Lehre in der Apotheke: Können trifft Menschlichkeit

Drei Siegerinnen des PKA-Bundeslehrlingswettbewerbs in Graz mit Medaillen und Blumensträußen.

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Genau rechnen, sorgfältig arbeiten und auf Menschen eingehen: Beim elften PKA-Bundeslehrlingswettbewerb in Graz zeigten 14 Teilnehmerinnen ihr Können. Was die Arbeit in einer Apotheke darüber hinaus besonders macht, erzählen Menschen, die diesen Beruf täglich ausüben.

Ein Kühlgel herstellen, ein herbstliches Schaufenster gestalten und ein Verkaufsgespräch führen: Die Aufgaben beim PKA-Bundeslehrlingswettbewerb am 16. Oktober 2026 in der Landesberufsschule Graz 3 verlangten unterschiedliche Fähigkeiten. Fachwissen war ebenso gefragt wie Kreativität, Konzentration und ein Gespür für das Gegenüber.

Die 14 Teilnehmerinnen aus ganz Österreich erlernen den Beruf der Pharmazeutisch-kaufmännischen Assistenz, kurz PKA. Der Wettbewerb des Österreichischen Apothekerverbands machte sichtbar, wie vielseitig diese Ausbildung ist.

Erst rechnen, dann mischen – und aufmerksam zuhören

Gruppenfoto mit Teilnehmerinnen in weißen Berufsmänteln und weiteren Beteiligten vor einem Aufsteller „Lehre in der Apo“.

In drei Disziplinen mussten die jungen Frauen ihr Wissen anwenden:

  • Laborarbeit: Für ein Kühlgel waren zunächst die benötigten Mengen zu berechnen, bevor es an die Herstellung ging.
  • Warenpräsentation: Ein herbstliches Schaufenster sollte ansprechend gestaltet und mit einem einladenden Slogan versehen werden. Dabei war auch Unterstützung durch KI erlaubt.
  • Verkaufsgespräch: Hier standen soziale und kommunikative Fähigkeiten im Mittelpunkt.


PKA-Bundeslehrlingswettbewerb 2026: Die Siegerinnen in Graz

  • Leonie Weißbacher, Apotheke am Weg, Tirol
  • Laura Eder, Areit Apotheke, Salzburg
  • Annalena Hemetsberger, Maut-Turm-Apotheke Timelkam, Oberösterreich

Thomas W. Veitschegger, Präsident des Österreichischen Apothekerverbands, würdigte den Einsatz aller Teilnehmerinnen:

„Mit enorm viel Nervenstärke, Konzentration und großer Leidenschaft haben sie unter Beweis gestellt, was alles in ihnen steckt.“

Was die Arbeit in einer Apotheke persönlich macht

Was Menschen an ihrem Beruf schätzen, wurde auch bei der Wahl der „Apotheken-Stars 2026“ von SPIRIT of Styria gemeinsam mit der Apothekerkammer Steiermark sichtbar. Im Mittelpunkt standen alle Menschen hinter der Tara – Apotheker:innen ebenso wie PKA und weitere Teammitglieder.

Die Gewinnerin Ilse Gruber aus Köflach arbeitet seit 30 Jahren als Pharmazeutin. Was ihr wichtig ist: nachfragen, zuhören und verstehen, was einen Menschen gerade beschäftigt. Die Zusammenarbeit im Team erlebt sie selbst als Kraftquelle.

„Es kommt so viel zurück, wenn wir aufeinander schauen.“
Ilse Gruber, Pharmazeutin und Apotheken-Star 2026

Auch Karin Ullrich, PKA aus Deutschlandsberg, beschreibt in ihrem Berufsporträt, wie wichtig es ihr ist, dass sich Menschen gut aufgehoben und versorgt fühlen. Dazu gehört für sie ein Team, das im Alltag zusammenarbeitet.

Unterschiedliche Ausbildungswege, ein gemeinsamer Arbeitsplatz: Diese Einblicke erzählen davon, was die Arbeit in einer Apotheke neben den fachlichen Aufgaben ausmacht – und warum Menschen ihren Beruf auch nach vielen Jahren gerne ausüben.

Zum vollständigen Interview mit Ilse Gruber: „Menschlichkeit gibt’s gratis dazu“ – SPIRIT of Styria

Gute Ausbildung braucht Menschen, die begleiten

Hinter den Leistungen der Lehrlinge stehen auch ihre Ausbildungsbetriebe. Alexandra Fuchsbichler, Präsidentin der Apothekerkammer Steiermark, würdigte beim Wettbewerb deren Beitrag:

„Danke an unsere steirischen Apotheken, die junge Menschen ausbilden, begleiten und ihnen eine berufliche Zukunft ermöglichen. Ohne PKA keine Apotheke!“

Anerkennung für den Apothekennachwuchs: Bei der Siegerehrung am Grazer Schlossberg wurden die Leistungen der Teilnehmerinnen gewürdigt. © Mario Gimpe

Am Anfang ist vieles neu. Da braucht es jemanden, der erklärt, Fragen ernst nimmt und auch dann Geduld hat, wenn etwas nicht gleich gelingt. So können Jugendliche Sicherheit gewinnen – und sich nach und nach mehr zutrauen.

PKA-Lehre: Ausbildung und Aufgaben auf einen Blick

Wie lange dauert die Ausbildung?
Die PKA-Lehre dauert regulär drei Jahre. Sie verbindet die praktische Ausbildung im Apothekenbetrieb mit dem Unterricht in der Berufsschule. Mit abgeschlossener Matura ist eine Verkürzung auf zwei Jahre möglich. Am Ende steht die Lehrabschlussprüfung.

Welche Aufgaben übernehmen PKA?
Sie kümmern sich unter anderem um Warenmanagement und Rezeptabrechnung. Außerdem unterstützen sie Apotheker:innen beim Verkauf und bei der Herstellung individuell zubereiteter Arzneimittel, sogenannter magistraler Rezepturen.

Was macht den Kontakt mit Kundinnen und Kunden aus?
Zuhören, nachfragen und verständlich erklären: Das gehört für PKA zum Berufsalltag. Sie beraten zu Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetik und unterstützen Apotheker:innen beim Arzneimittelverkauf. Dabei treffen sie auf Menschen mit ganz unterschiedlichen Anliegen. Fachwissen ist wichtig – ebenso wie die Geduld, eine Frage noch einmal zu beantworten, und das Gespür dafür, wenn jemand unsicher ist.

ZUKUNFT MEISTERN gratuliert allen Teilnehmerinnen und den drei Siegerinnen zu ihren Leistungen.

Weitere Informationen zur Ausbildung: www.pkainfo.at


Quellen: Österreichischer Apothekerverband, Presseaussendung zum 11. PKA-Bundeslehrlingswettbewerb am 16. Oktober 2026 in Graz; Daniela Müller: „Menschlichkeit gibt’s gratis dazu“, SPIRIT of Styria, 18. September 2026, und Karin Ullrich aus Deutschlandsberg, 8. Juli 2026; Bekanntgabe der Gewinnerin in der September-Ausgabe 2026 von SPIRIT of Styria.

Beitragsbild mit den Siegerinnen: © Mario GimpelGruppenfoto im Freien: © Angelika Hovorka/Österreichischer Apothekerverband Siegerehrung: © Mario Gimpel

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