Erasmus+ in Österreich: 1.715 bewilligte Mobilitäten für Lehrlinge
Internationale Erfahrung ist längst kein Privileg von Studierenden mehr. Laut der nationalen Agentur OeAD, die das EU-Programm Erasmus+ in Österreich umsetzt, wurden im Jahr 2025 insgesamt 1.715 Mobilitäten von Lehrlingen im Rahmen von Erasmus+ bewilligt – so viele wie noch nie seit Beginn des Programms im Jahr 1995.
Diese Zahl markiert einen Wendepunkt: Auslandspraktika während der Lehrzeit entwickeln sich zunehmend zu einem festen Bestandteil moderner Berufsbildung in Österreich.

Wie das konkret aussehen kann, zeigt unser Praxisbeispiel aus dem Jahr 2025 mit drei Lehrlingen des Unternehmens KNAPP.
Seit 2022 begleiten wir das Thema Auslandspraktikum in der Lehre
Als wir 2022 erstmals mit Martin Kahr über Erasmus+-Mobilitäten gesprochen haben, war Ausland während der Lehrzeit für viele Eltern noch erklärungsbedürftig.
Heute ist die Diskussion eine andere.
Mehr Betriebe öffnen sich für internationale Mobilität.
Mehr Berufsschulen integrieren Projekte strukturiert in den Ausbildungsalltag.
Und immer mehr Familien fragen nicht mehr, ob es möglich ist – sondern wie.
In der Steiermark begleitet das Projekt Young Styrians GO Europe! getragen von der Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft, Lehrlinge bei Antragstellung, Organisation und Vorbereitung eines Erasmus+-Praktikums.
Was 2022 noch Impuls war, ist heute Struktur.
Was ist ein Erasmus+ Auslandspraktikum für Lehrlinge?
Ein Erasmus+-Auslandspraktikum ermöglicht Lehrlingen, mehrere Wochen Berufserfahrung in einem europäischen Betrieb zu sammeln.
Wichtig für Eltern:
- Lehrlinge bleiben im österreichischen Lehrbetrieb angemeldet und versichert.
- Die Lehrlingsentschädigung wird weiterhin ausbezahlt.
- Fördermittel für Reise- und Aufenthaltskosten können beantragt werden.
- Der Aufenthalt kann im Einvernehmen mit Betrieb und Berufsschule als Teil der Ausbildung anerkannt werden.
Es ist kein Sprung ins Ungewisse – sondern ein begleiteter Schritt.
Großbritannien ab 2027 wieder Teil von Erasmus+
Ab 2027 soll Großbritannien wieder als assoziiertes Partnerland am Erasmus+-Programm teilnehmen. Damit ist vorgesehen, dass Mobilitäten in der Berufsbildung – also auch für Lehrlinge – wieder im regulären europäischen Rahmen möglich werden.
Nach dem Brexit war das Vereinigte Königreich mehrere Jahre nicht Teil des Programms. Mit der geplanten Wiederbeteiligung erweitert sich das Spektrum möglicher Zielländer erneut – insbesondere im englischsprachigen Raum.
Für viele Eltern ist genau dieser Punkt entscheidend.
Warum Auslandserfahrung in der Lehre Karrierechancen stärkt
Ein Auslandspraktikum stärkt Sprachkompetenz, Selbstständigkeit, interkulturelles Verständnis und berufliche Sicherheit.
Vor allem aber stärkt es eines:
Selbstvertrauen.
Und das entsteht oft dort, wo junge Menschen ihre Komfortzone verlassen – begleitet, aber eigenständig.
Auslandserfahrung ist keine Frage des Ausbildungswegs
Seit 2022 begleiten wir dieses Thema.
Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder „die Welt sehen“. Und was sich verändert hat, ist nicht nur die Zahl der Mobilitäten.
Es ist die Selbstverständlichkeit. Internationale Erfahrung hängt nicht davon ab, welchen Weg jemand für seine Ausbildung wählt. Man muss kein Gymnasium besuchen, um internationale Praxis zu sammeln.
Auch in der Lehre – ab 16 Jahren – kann dieser Schritt möglich sein.
Und genau das zeigt, wie sehr sich dieser Bildungsweg verändert hat – strukturierter, internationaler und selbstbewusster als noch vor wenigen Jahren.
🔵 Service für Eltern: Ansprechpartner für Auslandspraktika in der Lehre
Young Styrians GO Europe! (Steiermark) https://www.youngstyrians.com/
OeAD – Nationale Agentur für Erasmus+ in Österreich
Bereich Berufsbildung https://erasmusplus.oead.at/de/ Erster Schritt: Gespräch mit dem Lehrbetrieb oder der Berufsschule führen und nach Erasmus+-Mobilitäten fragen.


Schreibe einen Kommentar