Schlagwort: Lehre mit Matura

  • Hier steigt die Zukunft ein: Mehr ÖBB-Lehrplätze für Graz

    Hier steigt die Zukunft ein: Mehr ÖBB-Lehrplätze für Graz

    Die ÖBB haben ihre Lehrwerkstätte in Graz erweitert. Auf rund 640 zusätzlichen Quadratmetern sind moderne Labor-, EDV- und Schulungsräume entstanden. Dadurch können künftig jedes Jahr rund 20 Jugendliche mehr ihre ÖBB-Lehre in Graz beginnen. Insgesamt wurden rund 1,7 Millionen Euro investiert.

    „Irgendetwas mit Technik“ – so beginnt bei Jugendlichen nicht selten die Suche nach dem passenden Beruf. Aber welche Technik? Elektrotechnik, Metalltechnik, Mechatronik oder vielleicht ein Beruf, den man bisher noch gar nicht am Radar hatte?

    Wer sich für Züge, Mobilität, Technik oder große Anlagen interessiert, sollte jedenfalls einen Blick auf die Lehrberufe der ÖBB werfen. Denn in Graz gibt es dafür jetzt nicht nur mehr Platz. Die Ausbildung ist auch in ein steirisches Umfeld eingebettet, in dem Bahnindustrie, Forschung und Transportlogistik eine wichtige Rolle spielen.

    Was wurde in der ÖBB-Lehrwerkstätte Graz erweitert?

    Die Umbauarbeiten in der Grazer Lehrwerkstätte wurden im März 2026 begonnen und rechtzeitig zum Start des neuen Ausbildungsjahres im September abgeschlossen.

    Auf einer zusätzlichen Fläche von rund 640 Quadratmetern entstanden:

    • moderne Labor- und Schulungsräume,
    • EDV-Schulungsräume,
    • ein Elektrolabor,
    • neue Sozialräume,
    • Sanitäranlagen und Garderoben,
    • ein barrierefreies WC sowie
    • ein eigener Erste-Hilfe-Raum.

    Auch die Zahl der Ausbilderinnen und Ausbilder wurde erhöht. Pro Jahr können dadurch in Graz rund 20 zusätzliche Lehrlinge aufgenommen werden.

    Das klingt zunächst nach einer eher nüchternen Baustellenmeldung. Für Jugendliche und ihre Familien bedeutet es aber etwas sehr Konkretes: mehr Ausbildungsplätze und modernere Bedingungen für eine technische Lehre in Graz.

    So viele ÖBB-Lehrlinge wie noch nie

    Mit Beginn des Ausbildungsjahres im September 2026 haben österreichweit 721 Jugendliche ihre Lehre bei den ÖBB begonnen. Insgesamt befinden sich aktuell 2.421 Lehrlinge im ÖBB-Konzern in Ausbildung. Laut Unternehmen ist das ein neuer Höchststand.

    Auch das Interesse an einer ÖBB-Lehre ist groß: Rund 10.000 Bewerbungen gingen beim Unternehmen ein. Wer sich für eine Lehrstelle bei den ÖBB interessiert, sollte sich daher rechtzeitig informieren und nicht erst dann mit der Suche beginnen, wenn eine Bewerbungsfrist beinahe vorbei ist.

    „Die Fachkräfte von morgen fallen nicht vom Himmel. Wer Fachkräfte braucht, muss diese auch konsequent ausbilden.“

    Roman Hebenstreit, Vorsitzender des ÖBB-Konzernbetriebsrats

    Für Eltern ist dabei wichtig: Nicht jedes Kind muss schon Jahre im Voraus einen ganz konkreten Berufswunsch haben. Ein sinnvoller erster Schritt kann auch sein, gemeinsam herauszufinden, ob die Interessen eher im technischen, kaufmännischen oder digitalen Bereich liegen.

    Welche Lehrberufe bieten die ÖBB an?

    Die ÖBB bieten österreichweit 26 unterschiedliche Lehrberufe im technischen und kaufmännischen Bereich an. Welche Lehrstellen aktuell in Graz oder an anderen steirischen Standorten ausgeschrieben sind, kann sich allerdings von Jahr zu Jahr unterscheiden.

    Jugendliche und Eltern sollten daher direkt bei den aktuellen Stellenausschreibungen prüfen:

    • Welcher Lehrberuf wird angeboten?
    • An welchem Standort findet die Ausbildung statt?
    • Welche Voraussetzungen werden verlangt?
    • Wann beginnt die Ausbildung?
    • Bis wann ist eine Bewerbung möglich?

    Auch eine Lehre mit Matura ist bei den ÖBB grundsätzlich möglich.

    Video: „Mach den nächsten Schritt mit einer Lehre bei den ÖBB!“ © ÖBB/unsereOEBB

    Eine Lehre bei der Bahn ist nicht gleich Lokführer

    Bei „Arbeiten bei der Bahn“ denken viele Menschen zuerst an Lokführerinnen und Lokführer oder Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter. Doch hinter dem System Bahn stehen wesentlich mehr Berufe.

    Züge müssen gewartet, technische Anlagen überprüft, elektronische Systeme gesteuert und Schienenwege instand gehalten werden. Hinzu kommen Aufgaben in der Logistik, in kaufmännischen Bereichen und zunehmend auch in der Digitalisierung.

    Deshalb lohnt es sich, nicht nur den Namen des Unternehmens anzusehen, sondern den konkreten Lehrberuf genau unter die Lupe zu nehmen.

    Manche Jugendliche arbeiten gerne praktisch und möchten am Ende des Tages sehen, was sie geschafft haben. Andere tüfteln lieber an elektronischen Systemen, interessieren sich für Computer oder behalten auch bei komplexen Abläufen den Überblick.

    Eltern können dabei mit Fragen helfen:

    • Arbeitet mein Kind gerne mit Werkzeug und Maschinen?
    • Interessiert es sich für Elektronik oder digitale Systeme?
    • Möchte es überwiegend praktisch arbeiten?
    • Kann es sich für technische Zusammenhänge begeistern?
    • Arbeitet es gerne im Team?
    • Wie wichtig sind Genauigkeit und Verantwortungsbewusstsein in diesem Beruf?
    • Passt das Arbeitsumfeld tatsächlich zu meinem Kind?

    Denn ein bekannter Unternehmensname allein macht noch keinen passenden Lehrberuf. Entscheidend ist, ob Aufgaben, Arbeitsumfeld und persönliche Stärken zusammenpassen.

    Früh informieren – gemeinsam, aber nicht anstelle des Kindes

    Eltern können bei der Lehrstellensuche vieles erleichtern: gemeinsam Angebote vergleichen, an Bewerbungsfristen erinnern oder beim ersten Durchsehen der Bewerbungsunterlagen helfen.

    Die eigentliche Entscheidung und die Bewerbung sollten aber beim Jugendlichen bleiben. Schließlich muss nicht die Mutter oder der Vater jeden Morgen gerne in die Lehrwerkstätte gehen.

    Hilfreich ist es, die angebotenen Lehrberufe gemeinsam anzusehen und anschließend das Kind erzählen zu lassen: Was klingt interessant? Was eher nicht? Und warum?

    Oft wird in einem solchen Gespräch schneller klar, welche Richtung passen könnte, als durch die große Frage: „Was willst du einmal werden?“

    ÖBB-Lehre in Graz: Die wichtigsten Zahlen

    • Erweiterung der Lehrwerkstätte: rund 640 Quadratmeter
    • Investition: rund 1,7 Millionen Euro
    • Zusätzliche Ausbildungsplätze in Graz: rund 20 pro Jahr
    • Neue ÖBB-Lehrlinge im September 2026: 721
    • Lehrlinge im gesamten ÖBB-Konzern: 2.421
    • Bewerbungen: rund 10.000
    • Lehrberufe bei den ÖBB: 26 technische und kaufmännische Ausbildungen

    Warum Bahnberufe in der Steiermark Zukunft haben

    Ein Arbeitsplatz ist nie automatisch für alle Zeiten sicher. Mehrere Entwicklungen sprechen aber dafür, dass gut ausgebildete Fachkräfte rund um Bahn, Technik und Transportlogistik langfristig gebraucht werden.

    Die Koralmbahn verändert die Mobilität im Süden

    Die Koralmbahn wurde im Dezember 2025 offiziell eröffnet. Die rund 130 Kilometer lange Strecke schafft eine direkte Bahnverbindung zwischen Graz und Klagenfurt und ist ein zentraler Teil der neuen österreichischen Südstrecke.

    Davon profitiert nicht nur der Personenverkehr. Die Südstrecke ist auch für den Gütertransport in Richtung Südosteuropa und zu den Adriahäfen von Bedeutung. Auf der ausgebauten Bahnverbindung können längere und schwerere Güterzüge geführt werden. Das verbessert die Voraussetzungen dafür, Transporte von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

    Damit gewinnt Graz als Verkehrsknotenpunkt weiter an Bedeutung. Wo mehr Menschen und Waren auf der Schiene unterwegs sind, werden Fachkräfte für Betrieb, Technik, Wartung, Infrastruktur, Digitalisierung und Logistik benötigt.

    Graz wird für die Transportlogistik wichtiger

    Auch das Cargo Center Graz in Werndorf wird weiter ausgebaut. Der Standort liegt am Schnittpunkt wichtiger europäischer Verkehrsachsen und verbindet Straße und Schiene.

    Das Land Steiermark verwies bereits bei der Ankündigung des Ausbaus darauf, dass durch die Koralmbahn zusätzliche Kapazitäten für den Güterverkehr notwendig werden. Neue Terminalgleise, Portalkräne, Werkstätten sowie weitere Container- und Betriebsflächen sollen den Standort für den kombinierten Verkehr stärken.

    Die Bahn ist also längst nicht nur Personenverkehr. Sie ist ebenso ein wichtiger Teil moderner Transportketten: Güter werden verladen, Verbindungen geplant, technische Anlagen gesteuert und digitale Systeme überwacht.

    In der Steiermark wird Bahntechnik nicht nur angewendet

    Die Steiermark verfügt außerdem über Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die an der Weiterentwicklung des Systems Bahn arbeiten.

    Im an der TU Graz gegründeten „Research Cluster Railway Systems“ beschäftigen sich Partner aus Forschung und Industrie unter anderem mit Schienenfahrzeugtechnik, Bahninfrastruktur, Bahnbetrieb und digitaler Transformation. Auch Simulationen, künstliche Intelligenz und digitale Zwillinge spielen dabei eine Rolle.

    Beteiligt sind beziehungsweise waren unter anderem die TU Graz, die ÖBB, Siemens Mobility, voestalpine und das Forschungszentrum Virtual Vehicle.

    Die Steiermark ist damit nicht nur ein Standort, an dem Züge fahren. Hier wird auch an Technologien für die Bahn von morgen geforscht und gearbeitet.

    Was bedeutet das für Jugendliche?

    Eine ÖBB-Lehre führt nicht in eine kleine technische Nische. Dahinter steht ein breites berufliches Umfeld, das von Elektrotechnik und Metalltechnik über digitale Systeme bis zu Verkehr und Logistik reicht.

    Für Jugendliche, die gerne praktisch arbeiten, technische Zusammenhänge verstehen und an der Mobilität von morgen mitwirken möchten, kann die Bahn deshalb eine interessante berufliche Perspektive sein.

    Entscheidend bleibt trotzdem: Nicht nur die Branche sollte Zukunft haben. Der konkrete Lehrberuf muss auch zu den Interessen und Stärken des jungen Menschen passen.

    Häufige Fragen zur ÖBB-Lehre in Graz

    Wie viele zusätzliche Lehrlinge können in Graz aufgenommen werden?

    Durch die Erweiterung der Grazer Lehrwerkstätte können die ÖBB künftig pro Jahr rund 20 zusätzliche Lehrlinge in Graz aufnehmen.

    Wann wurde die erweiterte Lehrwerkstätte eröffnet?

    Die Erweiterung wurde im September 2026 rechtzeitig zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres fertiggestellt.

    Wie viel wurde in die ÖBB-Lehrwerkstätte Graz investiert?

    Nach Angaben der ÖBB wurden rund 1,7 Millionen Euro in den Ausbau und die neuen Ausbildungsräume investiert.

    Wie groß ist die Erweiterung?

    Die zusätzliche Fläche umfasst rund 640 Quadratmeter. Darauf befinden sich unter anderem neue Labor-, EDV- und Schulungsräume.

    Welche ÖBB-Lehrberufe gibt es in Graz?

    Welche Lehrberufe in Graz tatsächlich ausgeschrieben sind, muss jeweils bei den aktuellen Stellenangeboten geprüft werden. Konzernweit bieten die ÖBB 26 technische und kaufmännische Lehrberufe an.

    Ist bei den ÖBB eine Lehre mit Matura möglich?

    Ja. Nach Angaben der ÖBB kann die Ausbildung grundsätzlich mit der Lehre mit Matura verbunden werden. Die konkreten Voraussetzungen sollten rechtzeitig mit dem Unternehmen und der zuständigen Berufsschule geklärt werden.

    Wo können sich Jugendliche für eine ÖBB-Lehre bewerben?

    Aktuelle Lehrstellen, Ausbildungsstandorte, Voraussetzungen und Informationen zum Bewerbungsprozess finden Jugendliche und Eltern im Karriereportal der ÖBB: Lehre und Karriere bei den ÖBB

    Quellen

    • ÖBB, 7. September 2026: „ÖBB starten mit Rekord ins neue Lehrjahr und nehmen erweiterte Grazer Lehrwerkstätte in Betrieb“, ÖBB-Presseinformation
    • ÖBB, laufend aktualisiert: Informationen zu Lehrberufen, Ausbildung und Bewerbung, ÖBB-Karriereportal
    • ÖBB-Infrastruktur AG, ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum: Informationen zur Koralmbahn und zur österreichischen Südstrecke, Die Südstrecke im Überblick
    • ÖBB-Holding AG, Geschäftsbericht 2025, veröffentlicht 2026: Angaben zur offiziellen Eröffnung der Koralmbahn am 12. Dezember 2025, ÖBB-Geschäftsbericht 2025
    • Land Steiermark, 24. Oktober 2024: „Neue Ära des Güterverkehrs in der Steiermark“, Ausbau des Cargo Terminals Graz
    • TU Graz, 22. Juni 2021: „Die Zukunft auf Schienen: Gesamtsystem Bahn – die Steiermark als internationales Forschungs- und Innovationszentrum“, Research Cluster Railway Systems
  • Wenn Berufsorientierung zur Familienfrage wird

    Wenn Berufsorientierung zur Familienfrage wird

    Lehre oder weiterführende Schule: Welcher Bildungsweg passt zu meinem Kind? Für die siebte Ausgabe von ZUKUNFT MEISTERN möchten wir wissen, welche Fragen, Sorgen und Ängste Eltern und andere Wegbegleiter beschäftigen. Denn nur dann können wir jene Antworten geben, die Familien wirklich helfen.

    Am Küchentisch liegen drei Broschüren, zwei Ausdrucke und ein Handy mit zwölf offenen Tabs. Eigentlich wollte man nur kurz über die Zukunft sprechen.

    Dann fällt ein Satz wie: „Ich will aber …“

    Und schon wird daraus eine Familienkonferenz und Grundsatzdiskussion.

    Die Eltern sehen Sicherheit und Zukunftschancen. Der Nachwuchs sieht Interessen, Freunde und vielleicht einen Beruf, unter dem sich zu Hause noch niemand besonders viel vorstellen kann. Oder es ist genau umgekehrt. Kann alles vorkommen.

    Vielleicht kennen Sie diesen Spagat: Man möchte das eigene Kind entscheiden lassen und gleichzeitig verhindern, dass es sich eine wichtige Tür zu früh verschließt. Schließlich will man nur das Beste. Schwierig wird es, wenn das „Beste“ für Eltern anders aussieht als für ihr Kind.

    Wir wollen nicht entscheiden. Wir wollen zuerst verstehen.

    ZUKUNFT MEISTERN möchte Familien Mut zu einer gut informierten Entscheidung machen. Für oder gegen einen bestimmten Bildungsweg.

    Die Lehre ist dabei eine Möglichkeit. Nicht die einzig richtige und nicht automatisch die zweite Wahl. Wir wollen niemanden von einer Lehre überzeugen. Wir möchten aber verhindern, dass sie ausgeschlossen wird, bevor ihre Chancen, Anforderungen und weiteren Möglichkeiten bekannt sind.

    Sechs Ausgaben haben uns viel Erfahrung gebracht – und vielleicht auch ein wenig Berufsblindheit. Wer sich ständig mit Lehre und Berufsorientierung beschäftigt, hält manches irgendwann für selbstverständlich.

    Aber wissen wir deshalb, welche Frage eine Mutter beschäftigt, die abends vor zwölf geöffneten Internetseiten sitzt? Nein.

    Darum wollen wir vor der Planung der siebten Ausgabe zuhören. Denn erst wenn wir Ihre Fragen und Ängste kennen, können wir die passenden Themen setzen und jene Interviewpartnerinnen und Interviewpartner auswählen, die darauf wirklich hilfreiche Antworten geben können.

    Was beschäftigt Eltern und andere Wegbegleiter?

    Was beschäftigt Sie als Mutter oder Vater? Welche Fragen hören Sie als Tante, Onkel, Oma oder Opa? Wo fehlt Orientierung, wenn ein junger Mensch vor einer Bildungsentscheidung steht?

    • Lehre oder weiterführende Schule: Welche Informationen fehlen, um diese Möglichkeiten fair beurteilen zu können?
    • Chancen und offene Türen: Was möchten Sie über Lehre mit Matura und spätere Bildungswege wissen?
    • KI und neue Berufe: Welche Veränderungen machen Ihnen mit Blick auf die Zukunft Ihres Kindes Sorgen?
    • Begleiten, ohne zu bestimmen: Wie erkennt man, was wirklich zum eigenen Kind passt?
    • Wenn Wünsche auseinandergehen: Wie lässt sich darüber sprechen, ohne dass aus Unterstützung Druck wird?

    Vielleicht erscheint Ihnen Ihre Frage zu einfach oder selbstverständlich. Für uns ist sie genau deshalb wichtig. Wir möchten nicht über den Informationsbedarf von Familien hinwegschreiben.

    Bildung wird oft „vererbt“. Aber macht dieses Erbe glücklich?

    Wie stark das Elternhaus mit Bildungsentscheidungen zusammenhängt, zeigt eine 2026 veröffentlichte IHS-Langzeitstudie von Mario Steiner, Nora Haag und Maria Köpping. Analysiert wurden die Wege von 85.535 jungen Menschen.

    Mit 13 Jahren besuchten 65 Prozent der Kinder von Eltern mit Hochschulabschluss eine AHS. Bei Kindern, deren Eltern höchstens einen Pflichtschulabschluss hatten, waren es 11 Prozent. Mit 16 Jahren befanden sich wiederum 36 Prozent der Burschen, aber nur 20 Prozent der Mädchen in einer Lehrausbildung.

    Die Zahlen sagen nicht, welcher Weg für ein einzelnes Kind der richtige ist – und schon gar nicht, ob er glücklich macht. Sie zeigen aber, warum es wichtig ist, auch die eigenen Vorstellungen zu hinterfragen.

    Zur IHS-Langzeitstudie von Steiner, Haag und Köpping aus dem Jahr 2026

    Mütter im Talk: Was, wenn das eigene Kind anders entscheidet?

    Wie schwierig es sein kann, die eigene Vorstellung vom richtigen Weg loszulassen, zeigen zwei unserer bisherigen Gespräche.

    Monika Haider-Raunigg erzählt im „Mutter im Talk“, dass sie sich für ihren Sohn Philipp zunächst die Matura gewünscht hatte. Er merkte jedoch, dass ihm praktisches Lernen mehr liegt, und entschied sich für den Weg in eine Lehre zum Zweiradtechniker.

    Auch Ute Khom spricht über Zweifel, Erwartungen und das Loslassen. Obwohl sie selbst in der Berufsorientierung arbeitet, überraschte sie die Entscheidung ihres Sohnes Florentin, das Gymnasium zu verlassen und eine Lehre als Mechatroniker zu beginnen.

    Beide Mütter wollten Sicherheit und möglichst viele Chancen für ihre Kinder. Ihre Söhne fanden diese Chancen nur auf einem anderen Weg als zunächst gedacht.

    Ein Abschluss kann Türen öffnen. Ob ein junger Mensch durchgehen möchte, steht auf einem anderen Blatt.

    Welche Frage sollen wir für Sie klären?

    Welche Information fehlt Ihnen? Welche Sorge sollten wir ernst nehmen? Und wen sollten wir für die siebte Ausgabe von ZUKUNFT MEISTERN unbedingt befragen?

    Schreiben Sie uns Ihre Gedanken gerne in die Kommentare. Wir hören zu, fragen nach und nehmen Ihre Impulse in die Redaktionsplanung auf.

    ZUKUNFT MEISTERN 2027 erscheint einmal jährlich in gedruckter Form und wird steiermarkweit verbreitet. Online begleiten wir Eltern und Jugendliche das ganze Jahr über.

    Wir wollen keinen Weg vorzeichnen. Wir wollen die Fragen beantworten, die Familien helfen, ihren eigenen Weg zu finden.

  • Noch keinen Lehrplatz? In der Steiermark sind noch 758 Lehrstellen offen

    Noch keinen Lehrplatz? In der Steiermark sind noch 758 Lehrstellen offen

    Wer zu Beginn des Herbstes noch keinen Lehrplatz gefunden hat, ist nicht automatisch zu spät dran. Ende Juli 2026 waren beim AMS in der Steiermark 758 sofort verfügbare offene Lehrstellen gemeldet. Auch Unternehmen wie SPAR suchen weiterhin Jugendliche, die noch in diesem Herbst ihre Ausbildung beginnen möchten.

    Für viele Jugendliche startet im September ein neuer Lebensabschnitt. Doch nicht alle haben ihre Entscheidung für einen Lehrberuf bereits getroffen oder den passenden Ausbildungsbetrieb gefunden. Manche ändern ihre ursprünglichen Pläne, andere erhalten Absagen oder erkennen erst nach Schulschluss, welcher Beruf tatsächlich zu ihnen passen könnte.

    Das bedeutet nicht, dass die Chance auf eine Lehrstelle für dieses Jahr vorbei ist.

    758 offene Lehrstellen in der Steiermark

    Nach den jüngsten veröffentlichten Zahlen des AMS Österreich waren Ende Juli 2026 in der Steiermark 758 sofort verfügbare offene Lehrstellen gemeldet. Gleichzeitig suchten 1.141 Jugendliche eine sofort verfügbare Lehrstelle.

    Die Zahlen zeigen zwei Seiten: Es gibt auch unmittelbar vor dem üblichen Ausbildungsbeginn noch zahlreiche freie Plätze. Gleichzeitig passt nicht jede offene Lehrstelle automatisch zu den Interessen, Fähigkeiten oder zum Wohnort der Jugendlichen. Je nach Beruf und Region kann die Suche daher unterschiedlich schwierig sein.

    Wer bisher noch nicht erfolgreich war, sollte auch verwandte Lehrberufe prüfen und den Suchradius über den eigenen Wohnort hinaus erweitern. Die BerufsInfoZentren des AMS unterstützen Jugendliche kostenlos bei der Orientierung und bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz.

    SPAR bietet auch im Herbst noch Lehrstellen an

    Mehr als 50 junge Menschen starten in diesem Herbst ihre Ausbildung bei SPAR Steiermark und im südlichen Burgenland. Wer noch auf der Suche ist, kann sich weiterhin für eine der offenen Lehrstellen bewerben – unter anderem im Verkauf oder in der TANN-Fleischproduktion.

    „Unsere Lehrlinge sind die Zukunft unseres Unternehmens. Deshalb legen wir großen Wert auf eine praxisorientierte Ausbildung, individuelle Unterstützung und attraktive Entwicklungsperspektiven“, erklärt Christoph Holzer, Geschäftsführer von SPAR Steiermark und Südburgenland.

    Motivierte Jugendliche seien weiterhin eingeladen, sich für die noch offenen Ausbildungsplätze zu bewerben und ihren beruflichen Weg gemeinsam mit dem Unternehmen zu beginnen.

    Mehr als zehn Lehrberufe bei SPAR

    Das Ausbildungsangebot von SPAR umfasst mehr als zehn Lehrberufe. Die Möglichkeiten reichen vom Einzelhandel über die TANN-Fleischproduktion und die Logistik bis zum Büromanagement.

    Von Beginn an sammeln die Lehrlinge praktische Erfahrungen und übernehmen schrittweise Verantwortung. Begleitet werden sie dabei von erfahrenen Ausbilderinnen und Ausbildern. Wer zusätzlich die Reifeprüfung ablegen möchte, kann Berufsausbildung und Matura miteinander verbinden.

    Wie viel verdienen Lehrlinge bei SPAR?

    Die Lehrlingsentschädigung beträgt laut SPAR derzeit:

    • 1.380 Euro brutto im ersten Lehrjahr
    • 1.580 Euro brutto im zweiten Lehrjahr
    • 1.940 Euro brutto im dritten Lehrjahr

    Zusätzlich bietet das Unternehmen Leistungsprämien von insgesamt mehr als 6.700 Euro, verschiedene Aus- und Weiterbildungsangebote sowie Workshops zur persönlichen und beruflichen Entwicklung.

    Nach dem Lehrabschluss stehen unterschiedliche Karrierewege offen. Zahlreiche heutige Marktleiterinnen und Marktleiter sowie weitere Führungskräfte bei SPAR haben ihre Laufbahn selbst mit einer Lehre im Unternehmen begonnen.

    Wo findet man jetzt noch offene Lehrstellen?

    Jugendliche können über die AMS-Stellensuche „alle jobs“ kostenlos und ohne Anmeldung nach offenen Lehrstellen suchen. Die Ergebnisse lassen sich nach Bundesland, Region, Ort und Lehrberuf filtern.

    Zusätzlich lohnt es sich:

    • die Karriereportale interessanter Unternehmen direkt aufzurufen,
    • bei Wunschbetrieben persönlich nachzufragen,
    • sich beim AMS als lehrstellensuchend vormerken zu lassen,
    • einen kostenlosen Beratungstermin in einem BerufsInfoZentrum zu vereinbaren,
    • auch ähnliche oder bisher nicht berücksichtigte Lehrberufe zu prüfen.

    Eine berufliche Entscheidung darf Zeit benötigen – und sie darf auch neu getroffen werden. Wer im Herbst noch keinen Ausbildungsplatz hat, sollte deshalb nicht aufgeben, sondern die vorhandenen Möglichkeiten gezielt nutzen.

    Aktuelle Lehrstellen in der Steiermark finden sich über die Lehrstellensuche des AMS.

    Informationen zu den offenen Ausbildungsplätzen bei SPAR gibt es unter www.spar.at/karriere/lehre/lehrberufe.

    Quelle der Arbeitsmarktzahlen: AMS Österreich, „Eckdaten Juli 2026“, Datenstand 31. Juli 2026, veröffentlicht im August 2026.