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  • WorldSkills 2026: Steirisches Trio ausgezeichnet

    WorldSkills 2026: Steirisches Trio ausgezeichnet

    Vier Silbermedaillen, sechs Bronzemedaillen und 20 „Medallions for Excellence“: So lautet Österreichs Bilanz bei den WorldSkills 2026 in Shanghai. Drei dieser Auszeichnungen gingen in die Steiermark – an Anna Tritscher, Paul Bürki und Julia Kaufmann. Zwei steirische Trainer begleiteten zudem österreichische Teilnehmer zu Silber.

    Drei steirische Talente im Spitzenfeld

    Zwölf junge Fachkräfte aus der Steiermark waren in Shanghai am Start. Drei von ihnen erhielten eine „Medallion for Excellence“: Anna Tritscher, Paul Bürki und Julia Kaufmann. Auch die neun anderen haben Österreich auf der größten Bühne ihres Berufs vertreten.

    Anna Tritscher aus Schladming erreichte im Einzelhandel Platz vier. Die Mitarbeiterin von Sport Tritscher musste in wechselnden Verkaufssituationen beraten, auf Einwände reagieren und auch bei unerwarteten Problemen den Überblick behalten.

    Paul Bürki aus Fürstenfeld belegte im Grafikdesign Platz fünf. Der Schüler der HTBLVA Graz-Ortweinschule entwickelte unter Zeitdruck mehrere Gestaltungskonzepte – von der Idee bis zur druckfähigen Umsetzung.

    Julia Kaufmann aus Hart bei Graz erreichte in der Mode-Technologie Platz 15. Die Schülerin der Modeschule Graz entwarf und fertigte Kleidungsstücke unter den strengen Zeitvorgaben des Wettbewerbs.

    Alle drei erhielten eine „Medallion for Excellence“. Sie wird für Leistungen ab 700 von 800 möglichen Punkten vergeben. Auch zwei steirische Experten waren an Silbererfolgen beteiligt: Andreas Stiegler betreute den oberösterreichischen Fliesenleger Andreas Landl, Christoph Pessl den Vorarlberger Maler Luca Ladler.

    Österreichs Medaillengewinner in Shanghai

    Insgesamt holte Team Austria vier Silber- und sechs Bronzemedaillen. Dazu kamen 20 „Medallions for Excellence“. In der Nationenwertung belegte Österreich damit Platz sieben weltweit und war hinter der Schweiz und Frankreich das drittbeste europäische Team.

    • Silber: Andreas Landl (Fliesenlegen), Marcel Riener (Sanitär- und Heizungstechnik), Luca Ladler (Maler) und Vincent Track (Wassertechnologie).
    • Bronze: Luca Reitböck (Zimmerei), Keanu Frick (Maschinenbautechnik), Julian Gintner und Michael Pomassl gemeinsam im Betonbau, René Bitschnau (Chemielabortechnik), Benedikt Pritz (Schienenfahrzeugtechnik) und Jonas Baltuska (Optoelektronik).

    Die Ergebnisse zeigen auch, wie unterschiedlich die Wege zu beruflichem Können aussehen können: Unter den Ausgezeichneten sind Lehrlinge, Beschäftigte und Schülerinnen und Schüler berufsbildender Schulen. ots.at

    ZUKUNFT MEISTERN gratuliert dem gesamten Team Austria. Wir sind stolz auf alle, die Österreich in Shanghai vertreten haben – und über Anna, Paul und Julia sowie die beiden steirischen Trainer freuen wir uns natürlich ganz besonders.

    Quelle: SkillsAustria/Wirtschaftskammer Österreich: Ergebnisse der WorldSkills 2026, 27. September 2026.

  • Schulwahl mit zehn: zu früh?

    Schulwahl mit zehn: zu früh?

    Mittelschule oder Gymnasium? In Österreich müssen Familien diese Entscheidung treffen, wenn ihr Kind etwa zehn Jahre alt ist. Ab 2027/28 soll ein Schulversuch zur sechsjährigen Volksschule erproben, was sich ändert, wenn dafür zwei Jahre mehr Zeit bleiben. Für Eltern, deren Kind im kommenden Jahr eingeschult wird, könnte das schon bei der Wahl der Volksschule wichtig werden.

    Wie frei ist die Schulwahl mit zehn?

    Die PISA-Ergebnisse 2025 für Österreich geben Anlass zum Nachdenken: In Lesen und Mathematik schnitten die Jugendlichen schlechter ab als 2022. In beiden Fächern erreichten jeweils 28 Prozent das von PISA definierte Mindestniveau nicht. In den Naturwissenschaften ist zudem der Leistungsabstand zwischen sozial begünstigten und benachteiligten Jugendlichen größer als im OECD-Schnitt. www.oecd.org

    Wie unterschiedlich Bildungswege verlaufen, zeigt eine österreichische Langzeitstudie. Von den Kindern mit Eltern, die einen Hochschulabschluss hatten, besuchten mit 13 Jahren 65 Prozent eine AHS-Unterstufe. Bei Kindern, deren Eltern höchstens die Pflichtschule abgeschlossen hatten, waren es 11 Prozent. Untersucht wurde ein Jahrgang, der 2011 dreizehn Jahre alt war. irihs.ihs.ac.at

    Zur Bildungserfahrung der Eltern kommen ihre finanziellen Möglichkeiten. Nachhilfe kann helfen – aber nicht jede Familie kann sie bezahlen. Laut AK-Nachhilfebarometer 2026 geben Österreichs Familien jährlich rund 144 Millionen Euro für bezahlte Nachhilfe aus. Was Kosten und Erwartungen für Familien bedeuten können, haben wir im Beitrag „Nachhilfekosten 2026: Wessen Ziel bezahlen Eltern eigentlich?“ aufgegriffen. Arbeiterkammer Wien

    Kinder gehen also nicht mit denselben Voraussetzungen in die Schulwahl. Sollten sie zwei Jahre mehr Zeit bekommen, bevor diese Entscheidung fällt?

    Was soll die sechsjährige Volksschule ändern?

    An ausgewählten Standorten sollen Kinder bis zur sechsten Schulstufe gemeinsam lernen. Erst danach würden sie zwischen Mittelschule und AHS-Unterstufe wechseln – mit etwa zwölf statt mit zehn Jahren. In der fünften und sechsten Schulstufe gilt bereits der Lehrplan der Sekundarstufe I; Fachlehrpersonen aus Mittelschule oder AHS unterrichten mit.

    Der Versuch beginnt im Schuljahr 2027/28 mit der ersten Klasse. Geplant sind zunächst mindestens fünf Standorte in wenigstens drei Bundesländern. Auch einzelne Klassen können teilnehmen.

    Zwei weitere Jahre könnten Kindern Zeit geben, ihre Stärken zu entwickeln – und Erwachsenen Zeit, genauer hinzusehen. Ob die Schulentscheidungen dadurch tatsächlich gerechter werden, ist offen. Genau das soll der Versuch untersuchen.

    Wichtig für Eltern vor der Einschulung 2027

    Welche Volksschulen teilnehmen, steht derzeit noch nicht fest. Nach dem Zeitplan des Bildungsministeriums sollen die endgültigen Standorte im Oktober 2026 gemeldet werden. Ob die Informationen dann bereits öffentlich verfügbar sind, bleibt abzuwarten.

    Für Familien in Graz ist das besonders wichtig: Die Online-Vormerkung für die Volksschule findet bereits vom 3. bis 13. November 2026 statt. Die persönliche Schuleinschreibung folgt vom 25. bis 28. Jänner 2027. Vor der Vormerkung lohnt sich daher ein Blick auf die Informationen der Stadt Graz und eine Nachfrage bei der gewünschten Schule: Nimmt sie am Schulversuch teil – und wäre die Klasse meines Kindes dabei? Eine Vormerkung für eine Wunschschule garantiert in Graz noch keinen Platz.

    Außerhalb von Graz informieren die jeweiligen Schulen beziehungsweise Gemeinden über ihre Einschreibetermine. Auch dort können Eltern direkt bei der Volksschule oder ihrer Bildungsregion nach dem Schulversuch fragen.

    Würden Sie Ihrem Kind zwei Jahre mehr Zeit geben, sich zu entwickeln, bevor die Entscheidung zwischen Mittelschule und Gymnasium fällt?

    Quellen: Bundesministerium für Bildung, Schulversuch sechsjährige Volksschule und Factsheet, 24. September 2026; Stadt Graz, Schuleinschreibung 2027; OECD, PISA 2025: Österreich, 8. September 2026; Steiner, Haag und Köpping, Educational trajectories in Austria, 2026; Arbeiterkammer, Nachhilfebarometer 2026.

  • Kfz-Staatsmeisterschaft 2026: Der Titel geht in die Steiermark

    Kfz-Staatsmeisterschaft 2026: Der Titel geht in die Steiermark

    36 Talente, zwei Bewerbe und ein steirischer Staatsmeister: Johannes Fuchs von der Kfz Schlenner GmbH holte sich in Graz den Sieg in der Kfz-Technik. Und zeigte ziemlich eindrucksvoll, was junge Fachkräfte draufhaben.

    Können. Konzentration. Klasse.

    Graz wurde zur Bühne für Österreichs beste Nachwuchskräfte in der Fahrzeugtechnik. Im Center of Excellence und in der Berufsschule St. Peter stellten insgesamt 36 junge Talente ihr Wissen, ihr handwerkliches Geschick und ihre Nerven unter Beweis.

    In der Kategorie Kfz-Technik setzte sich Johannes Fuchs von der Kfz Schlenner GmbH durch. Platz zwei und drei gingen an Lukas Stütz und Lukas Hauer aus Oberösterreich.

    Auch in der Karosseriebautechnik wurden starke Leistungen gezeigt: Simeon Seis gewann vor Vicentiu Homorean – beide aus Oberösterreich. Platz drei holte Marvin Fercher aus Tirol.

    Mehr als Schrauben

    Wer heute Kfz-Technik lernt, braucht längst nicht nur handwerkliches Geschick. Sensorik, Fahrzeugdiagnose, Digitalisierung, E-Mobilität und Hochvolttechnik gehören mittlerweile ganz selbstverständlich dazu.

    Genau diesen Wandel haben wir bereits in unserer Ausgabe 2025 im Beitrag „Schrauben, messen, staunen“ aufgegriffen. Die Staatsmeisterschaft zeigte nun, wie viel Wissen, Präzision und Konzentration junge Fachkräfte bereits während ihrer Ausbildung entwickeln.

    Eine Ausbildung mit Zukunft

    „Diese Meisterschaft ist nicht nur eine Ehrung für die Besten der Besten, sondern auch eine Inspiration für andere junge Menschen, die sich für den Beruf des Kfz-Technikers oder Karosseriebauers interessieren. In Zeiten, in denen die Automobilbranche durch neue Technologien wie E-Mobilität und Digitalisierung im Wandel ist, bietet die duale Ausbildung hervorragende Perspektiven.“

    Thomas Marichhofer, Landesinnungsmeister

    Der Titel bleibt in der Steiermark

    Wir sagen: Starke Leistung, Johannes! Und herzliche Gratulation an alle 36 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

    Denn Zukunft wird nicht nur gedacht. Sie wird gemacht. Manchmal mit Diagnosegerät, Drehmoment – und einer ziemlich ruhigen Hand.

    Quelle: WKO Steiermark, Presseinformation zu den Staatsmeisterschaften der Fahrzeugtechnik und Karosseriebautechnik 2026

  • Jetzt heißt es Daumen halten für zwölf steirische Talente!

    Jetzt heißt es Daumen halten für zwölf steirische Talente!

    WorldSkills 2026

    Shanghai ruft – und die Steiermark schickt gleich zwölf ihrer besten jungen Fachkräfte los: Von 22. bis 27. September treten sie bei den WorldSkills 2026 gegen die internationale Berufselite an. Ob Bäckerhandwerk, Mode, Logistik, Mechatronik oder Robotik – das steirische Team zeigt, wie vielfältig berufliches Können ist.

    Es wird ernst in Shanghai: Rund 1.400 junge Fachkräfte aus 70 Nationen treten bei den WorldSkills 2026 in 64 Wettbewerbsberufen gegeneinander an. Sie alle wollen zeigen, was sie können – und natürlich eine der begehrten Medaillen mit nach Hause nehmen.

    Österreich ist mit 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vertreten. Zwölf davon kommen aus der Steiermark. Damit stellen wir das größte Bundesländer-Team des Landes.

    48 Talente, 42 Berufe, ein Ziel

    Wie viel Energie in Team Austria steckt, zeigt der offizielle Teaser von SkillsAustria. 48 junge Fachkräfte reisen gemeinsam nach Shanghai – darunter zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Steiermark.

    WorldSkills 2026 – Team Austria – Teaser

    Video: SkillsAustria

    Vom Backofen bis zum Roboter

    Die Bandbreite könnte kaum größer sein: Jennifer Lueger tritt als erste steirische Bäckerin bei einem internationalen Großbewerb an. Julia Kaufmann könnte in Fashion Technology eine mehr als vier Jahrzehnte dauernde österreichische Goldpause beenden. Und Jonas Leitner hat im Stuckateur- und Trockenbau sogar die Chance auf einen österreichischen Premieren-Weltmeistertitel.

    Besonders stark ist die Steiermark auch in jenen Berufen vertreten, in denen Technologie und Teamarbeit gefragt sind: Konstantin Hauser und Marwin Kremser starten in Autonomous Mobile Robotics, Kristijan Hrdzic und Gabriel Aldrian in Robot Systems Integration. David Seidl und Paul Wohlesser stellen sich gemeinsam dem Mechatronik-Bewerb.

    „WorldSkills zeigt sehr gut, welche Begeisterung berufliche Bildung auslöst.“

    Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark und von SkillsAustria

    Das ist das steirische Team

    • Paul Bürki, Ortweinschule – Grafik Design
    • Kristijan Hrdzic, Magna – Robot Systems Integration
    • Gabriel Aldrian, Magna – Robot Systems Integration
    • Anna Tritscher, Sport Tritscher – Retail Sales
    • Jonas Leitner, Strabag – Stuckateur- und Trockenbau
    • Jennifer Lueger, Arbesleitner – Bäckerin
    • Marwin Kremser, KNAPP – Autonomous Mobile Robotics
    • Konstantin Hauser, KNAPP – Autonomous Mobile Robotics
    • Julia Kaufmann, Modeschule Graz – Fashion Technology
    • Paul Wohlesser, Flex Althofen – Mechatronik
    • David Seidl, Flex Althofen – Mechatronik
    • Paul Zadravec, Kühne+Nagel – Speditionslogistik

    Trainieren, tüfteln, durchhalten

    Wer es zu den WorldSkills schafft, hat schon vor dem eigentlichen Wettbewerb eine beachtliche Leistung erbracht. Hinter den zwölf steirischen Starts stehen Hunderte Trainingsstunden, viel Disziplin und noch mehr Durchhaltevermögen.

    Für den letzten Feinschliff ging es teilweise weit über die Landesgrenzen hinaus: David Seidl und Paul Wohlesser trainierten in Japan, Marwin Kremser und Konstantin Hauser in Kasachstan. Paul Bürki bereitete sich in Kanada vor und Anna Tritscher sammelte sogar direkt in Shanghai wertvolle Erfahrungen.

    Nun gilt es, unter Zeitdruck konzentriert zu bleiben, Lösungen zu finden und im entscheidenden Moment das Beste abzurufen.

    Eine Bühne für berufliches Können

    Für Jugendliche, die gerade überlegen, wohin ihr Weg nach der Schule führen soll, sind die WorldSkills auch ein Blick in die Zukunft der Berufe. Sie zeigen, dass sich traditionelles Handwerk und neue Technologien längst nicht mehr ausschließen.

    In der Bäckerei sind Präzision und Kreativität gefragt, in der Mode technisches Können und gestalterisches Gespür. In der Robotik, Mechatronik oder Systemintegration geht es darum, komplexe Abläufe zu verstehen, Fehler rasch zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

    So unterschiedlich die zwölf Ausbildungswege auch sind, eines verbindet sie: Junge Menschen haben ihre Stärken gefunden und über lange Zeit an ihnen gearbeitet.

    Shanghai, wir sind bereit!

    Zwölf junge Steirerinnen und Steirer, zwölf ganz unterschiedliche Berufe und ein gemeinsames Ziel: bei der Berufs-WM ihr Bestes zu geben.

    ZUKUNFT MEISTERN wünscht dem gesamten Team viel Erfolg in Shanghai. Jetzt heißt es: kräftig Daumen halten für unsere steirischen Medaillenhoffnungen!


    Bildnachweis:
    Foto Fischer

    Quellen:
    WKO Steiermark: „Zwölf Steirer jagen in China ihren Medaillen-Traum“, aktualisiert am 17. September 2026
    SkillsAustria: WorldSkills 2026 Shanghai

  • Steirischer Doppelsieg in der Straßenerhaltung

    Steirischer Doppelsieg in der Straßenerhaltung

    Die Lehre zur Straßenerhaltungsfachkraft haben Jugendliche und Eltern vermutlich nicht als Erstes im Blick. Dabei lohnt es sich, genauer hinzusehen: Julian Josef Grein aus Feldbach gewann den Bundeslehrlingswettbewerb, Platz zwei ging ebenfalls in die Steiermark.

    Wer denkt bei der Berufswahl schon an Straßenerhaltung? Dabei steckt hinter sicheren Straßen ein anspruchsvoller Lehrberuf, der Fachwissen, handwerkliches Geschick und Genauigkeit verlangt.

    Wie gut die steirischen Nachwuchsfachkräfte ausgebildet sind, zeigte sich beim Bundeslehrlingswettbewerb in der Straßenmeisterei Graz-Nord: Julian Josef Grein von der Straßenmeisterei Feldbach holte gemeinsam mit seinem Helfer Valentin Dresler den Staatsmeistertitel. Den zweiten Platz erreichte Florian Plösch aus Deutschlandsberg mit seinem Helfer Marvin Patzak aus Bruck.

    Theorie, Präzision und Teamarbeit

    Die Lehrlinge im dritten Ausbildungsjahr mussten zunächst ihr theoretisches Wissen beweisen. Im praktischen Einzelbewerb setzten sie ein komplexes Straßenraumgestaltungsprojekt um. Beim Teambewerb galt es, unter Zeitdruck eine Baustelle einzurichten und abzusichern. Hier belegte die Steiermark hinter Oberösterreich den zweiten Platz.

    „Wir wollen die besten Lehrlinge als Facharbeiter aus- und weiterbilden, weil wir sie brauchen.“

    Claudia Holzer, Verkehrslandesrätin

    Der Doppelerfolg macht einen Lehrberuf sichtbar, den viele Jugendliche und Eltern bei der Berufsorientierung vermutlich nicht sofort auf dem Schirm haben. Dabei zeigt der Wettbewerb: Straßenerhaltung braucht junge Menschen, die praktisch arbeiten wollen, technisch interessiert sind und Verantwortung übernehmen können.

    Quelle: Kommunikation Land Steiermark, 17. September 2026
    Fotos: Land Steiermark/Jesse Streibl

  • Wenn Berufsorientierung zur Familienfrage wird

    Wenn Berufsorientierung zur Familienfrage wird

    Lehre oder weiterführende Schule: Welcher Bildungsweg passt zu meinem Kind? Für die siebte Ausgabe von ZUKUNFT MEISTERN möchten wir wissen, welche Fragen, Sorgen und Ängste Eltern und andere Wegbegleiter beschäftigen. Denn nur dann können wir jene Antworten geben, die Familien wirklich helfen.

    Am Küchentisch liegen drei Broschüren, zwei Ausdrucke und ein Handy mit zwölf offenen Tabs. Eigentlich wollte man nur kurz über die Zukunft sprechen.

    Dann fällt ein Satz wie: „Ich will aber …“

    Und schon wird daraus eine Familienkonferenz und Grundsatzdiskussion.

    Die Eltern sehen Sicherheit und Zukunftschancen. Der Nachwuchs sieht Interessen, Freunde und vielleicht einen Beruf, unter dem sich zu Hause noch niemand besonders viel vorstellen kann. Oder es ist genau umgekehrt. Kann alles vorkommen.

    Vielleicht kennen Sie diesen Spagat: Man möchte das eigene Kind entscheiden lassen und gleichzeitig verhindern, dass es sich eine wichtige Tür zu früh verschließt. Schließlich will man nur das Beste. Schwierig wird es, wenn das „Beste“ für Eltern anders aussieht als für ihr Kind.

    Wir wollen nicht entscheiden. Wir wollen zuerst verstehen.

    ZUKUNFT MEISTERN möchte Familien Mut zu einer gut informierten Entscheidung machen. Für oder gegen einen bestimmten Bildungsweg.

    Die Lehre ist dabei eine Möglichkeit. Nicht die einzig richtige und nicht automatisch die zweite Wahl. Wir wollen niemanden von einer Lehre überzeugen. Wir möchten aber verhindern, dass sie ausgeschlossen wird, bevor ihre Chancen, Anforderungen und weiteren Möglichkeiten bekannt sind.

    Sechs Ausgaben haben uns viel Erfahrung gebracht – und vielleicht auch ein wenig Berufsblindheit. Wer sich ständig mit Lehre und Berufsorientierung beschäftigt, hält manches irgendwann für selbstverständlich.

    Aber wissen wir deshalb, welche Frage eine Mutter beschäftigt, die abends vor zwölf geöffneten Internetseiten sitzt? Nein.

    Darum wollen wir vor der Planung der siebten Ausgabe zuhören. Denn erst wenn wir Ihre Fragen und Ängste kennen, können wir die passenden Themen setzen und jene Interviewpartnerinnen und Interviewpartner auswählen, die darauf wirklich hilfreiche Antworten geben können.

    Was beschäftigt Eltern und andere Wegbegleiter?

    Was beschäftigt Sie als Mutter oder Vater? Welche Fragen hören Sie als Tante, Onkel, Oma oder Opa? Wo fehlt Orientierung, wenn ein junger Mensch vor einer Bildungsentscheidung steht?

    • Lehre oder weiterführende Schule: Welche Informationen fehlen, um diese Möglichkeiten fair beurteilen zu können?
    • Chancen und offene Türen: Was möchten Sie über Lehre mit Matura und spätere Bildungswege wissen?
    • KI und neue Berufe: Welche Veränderungen machen Ihnen mit Blick auf die Zukunft Ihres Kindes Sorgen?
    • Begleiten, ohne zu bestimmen: Wie erkennt man, was wirklich zum eigenen Kind passt?
    • Wenn Wünsche auseinandergehen: Wie lässt sich darüber sprechen, ohne dass aus Unterstützung Druck wird?

    Vielleicht erscheint Ihnen Ihre Frage zu einfach oder selbstverständlich. Für uns ist sie genau deshalb wichtig. Wir möchten nicht über den Informationsbedarf von Familien hinwegschreiben.

    Bildung wird oft „vererbt“. Aber macht dieses Erbe glücklich?

    Wie stark das Elternhaus mit Bildungsentscheidungen zusammenhängt, zeigt eine 2026 veröffentlichte IHS-Langzeitstudie von Mario Steiner, Nora Haag und Maria Köpping. Analysiert wurden die Wege von 85.535 jungen Menschen.

    Mit 13 Jahren besuchten 65 Prozent der Kinder von Eltern mit Hochschulabschluss eine AHS. Bei Kindern, deren Eltern höchstens einen Pflichtschulabschluss hatten, waren es 11 Prozent. Mit 16 Jahren befanden sich wiederum 36 Prozent der Burschen, aber nur 20 Prozent der Mädchen in einer Lehrausbildung.

    Die Zahlen sagen nicht, welcher Weg für ein einzelnes Kind der richtige ist – und schon gar nicht, ob er glücklich macht. Sie zeigen aber, warum es wichtig ist, auch die eigenen Vorstellungen zu hinterfragen.

    Zur IHS-Langzeitstudie von Steiner, Haag und Köpping aus dem Jahr 2026

    Mütter im Talk: Was, wenn das eigene Kind anders entscheidet?

    Wie schwierig es sein kann, die eigene Vorstellung vom richtigen Weg loszulassen, zeigen zwei unserer bisherigen Gespräche.

    Monika Haider-Raunigg erzählt im „Mutter im Talk“, dass sie sich für ihren Sohn Philipp zunächst die Matura gewünscht hatte. Er merkte jedoch, dass ihm praktisches Lernen mehr liegt, und entschied sich für den Weg in eine Lehre zum Zweiradtechniker.

    Auch Ute Khom spricht über Zweifel, Erwartungen und das Loslassen. Obwohl sie selbst in der Berufsorientierung arbeitet, überraschte sie die Entscheidung ihres Sohnes Florentin, das Gymnasium zu verlassen und eine Lehre als Mechatroniker zu beginnen.

    Beide Mütter wollten Sicherheit und möglichst viele Chancen für ihre Kinder. Ihre Söhne fanden diese Chancen nur auf einem anderen Weg als zunächst gedacht.

    Ein Abschluss kann Türen öffnen. Ob ein junger Mensch durchgehen möchte, steht auf einem anderen Blatt.

    Welche Frage sollen wir für Sie klären?

    Welche Information fehlt Ihnen? Welche Sorge sollten wir ernst nehmen? Und wen sollten wir für die siebte Ausgabe von ZUKUNFT MEISTERN unbedingt befragen?

    Schreiben Sie uns Ihre Gedanken gerne in die Kommentare. Wir hören zu, fragen nach und nehmen Ihre Impulse in die Redaktionsplanung auf.

    ZUKUNFT MEISTERN 2027 erscheint einmal jährlich in gedruckter Form und wird steiermarkweit verbreitet. Online begleiten wir Eltern und Jugendliche das ganze Jahr über.

    Wir wollen keinen Weg vorzeichnen. Wir wollen die Fragen beantworten, die Familien helfen, ihren eigenen Weg zu finden.

  • KÖNNEN BRAUCHT MANCHMAL EIN ZEUGNIS

    KÖNNEN BRAUCHT MANCHMAL EIN ZEUGNIS

    Den Lehrabschluss nachholen, obwohl man längst im Beruf steht: SPAR ermöglicht Mitarbeiter:innen im Lebensmittelhandel, ihre praktische Erfahrung mit einem anerkannten Abschluss zu verbinden. Im Oktober startet der nächste Ausbildungsdurchgang in Graz.

    Wenn Berufserfahrung zum Lehrabschluss führt

    Manche Menschen haben ihren Beruf gelernt, ohne je eine klassische Lehre absolviert zu haben. Sie beraten Kund:innen, arbeiten an der Kassa oder behalten in der Feinkost den Überblick. Was ihnen fehlt, ist nicht das Können, sondern der offizielle Nachweis dafür.

    Genau hier setzt „Berufsausbildung@SPAR“ an. Seit 2014 begleitet SPAR gemeinsam mit dem Grazer Verein nowa Beschäftigte in der Steiermark und im südlichen Burgenland auf dem Weg zur außerordentlichen Lehrabschlussprüfung.

    Bisher nahmen 211 Mitarbeiter:innen teil. 55 bestanden die Prüfung mit Auszeichnung, weitere 31 mit gutem Erfolg.

    Lehrabschluss nachholen: Wer kann teilnehmen?

    Das Angebot richtet sich an Mitarbeiter:innen der SPAR-Supermärkte, die zum Zeitpunkt der Lehrabschlussprüfung mindestens 18 Monate Berufserfahrung im Lebensmitteleinzelhandel nachweisen können. Für Beschäftigte aus dem Filialbereich übernimmt SPAR die Kurskosten.

    Am 11. September 2026 findet im SPAR Campus Graz eine kostenlose Informationsveranstaltung statt. Der 13. Ausbildungsdurchgang startet im Oktober.

    Ein Abschluss darf auch später kommen

    Ein Berufsweg muss nicht immer geradlinig verlaufen. Unabhängig vom konkreten Angebot bei SPAR können Erwachsene in Österreich unter bestimmten Voraussetzungen einen Lehrabschluss nachholen. Wer die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten durch einschlägige Berufspraxis oder eine entsprechende Ausbildung erworben hat, kann bei der zuständigen Lehrlingsstelle die ausnahmsweise Zulassung zur Lehrabschlussprüfung beantragen.

    Informationen zu den Voraussetzungen und zur Antragstellung bietet die Wirtschaftskammer Österreich.

    Darin liegt auch für junge Menschen und ihre Eltern eine wichtige Botschaft: Eine Entscheidung in jungen Jahren legt nicht das gesamte Berufsleben fest. Erfahrung und Wissen wachsen weiter – und die formale Bestätigung dafür kann auch später folgen.

    Manches Können wächst lange, bevor es auf einem Zeugnis sichtbar wird.

    Quellen: SPAR Österreich, 20. August 2026; Wirtschaftskammer Österreich, 4. November 2025

    Bild: © SPAR / Velchev

  • Die Welt bekochen: Johann Lafers Karriere begann mit einer Lehre

    Die Welt bekochen: Johann Lafers Karriere begann mit einer Lehre

    Vor 50 Jahren schloss Johann Lafer seine Kochlehre im Grazer Gösser-Bräu ab. Aus diesem Grundstock entstand eine internationale Karriere. Geblieben ist seine enge Verbindung zur Steiermark – zu ihrer Landschaft, ihren Menschen und ihren Produkten.

    Was kann aus einer Lehre werden? Im Fall von Johann Lafer eine internationale Karriere als Spitzenkoch, Gastronom, Fernsehstar und Bestsellerautor. Zum 50. Jahrestag seines Lehrabschlusses kehrte der gebürtige Steirer in jene Stadt zurück, an dem sein außergewöhnlicher Berufsweg begann: nach Graz

    Von der Kochlehre in die Welt

    Von 1973 bis 1976 erlernte Johann Lafer im Gösser-Bräu in Graz sein Handwerk. Danach führte ihn sein Weg aus der Steiermark zunächst in das Berliner Hotel Schweizer Hof. Es folgten renommierte Häuser in Hamburg, Wertheim und München. Im Spitzenrestaurant „Aubergine“ arbeitete er mit Eckart Witzigmann zusammen. Als Küchenchef im „Le Val d’Or“ wurde Lafer schließlich mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

    Einem Millionenpublikum wurde er später durch Fernsehsendungen wie „Lafer! Lichter! Lecker!“ und „Die Küchenschlacht“ bekannt. Er veröffentlichte mehr als 60 Kochbücher und machte sich auch als Gastronom und Unternehmer einen Namen.

    Begonnen hatte all das mit einem Lehrabschluss in Graz.

    Die Lehre ist der Grundstock

    „In Graz und in der Steiermark habe ich nicht nur mein Handwerk gelernt, sondern auch den respektvollen Umgang mit Lebensmitteln, die Bedeutung von Qualität und den Wert harter Arbeit“, sagte Johann Lafer anlässlich seines Jubiläums. Dass aus einer Kochlehre im Gösser-Bräu eine internationale Karriere entstehen konnte, zeige, welche Kraft in einer fundierten Ausbildung stecke.

    Eine Botschaft blieb bei der Pressekonferenz besonders hängen: Die Lehre ist der Grundstock. Doch wer die Welt bekochen will, muss diese Welt auch kennenlernen. Wie soll man die französische Küche verstehen und zubereiten, wenn man sie selbst nie gekostet hat? Wie sollen neue Ideen entstehen, wenn man immer nur in der eigenen Küche bleibt?

    Lafers berufliche Stationen waren daher mehr als Namen in einem Lebenslauf. Sie erweiterten seinen Geschmack, sein Wissen und seinen Blick auf das eigene Handwerk. Die Lehre gab ihm das Fundament. Neugier, Offenheit und die Bereitschaft, die vertraute Umgebung zu verlassen, machten daraus eine internationale Karriere.

    Botschafter seiner steirischen Heimat

    Seine Karriere führte Johann Lafer hinaus in die Welt, aber nie weg von der Steiermark. Seit Jahrzehnten macht er seine Heimat, ihre Menschen und die von ihnen erzeugten Produkte weit über die Landesgrenzen hinaus sichtbar.

    Was die Steiermark für ihn bis heute auszeichnet, brachte er bei der Pressekonferenz persönlich auf den Punkt:

    „Eigentlich ist die Steiermark das geblieben, was wir uns alle wünschen: authentisch, ehrlich, gastfreundlich, dienstleistungsbereit und natürlich.“

    Gerade diese Eigenschaften, verbunden mit der Qualität regionaler Lebensmittel, trägt Lafer als Genussbotschafter in die Welt. Die Steiermark gab ihm den Grundstock für seine Karriere – und er gab ihr internationale Sichtbarkeit zurück.

    Neue Ausbildungsstätte für Gastronomie und Hotellerie

    Steiermark Tourismus und die WKO Steiermark nahmen das Jubiläum auch zum Anlass, im Center of Excellence einen neuen gastronomischen Ausbildungsbereich vorzustellen. Dort sollen Lehrlinge aus Gastronomie und Hotellerie künftig unter modernen und möglichst realitätsnahen Bedingungen trainieren können.

    Das Ausbildungszentrum soll die Qualität und Attraktivität der Tourismuslehre erhöhen und Ausbildungsbetriebe, Berufsschulen sowie Tourismusorganisationen enger miteinander vernetzen.

    Derzeit werden nach Angaben der WKO Steiermark 242 Lehrlinge in 173 steirischen Gastronomiebetrieben ausgebildet. In der Hotellerie sind es 515 Lehrlinge in 288 Betrieben.

    „Wenn wir heute auf 50 Jahre Lehrabschluss von Johann Lafer zurückblicken, dann sehen wir, was eine steirische Tourismuslehre leisten kann: Sie öffnet Türen in die Welt“, betont Hans Spreitzhofer, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WKO Steiermark.

    Ein Anfang, der vieles möglich macht

    Nicht jeder Kochlehrling wird später Michelin-Sterne erhalten, im Fernsehen auftreten oder Bestseller schreiben. Darum geht es auch nicht. Johann Lafers Lebensweg zeigt vielmehr, dass ein Lehrabschluss kein fertiger Berufsweg ist. Er ist ein Ausgangspunkt, von dem aus sich Möglichkeiten entwickeln können, die zu Beginn noch gar nicht sichtbar sind.

    Man muss nicht schon beim Start wissen, wohin die Reise führt. Aber man sollte bereit sein, zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und manchmal auch die vertraute Umgebung zu verlassen.

    Eine Lehre gibt jungen Menschen ein Handwerk mit. Wie weit sie damit gehen, dürfen sie selbst herausfinden.


  • Das Handyexperiment: was bleibt davon im Familienalltag?

    Das Handyexperiment: was bleibt davon im Familienalltag?

    ZUKUNFT MEISTERN sucht steirische Jugendliche und Eltern für einen ehrlichen Langzeit-Check zum ORF-Handyexperiment

    Drei Wochen kein Smartphone, kein TikTok, kein Snapchat, kein ständiges Aufblinken am Display: Mehr als 72.000 Kinder und Jugendliche haben im März 2026 beim großen ORF-„Dok 1“-Handyexperiment mitgemacht. Die wissenschaftliche Auswertung zeigt deutliche Effekte auf Schlaf, Wohlbefinden und Internetnutzung. Doch die eigentlich spannende Frage stellt sich erst danach: Was bleibt davon, wenn der Alltag längst wieder zurück ist?

    Drei Wochen ohne Smartphone. Für Erwachsene schon schwer vorstellbar, für Jugendliche beinahe wie ein Ausstieg aus ihrem Leben. Denn am Handy hängt längst nicht nur Unterhaltung. Dort laufen Freundschaften, Klassenchats, Verabredungen, Nachrichten, Musik, Videos – und oft auch das Gefühl, dazuzugehören.

    Trotzdem haben sich im März 2026 mehr als 72.000 Kinder und Jugendliche aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol auf genau dieses Experiment eingelassen. Fast 600 Schulen in Österreich beteiligten sich. Drei Wochen lang sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Smartphone und Social Media verzichten. Wissenschaftlich begleitet wurde das Experiment vom Anton Proksch Institut und der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien.

    Knapp 46.000 Kinder und Jugendliche nahmen an der wissenschaftlichen Begleitforschung teil. Befragt wurden sie vor Beginn des Experiments, unmittelbar nach den 21 Tagen sowie nochmals fünf Wochen später.

    Weniger Handy, besserer Schlaf, mehr Wohlbefinden

    Die Ergebnisse sind bemerkenswert. Laut der auf science.ORF.at veröffentlichten wissenschaftlichen Auswertung verringerten sich Ein- und Durchschlafstörungen nach den drei Wochen ohne Smartphone um 23 Prozent. Das psychische Wohlbefinden stieg insgesamt um etwa 18 Prozent.

    Auch bei depressiven Symptomen zeigte sich eine Verbesserung: Der Anteil der Kinder und Jugendlichen ohne depressive Symptome erhöhte sich um rund 15 Prozent. Dieser positive Effekt war laut Auswertung auch fünf Wochen nach Ende des Experiments noch feststellbar.

    Ein weiterer Befund betrifft die Internetnutzung selbst: Vor Beginn des Experiments zeigten 71 Prozent der Befragten ein problematisches, riskantes oder pathologisches Internetnutzungsverhalten. Nach dem Handyverzicht lag dieser Anteil bei 58 Prozent.

    Und noch etwas ist wichtig: Der Verzicht auf das Smartphone führte laut Auswertung nicht dazu, dass sich die Jugendlichen sozial isolierter fühlten. Viele füllten die plötzlich freie Zeit anders: mit Gesprächen, Musik, Bewegung, gemeinsamen Aktivitäten oder einfach mit dem, was im digitalen Dauerrauschen oft kaum noch Platz bekommt – Langeweile, aus der wieder eigene Ideen entstehen können.

    Zwei Drittel hielten die drei Wochen durch

    Drei Wochen ohne Smartphone sind lang. Vor allem dann, wenn fast das gesamte soziale Leben normalerweise über dieses Gerät läuft. Trotzdem hielten rund zwei Drittel der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen das Experiment über die gesamten 21 Tage durch.

    Das ist nicht deshalb bemerkenswert, weil Jugendliche nun grundsätzlich auf ihre Handys verzichten sollen. Es zeigt vielmehr: Junge Menschen sind sehr wohl bereit, ihren digitalen Alltag zu hinterfragen, wenn sie dabei begleitet werden und die Erfahrung gemeinsam machen können.

    Doch genau hier beginnt die Frage, die Familien besonders betrifft.

    Was passiert, wenn die Challenge vorbei ist?

    Während des Experiments waren viele Jugendliche nicht allein. Freundinnen und Freunde, Schulklassen und Lehrkräfte machten gemeinsam mit. Wer sein Smartphone ausgeschaltet hatte, musste weniger Angst haben, im Gruppenchat etwas zu verpassen oder bei sozialen Kontakten außen vor zu bleiben.

    Aber wie ist es Monate später?

    Was passiert, wenn WhatsApp wieder ständig piepst, TikTok wieder lockt und die Freundinnen und Freunde längst wieder online sind? Bleibt von den drei Wochen etwas im eigenen Alltag zurück? Wird das Handy bewusster genutzt? Gibt es zuhause neue Regeln? Liegt es beim Essen vielleicht öfter weg? Oder war das Experiment eine starke Erfahrung, die im normalen Schul- und Familienleben dennoch rasch wieder verblasst ist?

    Gerade für Eltern ist diese Frage entscheidend. Denn Medienerziehung funktioniert selten über Verbote allein. Sie beginnt dort, wo Familien gemeinsam hinschauen: Wie oft greifen wir selbst zum Handy? Wann stört es Gespräche, Schlaf oder gemeinsame Zeit? Und welche Regeln gelten nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene?

    Der Familien-Check: Was haben auch die Eltern gelernt?

    Ein Smartphone-Verzicht betrifft nicht nur Jugendliche. Eltern mussten begleiten, zuhören, vielleicht auch Frust aushalten. Manche werden erlebt haben, dass ihr Kind unruhiger oder gelangweilter war. Andere vielleicht, dass plötzlich wieder mehr gesprochen, gelesen, gespielt oder gemeinsam unternommen wurde.

    Doch haben auch die Erwachsenen etwas verändert?

    Wer von Jugendlichen verlangt, beim Essen das Handy wegzulegen, muss sich irgendwann auch selbst fragen, ob die berufliche Nachricht wirklich noch am Abend beantwortet werden muss. Wer Bildschirmzeiten begrenzen möchte, kommt am eigenen Scrollen kaum vorbei.

    Das Handyexperiment war deshalb nicht nur ein Test für Jugendliche. Es war möglicherweise auch ein Spiegel für Familien.

    ZUKUNFT MEISTERN sucht steirische Familien: Was ist geblieben?

    Für die Ausgabe ZUKUNFT MEISTERN 2027 möchten wir nicht nur über Zahlen sprechen, sondern mit jenen, die das Experiment tatsächlich erlebt haben.

    Wir suchen ein Eltern-Kind-Gespann aus der Steiermark, das im März 2026 am ORF-„Dok 1“-Handyexperiment teilgenommen hat und bereit ist, einige Monate später ehrlich Bilanz zu ziehen.

    Uns interessiert nicht die perfekte Erfolgsgeschichte. Uns interessiert der Alltag.

    War der Verzicht leichter, weil die Klasse oder Freundinnen und Freunde ebenfalls mitgemacht haben? Was war in den drei Wochen besonders schwierig? Gab es Momente, in denen plötzlich etwas anderes möglich wurde? Wird das Smartphone heute bewusster genutzt – oder ist längst wieder alles wie davor? Welche Regeln haben sich in der Familie verändert? Und haben auch die Eltern ihren eigenen Handykonsum neu betrachtet?

    Wir möchten diese Erfahrung ohne erhobenen Zeigefinger erzählen: ehrlich, persönlich und mit dem Blick darauf, was Familien aus einem außergewöhnlichen Experiment für den eigenen Alltag mitnehmen können.

    Sie haben mitgemacht?

    Dann schreiben Sie uns:

    Kontakt: hoedl@zukunftmeistern.at

    Wir freuen uns auf eine steirische Familie, die bereit ist, offen über ihre Erfahrung mit unserer Redaktion zu sprechen.


    Quelle

    Romana Beer: „Zehntausende Jugendliche auf Handyentzug“, science.ORF.at, veröffentlicht am 27. Mai 2026. Wissenschaftliche Begleitung des ORF-„Dok 1“-Handyexperiments durch das Anton Proksch Institut und die Sigmund Freud PrivatUniversität Wien.

  • Funken, Präzision und volle Konzentration

    Funken, Präzision und volle Konzentration

    Beim Landeslehrlingswettbewerb Metalltechnik 2026 in Mureck zeigten 46 steirische Lehrlinge, wie viel Können, Disziplin und Zukunft in der Lehre steckt.

    Während viele Jugendliche an einem Freitag vielleicht schon ans Wochenende denken, arbeiteten 46 steirische Lehrlinge in Mureck sieben Stunden lang an Werkstücken, Schweißnähten und millimetergenauen Lösungen. Beim Landeslehrlingswettbewerb Metalltechnik 2026 zeigte sich eindrucksvoll, wie viel Können, Disziplin und Zukunft in der steirischen Lehre steckt.

    An der Landesberufsschule Mureck wurde gefeilt, geschweißt, gemessen und konzentriert gearbeitet – unter Zeitdruck und mit den strengen Blicken der Jury. Zusätzlich zum praktischen Teil mussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch eine theoretische Prüfung absolvieren.

    Der Wettbewerb wird gemeinsam von der Innung der Metalltechnik sowie der Metalltechnischen Industrie Steiermark der Wirtschaftskammer Steiermark organisiert und gilt seit Jahren als wichtiger Gradmesser für die Qualität der Ausbildung in den Betrieben.

    Und genau diese Qualität war auch 2026 deutlich sichtbar.

    Junge Fachkräfte mit beeindruckender Präzision

    In der Kategorie Maschinenbautechnik – Werkzeugbautechnik überzeugte Leon Rosegger von Magna Presstec GmbH mit der Fertigung einer Spannvorrichtung und einer Schweißübung. Präzision, sauberes Arbeiten und technisches Verständnis waren hier entscheidend.

    Auch in der Maschinenbautechnik – Zerspanungstechnik wurde auf höchstem Niveau gearbeitet. Den ersten Platz holte Thomas Hoffmann von voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG, gefolgt von Daniel Pöttler von Rosendahl Nextrom GmbH. Die Aufgabe: ein präzise gefertigter Gabelkopf – ein Werkstück, bei dem bereits kleinste Abweichungen sichtbar werden.

    Besonders eindrucksvoll zeigte sich erneut die Schmiedetechnik. Mario Rottensteiner von voestalpine BÖHLER Aerospace GmbH & Co KG fertigte eine Standuhr mit hoher handwerklicher Genauigkeit und sicherte sich damit den ersten Platz.

    Lehre bleibt Zukunft

    Der Wettbewerb zeigt nicht nur das hohe Niveau der steirischen Metalltechnik-Ausbildung, sondern auch, wie wichtig junge Fachkräfte für Industrie und Wirtschaft bleiben. Hinter jedem erfolgreichen Lehrling stehen Betriebe, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie viele Stunden praktischer Arbeit.

    Gerade Branchen wie Maschinenbau, Metalltechnik oder industrielle Fertigung suchen dringend qualifizierten Nachwuchs. Wettbewerbe wie jener in Mureck machen sichtbar, welches Potenzial bereits heute in den Werkstätten und Lehrbetrieben der Steiermark heranwächst.


    @Foto Fischer

    Hinter den Erfolgen stehen starke Ausbildungsbetriebe

    Die ausgezeichneten Lehrlinge absolvieren ihre Ausbildung unter anderem bei folgenden Unternehmen: