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  • KÖNNEN BRAUCHT MANCHMAL EIN ZEUGNIS

    KÖNNEN BRAUCHT MANCHMAL EIN ZEUGNIS

    Den Lehrabschluss nachholen, obwohl man längst im Beruf steht: SPAR ermöglicht Mitarbeiter:innen im Lebensmittelhandel, ihre praktische Erfahrung mit einem anerkannten Abschluss zu verbinden. Im Oktober startet der nächste Ausbildungsdurchgang in Graz.

    Wenn Berufserfahrung zum Lehrabschluss führt

    Manche Menschen haben ihren Beruf gelernt, ohne je eine klassische Lehre absolviert zu haben. Sie beraten Kund:innen, arbeiten an der Kassa oder behalten in der Feinkost den Überblick. Was ihnen fehlt, ist nicht das Können, sondern der offizielle Nachweis dafür.

    Genau hier setzt „Berufsausbildung@SPAR“ an. Seit 2014 begleitet SPAR gemeinsam mit dem Grazer Verein nowa Beschäftigte in der Steiermark und im südlichen Burgenland auf dem Weg zur außerordentlichen Lehrabschlussprüfung.

    Bisher nahmen 211 Mitarbeiter:innen teil. 55 bestanden die Prüfung mit Auszeichnung, weitere 31 mit gutem Erfolg.

    Lehrabschluss nachholen: Wer kann teilnehmen?

    Das Angebot richtet sich an Mitarbeiter:innen der SPAR-Supermärkte, die zum Zeitpunkt der Lehrabschlussprüfung mindestens 18 Monate Berufserfahrung im Lebensmitteleinzelhandel nachweisen können. Für Beschäftigte aus dem Filialbereich übernimmt SPAR die Kurskosten.

    Am 11. September 2026 findet im SPAR Campus Graz eine kostenlose Informationsveranstaltung statt. Der 13. Ausbildungsdurchgang startet im Oktober.

    Ein Abschluss darf auch später kommen

    Ein Berufsweg muss nicht immer geradlinig verlaufen. Unabhängig vom konkreten Angebot bei SPAR können Erwachsene in Österreich unter bestimmten Voraussetzungen einen Lehrabschluss nachholen. Wer die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten durch einschlägige Berufspraxis oder eine entsprechende Ausbildung erworben hat, kann bei der zuständigen Lehrlingsstelle die ausnahmsweise Zulassung zur Lehrabschlussprüfung beantragen.

    Informationen zu den Voraussetzungen und zur Antragstellung bietet die Wirtschaftskammer Österreich.

    Darin liegt auch für junge Menschen und ihre Eltern eine wichtige Botschaft: Eine Entscheidung in jungen Jahren legt nicht das gesamte Berufsleben fest. Erfahrung und Wissen wachsen weiter – und die formale Bestätigung dafür kann auch später folgen.

    Manches Können wächst lange, bevor es auf einem Zeugnis sichtbar wird.

    Quellen: SPAR Österreich, 20. August 2026; Wirtschaftskammer Österreich, 4. November 2025

    Bild: © SPAR / Velchev

  • Die Welt bekochen: Johann Lafers Karriere begann mit einer Lehre

    Die Welt bekochen: Johann Lafers Karriere begann mit einer Lehre

    Vor 50 Jahren schloss Johann Lafer seine Kochlehre im Grazer Gösser-Bräu ab. Aus diesem Grundstock entstand eine internationale Karriere. Geblieben ist seine enge Verbindung zur Steiermark – zu ihrer Landschaft, ihren Menschen und ihren Produkten.

    Was kann aus einer Lehre werden? Im Fall von Johann Lafer eine internationale Karriere als Spitzenkoch, Gastronom, Fernsehstar und Bestsellerautor. Zum 50. Jahrestag seines Lehrabschlusses kehrte der gebürtige Steirer in jene Stadt zurück, an dem sein außergewöhnlicher Berufsweg begann: nach Graz

    Von der Kochlehre in die Welt

    Von 1973 bis 1976 erlernte Johann Lafer im Gösser-Bräu in Graz sein Handwerk. Danach führte ihn sein Weg aus der Steiermark zunächst in das Berliner Hotel Schweizer Hof. Es folgten renommierte Häuser in Hamburg, Wertheim und München. Im Spitzenrestaurant „Aubergine“ arbeitete er mit Eckart Witzigmann zusammen. Als Küchenchef im „Le Val d’Or“ wurde Lafer schließlich mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet.

    Einem Millionenpublikum wurde er später durch Fernsehsendungen wie „Lafer! Lichter! Lecker!“ und „Die Küchenschlacht“ bekannt. Er veröffentlichte mehr als 60 Kochbücher und machte sich auch als Gastronom und Unternehmer einen Namen.

    Begonnen hatte all das mit einem Lehrabschluss in Graz.

    Die Lehre ist der Grundstock

    „In Graz und in der Steiermark habe ich nicht nur mein Handwerk gelernt, sondern auch den respektvollen Umgang mit Lebensmitteln, die Bedeutung von Qualität und den Wert harter Arbeit“, sagte Johann Lafer anlässlich seines Jubiläums. Dass aus einer Kochlehre im Gösser-Bräu eine internationale Karriere entstehen konnte, zeige, welche Kraft in einer fundierten Ausbildung stecke.

    Eine Botschaft blieb bei der Pressekonferenz besonders hängen: Die Lehre ist der Grundstock. Doch wer die Welt bekochen will, muss diese Welt auch kennenlernen. Wie soll man die französische Küche verstehen und zubereiten, wenn man sie selbst nie gekostet hat? Wie sollen neue Ideen entstehen, wenn man immer nur in der eigenen Küche bleibt?

    Lafers berufliche Stationen waren daher mehr als Namen in einem Lebenslauf. Sie erweiterten seinen Geschmack, sein Wissen und seinen Blick auf das eigene Handwerk. Die Lehre gab ihm das Fundament. Neugier, Offenheit und die Bereitschaft, die vertraute Umgebung zu verlassen, machten daraus eine internationale Karriere.

    Botschafter seiner steirischen Heimat

    Seine Karriere führte Johann Lafer hinaus in die Welt, aber nie weg von der Steiermark. Seit Jahrzehnten macht er seine Heimat, ihre Menschen und die von ihnen erzeugten Produkte weit über die Landesgrenzen hinaus sichtbar.

    Was die Steiermark für ihn bis heute auszeichnet, brachte er bei der Pressekonferenz persönlich auf den Punkt:

    „Eigentlich ist die Steiermark das geblieben, was wir uns alle wünschen: authentisch, ehrlich, gastfreundlich, dienstleistungsbereit und natürlich.“

    Gerade diese Eigenschaften, verbunden mit der Qualität regionaler Lebensmittel, trägt Lafer als Genussbotschafter in die Welt. Die Steiermark gab ihm den Grundstock für seine Karriere – und er gab ihr internationale Sichtbarkeit zurück.

    Neue Ausbildungsstätte für Gastronomie und Hotellerie

    Steiermark Tourismus und die WKO Steiermark nahmen das Jubiläum auch zum Anlass, im Center of Excellence einen neuen gastronomischen Ausbildungsbereich vorzustellen. Dort sollen Lehrlinge aus Gastronomie und Hotellerie künftig unter modernen und möglichst realitätsnahen Bedingungen trainieren können.

    Das Ausbildungszentrum soll die Qualität und Attraktivität der Tourismuslehre erhöhen und Ausbildungsbetriebe, Berufsschulen sowie Tourismusorganisationen enger miteinander vernetzen.

    Derzeit werden nach Angaben der WKO Steiermark 242 Lehrlinge in 173 steirischen Gastronomiebetrieben ausgebildet. In der Hotellerie sind es 515 Lehrlinge in 288 Betrieben.

    „Wenn wir heute auf 50 Jahre Lehrabschluss von Johann Lafer zurückblicken, dann sehen wir, was eine steirische Tourismuslehre leisten kann: Sie öffnet Türen in die Welt“, betont Hans Spreitzhofer, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WKO Steiermark.

    Ein Anfang, der vieles möglich macht

    Nicht jeder Kochlehrling wird später Michelin-Sterne erhalten, im Fernsehen auftreten oder Bestseller schreiben. Darum geht es auch nicht. Johann Lafers Lebensweg zeigt vielmehr, dass ein Lehrabschluss kein fertiger Berufsweg ist. Er ist ein Ausgangspunkt, von dem aus sich Möglichkeiten entwickeln können, die zu Beginn noch gar nicht sichtbar sind.

    Man muss nicht schon beim Start wissen, wohin die Reise führt. Aber man sollte bereit sein, zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und manchmal auch die vertraute Umgebung zu verlassen.

    Eine Lehre gibt jungen Menschen ein Handwerk mit. Wie weit sie damit gehen, dürfen sie selbst herausfinden.