Meldung beim AMS gibt es keinen Zugang zur überbetrieblichen Lehre oder zu Förderungen.

    👉 AMS Steiermark


    Schritt 2: Jugendcoaching kontaktieren

    Das Jugendcoaching hilft kostenlos bei:

    • Berufsorientierung
    • Bewerbungen
    • Lehrstellensuche
    • Entscheidung Schule oder Lehre
    • Problemen beim Einstieg ins Berufsleben

    👉 Jugendcoaching
    https://www.neba.at/jugendcoaching


    Schritt 3: Überbetriebliche Lehre (ÜBA) prüfen

    Fragen Sie beim AMS gezielt:

    „Welche Möglichkeiten der überbetrieblichen Lehrausbildung gibt es für mein Kind?“

    Viele Eltern wissen nicht, dass das AMS aktiv Lehrplätze organisiert, wenn kein Betrieb gefunden wird.


    Schritt 4: Bewerbungsunterlagen überarbeiten

    Nutzen Sie die Zeit:

    • Lebenslauf verbessern
    • Bewerbungsschreiben überarbeiten
    • Bewerbungstraining machen
    • Vorstellungsgespräch üben

    Dabei helfen:

    • AMS BerufsInfoZentrum (BIZ)
    • Arbeiterkammer
    • Jugendcoaching

    Schritt 5: Brückenangebote nutzen (z. B. AusbildungsFit)

    Manchmal ist ein zusätzliches Jahr sinnvoll, um:

    • praktische Erfahrungen zu sammeln
    • Berufe auszuprobieren
    • Selbstständigkeit zu lernen
    • Motivation zu finden
    • danach eine Lehrstelle zu bekommen

    👉 AusbildungsFit
    https://www.neba.at/ausbildungsfit


    3. Wer hilft in der Steiermark? Wichtige Anlaufstellen

    Koordination & Beratung

    KOST Steiermark – Koordinierungsstelle AusBildung bis 18

    Hilft Eltern und Jugendlichen, den Überblick zu behalten.

    👉 https://www.kost-steiermark.at

    Jugendcoaching (NEBA)

    Kostenlose Begleitung für Jugendliche am Übergang Schule – Beruf.

    👉 https://www.neba.at/jugendcoaching


    Ausbildungsträger – Hier findet die überbetriebliche Lehre statt

    Wenn kein Betrieb gefunden wird, übernehmen diese Einrichtungen die Ausbildung:

    Diese Einrichtungen betreiben Lehrwerkstätten, organisieren Praktika und helfen beim Wechsel in Betriebe.


    4. Hardfacts für Eltern – Kurz erklärt

    FrageAntwort
    Kostet das etwas?Nein
    Bekommt mein Kind Geld?Ja, Ausbildungsbeihilfe
    Ist mein Kind versichert?Ja
    Ist der Abschluss gleichwertig?Ja
    Kann mein Kind in einen Betrieb wechseln?Ja, jederzeit

    5. Checkliste für das AMS-Gespräch

    Diese Fragen sollten Sie stellen:

    • Ist mein Kind offiziell als lehrstellensuchend gemeldet?
    • Welche ÜBA-Plätze gibt es aktuell?
    • Können wir einen Kontakt zum Jugendcoaching bekommen?
    • Gibt es Infotage bei Ausbildungsträgern?
    • Welche Brückenangebote sind sinnvoll?
    • Gibt es Förderungen für Betriebe, wenn mein Kind eingestellt wird?

    Keine Lehrstelle ist kein Karriereende

    Keine Lehrstelle zu finden ist für Jugendliche und Eltern belastend.
    Aber es ist kein Zeichen für Scheitern und kein Karriereende.

    Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bilden Betriebe weniger aus.
    Deshalb gibt es in Österreich ein System, das dafür sorgt, dass Jugendliche trotzdem eine Ausbildung machen können.

    Wichtig ist nur: Aktiv werden, zum AMS gehen und Hilfe holen.
    Dann kann der Weg in den Beruf trotzdem starten – manchmal über einen kleinen Umweg.

  • Im Land sind wir es schon. Im Kopf dürfen wir es werden.

    Im Land sind wir es schon. Im Kopf dürfen wir es werden.

    Haben Sie schon einmal beobachtet, mit welcher puren, unvoreingenommenen Freude ein Kind Farben entdeckt? In den Augen eines Kindes gibt es keine „falschen“ Farben – es gibt nur die Begeisterung für das Ganze.

    Wenn ich heute meine Heimat betrachte, sehe ich ein Bild, das sich in den letzten Jahren sichtlich verändert hat. Ich sehe Gesichter aus vielen Teilen der Welt, höre verschiedene Sprachen und bemerke eine neue Lebendigkeit, die unseren Alltag prägt. Doch während dieser Wandel manchmal Fragen aufwirft, sehe ich vor allem eines: Menschen, die anpacken. Ich sehe jene Gesichter, die mit ihrem Einsatz dafür sorgen, dass unser gewohntes Leben überhaupt noch so reibungslos funktioniert.

    Ich frage Sie: Was erleben Sie, wenn Sie im Supermarkt an der Kassa stehen, eine Freundin im Spital besuchen oder – wie ich neulich – Handwerker im Haus haben? Erleben auch Sie oft diese besondere Aufmerksamkeit und Freundlichkeit von Menschen, deren Wurzeln vielleicht in fernen Ländern liegen, die aber hier mit derselben Leidenschaft ihre Aufgaben erfüllen wie wir alle?

    Diese neue Farbigkeit in unserer Gesellschaft ist weit mehr als nur ein optischer Wandel. Sie ist ein tragendes Fundament, auf dem unser tägliches Leben ruht. Es ist an der Zeit, diese Realität mit einem offenen Geist anzuerkennen. Denn den unschätzbaren Wert dieser Vielfalt für unser aller Fortkommen zu verstehen, ist kein politisches Bekenntnis – es ist eine Anerkennung der Wirklichkeit, die uns jeden Tag umgibt.

    Ein Land in Bewegung: Warum wir diese Farbe brauchen

    Es ist Zeit für einen ehrlichen Blick auf die Fakten. Denn eines steht fest: Würden wir die Beiträge jener Menschen ausklammern, die aus anderen Teilen der Welt zu uns gekommen sind, würde in Österreich vieles stillstehen. Zuwanderung ist kein abstraktes Konzept, sondern eine lebensnotwendige Bereicherung für unser Gemeinwesen.

    📊 Faktencheck Demografie

    „Ohne internationale Zuwanderung würde die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter bis 2040 um rund 500.000 sinken. Migration ist der einzige Faktor, der unser Arbeitskräftepotenzial stabilisiert.“

    Quelle: Statistik Austria, Bevölkerungsprognose 2024–2040.

    Handel, Handwerk und Alltag: Farbe als Stütze

    Besonders im Handel, der unsere tägliche Versorgung sicherstellt, ist Vielfalt längst der Standard. Laut aktuellem Migrationsbericht der Statistik Austria arbeiten Menschen mit internationaler Geschichte häufiger im Handel (15,2 %) als Menschen ohne diesen Hintergrund. Ob bei großen Handelsketten wie SPAR oder im Fachgeschäft um die Ecke: Es sind Menschen vieler Nationalitäten, die dafür sorgen, dass die Regale gefüllt sind und wir alles haben, was wir für unser Leben brauchen. Es ist ein gemeinsames Anpacken für die Gemeinschaft.

    Ein Gewinn für das Sozialsystem

    Oft wird die Frage gestellt, wie sich Zuwanderung auf unsere sozialen Sicherungssysteme auswirkt. Die Daten zeichnen hier ein Bild der gegenseitigen Unterstützung. Da der Großteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter zu uns kommt, fungieren sie als wichtige Stützen für unser Pensions- und Gesundheitssystem.

    • Nettozahler für die Zukunft: Zuwanderer sind im Durchschnitt deutlich jünger als die hiesige Bevölkerung. Sie zahlen heute in die Renten- und Krankenkassen ein, von denen wir alle profitieren.
    • Wirtschaftliche Wertschöpfung: In Städten wie Wien tragen Menschen mit Migrationshintergrund bereits rund 35 % zur gesamten wirtschaftlichen Wertschöpfung bei.

    💶 Faktencheck Sozialsystem

    „Zuwanderer sind aufgrund ihrer Altersstruktur überwiegend Nettozahler im österreichischen Sozialsystem. Sie tragen maßgeblich zur Finanzierung der Pensionen bei, da der Anteil der über 65-Jährigen in dieser Gruppe deutlich geringer ist.“

    Quelle: WIFO (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung).

    Mythos Arbeitslosigkeit verstehen

    Wenn wir über Arbeitslosigkeit sprechen, dürfen wir nicht vergessen: Viele jener Menschen, die wir in der Statistik sehen, arbeiten in Branchen mit starken Saison­schwankungen – etwa Bau oder Tourismus. Diese saisonalen Beschäftigungen führen regelmäßig zu höheren Arbeitslosenzahlen im Winter.

    Gleichzeitig ist der Beitrag von Zuwanderern zum österreichischen Arbeitsmarkt in den letzten Jahren stark gewachsen. Viele Branchen würden ohne sie nicht funktionieren.

    Die Mehrheit der Bezieher von Arbeitslosengeld in Österreich sind nach wie vor österreichische Staatsbürger, allerdings ist die Arbeitslosenquote unter Ausländern höher, was vor allem mit Branchenstruktur, Saisonarbeit und Qualifikationsunterschieden zusammenhängt.
    (Quelle: AMS Österreich, Arbeitsmarktberichte)

    Wer pflegt uns morgen?

    Nirgendwo ist die menschliche Verbindung deutlicher spürbar als im Gesundheits- und Sozialwesen. Hier zeigt sich, dass Fürsorge keine Herkunft kennt, sondern eine Qualität des Herzens ist.

    🩺 Faktencheck Pflegebedarf

    „Bis zum Jahr 2030 werden in Österreich zusätzlich rund 75.000 Pflege- und Betreuungspersonen benötigt. Die Anwerbung aus dem Ausland ist eine tragende Säule der zukünftigen Versorgungssicherheit.“ >

    Quelle: Gesundheit Österreich GmbH (GÖG), Personalbedarfsprognose.

    Den Geist für das Ganze öffnen

    Den Geist für das Ganze öffnen bedeutet nicht, alles gut zu finden oder Probleme zu übersehen. Integration passiert nicht in Gesetzen, sondern in Schulen, Betrieben, Vereinen, Nachbarschaften und am Arbeitsplatz. Und vielleicht ist die wichtigste Erkenntnis am Ende ganz einfach: Ist das Problem wirklich die Migration – oder oft unsere Integration?