Schlagwort: Berufsorientierung

  • KRAFT:nacht 2026: Blick hinter die Kulissen der Top-Betriebe in Murau und Murtal

    KRAFT:nacht 2026: Blick hinter die Kulissen der Top-Betriebe in Murau und Murtal

    Welche beruflichen Chancen bieten Unternehmen direkt in der Region? Am Freitag, dem 16. Oktober 2026, öffnet die KRAFT:nacht von 15:00 bis 21:00 Uhr die Türen regionaler Leitbetriebe in den Bezirken Murau und Murtal. Für Eltern und Jugendliche ist das die ideale Gelegenheit, Ausbildungswege und Berufsbilder direkt vor Ort kennenzulernen.

    Die Wahl des richtigen Lehrberufs oder des ersten Arbeitsplatzes wirft viele Fragen auf. Die KRAFT:nacht 2026 macht Orientierung greifbar: 19 Partnerbetriebe aus unterschiedlichsten Branchen – von Technik und Industrie über Pharmazie bis hin zu Handwerk und Lebensmittelerzeugung – gewähren exklusive Einblicke in ihren Arbeitsalltag und informieren über konkrete Zukunftschancen in der Heimat.

    Warum sich der Besuch für Eltern und Jugendliche lohnt

    Als Elternteil begleiten Sie Ihr Kind bei einer der wichtigsten Entscheidungen für die Zukunft. Die KRAFT:nacht bietet dafür den passenden Rahmen auf Augenhöhe:

    • Echte Arbeitsumgebungen erleben: Wie sieht der Alltag im Betrieb aus? Welche modernen Technologien kommen zum Einsatz?
    • Direkter Austausch mit Ausbildnern & Teams: Stellen Sie Fragen zu Lehrabläufen, Arbeitszeiten, Lehre mit Matura und Karrierechancen direkt an die Menschen vor Ort.
    • Chancen in der Region entdecken: Viele Spitzenunternehmen liegen direkt vor der Haustür. Der gemeinsame Besuch zeigt Jugendlichen, welche Perspektiven die Heimat bietet.

    Tipp für die Planung: Mit den nötigen Transferzeiten lassen sich am Nachmittag und Abend maximal drei Betriebsbesichtigungen kombinieren. Sprechen Sie vorab mit Ihrem Kind ab, welche zwei bis drei Betriebe am spannendsten klingen!

    Welche Betriebe öffnen ihre Tore?

    Ein Auszug der teilnehmenden KRAFT-Partnerbetriebe 2026:

    • Technik, Industrie & Produktion: HAGE Sondermaschinenbau, voestalpine Railway Systems, Stahl Judenburg, SKF Sealing Solutions, Wuppermann Austria, Zeman Bauelemente, NZ Hydraulikzylinder, EagleBurgmann
    • Energie, IT & Infrastruktur: Murauer Stadtwerke, Emsenhuber Informatik
    • Papier, Holz & Handwerk: Mondi Zeltweg, heinzelpöls (Zellstoff Pöls), ALPE Zimmerei und Tischlerei
    • Pharmazie, Handel & Lebensmittel: Gall Pharma, Brauerei Murau, Obersteirische Molkerei
    • Mobilität: Autohaus Neubauer, Hendrickson Austria, METEKA

    Alle Eckdaten auf einen Blick

    • Veranstaltung: KRAFT:nacht 2026 (Initiative KRAFT:dasMurtal)
    • Wann: Freitag, 16. Oktober 2026 | 15:00 bis 21:00 Uhr
    • Wo: In den teilnehmenden Partnerbetrieben in den Bezirken Murau und Murtal
    • Zielgruppe: Jugendliche in der Berufsorientierung, Schüler:innen, Eltern und Interessierte
    • Wichtiger Hinweis zur Teilnahme: Zur Koordination ist eine Anmeldung für jede teilnehmende Person erforderlich.

    👉 Jetzt informieren und anmelden:Anmeldeformular zur KRAFT:nacht 2026

  • Lehre bei der Energie Steiermark: 70 Jahre Erfahrung, neue Wege für 2027

    Lehre bei der Energie Steiermark: 70 Jahre Erfahrung, neue Wege für 2027

    Seit 1956 bildet die Energie Steiermark Lehrlinge aus. Für Eltern und Jugendliche steht jetzt der nächste Jahrgang im Mittelpunkt: Die Bewerbung für Herbst 2027 läuft bereits. Am 13. November öffnet der E-Campus in Graz seine Türen.

    Wissen weitergeben, Geduld haben, junge Menschen an Aufgaben heranführen: Hinter einer Lehrlingsausbildung stehen immer auch Menschen, die anderen etwas zutrauen. Beim 70-Jahr-Jubiläum der Energie Steiermark wurde einer von ihnen besonders gewürdigt. Karl Pfeifer ist 100 Jahre alt. Als Ausbildner hat er Hunderte Jugendliche in ihren ersten Berufsjahren begleitet.

    Seit 1956 haben nach Angaben des Unternehmens mehr als 1.600 junge Menschen ihre berufliche Laufbahn bei der Energie Steiermark begonnen. Derzeit werden 100 Lehrlinge ausgebildet, 27 Jugendliche kommen 2026 neu dazu. Hinter diesen Zahlen stehen unterschiedliche Wege. Manche führen später in technische Spezialgebiete, andere in die Ausbildung oder in Führungsaufgaben.

    Was lernen Lehrlinge am E-Campus in Graz?

    Aus der früheren Lehrwerkstätte ist der E-Campus geworden. Das 2020 eröffnete Ausbildungszentrum verbindet theoretische Grundlagen mit praktischer Arbeit. Dazu kommen Einsätze in unterschiedlichen Unternehmensbereichen.

    Digitalisierung und erneuerbare Energien verändern die Aufgaben in der Energiewirtschaft. Entsprechend geht es in der Ausbildung neben handwerklichem Können auch darum, Zusammenhänge zu verstehen. Am E-Campus lernen zudem nicht nur Lehrlinge: Auch Mitarbeiter und Führungskräfte nutzen Techniktrainings und Weiterbildungsangebote. Lernen endet hier also nicht mit dem Lehrabschluss.

    Welche Lehrberufe bietet die Energie Steiermark an?

    Das allgemeine Lehrangebot umfasst unter anderem sowohl technische als auch kaufmännische Ausbildungswege. Zu den Lehrberufen gehören:

    • Technische Lehrberufe:
      • Elektrotechnik: Arbeit an modernen Stromnetzen, Anlagen und erneuerbaren Energien.
      • Installations- und Gebäudetechnik: Fokus auf nachhaltige Klimatechnik und Gebäudesysteme.
      • Fernwärmetechnik: Spezialisierung auf die nachhaltige Wärmeversorgung.
    • Kaufmännische Lehrberufe:
      • Bürokauffrau / Bürokaufmann: Organisation, Kommunikation und digitale Verwaltungsabläufe.

    Gut zu wissen: Das Unternehmen unterstützt auch das Modell Lehre mit Matura, was Jugendlichen zusätzliche Bildungswege öffnet. Die konkreten Ausbildungswege sind auf der Lehrlingsseite der Energie Steiermark beschrieben.

    Für Eltern lohnt sich dabei der Blick auf den Alltag hinter der Berufsbezeichnung. Arbeitet mein Kind gerne praktisch? Interessiert es sich für technische Abläufe? Oder liegen seine Stärken eher im Organisieren und im kaufmännischen Bereich? Solche Fragen können den Einstieg in ein Gespräch erleichtern. Die Antworten dürfen sich beim Kennenlernen eines Berufs auch noch verändern.

    Wie funktioniert die Bewerbung für den Lehrbeginn 2027?

    Die Bewerbungsphase für Herbst 2027 läuft bereits. Bewerbungen erfolgen online. Benötigt werden ein Lebenslauf und die Jahreszeugnisse der letzten beiden Schuljahre. Überzeugen die Unterlagen, folgt eine Einladung zum Auswahlverfahren am E-Campus in Graz.

    Wer zunächst den Ausbildungsalltag kennenlernen möchte, kann über die Unternehmenswebsite eine Schnupperanfrage stellen. So lässt sich vor einer Entscheidung genauer hinsehen.

    Tag der offenen Tür: Ausbildung gemeinsam kennenlernen

    Am Freitag, 13. November 2026, von 9 bis 16 Uhr können sich Interessierte am E-Campus, Neuholdaugasse 56 in Graz, über die Lehrberufe informieren. Gespräche mit Lehrlingen und Ausbildnern sowie Einblicke in die Lehrwerkstätte gehören zum Angebot.

    Für einen gemeinsamen Besuch können Eltern und Jugendliche ihre Fragen mitnehmen: Wie verteilen sich Ausbildung, Berufsschule und Praxiseinsätze? Welche Unterstützung gibt es bei Schwierigkeiten? Welche Entwicklungsmöglichkeiten stehen nach dem Abschluss offen?

    70 Jahre Ausbildung erzählen von Erfahrung. Ob ein Beruf zum eigenen Kind passt, zeigt sich beim Fragen, Beobachten und Ausprobieren.

    Informationen zu Lehrberufen, Bewerbung und Schnuppern:
    Lehre bei der Energie Steiermark

    Quellen: Energie Steiermark AG: „70 Jahre Lehrlingsausbildung bei der Energie Steiermark“, APA-OTS, 28. September 2026; Unternehmenswebsite „Lehre“, abgerufen am 30. September 2026. Zahlen und Angaben zur Ausbildung stammen vom Unternehmen.

  • Vom Helfen zum Beruf: Wege in die Pflege für Jugendliche in der Steiermark

    Vom Helfen zum Beruf: Wege in die Pflege für Jugendliche in der Steiermark

    Helfen und für andere dasein liegt vielen Jugendlichen am Herzen. Wie aus ehrenamtlichem Engagement eine berufliche Zukunft in der Pflege werden kann und welche Wege es nach der 8. Schulstufe in der Steiermark gibt.

    Gerade in der Steiermark zeigt sich die Bereitschaft zum Helfen unter jungen Menschen eindrucksvoll in Zahlen: Beim Jugendrotkreuz Steiermark engagierten sich 2025 laut Rotes Kreuz 1.287 Jugendliche. Die Feuerwehrjugend Steiermark zählte im Juli 2026 sogar 6.368 Mitglieder.

    Auch die Ö3-Jugendstudie 2026 unterstreicht, dass Sinn bei der Berufswahl eine zentrale Rolle spielt: 70 Prozent der befragten 16- bis 25-Jährigen möchten in ihrer Arbeit etwas Sinnvolles tun.

    Vom Wunsch zu helfen zum Pflegeberuf?

    Wer beim Jugendrotkreuz oder bei der Feuerwehrjugend mitmacht, erlebt Gemeinschaft und übernimmt Verantwortung. Das kann ein idealer Ausgangspunkt für ein Gespräch zu Hause über die Berufswahl sein: Was gefällt meinem Kind am Helfen? Und interessiert es sich auch für die Arbeit mit Menschen, die im Alltag Pflege brauchen?

    Diese zweite Frage ist entscheidend. Pflege bedeutet Nähe zu Menschen, Fachwissen und Verantwortung – auch an Tagen, an denen die Arbeit schwerfällt. Freude am freiwilligen Engagement allein beantwortet noch nicht, ob der Beruf langfristig passt.

    Fachschule oder Pflegelehre: Wo liegt der Unterschied?

    Weg 1: Die Fachschule mit Pflegeassistenz

    Nach der 8. Schulstufe können Jugendliche in der Steiermark eine dreieinhalbjährige Fachschule mit Pflegeassistenz besuchen. Ein Beispiel ist die Fachschule St. Martin in Graz, die mit der Pflegeschule Graz Süd zusammenarbeitet.

    • Kosten: Die Ausbildung ist kostenfrei.
    • Finanzielle Unterstützung: Je nach Schultyp ist eine Ausbildungsunterstützung von bis zu 958 Euro im Monat möglich (Höhe und Beginn der Auszahlung unterscheiden sich).
    • Perspektive: Nach dem Abschluss ist ein kostenfreies Upgrade zur Pflegefachassistenz möglich.
    • Anmeldung: Erfolgt direkt bei der jeweiligen Fachschule.

    Weg 2: Die Pflegelehre

    Nach Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht gibt es einen weiteren Weg: die Pflegelehre. Die Lehre zur Pflegeassistenz dauert drei Jahre, jene zur Pflegefachassistenz vier Jahre. Gelernt wird im Betrieb und in der Berufsschule; Lehrlinge erhalten ein reguläres Lehrlingseinkommen.

    In der Steiermark startete die KAGes 2024 mit Pflegelehrplätzen am LKH Graz II. Welche Plätze aktuell frei sind, müssen Interessierte direkt beim jeweiligen Lehrbetrieb prüfen. Wichtig zu wissen: Tätigkeiten direkt an Patientinnen und Patienten sind für Lehrlinge erst nach dem 17. Geburtstag erlaubt.

    „Unsere Gesellschaft braucht motivierte Fachkräfte, die Freude am Beruf und vor allem an der Arbeit mit Menschen haben.“

    Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl 

    Ein Blick in die Praxis

    Anlass für diesen Blick auf die Ausbildung ist eine aktuelle Abschlussfeier in Graz: 28 Menschen haben am Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit Süd ihre Ausbildung in der Pflegeassistenz oder Pflegefachassistenz erfolgreich abgeschlossen. Ihre Abschlüsse zeigen anschaulich, wohin eine Pflegeausbildung führen kann.

    Vielleicht muss ein Jugendlicher mit 14 Jahren noch nicht final wissen, ob Pflege sein Beruf fürs Leben wird. Aber er sollte die Möglichkeit haben zu erfahren, wie dieser Beruf wirklich aussieht – und welche unterschiedlichen Wege dorthin führen.

    Quellen & Weiterführende Links

    Land Steiermark – Das Landesportal (Beitrag von Thomas Bauer, 28. September 2026)

    Rotes Kreuz Steiermark – Bilanz 2025 (Veröffentlicht am 12. Juni 2026)

    Landesfeuerwehrverband Steiermark – Feuerwehrjugend (Stand: 4. Juli 2026)

    Ö3/ORF – Jugendstudie 2026 (Veröffentlicht am 17. April 2026)

    Land Steiermark – Fachschule mit Pflegeassistenz

    Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus – FAQ zur Pflegelehre

    Jugendrotkreuz Steiermark

  • Lehre in Österreich: Wen erreichen wir nicht?

    Lehre in Österreich: Wen erreichen wir nicht?

    Eine IHS-Studie zeigt, wie stark das Elternhaus Bildungswege prägt. Doch was ist, wenn Eltern die österreichische Lehre kaum kennen? Erklären wir diese Ausbildung auch jenen Familien, die bisher wenig Berührung damit hatten?

    „Mein Kind soll eine gute Ausbildung machen.“ Diesen Wunsch teilen Eltern – auch jene, die selbst nach Österreich zugewandert sind. Was eine Lehre in Österreich bedeutet, ist trotzdem nicht für alle selbstverständlich: Jugendliche lernen im Betrieb und besuchen die Berufsschule. Wer dieses Ausbildungsmodell nicht kennt, hat Fragen, bevor überhaupt über einen bestimmten Beruf gesprochen werden kann.

    Wie stark prägt das Elternhaus den Bildungsweg?

    Mit 13 Jahren besuchten 65 Prozent der Kinder von Eltern mit Hochschulabschluss eine AHS-Unterstufe. Bei Kindern, deren Eltern höchstens die Pflichtschule abgeschlossen hatten, waren es 11 Prozent. Das zeigt eine Langzeitstudie des Instituts für Höhere Studien (IHS). Untersucht wurde ein Jahrgang, der 2011 dreizehn Jahre alt war. Der Bildungsabschluss der Eltern hing in dieser Studie stärker mit dem Bildungsweg zusammen als der Migrationshintergrund allein. irihs.ihs.ac.at

    Und wenn die Lehre unbekannt ist?

    Wie läuft die Ausbildung ab? Was passiert in der Berufsschule? Welche Wege stehen nach dem Lehrabschluss offen? Das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft nannte mangelnde Kenntnis des österreichischen Lehrsystems bereits 2022 als eine mögliche Hürde. Das betrifft nicht alle zugewanderten Familien. Es ist aber ein Grund, die Lehre verständlich zu erklären und nachzufragen, welche Informationen Eltern tatsächlich fehlen. ibw.at

    Gibt es Hilfe – und kommt sie an?

    Die BerufsInfoZentren des AMS Steiermark beraten zu Ausbildung und Beruf. Bei den „Talent Talks“ können Eltern bei Bedarf in die Beratung an Schulen einbezogen werden. Fragen zu Berufen und Ausbildungen beantwortet der AMS-Berufsinfomat auch in mehreren Sprachen; persönliche Beratung ersetzt er nicht. www.ams.at

    Angebote sind also da. Wissen die Familien davon, die das österreichische Lehrsystem erst kennenlernen müssen? Und wie müssten wir über die Lehre sprechen, damit Eltern gemeinsam mit ihrem Kind entscheiden können? Das möchten wir bei ZUKUNFT MEISTERN von den Eltern selbst erfahren.

    Weiterlesen: Wie Siemens Mobility in Graz Jugendliche unabhängig von ihrer Herkunft fördern will. Dieser Beitrag zeigt die Sicht eines Ausbildungsbetriebs; die Frage nach der Information für Eltern bleibt hier bewusst offen. zukunftmeistern.at

    Quellen

  • Jetzt heißt es Daumen halten für zwölf steirische Talente!

    Jetzt heißt es Daumen halten für zwölf steirische Talente!

    WorldSkills 2026

    Shanghai ruft – und die Steiermark schickt gleich zwölf ihrer besten jungen Fachkräfte los: Von 22. bis 27. September treten sie bei den WorldSkills 2026 gegen die internationale Berufselite an. Ob Bäckerhandwerk, Mode, Logistik, Mechatronik oder Robotik – das steirische Team zeigt, wie vielfältig berufliches Können ist.

    Es wird ernst in Shanghai: Rund 1.400 junge Fachkräfte aus 70 Nationen treten bei den WorldSkills 2026 in 64 Wettbewerbsberufen gegeneinander an. Sie alle wollen zeigen, was sie können – und natürlich eine der begehrten Medaillen mit nach Hause nehmen.

    Österreich ist mit 48 Teilnehmerinnen und Teilnehmern vertreten. Zwölf davon kommen aus der Steiermark. Damit stellen wir das größte Bundesländer-Team des Landes.

    48 Talente, 42 Berufe, ein Ziel

    Wie viel Energie in Team Austria steckt, zeigt der offizielle Teaser von SkillsAustria. 48 junge Fachkräfte reisen gemeinsam nach Shanghai – darunter zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Steiermark.

    WorldSkills 2026 – Team Austria – Teaser

    Video: SkillsAustria

    Vom Backofen bis zum Roboter

    Die Bandbreite könnte kaum größer sein: Jennifer Lueger tritt als erste steirische Bäckerin bei einem internationalen Großbewerb an. Julia Kaufmann könnte in Fashion Technology eine mehr als vier Jahrzehnte dauernde österreichische Goldpause beenden. Und Jonas Leitner hat im Stuckateur- und Trockenbau sogar die Chance auf einen österreichischen Premieren-Weltmeistertitel.

    Besonders stark ist die Steiermark auch in jenen Berufen vertreten, in denen Technologie und Teamarbeit gefragt sind: Konstantin Hauser und Marwin Kremser starten in Autonomous Mobile Robotics, Kristijan Hrdzic und Gabriel Aldrian in Robot Systems Integration. David Seidl und Paul Wohlesser stellen sich gemeinsam dem Mechatronik-Bewerb.

    „WorldSkills zeigt sehr gut, welche Begeisterung berufliche Bildung auslöst.“

    Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark und von SkillsAustria

    Das ist das steirische Team

    • Paul Bürki, Ortweinschule – Grafik Design
    • Kristijan Hrdzic, Magna – Robot Systems Integration
    • Gabriel Aldrian, Magna – Robot Systems Integration
    • Anna Tritscher, Sport Tritscher – Retail Sales
    • Jonas Leitner, Strabag – Stuckateur- und Trockenbau
    • Jennifer Lueger, Arbesleitner – Bäckerin
    • Marwin Kremser, KNAPP – Autonomous Mobile Robotics
    • Konstantin Hauser, KNAPP – Autonomous Mobile Robotics
    • Julia Kaufmann, Modeschule Graz – Fashion Technology
    • Paul Wohlesser, Flex Althofen – Mechatronik
    • David Seidl, Flex Althofen – Mechatronik
    • Paul Zadravec, Kühne+Nagel – Speditionslogistik

    Trainieren, tüfteln, durchhalten

    Wer es zu den WorldSkills schafft, hat schon vor dem eigentlichen Wettbewerb eine beachtliche Leistung erbracht. Hinter den zwölf steirischen Starts stehen Hunderte Trainingsstunden, viel Disziplin und noch mehr Durchhaltevermögen.

    Für den letzten Feinschliff ging es teilweise weit über die Landesgrenzen hinaus: David Seidl und Paul Wohlesser trainierten in Japan, Marwin Kremser und Konstantin Hauser in Kasachstan. Paul Bürki bereitete sich in Kanada vor und Anna Tritscher sammelte sogar direkt in Shanghai wertvolle Erfahrungen.

    Nun gilt es, unter Zeitdruck konzentriert zu bleiben, Lösungen zu finden und im entscheidenden Moment das Beste abzurufen.

    Eine Bühne für berufliches Können

    Für Jugendliche, die gerade überlegen, wohin ihr Weg nach der Schule führen soll, sind die WorldSkills auch ein Blick in die Zukunft der Berufe. Sie zeigen, dass sich traditionelles Handwerk und neue Technologien längst nicht mehr ausschließen.

    In der Bäckerei sind Präzision und Kreativität gefragt, in der Mode technisches Können und gestalterisches Gespür. In der Robotik, Mechatronik oder Systemintegration geht es darum, komplexe Abläufe zu verstehen, Fehler rasch zu erkennen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

    So unterschiedlich die zwölf Ausbildungswege auch sind, eines verbindet sie: Junge Menschen haben ihre Stärken gefunden und über lange Zeit an ihnen gearbeitet.

    Shanghai, wir sind bereit!

    Zwölf junge Steirerinnen und Steirer, zwölf ganz unterschiedliche Berufe und ein gemeinsames Ziel: bei der Berufs-WM ihr Bestes zu geben.

    ZUKUNFT MEISTERN wünscht dem gesamten Team viel Erfolg in Shanghai. Jetzt heißt es: kräftig Daumen halten für unsere steirischen Medaillenhoffnungen!


    Bildnachweis:
    Foto Fischer

    Quellen:
    WKO Steiermark: „Zwölf Steirer jagen in China ihren Medaillen-Traum“, aktualisiert am 17. September 2026
    SkillsAustria: WorldSkills 2026 Shanghai

  • Abgetaucht. Aber nicht verloren..

    Abgetaucht. Aber nicht verloren..

    10 Jahre Ausbildung bis 18

    Was passiert, wenn Jugendliche nach der Pflichtschule plötzlich in keiner Schule, Lehre oder anderen Ausbildung mehr auftauchen? Genau dann setzt „Ausbildung bis 18“ an. Seit zehn Jahren sorgt die Initiative dafür, dass junge Menschen nicht unbemerkt aus dem Bildungs- und Ausbildungssystem verschwinden. ZUKUNFT MEISTERN begleitet die Arbeit der KOST Steiermark seit der ersten Ausgabe 2021 – und zeigt, warum diese Unterstützung für Jugendliche und ihre Eltern so wichtig ist.

    Die Pflichtschule ist vorbei. Doch wie geht es weiter?

    Für manche Jugendliche ist die Antwort klar. Andere beginnen eine weiterführende Schule oder Lehre und merken erst später, dass der gewählte Weg doch nicht passt. Manchmal wird eine Ausbildung abgebrochen, ohne dass bereits ein neuer Plan vorhanden ist.

    Und manchmal tauchen junge Menschen einfach ab.

    Nicht unbedingt, weil ihnen ihre Zukunft gleichgültig ist. Sondern weil sie überfordert sind, keine passende Möglichkeit sehen oder nicht wissen, an wen sie sich wenden können.

    Elke Lambauer, Geschäftsführerin der Koordinierungsstelle Steiermark AusBildung bis 18 / Ausbildung-Beruf, kennt diese Unsicherheit:

    „Das Ende der Pflichtschulzeit wirkt für viele erst einmal wie eine Befreiung: Alles scheint möglich. Gleichzeitig kann eine große Unentschlossenheit entstehen.“

    Quelle: ZUKUNFT MEISTERN, Ausgabe 2026.

    Seit der ersten Ausgabe an der Seite der KOST

    ZUKUNFT MEISTERN begleitet die Arbeit der KOST Steiermark seit der ersten Ausgabe im Jahr 2021 – und damit bereits in sechs Ausgaben.

    Unser erstes Interview trug den Titel „Diese KOST macht Gusto auf die richtige Ausbildung“. Schon damals brachte Elke Lambauer auf den Punkt, was bis heute den Kern der Arbeit ausmacht:

    „Wir lassen nicht locker – bis junge Menschen in dem Ausbildungs- oder Unterstützungsangebot gelandet sind, das für sie passt oder das sie jetzt brauchen.“

    Quelle: ZUKUNFT MEISTERN, Ausgabe 2021.

    Fünf Jahre später ist die Botschaft dieselbe, auch wenn sich die Herausforderungen verändert haben. Jugendliche stehen vor einer größer gewordenen Auswahl, erleben neue Unsicherheiten und brauchen mitunter länger, um ihren Platz zu finden.

    „Wir geben Orientierung, wenn ein Plan fehlt.“

    Elke Lambauer, Geschäftsführerin der KOST Steiermark

    Quelle: ZUKUNFT MEISTERN, Ausgabe 2026.

    Zwei Aussagen aus zwei Ausgaben – und ein gemeinsamer Auftrag: Junge Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren, wenn ihr Weg nach der Pflichtschule ins Stocken gerät.

    Was bedeutet „Ausbildung bis 18“?

    In Österreich gilt nach der neunjährigen Schulpflicht die Ausbildungspflicht bis zum 18. Geburtstag. Jugendliche müssen in dieser Zeit grundsätzlich eine weiterführende Schule, eine Lehre oder eine andere anerkannte Ausbildung besuchen.

    Die Ausbildungspflicht kann beispielsweise erfüllt werden durch:

    • eine weiterführende Schule,
    • eine Lehre oder überbetriebliche Ausbildung,
    • das Nachholen des Pflichtschulabschlusses,
    • eine Ausbildung in einem Gesundheits- oder Sozialberuf,
    • einen anerkannten Vorbereitungskurs oder
    • ein passendes Unterstützungsangebot.

    Eine reine Hilfsarbeit ohne Ausbildung reicht grundsätzlich nicht aus, sofern sie nicht Teil eines vereinbarten Perspektiven- oder Betreuungsplans ist.

    Was passiert, wenn Jugendliche aus dem System verschwinden?

    Wenn ein Jugendlicher eine Schule oder Ausbildung verlässt und innerhalb von drei Monaten weder eine neue Schule, Lehrstelle oder Ausbildungsmaßnahme noch eine Betreuung durch AMS oder Sozialministeriumservice aufscheint, wird ein gesetzlich geregelter Prozess in Gang gesetzt.

    Das Sozialministeriumservice informiert die zuständige Koordinierungsstelle. Diese versucht, Kontakt mit dem Jugendlichen und seinen Erziehungsberechtigten aufzunehmen.

    Dabei geht es zunächst nicht um Strafe. Es geht darum, herauszufinden, was passiert ist:

    Warum wurde die Schule oder Lehre beendet?
    Welche Schwierigkeiten stehen einem Neustart im Weg?
    Und welche Ausbildung oder Unterstützung könnte jetzt passen?

    Die KOST klärt die Situation, informiert über mögliche Angebote und vermittelt bei Bedarf an das Jugendcoaching oder das AMS. Dort werden die Fähigkeiten, Interessen und persönlichen Voraussetzungen des Jugendlichen genauer betrachtet. Auch Praktika können organisiert werden, damit junge Menschen ausprobieren können, welcher Weg zu ihnen passt.

    Mehr als 36.000 Jugendliche begleitet

    Seit der Einführung von „Ausbildung bis 18“ wurden österreichweit mehr als 36.000 Jugendliche begleitet. Die regionalen Koordinierungsstellen bearbeiteten mehr als 41.000 Kontaktaufnahmen.

    Über 86 Prozent der Begleitungen konnten positiv abgeschlossen werden: Die Jugendlichen erfüllten danach wieder ihre Ausbildungspflicht.

    Allein 2025 wurden rund 6.000 junge Menschen begleitet. Zum Vergleich: 2018 waren es etwa 2.000.

    Auch das Jugendcoaching zeigt Wirkung. 93 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, durch die Begleitung ihre persönlichen Stärken besser erkannt zu haben.

    Quelle: Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz, 18. September 2026.

    Mehr als 500 Jugendliche in der Steiermark zurückgeholt

    Wie wichtig dieses Auffangnetz ist, zeigt auch die Arbeit der KOST Steiermark. MMag. Sonja Schmöckel aus dem Sozialministerium erklärte bei der Eröffnung des neuen KOST-Standorts:

    „Über 500 junge Menschen, die aus Schule oder Ausbildung ausgestiegen waren, wurden durch die KOST Steiermark dabei unterstützt, wieder zurückzufinden – und ihre Ausbildung doch noch abzuschließen.“

    Quelle: ZUKUNFT MEISTERN, 2025.

    Hinter jeder dieser Zahlen steht ein junger Mensch, dessen Weg nicht wie geplant verlaufen ist – der aber trotzdem weitergehen konnte.

    Ein Abbruch muss kein Endpunkt sein. Und ein Umweg ist noch keine verlorene Zukunft.

    Warum Eltern so wichtig sind

    Wenn Jugendliche ihre Schule oder Lehre abbrechen möchten, erfahren Eltern oft erst spät davon. Manchmal beginnt der Rückzug leise: Fehltage häufen sich, Gespräche werden abgeblockt oder der Weg zur Schule beziehungsweise Lehrstelle wird zum täglichen Konflikt.

    Welche Rolle Eltern in dieser Phase spielen?

    „Eine sehr große.“

    Elke Lambauer, Geschäftsführerin der KOST Steiermark

    Quelle: ZUKUNFT MEISTERN, Ausgabe 2026.

    Eltern müssen nicht sofort die perfekte Lösung kennen. Aber sie können zuhören, nachfragen und aufmerksam bleiben. Sie können vermitteln, dass Schwierigkeiten zum Leben gehören und bewältigt werden können.

    Dabei sollten sie ihrem Kind nicht einfach einen Weg vorgeben. Jugendliche brauchen Raum, um eine eigene Perspektive zu entwickeln. Sie brauchen aber auch die Sicherheit, dass jemand da ist, wenn es gerade nicht weitergeht.

    Unterstützung kann deshalb schon sinnvoll sein, bevor die Schule oder Lehre tatsächlich abgebrochen wird.

    Ab wann müssen Eltern handeln?

    Spätestens wenn ein Jugendlicher nach Ende der allgemeinen Schulpflicht länger als drei Monate keine Schule, Lehre oder andere anerkannte Ausbildung besucht, müssen die Erziehungsberechtigten die Koordinierungsstelle informieren.

    Eltern können sich jedoch schon früher an die KOST wenden – etwa wenn:

    • ein Schul- oder Lehrabbruch bevorsteht,
    • der Jugendliche keine passende Ausbildung findet,
    • psychische oder gesundheitliche Belastungen eine Ausbildung erschweren,
    • nach einem Abbruch noch kein nächster Schritt feststeht oder
    • unklar ist, welches Unterstützungsangebot helfen könnte.

    Die Beratung ist kostenlos.

    Verwaltungsstrafen gegen Erziehungsberechtigte sind erst das letzte Mittel, wenn die Zusammenarbeit zur Erfüllung der Ausbildungspflicht verweigert wird. Jugendliche selbst werden nicht bestraft.

    Viele brauchen länger, um anzukommen

    Der Wechsel von der Schule in die Arbeitswelt ist groß. Neue Strukturen, neue Menschen, neue Regeln – und plötzlich hat das eigene Handeln direkte Auswirkungen auf ein ganzes Team.

    Nicht alle Jugendlichen sind darauf sofort vorbereitet.

    „Viele brauchen länger, um anzukommen.“

    Elke Lambauer, Geschäftsführerin der KOST Steiermark

    Quelle: ZUKUNFT MEISTERN, Ausgabe 2026.

    Das ist kein Zeichen fehlender Fähigkeiten. Manchmal braucht es einfach mehr Zeit, klare Orientierung und Menschen, die jungen Menschen etwas zutrauen.

    Auch Betriebe tragen Verantwortung. Ein gutes Onboarding, klare Erwartungen und persönliche Begleitung können verhindern, dass aus ersten Unsicherheiten ein Abbruch wird.

    „Oft sind es kleine Gesten, die schon einen großen Unterschied machen – es ist wichtig, mit den jungen Menschen in Beziehung zu gehen.“

    Elke Lambauer, Geschäftsführerin der KOST Steiermark

    Quelle: ZUKUNFT MEISTERN, Ausgabe 2026.

    Genau hier setzt die KOST an.

    Damit aus einem Abtauchen kein Verschwinden wird.
    Und aus einem fehlenden Plan wieder eine Perspektive entstehen kann.

    KOST Steiermark: kostenlose Unterstützung

    Die Koordinierungsstelle Steiermark AusBildung bis 18 / Ausbildung-Beruf ist steiermarkweit tätig.

    KOST Steiermark
    Grieskai 10/1/5
    8020 Graz

    Telefon: +43 664 18 47 555
    E-Mail: office@kost-steiermark.at

    Kostenlose Serviceline Ausbildung bis 18:
    0800 700 118

    Montag bis Donnerstag: 9 bis 16 Uhr
    Freitag: 9 bis 12 Uhr

    Mehr über Elke Lambauer und die Rolle der Eltern lesen Sie im ZUKUNFT-MEISTERN-Beitrag „Was kommt nach der Pflichtschule? Orientierung für Eltern und Jugendliche“.

    Weitere Informationen bieten die KOST Steiermark und die Plattform Ausbildung bis 18.

    Ausbildung bis 18 – kurz erklärt

    Für wen gilt die Ausbildungspflicht?
    Für Jugendliche nach Erfüllung der neunjährigen Schulpflicht grundsätzlich bis zu ihrem 18. Geburtstag.

    Wann wird die KOST aktiv?
    Wenn Jugendliche keine Schule, Lehre oder andere anerkannte Ausbildung besuchen oder Unterstützung bei einem drohenden Abbruch benötigen.

    Können sich Eltern selbst an die KOST wenden?
    Ja. Eltern und Jugendliche können die kostenlose Beratung auch schon vor einem Schul- oder Lehrabbruch nutzen.

    Wer hilft bei der Suche nach einem neuen Weg?
    Die KOST klärt die Situation und vermittelt bei Bedarf an das Jugendcoaching, das AMS oder ein anderes passendes Unterstützungsangebot.

  • Hier steigt die Zukunft ein: Mehr ÖBB-Lehrplätze für Graz

    Hier steigt die Zukunft ein: Mehr ÖBB-Lehrplätze für Graz

    Die ÖBB haben ihre Lehrwerkstätte in Graz erweitert. Auf rund 640 zusätzlichen Quadratmetern sind moderne Labor-, EDV- und Schulungsräume entstanden. Dadurch können künftig jedes Jahr rund 20 Jugendliche mehr ihre ÖBB-Lehre in Graz beginnen. Insgesamt wurden rund 1,7 Millionen Euro investiert.

    „Irgendetwas mit Technik“ – so beginnt bei Jugendlichen nicht selten die Suche nach dem passenden Beruf. Aber welche Technik? Elektrotechnik, Metalltechnik, Mechatronik oder vielleicht ein Beruf, den man bisher noch gar nicht am Radar hatte?

    Wer sich für Züge, Mobilität, Technik oder große Anlagen interessiert, sollte jedenfalls einen Blick auf die Lehrberufe der ÖBB werfen. Denn in Graz gibt es dafür jetzt nicht nur mehr Platz. Die Ausbildung ist auch in ein steirisches Umfeld eingebettet, in dem Bahnindustrie, Forschung und Transportlogistik eine wichtige Rolle spielen.

    Was wurde in der ÖBB-Lehrwerkstätte Graz erweitert?

    Die Umbauarbeiten in der Grazer Lehrwerkstätte wurden im März 2026 begonnen und rechtzeitig zum Start des neuen Ausbildungsjahres im September abgeschlossen.

    Auf einer zusätzlichen Fläche von rund 640 Quadratmetern entstanden:

    • moderne Labor- und Schulungsräume,
    • EDV-Schulungsräume,
    • ein Elektrolabor,
    • neue Sozialräume,
    • Sanitäranlagen und Garderoben,
    • ein barrierefreies WC sowie
    • ein eigener Erste-Hilfe-Raum.

    Auch die Zahl der Ausbilderinnen und Ausbilder wurde erhöht. Pro Jahr können dadurch in Graz rund 20 zusätzliche Lehrlinge aufgenommen werden.

    Das klingt zunächst nach einer eher nüchternen Baustellenmeldung. Für Jugendliche und ihre Familien bedeutet es aber etwas sehr Konkretes: mehr Ausbildungsplätze und modernere Bedingungen für eine technische Lehre in Graz.

    So viele ÖBB-Lehrlinge wie noch nie

    Mit Beginn des Ausbildungsjahres im September 2026 haben österreichweit 721 Jugendliche ihre Lehre bei den ÖBB begonnen. Insgesamt befinden sich aktuell 2.421 Lehrlinge im ÖBB-Konzern in Ausbildung. Laut Unternehmen ist das ein neuer Höchststand.

    Auch das Interesse an einer ÖBB-Lehre ist groß: Rund 10.000 Bewerbungen gingen beim Unternehmen ein. Wer sich für eine Lehrstelle bei den ÖBB interessiert, sollte sich daher rechtzeitig informieren und nicht erst dann mit der Suche beginnen, wenn eine Bewerbungsfrist beinahe vorbei ist.

    „Die Fachkräfte von morgen fallen nicht vom Himmel. Wer Fachkräfte braucht, muss diese auch konsequent ausbilden.“

    Roman Hebenstreit, Vorsitzender des ÖBB-Konzernbetriebsrats

    Für Eltern ist dabei wichtig: Nicht jedes Kind muss schon Jahre im Voraus einen ganz konkreten Berufswunsch haben. Ein sinnvoller erster Schritt kann auch sein, gemeinsam herauszufinden, ob die Interessen eher im technischen, kaufmännischen oder digitalen Bereich liegen.

    Welche Lehrberufe bieten die ÖBB an?

    Die ÖBB bieten österreichweit 26 unterschiedliche Lehrberufe im technischen und kaufmännischen Bereich an. Welche Lehrstellen aktuell in Graz oder an anderen steirischen Standorten ausgeschrieben sind, kann sich allerdings von Jahr zu Jahr unterscheiden.

    Jugendliche und Eltern sollten daher direkt bei den aktuellen Stellenausschreibungen prüfen:

    • Welcher Lehrberuf wird angeboten?
    • An welchem Standort findet die Ausbildung statt?
    • Welche Voraussetzungen werden verlangt?
    • Wann beginnt die Ausbildung?
    • Bis wann ist eine Bewerbung möglich?

    Auch eine Lehre mit Matura ist bei den ÖBB grundsätzlich möglich.

    Video: „Mach den nächsten Schritt mit einer Lehre bei den ÖBB!“ © ÖBB/unsereOEBB

    Eine Lehre bei der Bahn ist nicht gleich Lokführer

    Bei „Arbeiten bei der Bahn“ denken viele Menschen zuerst an Lokführerinnen und Lokführer oder Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter. Doch hinter dem System Bahn stehen wesentlich mehr Berufe.

    Züge müssen gewartet, technische Anlagen überprüft, elektronische Systeme gesteuert und Schienenwege instand gehalten werden. Hinzu kommen Aufgaben in der Logistik, in kaufmännischen Bereichen und zunehmend auch in der Digitalisierung.

    Deshalb lohnt es sich, nicht nur den Namen des Unternehmens anzusehen, sondern den konkreten Lehrberuf genau unter die Lupe zu nehmen.

    Manche Jugendliche arbeiten gerne praktisch und möchten am Ende des Tages sehen, was sie geschafft haben. Andere tüfteln lieber an elektronischen Systemen, interessieren sich für Computer oder behalten auch bei komplexen Abläufen den Überblick.

    Eltern können dabei mit Fragen helfen:

    • Arbeitet mein Kind gerne mit Werkzeug und Maschinen?
    • Interessiert es sich für Elektronik oder digitale Systeme?
    • Möchte es überwiegend praktisch arbeiten?
    • Kann es sich für technische Zusammenhänge begeistern?
    • Arbeitet es gerne im Team?
    • Wie wichtig sind Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein in diesem Beruf?
    • Passt das Arbeitsumfeld tatsächlich zu meinem Kind?

    Denn ein bekannter Unternehmensname allein macht noch keinen passenden Lehrberuf. Entscheidend ist, ob Aufgaben, Arbeitsumfeld und persönliche Stärken zusammenpassen.

    Früh informieren – gemeinsam, aber nicht anstelle des Kindes

    Eltern können bei der Lehrstellensuche vieles erleichtern: gemeinsam Angebote vergleichen, an Bewerbungsfristen erinnern oder beim ersten Durchsehen der Bewerbungsunterlagen helfen.

    Die eigentliche Entscheidung und die Bewerbung sollten aber beim Jugendlichen bleiben. Schließlich muss nicht die Mutter oder der Vater jeden Morgen gerne in die Lehrwerkstätte gehen.

    Hilfreich ist es, die angebotenen Lehrberufe gemeinsam anzusehen und anschließend das Kind erzählen zu lassen: Was klingt interessant? Was eher nicht? Und warum?

    Oft wird in einem solchen Gespräch schneller klar, welche Richtung passen könnte, als durch die große Frage: „Was willst du einmal werden?“

    ÖBB-Lehre in Graz: Die wichtigsten Zahlen

    • Erweiterung der Lehrwerkstätte: rund 640 Quadratmeter
    • Investition: rund 1,7 Millionen Euro
    • Zusätzliche Ausbildungsplätze in Graz: rund 20 pro Jahr
    • Neue ÖBB-Lehrlinge im September 2026: 721
    • Lehrlinge im gesamten ÖBB-Konzern: 2.421
    • Bewerbungen: rund 10.000
    • Lehrberufe bei den ÖBB: 26 technische und kaufmännische Ausbildungen

    Warum Bahnberufe in der Steiermark Zukunft haben

    Ein Arbeitsplatz ist nie automatisch für alle Zeiten sicher. Mehrere Entwicklungen sprechen aber dafür, dass gut ausgebildete Fachkräfte rund um Bahn, Technik und Transportlogistik langfristig gebraucht werden.

    Die Koralmbahn verändert die Mobilität im Süden

    Die Koralmbahn wurde im Dezember 2025 offiziell eröffnet. Die rund 130 Kilometer lange Strecke schafft eine direkte Bahnverbindung zwischen Graz und Klagenfurt und ist ein zentraler Teil der neuen österreichischen Südstrecke.

    Davon profitiert nicht nur der Personenverkehr. Die Südstrecke ist auch für den Gütertransport in Richtung Südosteuropa und zu den Adriahäfen von Bedeutung. Auf der ausgebauten Bahnverbindung können längere und schwerere Güterzüge geführt werden. Das verbessert die Voraussetzungen dafür, Transporte von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

    Damit gewinnt Graz als Verkehrsknotenpunkt weiter an Bedeutung. Wo mehr Menschen und Waren auf der Schiene unterwegs sind, werden Fachkräfte für Betrieb, Technik, Wartung, Infrastruktur, Digitalisierung und Logistik benötigt.

    Graz wird für die Transportlogistik wichtiger

    Auch das Cargo Center Graz in Werndorf wird weiter ausgebaut. Der Standort liegt am Schnittpunkt wichtiger europäischer Verkehrsachsen und verbindet Straße und Schiene.

    Das Land Steiermark verwies bereits bei der Ankündigung des Ausbaus darauf, dass durch die Koralmbahn zusätzliche Kapazitäten für den Güterverkehr notwendig werden. Neue Terminalgleise, Portalkräne, Werkstätten sowie weitere Container- und Betriebsflächen sollen den Standort für den kombinierten Verkehr stärken.

    Die Bahn ist also längst nicht nur Personenverkehr. Sie ist ebenso ein wichtiger Teil moderner Transportketten: Güter werden verladen, Verbindungen geplant, technische Anlagen gesteuert und digitale Systeme überwacht.

    In der Steiermark wird Bahntechnik nicht nur angewendet

    Die Steiermark verfügt außerdem über Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die an der Weiterentwicklung des Systems Bahn arbeiten.

    Im an der TU Graz gegründeten „Research Cluster Railway Systems“ beschäftigen sich Partner aus Forschung und Industrie unter anderem mit Schienenfahrzeugtechnik, Bahninfrastruktur, Bahnbetrieb und digitaler Transformation. Auch Simulationen, künstliche Intelligenz und digitale Zwillinge spielen dabei eine Rolle.

    Beteiligt sind beziehungsweise waren unter anderem die TU Graz, die ÖBB, Siemens Mobility, voestalpine und das Forschungszentrum Virtual Vehicle.

    Die Steiermark ist damit nicht nur ein Standort, an dem Züge fahren. Hier wird auch an Technologien für die Bahn von morgen geforscht und gearbeitet.

    Was bedeutet das für Jugendliche?

    Eine ÖBB-Lehre führt nicht in eine kleine technische Nische. Dahinter steht ein breites berufliches Umfeld, das von Elektrotechnik und Metalltechnik über digitale Systeme bis zu Verkehr und Logistik reicht.

    Für Jugendliche, die gerne praktisch arbeiten, technische Zusammenhänge verstehen und an der Mobilität von morgen mitwirken möchten, kann die Bahn deshalb eine interessante berufliche Perspektive sein.

    Entscheidend bleibt trotzdem: Nicht nur die Branche sollte Zukunft haben. Der konkrete Lehrberuf muss auch zu den Interessen und Stärken des jungen Menschen passen.

    Häufige Fragen zur ÖBB-Lehre in Graz

    Wie viele zusätzliche Lehrlinge können in Graz aufgenommen werden?

    Durch die Erweiterung der Grazer Lehrwerkstätte können die ÖBB künftig pro Jahr rund 20 zusätzliche Lehrlinge in Graz aufnehmen.

    Wann wurde die erweiterte Lehrwerkstätte eröffnet?

    Die Erweiterung wurde im September 2026 rechtzeitig zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres fertiggestellt.

    Wie viel wurde in die ÖBB-Lehrwerkstätte Graz investiert?

    Nach Angaben der ÖBB wurden rund 1,7 Millionen Euro in den Ausbau und die neuen Ausbildungsräume investiert.

    Wie groß ist die Erweiterung?

    Die zusätzliche Fläche umfasst rund 640 Quadratmeter. Darauf befinden sich unter anderem neue Labor-, EDV- und Schulungsräume.

    Welche ÖBB-Lehrberufe gibt es in Graz?

    Welche Lehrberufe in Graz tatsächlich ausgeschrieben sind, muss jeweils bei den aktuellen Stellenangeboten geprüft werden. Konzernweit bieten die ÖBB 26 technische und kaufmännische Lehrberufe an.

    Ist bei den ÖBB eine Lehre mit Matura möglich?

    Ja. Nach Angaben der ÖBB kann die Ausbildung grundsätzlich mit der Lehre mit Matura verbunden werden. Die konkreten Voraussetzungen sollten rechtzeitig mit dem Unternehmen und der zuständigen Berufsschule geklärt werden.

    Wo können sich Jugendliche für eine ÖBB-Lehre bewerben?

    Aktuelle Lehrstellen, Ausbildungsstandorte, Voraussetzungen und Informationen zum Bewerbungsprozess finden Jugendliche und Eltern im Karriereportal der ÖBB: Lehre und Karriere bei den ÖBB

    Quellen

    • ÖBB, 7. September 2026: „ÖBB starten mit Rekord ins neue Lehrjahr und nehmen erweiterte Grazer Lehrwerkstätte in Betrieb“, ÖBB-Presseinformation
    • ÖBB, laufend aktualisiert: Informationen zu Lehrberufen, Ausbildung und Bewerbung, ÖBB-Karriereportal
    • ÖBB-Infrastruktur AG, ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum: Informationen zur Koralmbahn und zur österreichischen Südstrecke, Die Südstrecke im Überblick
    • ÖBB-Holding AG, Geschäftsbericht 2025, veröffentlicht 2026: Angaben zur offiziellen Eröffnung der Koralmbahn am 12. Dezember 2025, ÖBB-Geschäftsbericht 2025
    • Land Steiermark, 24. Oktober 2024: „Neue Ära des Güterverkehrs in der Steiermark“, Ausbau des Cargo Terminals Graz
    • TU Graz, 22. Juni 2021: „Die Zukunft auf Schienen: Gesamtsystem Bahn – die Steiermark als internationales Forschungs- und Innovationszentrum“, Research Cluster Railway Systems
  • Geschicklichkeit – und Philosoph? Was alles in einem Kind stecken kann

    Geschicklichkeit – und Philosoph? Was alles in einem Kind stecken kann

    Der Talentcheck im Talentcenter der WKO Steiermark zeigt Jugendlichen, welche Interessen und Fähigkeiten in ihnen stecken. Der persönliche Talentreport enthält auch passende Berufs- und Ausbildungswege. Wirklich hilfreich wird er aber erst, wenn Schule, Beratung und Eltern die Ergebnisse gemeinsam mit den Jugendlichen weiterdenken.

    Geschicklichkeit und Philosophie – auf den ersten Blick liegen da Welten dazwischen. Bei Raphael kamen beide Bereiche im Talentcheck zusammen.

    „Ich habe die Mischung aus Computer- und praktischen Arbeiten sehr interessant gefunden“, erzählt der Schüler. Dabei entdeckte er nicht nur seine Geschicklichkeit neu. Unter den Möglichkeiten, die sich aus seinen Ergebnissen ergaben, fand sich auch der Philosoph.

    Gerade diese Bandbreite überraschte ihn. Und sie zeigt, worum es beim Talentcheck geht: Jugendliche sollen nicht möglichst schnell in eine berufliche Schublade gesteckt werden. Sie sollen erkennen, wie unterschiedlich ihre Fähigkeiten sein können – und welche Wege sich daraus möglicherweise entwickeln.

    Ein Talentreport sagt daher nicht: Das musst du werden. Er sagt vielmehr: Schau genauer hin, auch dort könnte etwas in dir stecken.

    Ein Bericht, kein Berufsurteil

    Jugendliche der siebenten und achten Schulstufe absolvieren im Talentcenter 48 Teststationen. Dabei geht es um Interessen, kognitive Fähigkeiten, Motorik, Aufnahmefähigkeit sowie allgemeine und berufsrelevante Fertigkeiten.

    Am nächsten Tag steht der persönliche Talentreport online zur Verfügung. Er enthält die einzelnen Ergebnisse und dazu passende Berufs- und Ausbildungswege – von der Lehre über weiterführende Schulen bis zum Studium.

    Wichtig für Eltern: Der Report legt ein Kind nicht auf einen bestimmten Beruf fest. Seine Vorschläge sind Möglichkeiten, keine fertigen Entscheidungen. Auch ein unerwartetes Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass der bisherige Berufswunsch falsch war. Es lädt vielmehr dazu ein, genauer hinzusehen.

    Sabine Sattler-Tremesberger, Leiterin des Talentcenters der WKO Steiermark, beim Pressegespräch zu den „Talent Talks“.

    „Das Talentcenter entwickelt sich laufend weiter – sowohl bei der Testung an sich als auch bei den Angeboten, die wir haben.“

    Sabine Sattler-Tremesberger, Leiterin des Talentcenters der WKO Steiermark

    Seit zehn Jahren kommen Jugendliche aus allen Regionen der Steiermark ins Talentcenter. Mittlerweile begleitet die Einrichtung mit unterschiedlichen Angeboten junge Menschen von 13 Jahren bis zur Matura.

    Für Sattler-Tremesberger endet Berufsorientierung jedoch nicht mit dem fertigen Talentreport. Besonders wichtig ist ihr die Zusammenarbeit mit den Schulen. Werden Jugendliche auf den Besuch vorbereitet und ihre Ergebnisse anschließend gemeinsam besprochen, können sie wesentlich mehr damit anfangen.

    Der zweite Blick macht den Unterschied

    Das zeigt auch eine Befragung unter 2.687 ehemaligen Teilnehmerinnen und Teilnehmern: 35 Prozent der Jugendlichen, deren Talentreport in der Schule nachbereitet wurde, gaben an, dadurch ganz neue Stärken entdeckt zu haben. Ohne Nachbereitung waren es 24,2 Prozent.

    Auch die eigene Einschätzung wurde klarer: Mit schulischer Nachbereitung sagten 74,6 Prozent, ihre Stärken und Talente gut zu kennen. Ohne Nachbereitung waren es 66,5 Prozent.

    Eine Lehrerin, die seit Jahren mit ihren Klassen ins Talentcenter kommt, kennt das Problem aus der Praxis. Viele Jugendliche schauen im Report zuerst auf jene Bereiche, in denen sie vermeintlich schlecht abgeschnitten haben. Deshalb bespricht sie die Ergebnisse in Gruppen, arbeitet mit vorbereiteten Arbeitsblättern und führt bei Bedarf Einzelgespräche.

    Ihr Fazit: „Wenn man das nicht nachbereitet, lässt man zu viel Potenzial liegen.“

    Bitte keine Berufsprüfung am Küchentisch

    Auch Eltern können viel dazu beitragen, dass aus dem Talentreport mehr als ein abgelegtes Dokument wird. Dafür müssen sie weder jedes Ergebnis erklären noch sofort den passenden Ausbildungsweg kennen.

    Ein ruhiges Gespräch reicht für den Anfang. Zum Beispiel mit diesen Fragen:

    • Welches Ergebnis hat dich am meisten überrascht?
    • Welche Aufgabe ist dir besonders leichtgefallen?
    • Welcher Berufsvorschlag war völlig neu für dich?
    • Was davon möchtest du dir genauer ansehen?
    • Gibt es ein Ergebnis, das für dich überhaupt nicht passt?

    Gerade die letzte Frage ist wichtig. Ein Test liefert eine Außenansicht. Wie sich ein Jugendlicher selbst erlebt, gehört ebenso zur Entscheidung.

    Und wenn die Schule nicht nachbereitet?

    Nicht jede Schule kann den Talentreport gleich intensiv im Unterricht behandeln. Eltern finden auf der Website des Talentcenters ein Erklärvideo, einen Leitfaden und weitere Unterlagen zur Nachbereitung.

    Zusätzliche Unterstützung bieten die BerufsInfoZentren des AMS Steiermark. Im Rahmen der neuen „Talent Talks“ sollen Vorbereitung, Talentcheck und persönliche Beratung besser miteinander verbunden werden. Die Beratung ist kostenlos und kann bei Bedarf auch gemeinsam mit den Eltern stattfinden.

    Ein Talentreport kann Jugendlichen die Entscheidung über ihre Zukunft nicht abnehmen. Aber er kann ein Gespräch anstoßen, das ohne ihn vielleicht nie geführt worden wäre.

    Weitere Informationen und Unterlagen für Eltern:
    Talentcenter: Informationen für Jugendliche und Eltern

    Quelle: Presseinformation und Pressegespräch von WKO Steiermark, Arbeiterkammer Steiermark, AMS Steiermark, Universität Graz und Talentcenter vom 7. September 2026; Talentcenter der WKO Steiermark.

  • Wenn Berufsorientierung zur Familienfrage wird

    Wenn Berufsorientierung zur Familienfrage wird

    Lehre oder weiterführende Schule: Welcher Bildungsweg passt zu meinem Kind? Für die siebte Ausgabe von ZUKUNFT MEISTERN möchten wir wissen, welche Fragen, Sorgen und Ängste Eltern und andere Wegbegleiter beschäftigen. Denn nur dann können wir jene Antworten geben, die Familien wirklich helfen.

    Am Küchentisch liegen drei Broschüren, zwei Ausdrucke und ein Handy mit zwölf offenen Tabs. Eigentlich wollte man nur kurz über die Zukunft sprechen.

    Dann fällt ein Satz wie: „Ich will aber …“

    Und schon wird daraus eine Familienkonferenz und Grundsatzdiskussion.

    Die Eltern sehen Sicherheit und Zukunftschancen. Der Nachwuchs sieht Interessen, Freunde und vielleicht einen Beruf, unter dem sich zu Hause noch niemand besonders viel vorstellen kann. Oder es ist genau umgekehrt. Kann alles vorkommen.

    Vielleicht kennen Sie diesen Spagat: Man möchte das eigene Kind entscheiden lassen und gleichzeitig verhindern, dass es sich eine wichtige Tür zu früh verschließt. Schließlich will man nur das Beste. Schwierig wird es, wenn das „Beste“ für Eltern anders aussieht als für ihr Kind.

    Wir wollen nicht entscheiden. Wir wollen zuerst verstehen.

    ZUKUNFT MEISTERN möchte Familien Mut zu einer gut informierten Entscheidung machen. Für oder gegen einen bestimmten Bildungsweg.

    Die Lehre ist dabei eine Möglichkeit. Nicht die einzig richtige und nicht automatisch die zweite Wahl. Wir wollen niemanden von einer Lehre überzeugen. Wir möchten aber verhindern, dass sie ausgeschlossen wird, bevor ihre Chancen, Anforderungen und weiteren Möglichkeiten bekannt sind.

    Sechs Ausgaben haben uns viel Erfahrung gebracht – und vielleicht auch ein wenig Berufsblindheit. Wer sich ständig mit Lehre und Berufsorientierung beschäftigt, hält manches irgendwann für selbstverständlich.

    Aber wissen wir deshalb, welche Frage eine Mutter beschäftigt, die abends vor zwölf geöffneten Internetseiten sitzt? Nein.

    Darum wollen wir vor der Planung der siebten Ausgabe zuhören. Denn erst wenn wir Ihre Fragen und Ängste kennen, können wir die passenden Themen setzen und jene Interviewpartnerinnen und Interviewpartner auswählen, die darauf wirklich hilfreiche Antworten geben können.

    Was beschäftigt Eltern und andere Wegbegleiter?

    Was beschäftigt Sie als Mutter oder Vater? Welche Fragen hören Sie als Tante, Onkel, Oma oder Opa? Wo fehlt Orientierung, wenn ein junger Mensch vor einer Bildungsentscheidung steht?

    • Lehre oder weiterführende Schule: Welche Informationen fehlen, um diese Möglichkeiten fair beurteilen zu können?
    • Chancen und offene Türen: Was möchten Sie über Lehre mit Matura und spätere Bildungswege wissen?
    • KI und neue Berufe: Welche Veränderungen machen Ihnen mit Blick auf die Zukunft Ihres Kindes Sorgen?
    • Begleiten, ohne zu bestimmen: Wie erkennt man, was wirklich zum eigenen Kind passt?
    • Wenn Wünsche auseinandergehen: Wie lässt sich darüber sprechen, ohne dass aus Unterstützung Druck wird?

    Vielleicht erscheint Ihnen Ihre Frage zu einfach oder selbstverständlich. Für uns ist sie genau deshalb wichtig. Wir möchten nicht über den Informationsbedarf von Familien hinwegschreiben.

    Bildung wird oft „vererbt“. Aber macht dieses Erbe glücklich?

    Wie stark das Elternhaus mit Bildungsentscheidungen zusammenhängt, zeigt eine 2026 veröffentlichte IHS-Langzeitstudie von Mario Steiner, Nora Haag und Maria Köpping. Analysiert wurden die Wege von 85.535 jungen Menschen.

    Mit 13 Jahren besuchten 65 Prozent der Kinder von Eltern mit Hochschulabschluss eine AHS. Bei Kindern, deren Eltern höchstens einen Pflichtschulabschluss hatten, waren es 11 Prozent. Mit 16 Jahren befanden sich wiederum 36 Prozent der Burschen, aber nur 20 Prozent der Mädchen in einer Lehrausbildung.

    Die Zahlen sagen nicht, welcher Weg für ein einzelnes Kind der richtige ist – und schon gar nicht, ob er glücklich macht. Sie zeigen aber, warum es wichtig ist, auch die eigenen Vorstellungen zu hinterfragen.

    Zur IHS-Langzeitstudie von Steiner, Haag und Köpping aus dem Jahr 2026

    Mütter im Talk: Was, wenn das eigene Kind anders entscheidet?

    Wie schwierig es sein kann, die eigene Vorstellung vom richtigen Weg loszulassen, zeigen zwei unserer bisherigen Gespräche.

    Monika Haider-Raunigg erzählt im „Mutter im Talk“, dass sie sich für ihren Sohn Philipp zunächst die Matura gewünscht hatte. Er merkte jedoch, dass ihm praktisches Lernen mehr liegt, und entschied sich für den Weg in eine Lehre zum Zweiradtechniker.

    Auch Ute Khom spricht über Zweifel, Erwartungen und das Loslassen. Obwohl sie selbst in der Berufsorientierung arbeitet, überraschte sie die Entscheidung ihres Sohnes Florentin, das Gymnasium zu verlassen und eine Lehre als Mechatroniker zu beginnen.

    Beide Mütter wollten Sicherheit und möglichst viele Chancen für ihre Kinder. Ihre Söhne fanden diese Chancen nur auf einem anderen Weg als zunächst gedacht.

    Ein Abschluss kann Türen öffnen. Ob ein junger Mensch durchgehen möchte, steht auf einem anderen Blatt.

    Welche Frage sollen wir für Sie klären?

    Welche Information fehlt Ihnen? Welche Sorge sollten wir ernst nehmen? Und wen sollten wir für die siebte Ausgabe von ZUKUNFT MEISTERN unbedingt befragen?

    Schreiben Sie uns Ihre Gedanken gerne in die Kommentare. Wir hören zu, fragen nach und nehmen Ihre Impulse in die Redaktionsplanung auf.

    ZUKUNFT MEISTERN 2027 erscheint einmal jährlich in gedruckter Form und wird steiermarkweit verbreitet. Online begleiten wir Eltern und Jugendliche das ganze Jahr über.

    Wir wollen keinen Weg vorzeichnen. Wir wollen die Fragen beantworten, die Familien helfen, ihren eigenen Weg zu finden.

  • Was Praxis für die Berufswahl bedeutet

    Was Praxis für die Berufswahl bedeutet

    Eine Jugendbefragung in der Südoststeiermark zeigt, was junge Menschen von einem Praktikum erwarten – und was Eltern daraus für die Berufswahl mitnehmen können.

    Ob ein Beruf wirklich passt, zeigt sich nicht in einer Berufsbeschreibung, sondern beim Tun. In der Werkstatt, im Büro, im Geschäft oder in der Küche erleben Jugendliche, welche Aufgaben ihnen liegen, wie ein Arbeitstag abläuft und ob sie sich in diesem Umfeld wohlfühlen.

    Wie wichtig solche Einblicke für Jugendliche sind, zeigt die regionale Befragung „Praktika und Berufserfahrung“ vom Juni 2026. Insgesamt nahmen 493 Jugendliche teil, 459 Fragebögen wurden vollständig ausgefüllt. 79 Prozent der Befragten stammen aus der Südoststeiermark.

    Erfahrung schafft Orientierung

    96 Prozent der Jugendlichen finden es gut, bereits während der Schulzeit Berufserfahrung zu sammeln. 89 Prozent haben dies schon getan – durch Pflichtpraktika, Ferialjobs, freiwillige Praktika oder berufspraktische Tage. Viele kommen bereits im Alter von 14 Jahren erstmals mit der Arbeitswelt in Berührung.

    „Junge Menschen möchten arbeiten, Erfahrungen sammeln und herausfinden, welcher Beruf zu ihnen passt. Praktika sind dabei weit mehr als ein Ferienjob – sie sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Berufsentscheidung“, erklärt LAbg. Michael Wagner, Vorsitzender der Region Südoststeiermark.

    Auch die Bereitschaft, einen Teil der Ferien für einen Sommerjob zu nutzen, ist hoch: 58 Prozent möchten im Sommer arbeiten, weitere 24 Prozent sind noch unentschlossen.

    Geld zählt. Der Umgang ebenso.

    55 Prozent möchten mit einem Praktikum oder Ferialjob Geld verdienen. Für 45 Prozent geht es darum, herauszufinden, welcher Beruf zu den eigenen Interessen und Stärken passt. 43 Prozent absolvieren ein Praktikum aufgrund schulischer Vorgaben.

    Was eine gelungene praktische Erfahrung ausmacht, zeigen vor allem die offenen Antworten. Jugendliche wünschen sich ein gutes Arbeitsklima, ein freundliches Team und einen respektvollen Umgang. Wichtig sind ihnen ebenso eine faire Bezahlung, eine gute Einschulung und die Möglichkeit, tatsächlich mitzuarbeiten.

    Sie wollen nicht nur zusehen, sondern ausprobieren, lernen und erleben, dass ihnen etwas zugetraut wird.

    Was Eltern daraus mitnehmen können

    Ein Praktikum muss nicht sofort zum Traumberuf führen. Es kann eine Vorstellung bestätigen – oder zeigen, dass ein anderer Weg besser passt. Beides ist eine wichtige Erkenntnis.

    Nach einem Praktikum lohnt es sich daher, nicht nur zu fragen: „Wie war es?“ Konkretere Fragen helfen Jugendlichen dabei, ihre Erfahrungen einzuordnen:

    • Welche Aufgabe hat dir besonders gefallen?
    • Was ist dir leichter oder schwerer gefallen als erwartet?
    • Wie bist du im Betrieb aufgenommen worden?
    • Würdest du diesen Beruf gerne noch besser kennenlernen?

    So wird aus einigen Tagen oder Wochen in einem Unternehmen eine wertvolle Grundlage für die weitere Berufswahl – ohne bereits eine endgültige Entscheidung treffen zu müssen.

    Weitere Anregungen bietet unser Ratgeber „Warum Schnuppern für Jugendliche so wichtig ist“.

    Wenn aus einem Praktikum mehr wird

    Die meisten praktischen Erfahrungen wurden in Betrieben der Südoststeiermark und der näheren Umgebung gesammelt. Viele Jugendliche organisierten ihren Praktikumsplatz selbst – durch eine Bewerbung oder eine persönliche Anfrage.

    Damit wird das Praktikum auch für Unternehmen zu einer Chance: Sie begegnen möglichen künftigen Mitarbeitern zu einem Zeitpunkt, an dem berufliche Entscheidungen noch offen sind. Wie dieser erste Kontakt erlebt wird, kann daher weit über einige Wochen im Sommer hinauswirken.

    Nach der Jugendbefragung erhebt das Steirische Vulkanland nun auch die Erfahrungen und Bedürfnisse der regionalen Betriebe. Die Teilnahme an der kurzen Unternehmensbefragung dauert rund fünf Minuten.

    Zur Unternehmensbefragung über Praktika

    Quelle: Regionale Umfrage „Praktika und Berufserfahrung“, Juni 2026. Regionale Koordination für Bildungs- und Berufsorientierung Südoststeiermark, Regionalmanagement Südoststeiermark – Steirisches Vulkanland GmbH, in Kooperation mit QUA Bildung & Projekt GmbH. Der vollständige Ergebnisbericht kann bei schober@vulkanland.at angefragt werden.

    Foto: © Steirisches Vulkanland/Manuel Flor