Die Sommerferien sind da – endlich Zeit, um durchzuatmen, Energie zu tanken und sich inspirieren zu lassen. Vielleicht auch, um sich ganz in Ruhe die Frage zu stellen: „Was will ich eigentlich später machen?“
👉 Schau mal, was andere machen! In unserem ZUKUNFT MEISTERN ePaper erzählen junge Menschen von ihrem Weg in die Lehre – ehrlich, direkt und motivierend. Viele großartige Unternehmen aus der Steiermark stellen sich gemeinsam mit ihren Lehrlingen vor – darunter auch eine ganze Region: Das Vulkanland, das zeigt, wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten direkt vor der Haustür sein können.
Wir wollen nicht belehren, sondern einfach nur Ideen geben. Denn die Zukunft liegt in deiner Hand.
GenZ: Die unterschätzte Generation zeigt, wie Zukunft geht. Die Ergebnisse der Ö3-Jugendstudie 2025 – was Österreichs junge Menschen wirklich bewegt
Die Klischees halten sich hartnäckig: faul, empfindlich, verwöhnt, arbeitsscheu? Die neue Ö3-Jugendstudie 2025 beweist das Gegenteil. Rund 28.000 junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren haben bei der groß angelegten Umfrage mitgemacht – und sie zeigen deutlich: Die GenZ denkt neu, individuell, pragmatisch und vor allem: verantwortungsvoll.
Zwischen Eigenverantwortung und Zukunftssorgen
Trotz multipler Krisen blickt die Mehrheit der jungen Generation mit Optimismus in die Zukunft. 86 % sind mit ihrem Leben zufrieden, 87 % interessieren sich für aktuelle Nachrichten, und ganze 77 % beschäftigen sich aktiv mit Politik – fühlen sich dabei aber nur zu 22 % wirklich vertreten.
Besonders spannend: 80 % wollen Vollzeit arbeiten, wünschen sich dabei aber Sinn, Sicherheit, Teamwork – und klare Grenzen zwischen Arbeit und Leben. Das oft zitierte Bild der „leistungsscheuen GenZ“ ist damit endgültig widerlegt.
Bildung, Beziehungen, mentale Gesundheit
83 % fordern Finanzbildung als Schulfach
66 % sagen: „Kinder gehören zu einem gelungenen Leben“
91 % der jungen Frauen und 76 % der jungen Männer finden: Ein Jahr Väterkarenz sollte selbstverständlich sein
Jede:r Vierte leidet unter psychischen Problemen – aber 69 % würden Hilfe in Anspruch nehmen
Und was gibt Hoffnung?
Die GenZ glaubt an Fortschritt durch Zusammenarbeit: 57 % sehen trotz Herausforderungen eine Zukunft, wenn wir gemeinsam handeln. Ihre Haltung ist differenziert, reflektiert und mutig – und sie brechen Tabus, sprechen offen über mentale Gesundheit, über toxische Beziehungen, Leistungsdruck oder digitale Überforderung.
ZUKUNFT MEISTERN sagt: Hinhören lohnt sich!
Diese Generation ist digital native, kritisch, kreativ, aber auch erstaunlich traditionsbewusst. Sie will mehr als nur Likes – sie will gestalten, verändern, Sinn stiften. Und genau das braucht unsere Gesellschaft.
Die Ö3-Jugendstudie 2025 zeigt: Zukunftsfragen gehören in junge Hände. Und die GenZ ist bereit.
Du bist auf der Suche nach einer Lehrstelle? Dann solltest du dir den größten Online-Lehrlings-Event der Steiermark nicht entgehen lassen! Vom 1. bis 4. April 2025 findet Next step: #Lehre bereits zum sechsten Mal statt. Über 70 renommierte Unternehmen aus Gewerbe, Handwerk und Industrie präsentieren mehr als 350 offene Lehrstellen – und du kannst ganz bequem online dabei sein!
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Wann & Wo?
Die Lehrstellenbörse läuft an vier Tagen in vier Regionen:
Dienstag, 1. April 2025 | 8:50 – 12:05 Uhr | Region Obersteiermark
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Freitag, 4. April 2025 | 8:35 – 12:25 Uhr | Region West- und Südsteiermark
Ob mit Smartphone, Tablet, Laptop oder PC – du kannst jederzeit teilnehmen! Die digitale Lehrstellenbörse erreichst du hier: jobboerse.wifionline.at
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Eine Lehre in der Industrie ist die optimale Basis für einen steilen beruflichen Aufstieg. Das zeigt das Beispiel von Christoph Niederl, der nach Mechatronik-Lehre und Abend-HTL-Matura nun seine Karriere als Konstrukteur startet.
Wenn CHRISTOPH NIEDERL von seiner Ausbildung und seinem heutigen Job als Konstrukteur bei der EVG Entwicklungs- und Verwertungs GmbH in Raaba erzählt, ist seine Begeisterung erfrischend ansteckend. Ihm war schon immer klar, dass er eine Lehre machen würde: „Einfach, weil ich handwerklich arbeiten wollte. Es fasziniert mich noch heute, was man aus einem stumpfen Stück Metall alles machen kann – und es beflügelt mich, am Ende des Arbeitstages ein Werkstück selbst geschaffen zu haben und das Ergebnis meiner Arbeit in Händen halten zu können.“ Für sein Umfeld war die Entscheidung doch einigermaßen überraschend: „Alle meine Cousinen und Cousins haben sich für eine Matura entschieden, mein Vater hätte auch gern gesehen, dass ich gleich in die HTL gehe.“
Montagehalle statt Schulbank
Doch der praktische Weg war für Niederl viel verlockender: Kein Wunder, gibt es dort neben vielen anderen Vorteilen doch auch vom ersten Tag an Geld aufs Konto – und wenn man sich für eine Lehre in einem Industriebetrieb entscheidet, so wie es Niederl getan hat, sogar überdurchschnittlich viel. Als Elektrotechnik-Lehrling sind das beispielsweise 1.188 Euro brutto im ersten Lehrjahr, im vierten sogar schon 2.316 Euro brutto pro Monat. Die HTL-Matura hat der Mechatroniker dann nach der Lehrzeit nachgeholt, heute arbeitet er in seinem ehemaligen Lehrbetrieb als Konstrukteur und ersetzt das Werkzeug durch die Tastatur. „Ich habe mir bei vielem in der HTL leichter getan, weil ich einfach schon die praktische Erfahrung hatte. Und auch in meinem neuen Job kommt mir das Wissen aus der Lehre zugute“, ist er sich sicher. Dies ist übrigens ein weiterer Vorteil einer Lehre in der Industrie: 80 Prozent der jungen Menschen nutzen auch nach ihrer Ausbildung die attraktiven Karriereangebote in ihrem Betrieb. Eine Lehre liefert nun einmal den perfekten Mix aus Berufserfahrung und theoretischem Wissen.
Jeder Lehrling zählt
„Als Unternehmen achten wir genau darauf, welche besonderen Talente und Interessen die Jugendlichen haben, und gehen bei ihrer Ausbildung auf sie ein. Dazu kommt, dass sie während der Lehre nicht nur eine top Ausbildung am neuesten Stand der Technik erhalten, sondern auch den Betrieb genau kennenlernen – das prädestiniert für einen Aufstieg im Unternehmen“, weiß PAULA BLASCH, Human-Resources-Verantwortliche bei der G.L. Pharma GmbH. Auch in ihrem Betrieb wird der Wunsch, die Lehre mit Matura zu absolvieren oder die Abendmatura zu machen, mit viel Engagement unterstützt: „Wir fördern das aktiv, legen dann auch die Arbeitszeiten so, dass genug Zeit fürs Lernen bleibt.“
Wer sich für eine Ausbildung in der Industrie entscheidet, hat die Qual der Wahl: Aktuell bilden Industriebetriebe in der Steiermark 2.893 junge Menschen aus, jährlich werden 1.500 Lehrstellen in 70 verschiedenen Berufen und 250 Betrieben quer durchs ganze Land angeboten; damit ist die Industrie der zweitgrößte Lehrlingsausbilder. Knapp ein Viertel der Industrielehrlinge ist übrigens weiblich – Tendenz steigend!
Schnuppern schafft Sicherheit
Um die passende Lehrstelle zu finden, raten sowohl Blasch als auch Niederl unbedingt zum Schnuppern. „Man hat – auch in höheren Schulen – Anspruch auf fünf Schnuppertage. Die sollte man unbedingt nutzen und sich so viele Betriebe wie möglich ansehen“, rät die Personalmanagerin. Auch bei Niederl gab das Schnuppern den Ausschlag: „Bei der EVG bin ich sofort mit einbezogen worden und durfte wirklich mitarbeiten. Und ich wurde dann auch in der Lehre nicht enttäuscht: Nach der zweimonatigen Lehrwerkstatt durfte ich gleich in der Montagehalle mitarbeiten.“ Die Lehre empfand er fast wie ein großes Praktikum: „Ich habe in diesen vier Jahren wirklich alle Bereiche kennengelernt und überall selbst Hand anlegen dürfen.“
CHRISTOPH NIEDERL & PAULA BLASCH über Lehre und Weiterbildung in ihren Unternehmen. EVG Entwicklungs- und Verwertungs GmbH in Raaba und G.L. Pharma GmbH
Neben den beruflichen Qualifikationen wird auch die Persönlichkeitsentwicklung durch eine Lehre stark gefördert. „Disziplin und Teamfähigkeit sind wichtige Soft Skills, die man in der Lehre mitbekommt und die jeder von uns im Beruf braucht“, so Blasch. Und auch das Selbstbewusstsein steigt. „Man wächst mit der Verantwortung und den ständig neuen Anforderungen“, erzählt Niederl. Und die sind in der Industrie hoch – immerhin handelt es sich um eine der innovativsten Branchen der Steiermark: 1,98 Milliarden Euro geben die heimischen Industriebetriebe für Forschung und Entwicklung aus.
Eine Lehre ist alles andere als eine Einbahnstraße, ist Niederl überzeugt: „Der Lehrabschluss ist ein solides Fundament. Und danach gibt es keinen falschen Weg: Wenn der nächste Kreisverkehr kommt, nimmt man einfach eine neue Ausfahrt – heutzutage muss man flexibel sein, und das wird durch diese Ausbildung möglich.“
Infos zu den aktuellen Lehrstellen finden Sie hier:
Jugendlichen mit Technologie bei der Berufswahl helfen
Die Wahl eines passenden Berufs ist für viele junge Menschen eine große Herausforderung. Oft mangelt es an realistischen Einblicken in verschiedene Berufsfelder. Genau hier setzt VRChances an, ein innovatives Projekt des Game Lab Graz an der TU Graz in Kooperation mit Jugend am Werk Steiermark. Diese VR-Anwendung ermöglicht es Jugendlichen, unterschiedliche Lehrberufe hautnah zu erleben und sich praxisnahe Orientierungshilfen für ihre Zukunft zu holen.
Berufsorientierung auf Augenhöhe
Durch VRChances erhalten Nutzerinnen die Möglichkeit, in Berufe wie Elektrikerin oder Koch/Köchin einzutauchen. Dabei müssen sie realitätsnahe Aufgaben lösen – etwa eine Steckdose installieren oder Palatschinken zubereiten. Die immersive Erfahrung wird durch einen virtuellen Guide unterstützt, der Schritt für Schritt durch die Aufgaben führt. Die VR-Anwendung wurde so gestaltet, dass sie niedrigschwellig zugänglich ist und Jugendlichen eine spielerische, aber realistische Vorstellung von verschiedenen Berufsfeldern vermittelt.
Praxisnahe Entwicklung mit Expert*innen
Die Software wurde für die VR-Brille Meta Quest 2 entwickelt, die ohne externe Hardware auskommt und daher leicht einsetzbar ist. Die technische Umsetzung erfolgte mit der Unity-Engine, wobei zukünftige Erweiterungen auch in Unreal geplant sind. Wichtige Inputs kamen von Jobcoaches und Fachkräften aus den jeweiligen Berufsfeldern, die ihre Erfahrungen in die Gestaltung der Simulationen einbrachten. Das Ziel: Eine möglichst realistische und praxisnahe Darstellung des Berufsalltags.
Erweiterung und Weiterentwicklung
Nach dem erfolgreichen Start mit den Berufen Elektrikerin und Koch/Köchin sind bereits weitere Berufsbilder in Planung. Aktuell arbeitet das Team an der Integration des Berufs Metalltechnikerin, während im Rahmen des Universitätsnetzwerks Unite! Über eine VR-Umsetzung eines Bergbau-Berufs nachgedacht wird.
Mehr Realität in die Berufswahl bringen
Das Feedback zu VRChances zeigt klar: Die virtuelle Erfahrung hilft Jugendlichen, ihre Berufsvorstellungen realistischer zu gestalten. Untersuchungen der TU Graz belegen, dass die Einschätzungen der Jugendlichen nach der VR-Nutzung deutlich näher an den Einschätzungen von Expert*innen liegen. „Die Interaktivität der VR-Umgebung gibt den Jugendlichen ein klareres Bild davon, was sie in einem Beruf erwartet“, betont Michael Holly vom Institute of Human-Centred Computing der TU Graz, der das Projekt leitet.
VRChances ist damit ein wegweisendes Beispiel dafür, wie moderne Technologien dazu beitragen können, jungen Menschen die Berufswahl zu erleichtern und ihnen realistische Perspektiven für ihre Zukunft zu bieten.
Je früher man einen guten Umgang mit Geld lernt, desto besser. Gerhard Fabisch, Vorstandsvorsitzender Steiermärkische Sparkasse, über Financial Health, frühe Vorsorge und das Vermeiden finanzieller Fehlentscheidungen in jungen Jahren. An der Schwelle zum Berufsleben tun sich bei Jugendlichen viele Träume auf – der erste eigene Urlaub, das erste eigene Auto, der Auszug aus dem Elternhaus. Wie können Jugendliche von Anfang an gute finanzielle Entscheidungen treffen?
GERHARD FABISCH • Im besten Fall ist man auf den selbstständigen Umgang mit Geld schon vorbereitet. Das Taschengeld ab dem Kindesalter ist eine gute Vorbereitung dafür, im Laufe seines Lebens einen guten Überblick über das verfügbare Budget und die fixen Ausgaben zu entwickeln. Es ist immer wieder überraschend zu sehen, wie gering der Informationsstand über das eigene Konto auch im Erwachsenenalter ist. Wie viel kosten wesentliche Dinge im Leben, wie Wohnen, Essen und Internet? Weiß man über seine Fixkosten Bescheid, lässt sich leichter daraus ableiten, wie viel Spielraum zur Verfügung steht, um sich etwaige Anschaffungen wie z. B. ein Moped, ein Handy oder eine größere Wohnung leisten zu können.
„Ich bin auch ein Fan davon, Taschengeld anfangs in Cash zu geben. Ist die Geldtasche leer, spürt man das sofort.“
Vorstandsvorsitzender Gerhard Fabisch.
Welches Finanzwissen sollten junge Menschen schon früh erhalten?
G F • Jeder sollte sich regelmäßig mit seinen Finanzen auseinandersetzen. Man muss dafür nicht übermäßig Zeit investieren, aber ein regelmäßiger Blick auf seine Finanzen ist sehr ratsam. In den Familien wird auch viel zu wenig über Geld gesprochen. Nur ein Beispiel: Eltern können schon mit Kindern über steigende Energiekosten reden und darüber, um wie viel mehr im Vergleich als vorher für die Verteuerung bezahlt werden muss. Ich bin auch ein Fan davon, Taschengeld anfangs in Cash zu geben. Ist die Geldtasche leer, spürt man das sofort.
Ist es mit Karten schwieriger, einen Überblick zu behalten?
G F • Karten sind grundsätzlich sehr praktisch. Tatsache ist aber, dass man den Überblick leichter verlieren kann, wenn man die Transaktionen nicht beobachtet. Der Zwang, sich mit dem Kontostand zu beschäftigen, ist mit der Kartenzahlung nicht unmittelbar gegeben. Die Limits sind so eingerichtet, dass die Bank erst dann reagiert, wenn diese überschritten werden. Bei Bargeld kann man in kein Minus geraten.
„Sparen ist eine Lebenseinstellung. Die Größe des Betrages ist eine Frage des Einkommens. Die Tatsache, dass man es tut, eine Frage des Charakters.“
Vorstandsvorsitzender Gerhard Fabiscch im Gespräch mit Redakteurin Elke Jauk-Offner
Was sollte man tun, um die Kontrolle bei höheren Ausgaben zu sichern?
G F • Vor allem bei größeren Investitionen muss man sich fragen: Ist mir dieser Wunsch mehr wert als etwas anderes, und wie lange bin ich mit dieser Finanzierung mit einem monatlichen Fixbetrag für die nächsten drei oder 25 Jahre gebunden? Es gibt dafür immer unterschiedliche Denkansätze: Will ich öfter auf Urlaub fahren und genügt mir dafür eine kleine Mietwohnung? Oder will ich einmal ein eigenes Haus im Grünen haben und verzichte daher für einige Jahre auf größere Reisen? Beide Zugänge sind möglich, der eine ist nicht besser oder schlechter als der andere.
Welche häufigen Fehler machen junge Menschen im Umgang mit Geld?
G F • Sie gehen in bestimmte Finanzgeschäfte deshalb hinein, weil es andere auch machen. Da fehlen oft Wissen und Lebenserfahrung. Ältere Menschen sind schon ein paar Mal links und rechts an den Leitplanken des Lebens angestoßen und wissen, was dann passiert – Jugendliche aber noch nicht. Ein wesentlicher Aspekt ist, dass man immer gut auf die eigene finanzielle Gesundheit achtet.
Was bedeutet finanzielle Gesundheit denn genau?
G F • Financial Health beginnt damit, dass man einen Überblick über seine Einnahmen und Ausgaben hat. Zur finanziellen Gesundheit gehört aber auch das Ansparen. Im Mindestfall geht es dabei um Geld für Notfälle, damit es zu keiner krisenhaften Situation kommt. Es gibt unterschiedliche Zugänge, ob das drei Monatsgehälter oder 10.000 Euro sein sollten. Darüber hinaus hängt der zur Seite gelegte Notgroschen auch davon ab, welchen Wert die Dinge haben, die man besitzt. Im Großen und Ganzen geht es um Beträge zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Für Jugendliche am Anfang des Berufslebens fallen die Ansparmöglichkeiten verständlicherweise geringer aus. Hauptsache, es wird Geld angespart, auch wenn es nur eine kleine Summe ist.
Jetzt an später denken – wie lässt sich die Bedeutung finanzieller Sicherheit jungen Menschen verständlicher machen?
G F • Sparen ist eine Lebenseinstellung. Die Größe des Betrages ist eine Frage des Einkommens. Die Tatsache, dass man es tut, eine Frage des Charakters. Jugendliche haben noch nicht so hohe Fixkosten, sodass sie auch mit einem geringeren Gehalt 20 oder 30 Euro weglegen können. Ein weiterer Tipp ist: Spare am Monatsanfang und nicht am Monatsende, da kann man sich das Geld noch einteilen. Wir haben das bei zwei Gruppen mit gleichem Einkommen analysiert und der Unterschied ist sehr groß. Sinnvoll ist es auch, das angesparte Geld auf einem Sparkonto und nicht auf einem Gehaltskonto zu haben und vor einer Ausgabe umbuchen zu müssen – das macht die Entscheidung bewusster und bringt auch höhere Zinserträge. Was möchte man in 5 Jahren haben, was in 10 Jahren? Dafür sollte man sich Ansparvarianten überlegen. Wichtig ist auch die frühe Vorsorge für die Pension. Intellektuell ist die Notwendigkeit bei den meisten angekommen, die Brücke zur konstruktiven Umsetzung ist die schwierigere Aufgabe. Viele übersehen: Der Zinseszinseffekt ist mächtig, gerade über lange Laufzeiten. Das kann man später kaum mehr aufholen.
Wie haben sich Vorlieben zum Sparen und Investieren bei Jugendlichen verändert?
G F • Die beliebtesten Sparformen sind das Sparbuch und Fondssparen. Interesse besteht auch an Investitionen in Aktien und Bitcoins, diese können aber hochriskant sein. Ich will niemandem die Neugierde und den Spieltrieb nehmen, aber auch bei professionellen Anlegern machen diese nur einen kleinen Anteil aus.
Was geben Sie ihnen als wichtigsten Tipp für Financial Health mit auf den Weg?
G F • Zwei- bis dreimal im Monat auf das Konto schauen. Mit dem Sparen beginnen – auch wenn der Betrag anfangs klein ist. Und dabei durchhalten.
Noten beherrschen die Schulzeit. Sie sagen aber wenig darüber, was Schüler wirklich wissen. Die Notengebung wird von vielen Faktoren beeinflusst. Bildungsforscher Ferdinand Eder hinterfragt das Bewertungssystem kritisch.
Bildungsforscher Ferdinand Eder gibtzu bedenken, dass die Notengebung von vielem beeinflusst wird – persönlichen Faktoren der Lehrpersonen, Tagesverfassung, sozialen Einflüssen, Klassen- und Schulniveau.
MIT „SEHR GUT“ SIND LEISTUNGEN zu beurteilen, mit denen der Schüler die Anforderungen in weit über das Wesentliche hinausgehendem Ausmaß erfüllt und zusätzlich Eigenständigkeit bei der Bearbeitung der Aufgaben gezeigt hat, bei einem „Gut“ sind sie über das Wesentliche hinaus, bei einem „Befriedigend“ zur Gänze erfüllt. So steht es in der Leistungsbeurteilungsverordnung geschrieben. Allein: Mit einem „Befriedigend“ in der Mittelschule, Leistungsniveau Standard, sind so gut wie keine Berechtigungen mehr verbunden, ein „Befriedigend“ in der AHS öffnet den Zugang zu allen anschließenden Schulformen, gibt Bildungsforscher Ferdinand Eder zu bedenken.
Was kann eine Note überhaupt über die Leistung aussagen? FERDINAND EDER: In der Praxis sind Noten nicht Beschreibungen, sondern Bewertungen von Leistungen. Das sagen ja schon Bezeichnungen wie „befriedigend“ oder „gut“. In diesen Bewertungen steckt in der Regel ein Teil Bezug zu vorgestellten Zielen, zum größeren Teil ein sozialer Vergleich: In einer Schulklasse ist ein Schüler mit „Gut“ in der Regel kompetenter in Bezug auf die angestrebten Ziele als ein Schüler mit „Befriedigend“. Noten sagen daher wenig über die tatsächliche Leistung oder das tatsächliche Können aus, aber viel über die Leistungsposition eines Kindes im Kontext seiner Klasse. Noten sind ungeeignet, Lernfortschritte sichtbar zu machen! Die angeführten Einschränkungen haben zum Beispiel zur Folge, dass aufnehmende Betriebe den Schulnoten nicht vertrauen, sondern eigene Tests durchführen, um sich ein Bild von den Kompetenzen der Bewerber zu machen.
Für die Schüler enthalten schlechte Beurteilungen praktisch keine aufbauenden Elemente – sie lernen daraus lediglich, dass sie schlechter eingestuft werden als ihre Mitschüler, und dass sie insgesamt in die Kategorie „schlechte Schüler“ fallen. Oft führt dies zu Mutlosigkeit und Resignation.
Wie sind die einzelnen Noten in der Schule überhaupt definiert? F E: Die Noten sind im Schulunterrichtsgesetz und in der Leistungsbeurteilungsverordnung definiert und damit verfassungsgesetzlich festgelegt. „Befriedigend“ soll erhalten, wer „das Wesentliche des Unterrichts zur Gänze beherrscht“. Die Noten „Gut“ und „Sehr gut“ zielen darauf ab, dass bei der Erbringung von Leistungen Eigenständigkeit und eine „selbstständige Anwendung des Wissens und Könnens auf neuartige Aufgaben“ erfolgt.
Welche Einflussfaktoren kommen bei der Notengebung zum Tragen? F E: Dazu gibt es regalweise Forschungsliteratur, die besagt, dass die Notengebung beziehungsweise die erreichten Noten sehr von persönlichen Faktoren der Lehrpersonen, von der Tagesverfassung, von sozialen Einflüssen, vom Niveau der umgebenden Schulklasse, vom Niveau der betreffenden Schule und so weiter abhängen. Das Hauptproblem liegt darin, dass in Österreich die Noten von jenen Lehrpersonen vergeben werden, die vorher den Unterricht erteilt haben, und damit grosso modo doch eher befangen sind.
Leider sind Schulnoten überhaupt nicht vergleichbar, wenn es um eine Aussage über Können oder Leistung geht. Sie sagen aber in der Regel relativ zuverlässig etwas über die Leistungsposition der betreffenden Schüler in ihrer Klasse. Zwischen einzelnen Klassen der gleichen Schule können extreme Unterschiede bestehen, ebenso zwischen Schulen des gleichen Typs.
Inwieweit sind Schulnoten miteinander vergleichbar? F E: Leider überhaupt nicht, wenn es um eine Aussage über Können oder Leistung geht. Sie sagen aber in der Regel relativ zuverlässig etwas über die Leistungsposition der betreffenden Schüler in ihrer Klasse. Zwischen einzelnen Klassen der gleichen Schule können extreme Unterschiede bestehen, ebenso zwischen Schulen des gleichen Typs. Aber natürlich bestehen zwischen Klassen und Schulen oft auch ganz erhebliche Unterschiede in den erreichten Leistungen.
Haben Schulnoten das Potenzial, Orientierungshilfe und Ansporn zu sein? F E: Hier gibt es gegenläufige Auffassungen und Erfahrungen. Manche Lehrpersonen vergeben schlechte Noten, damit die Schüler mehr lernen, andere tun es, weil die Schüler wenig können. Für die Schüler enthalten schlechte Beurteilungen praktisch keine aufbauenden Elemente – sie lernen daraus lediglich, dass sie schlechter eingestuft werden als ihre Mitschüler und dass sie insgesamt in die Kategorie „schlechte Schüler“ fallen. Oft führt dies zu Mutlosigkeit und Resignation. Ausnahmen kommen vor bei hochmotivierten Schülern, die durch ein eher einmaliges Versagen angespornt werden, mehr zu lernen. Entwicklungspsychologisch zeigt sich, dass die jungen Menschen zunehmend jene Schulfächer hassen, in denen sie schlechte Noten haben, und alles versuchen, bis hin zur Berufswahl, diesen Fächern zu entgehen.
Worin liegen für Schüler, aber auch Lehrer Herausforderungen dieser Bewertung? F E: Der verstorbene Prof. Rupert Vierlinger, Zeit seines Lebens ein profunder Gegner der Ziffernnoten, hat es ungefähr so formuliert: „Wenn der Schüler nach der Note schielt, ist der Prozess des Lernens bereits gestört.“ Der Wunsch nach guter Bewertung oder auch die Angst vor schlechter Bewertung führt dazu, dass Lernen nicht als Auseinandersetzung mit einem Ziel oder einer Aufgabe verstanden wird, sondern als strategischer Prozess zur Erreichung einer guten Bewertung, bei dem das Verstehen oder das sachliche Können möglicherweise auf der Strecke bleibt. Einfache Strategien dazu sind bloßes Auswendiglernen, Abschreiben, Schwindeln und sonstige Formen der Täuschung bis hin zur anwaltlichen Bedrohung von Lehrpersonen seitens der Eltern, ihrem Kind die notwendige gute Note zu geben. Für die Lehrpersonen scheint mir die große Herausforderung, das Disziplinproblem – in dem Verständnis, bei den Schülern eine Hinwendung zur Sache zu erreichen – ohne explizite oder implizite Drohung mit schlechten Noten oder Nachprüfungen zu lösen.
Welche alternativen Möglichkeiten gibt es zur Beurteilung in dieser Form? F E: Es gibt viele Formen von Rückmeldung in der Schule, in denen die unmittelbare Leistung der Kinder und Jugendlichen sichtbar wird und nicht eine gefilterte Bewertung. Dazu gehören die direkte Leistungsvorlage, Portfolios, Lernziellisten mit Vermerken, was beherrscht wird, und vieles mehr. Realistischerweise muss man festhalten, dass so viele Noten-Beurteilungen, wie sie derzeit erteilt werden, ohnehin nicht notwendig sind, weil sie außer dem Selbstzweck zu nichts dienlich sind, Beispiel Semesternoten. Als Kontrast wäre hier eine Analyse denkbar, wie viele Beurteilungen Erwachsene in ihrer beruflichen Tätigkeit laufend erhalten – von Lehrpersonen ganz zu schweigen, die nach einer Anfangsphase praktisch beurteilungsfrei durch das Berufsleben gehen.
Nutzen andere Länder andere Systeme? F E: Die Beurteilung mit Ziffernnoten dominiert in den deutschsprachigen Systemen. Zahlreiche andere Länder haben – abgesehen von viel längeren notenfreien Zeiträumen, siehe Italien – zum Teil Systeme, die explizit die Beherrschung von Zielen wiedergeben und häufig mit Buchstaben abgekürzt werden. Ein plakatives und in meinen Augen sehr sinnvolles System ist der „Gemeinsame Europäische Referenzrahmen für Sprachen“, wo durch klar definierte Anforderungen das Sprachniveau auf verschiedenen Stufen definiert ist und durch darauf abgestimmte Prüfungen erfasst werden kann. Vergleichbares wäre für viele Schulfächer denkbar und würde eine für alle klare Aussage über das jeweilige Kompetenzniveau von Schülern erlauben.
Berufsorientierung leichter gemacht: Im Talentcenter der WKO Steiermark erfahren 13- bis 15-Jährige mehr über ihre Talente und Stärken. Nach dem Talentcheck vor Ort erhält man einen ausführlichen Talentreport.
DIE ENTSCHEIDUNG, welchen Job man später einmal ausüben möchte, ist in jungen Jahren nicht ganz einfach. Umso wertvoller ist es, wenn man die eigenen Talente und Stärken besser kennt. Genau hier setzt das Talentcenter der WKO Steiermark an. Nach einem Talentcheck erfahren Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren mehr über ihre Fähigkeiten und Potenziale.
Dabei geht es um die Merkfähigkeit, die Reaktionsgeschwindigkeit und die Feinmotorik, um Allgemeinwissen in Deutsch, Mathematik und Englisch. Insgesamt 48 Teststationen stehen vor Ort zur Verfügung. Der Talentcheck dauert rund viereinhalb Stunden und hat Rätselcharakter.„Je motivierter und konzentrierter man an die Sache herangeht, umso aussagekräftiger ist das Ergebnis“, betont Leiter Christoph Pichler. Auch die Abwechslung kommt nicht zu kurz: In den Pausen können die Boulderwand und Drehfußballtische genutzt werden. Absolviert wird der Talentcheck gemeinsam mit den Mitschülern im Klassenverband. Guides sind die ganze Zeit über für Fragen da.„Scheu muss man keine haben, denn es geht nicht um eine Bewertung der Leistungen, sondern vielmehr um ein rein positives Feedback darüber, wo die persönlichen Stärken liegen“, sagt Leiter Christoph Pichler.
Eine wertvolle Entscheidungshilfe auf dem Weg zur Ausbildung und zum Beruf gibt es im Talentcenter der WKO Steiermark.
Talente mit Berufen matchen
Das Talentcenter der WKO Steiermark gibt es in Graz bereits seit 2016. Das Angebot richtet sich an die 7. und 8. Schulstufen. Schon im Vorfeld werden die Interessen der Jugendlichen in einem Online-Fragebogen abgefragt: soziale, kaufmännische, unternehmerische, künstlerisch-sprachliche, intellektuell-forschende und ordnend-verwaltende. Nach dem Check erhält jeder Jugendliche einen ausführlichen Talentreport. Hier fließen nicht nur die Ergebnisse des Checks ein, Talente und Interessen werden auch mit passenden Berufen gematcht. Ob Lehrberuf oder Hochschulstudium – genaue Berufsbeschreibungen und mögliche Ausbildungswege lassen sich direkt über den Talentreport abrufen. Er kann von den Jugendlichen selbstständig downgeloadet werden und so in die weiteren Phasen der Berufsorientierung mit Eltern und Pädagogen fließen.Künftig soll es in Zusammenarbeit mit der Bildungsdirektion des Landes Steiermark noch mehr Benefit aus dem Talentcheck geben: Gemeinsam mit Sozialpartnern, dem AMS und geschulten Studierenden der Pädagogischen Hochschule ist für jeden Jugendlichen, der den Talentcheck absolviert hat, ein Beratungsgespräch in der Schule geplant. „So können die Ergebnisse des Talentchecks noch besser erklärt und gezielter genutzt werden“, unterstreicht Pichler.
Kennt man seine Talente, ist das die beste Voraussetzung dafür, dass man seinen Job später einmal gut und gerne macht.
Gemeinsam oder einzeln
Das Programm wurde in Kooperation mit der Universität Graz entwickelt. Mehr als 45.000 Jugendliche haben bereits einen individuellen Talentreport erhalten. Rund 80 Prozent der in Frage kommenden Schuljahrgänge werden sowohl in Graz als auch in den steirischen Regionen mit dem Angebot erreicht. Bei einer Teilnahme im Klassenverband betragen die Kosten pro Schüler 15 Euro. Da die Buchungslage sehr gut ist, sollte die Anmeldung frühzeitig erfolgen. Zum Talentcheck können nicht nur Schulklassen kommen. An schulautonomen Tagen besteht die Möglichkeit einer Einzeltestung, die Kosten betragen dann 190 Euro. Inbegriffen ist in diesem Fall ein persönliches psychologisches Beratungsgespräch. Der Futurecheck ab 15 Jahren ist ein eigenes, individuelles Testverfahren für Jugendliche höheren Alters.
Das Talentcenter überzeugt auch international. Beim Kongress der „International Chamber of Commerce“ in Brasilien wurde das Programm 2019 zum „Best education and training project“ gekürt. Nach Grazer Vorbild wurde im Vorjahr in Bozen in Südtirol gemeinsam mit der Handelskammer Bozen und der Freien Universität Bozen ein Talentcenter eröffnet. Resonanz findet es darüber hinaus bei Interessierten aus Ländern von Belgien über Slowenien bis China: Mehr als 400 nationale und internationale Besucher aus Wirtschaft, Politik und dem Bildungsbereich werden jährlich durch das Talentcenter geführt. Darüber hinaus wird derzeit gemeinsam mit Slowenien und dem Burgenland an einem Interreg-Projekt der Europäischen Union für Volksschulkinder namens „Mobita“ gearbeitet.
Talent-Weeks im Sommer
Berufsorientierung findet aber auch noch auf anderen Wegen statt. Mit MINT-Projekten will man junge Menschen für naturwissenschaftlich-technische Themen begeistern: Es gibt Active Coding Weeks mit Programmierkursen in Graz und allen Regionalstellen, Talent Weeks in Zusammenarbeit mit dem CoSA – Center of Science Activities und dem Naturkundemuseum sowie zu den Themen gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit mit Food-Bloggerin und „Steirerin des Jahres“ Bettina Ganglberger (@betti_licious) und den Online Coding Club. Mit den Dance Coding Weeks und den Nature Coding Weeks in den Naturwelten Steiermark in Mixnitz wurden zuletzt zwei neue Angebote entwickelt. Auch hier heißt es: Auf der Website informiert bleiben und die beliebten Sommerwochen frühzeitig buchen.
Das Team arbeitet immer auf mehreren Ebenen: In Lehrerfortbildungen vermittelt man Themen wie „Berufsorientierung ohne Klischees“, darüber hinaus werden Mittel und Wege genutzt, Schülern ein besseres Verständnis für die sich wandelnde Berufswelt zu vermitteln: „Industriehallen sehen heute ja vollkommen anders aus als früher, vieles läuft automatisiert ab“, sagt Pichler. Mittels VR-Brille kann man zum Beispiel auf der Bildungsmesse hautnah in den Arbeitsalltag eintauchen – im Hochbau, in der Lackierwerkstatt und der Gastronomie. Auch das Talentcenter wurde für einen Einblick in den Ablauf des Talentchecks virtuell nachgebaut.
Wenn sich der 64-jährige Wirtschaftskammerpräsident mit dem 21-jährigen Schulsprecher unterhält, könnte man einen Generationenkonflikt erwarten. Es kann aber auch ganz anders kommen.
DIE EINLADUNG zum Generationengespräch haben der Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk und der Schulsprecher der Berufsschulen, Lukas Drozdovsky, sofort angenommen. Nicht zuletzt, um mit Vorurteilen gegen „die Jugend“ aufzuräumen.
Was braucht es für Sie persönlich, um sagen zu können: Das macht mich in meinem Job zufrieden und glücklich?
Josef Herk • Ich glaube, das beginnt einmal bei einer entsprechenden Aufgabenstellung und Verantwortung, die man bekommt, und dass man die Kompetenz hat, Dinge umsetzen zu können. Das wären für mich die Grund- voraussetzungen für einen guten Job. Dazu braucht es natürlich Aufgaben oder Ziele, die auch erreichbar und realistisch sein müssen. Lukas Drozdovsky • Ich würde da anknüpfen, dass man die Kompetenz, die man hat, auch einsetzen kann und sich nicht als fünftes Rad am Wagen fühlt. Ein gutes berufliches Umfeld gehört dazu, in dem man nicht die besten Freunde sein muss, aber respektvoll miteinander umgeht. Und in dem der Vorgesetzte Fehler anspricht und zwar so, dass man sich diese selbst gut eingestehen und die Situation verbessern kann.
Josef Herk ist Unternehmer, Interessensvertreter und seit 13 Jahren Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark. Er absolvierte die HTBLA Steyr und legte die Meisterprüfungen als Karosseriebauer und Kraftfahrzeugmechaniker ab. In Knittelfeld führt Herk eine Karosseriewerkstatt, dort bildete in seiner Laufbahn schon viele junge Menschen aus. Auf die Frage, woran sich für ihn beruflicher Erfolg messen lässt, antwortet er mit einem Zitat des Musikers Joey Kelly. Dessen Vater sagte zu ihm: „Der Hut lügt nicht.“ Hat der Straßenmusiker am Abend einen leeren Hut, war er einfach nicht gut genug. Herk: „Da helfen keine Ausreden, da muss man an sich arbeiten.“
Wie sehen Sie die Arbeitsmoral der jungen Menschen, Herr Herk?
J H• Da möchte ich gleich mit dem Vorurteil aufräumen, dass die jüngere Generation nicht arbeiten will. Auch in meiner Jugend gab es Leute, die nicht wollten. Es gibt immer einen gewissen Prozentsatz, der leistungsfern ist. Prinzipiell ist die Jugend bereit zu arbeiten, wenn sie Sinn in dem sieht, was sie tut, wenn die Aufgabe passt, das Umfeld, die sozialen Kontakte und das Miteinander. Und die Leistung muss sich auch vom Geld her bezahlt machen. Das wollen die meisten, wobei es immer noch Menschen gibt, die sich mit Teilzeitjobs und Transferleistungen durchs Leben schlagen. Das ist für mich eine leistungsfeindliche Politik, die ich ablehne. Aber wenn die genannten Faktoren zusammenpassen, bin ich zutiefst überzeugt, dass die Jugend genauso begeistert ihre Leistungen erbringt, wie das schon immer der Fall war.
Also ein Plädoyer für die Jugend?
J H• Die Jugend ist nicht faul. Dass sie aufmüpfig ist, haben schon die alten Griechen gesagt. Einen Sinn im Job zu erkennen, finde ich heute noch wichtiger als zu meiner Zeit, nachdem die Familienverbände, die immer Halt gaben, nicht mehr überall vorhanden sind. Somit ist der Arbeits- platz oder die Lehre auch oft Familienersatz. L D• Auch ich würde dieses Vorurteil, dass die Jungen nicht arbeiten wollen, nicht bestätigen. Was sich vielleicht verändert hat, ist das Bild, das junge Menschen über Soziale Medien erfahren, sozusagen die Anleitung für schnelles Geldverdienen mit Nichtstun. Das ist unrealistisch, weil am Beginn von etwas Neuem muss man sich nun einmal durchbeißen und durchkämpfen. Von heute auf morgen geht gar nichts. Für mich ist auch wichtig, zu erwähnen, dass sich die Lebenschancen deutlich verändert haben. Die Jugend wirkt reifer, aber ist sie es auch? Obwohl sie älter ausschauen, zum Teil Bart tragen und rauchen, sind sie noch sehr junge Menschen, von denen aber eben aufgrund ihres älteren Aussehens reifere Entscheidungen verlangt werden. Das erzeugt Druck. Wenn die erste Lehrlingsentschädigung mit, sagen wir, 600 Euro daherkommt, kommt das nächste Problem, weil es meist zu wenig ist, weil man Prestigedinge haben will. Daraus entsteht dann möglicherweise das Bild, dass junge Menschen nicht arbeiten, sondern nur konsumieren wollen.
Das Haben-wollen ist ja nicht nur ein Problem bei Jugendlichen. Zuletzt zeigten ja auch die Wahlen, dass eine große Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist, obwohl wir uns doch viel leisten können. Das gehörte doch auch einmal gesagt, oder? Wer müsste da auf den Tisch hauen und das Positive hervorheben?
J H• Also zuerst einmal sind für die Jugendlichen und die Kinder die Eltern verantwortlich. Ich möchte klipp und klar festhalten: Meinen Zugang zum Leben, meine Einstellung zur Arbeit, meinen Umgang mit Geld, das habe ich von meinen Eltern mitbekommen. Unsere Gesellschaft neigt schon dazu, vieles weiter zu delegieren, sei es an die Schule, die Ausbildung oder wohin sonst auch immer. Hier geht es um Bewusstsein und das ist für mich das Wesentlichste in der Phase des Erwachsenwerdens. Wenn man auch noch sieht, die Eltern bringen Einsatz, sie leisten was, ist das ein guter Anfang. Da merke ich in vielen Bereichen ein großes Manko. Und dieses negative Weltbild wird an die Kinder weiter projiziert. (Zu Lukas gewandt) Du wirst das bei deinen Eltern auch mitbekommen haben, dass nichts geht, ohne dass man die Ärmel hochkrempelt?
L D• Meine Eltern sind Zuwanderer aus Bosnien, sie haben gefühlt rund um die Uhr gearbeitet, damit wir ein gutes Leben haben.
Lukas, du hast lange Zeit in der Profiliga Basketball gespielt, hast sogar ins Nationalteam hineingeschnuppert. Dann bekamst du gesundheitliche Probleme und hörtest auf. Wie hast du dich immer motiviert?
L D• Eigentlich wollte ich ja Fußballer werden. Mein Vater war Kampfsporttrainer, er sagte zu mir und meinem Zwillingsbruder, er wolle nicht, dass unsere schönen Gesichter darunter leiden (schmunzelt). In der Schule spielten mein Zwillingsbruder und ich Handball, das war auch nicht das Richtige. Unser Vater fragte dann: Und Basketball? Davon war ich begeistert, weil ich nicht immer nur daheim herum- sitzen wollte. Wir gingen gleich Schuhe kaufen und ich ging zum ersten Training. Die nächsten Jahre habe ich nur für Basketball gelebt. Ich habe nach dem Aufstehen an Basketball gedacht und beim Schlafengehen. Das war eine schöne Zeit für mich. Insofern finde ich schade, dass so wenige Kinder und Jugendliche motiviert sind und sich nur für das neueste Handy oder die Playstation interessieren. Darum war ich auch bei der Gründung des Vereins „Berufsvision“ beteiligt, weil wir an die Kraft der Bildung glauben und daran, die Zukunft aktiv zu gestalten. J H• Dazu muss das familiäre Umfeld passen. Junge Men- schen brauchen den Familienverband oder Bezugspersonen, sie brauchen Stabilität, um sich entwickeln zu können. Auch wir hatten in unserer Kindheit und Jugend verrückte Ideen, auch ohne Playstation, ich denke, das liegt in der Natur. Aber es macht einen Unterschied, ob man daheim einen Vater hat wie du, der sagt: Komm, gehen wir Schuhe kaufen und dann spielst du Basketball. Das ist wirklich Glück. Das haben halt nicht alle. Im Prinzip aber haben die meisten jungen Menschen dieselben Wünsche: ihr Leben zu gestal- ten, etwas zu tun, woran sie Freude haben, integriert zu sein, soziale Kontakte zu haben und sich auszutauschen.
Lukas, was würdest du deinen Mitschülern mit auf den Weg geben wollen?
L D • Dass man selbst Verantwortung übernehmen soll, weil Probleme wird es immer geben. Ich bin sehr oft mit Ausreden konfrontiert, etwa, dass die Lehrer Schuld am schulischen Misserfolg sind. Ich bin auch der Meinung, dass das familiäre Umfeld wichtig ist, die Stabilität, die man idea- lerweise dort erfährt. Als wichtig sehe ich auch die Fähigkeit, stehenzubleiben, eventuell einen Schritt zurückzumachen, um zu sehen, wie ich etwas besser machen hätte können. Auch gute Aufklärung ist für mich eine sehr wichtige Sache. Um ein aktuelles Beispiel zu nennen: Statt den Kindern in der Schule die Handys wegzunehmen, woraus nur folgt, dass der Drang, es wiederzubekommen noch viel größer wird, sollte man besser über die Handynutzung und über die Digitalisierung aufklären und versuchen, sie positiv zu nutzen.
Welche Rolle spielt eigentlich die Lehre für die Persönlichkeitsbildung?
J H • Eine große, heute mehr denn je, weil eben viele Jugendliche dieses familiäre Umfeld, diesen Rückhalt, nicht mehr haben. Deshalb wird das betriebliche Umfeld für die jungen Leute zu einer wesentlich stärkeren Bezugsebene. Wir Unternehmer merken auch, dass es da Themen zu bearbeiten gibt, die früher wahrscheinlich in der Familie besprochen wurden.
Lukas, du warst schon älter, als du mit der Lehre begonnen hast. Wo unterscheidet sich für dich die Schule von der Lehre?
L D• In der Schule ist alles geregelt. Schon Anfang des Jahres ist der Stoff einsehbar und du hakst ab, was du gemacht hast. Das ist in der Berufsschule auch so. Eine Lehre ist komplett anders, das ist ein großer Schritt in die Selbständigkeit. Du hast Kontakt mit Kunden und musst aus dir rausgehen, du musst Gespräche führen können, du entdeckst dazwischen neue Themen, die dich interessieren. Du verdienst dein Geld, kannst es selbstständig verbrauchen oder veranlagen. Für mich ist die Arbeitswelt deshalb so faszinierend, weil man immer weiterkommt und Neues lernt. Und selbst, wenn du stehenbleibst und einmal nicht weiterweißt, wirst du wieder dazulernen. Ich finde dennoch in diesem Alter wichtig, dass man Mentoren hat, jemanden, mit dem man über alles reden kann. Es gibt ja so vieles, was dazukommt: eine Freundin, eine Mietwohnung, der Steuer- ausgleich. Ich könnte aber nicht sagen, dass die Lehre besser ist, das ist Typsache.
Lukas Drozdovsky ist Landesschulsprecher der Berufs- schüler, er lernt den Beruf des Kälte- und Klimatechnikers. Eigentlich hätte er seine sportliche Karriere im Basketball weiterverfolgen wollen, musste aber gesundheitsbedingt aufhören. Weil sich damals alles um den Sport drehte, vernachlässigte er das Gymnasium und entschied, einen Lehrberuf zu ergreifen. Er sieht sich damit erst am Beginn seiner Berufskarriere und kann sich gut vorstellen, einmal ein Studium dranzuhängen. Drozdovsky hat bei der Gründung des Vereins „Berufsvision“ mitgewirkt. Das ist eine Interessensvertretung für Lehrlinge, in der Seminare abgehalten werden, Menschen zum Mitmachen aufgefordert und ein Angebot darstellt, um in einem geschützten Rahmen Themen besprechen zu können.
Was bräuchte es, damit Menschen gern und mit Begeisterung arbeiten gehen?
J H • Junge Menschen, die die Pflichtschulzeit absolviert haben, müssen erst einmal sattelfest in den Kulturtechniken – Lesen, Rechnen, Schreiben – sein. Wenn nicht, muss das aufgeholt werden, wer das nicht beherrscht, ist im Leben abgestempelt. Junge Menschen brauchen jemanden an ihrer Seite, der sie auffängt, wenn sie einmal umfallen oder nicht mehr weiterwissen. Sie sollten Dinge ausprobieren können, aber wir als Gesellschaft sollten mehr Mut haben, zu sagen, wenn etwas nicht gut gelaufen ist. Manches Mal ist die Realität hart, und wer nicht schwimmen kann, wird ertrinken. Ich war auch kein Einserschüler, meine drei Geschwister waren immer besser in der Schule. Das musste ich aushalten. Heute wirkt es schon etwas grotesk, wenn beim Skirennen alle Erste oder beim Kinderfußball Tore nicht gezählt werden. Das in-Watte-Packen der Kinder bringt nichts, wenn die Realität draußen eine ganz andere ist. Man muss sich sagen trauen: Du hast dich zwar bemüht, aber leider hat es nicht gereicht.
L D• Das sehe ich auch so. Vieles wird für Kinder verharmlost oder an sie angepasst, statt Dingen ihren Lauf zu lassen und zu sagen: Das hat nicht geklappt, vielleicht sind wir doch nicht so gut, wie wir dachten, vielleicht müssen wir nochmal von vorne beginnen. Man ist damit zu Kindern und Jugendlichen nicht ehrlich, dabei ist für mich Respekt und Ehrlichkeit ganz zentral im Leben. Oft ist es ja so: Auch wenn ein Kind realisiert hat, dass es nicht sinnerfassend lesen kann, heißt es, „Aber du hast dich doch bemüht, sei doch nicht so streng zu dir!“ Besser wäre doch, zu sagen: „Es ist ok, dass du dir da schwertust, aber jetzt schau, dass du weiterkommst.“ Und das geht, wenn man sich bemüht! Abgesehen davon: Auch wenn man nicht gern liest, die paar Bücher, die in der Schulzeit Pflicht sind, kann man doch wirklich lesen.
Philipp hat sich nach der Schule für eine Lehre entschieden – und Mama Monika Haider-Raunigg unterstützt ihn dabei.
DIE SCHULE UND PHILIPP RAUNIGG waren noch nie gute Freunde. „Schon nach der 2. Klasse Volksschule hat er verkündet, dass es das jetzt für ihn war – er meinte, er braucht da nicht mehr hingehen“, erzählt seine Mama Monika Haider- Raunigg. Immerhin könne er jetzt lesen, schreiben und rechnen und das würde wohl reichen, befand der junge Mann. Damals konnten ihn die Eltern dann doch noch zum Weitermachen überreden – aber nach der 4. Klasse im Bundesrealgymnasium Petersgasse war der Ofen dann endgültig aus. „Das war alles nur mehr ein Krampf – Dinge auswendig zu lernen, die mich nicht interessiert haben und wo ich das Gefühl hatte, dass ich sie nie mehr brauchen werde, das hat für mich einfach keinen Sinn mehr ergeben“, erzählt der 17-Jährige. Der Endgegner: Mathematik. Doch ausgerechnet die Mathematik-Lehrerin hatte die zündende Idee, in eine praxisorientiertere Schule zu wechseln.
„Nicht auf die Freunde, sondern immer auf das eigene Gefühl hören.“
Philipp Raunigg
Von der Fachschule zum Lehrberuf
Darum hat Philipp in den letzten drei Jahren die landwirtschaftliche Fachschule Grottenhof besucht und mittlerweile die Ausbildung zum landwirtschaftlichen Facharbeiter in der Tasche. „Dort hat es mir sehr gut gefallen, das hat genau zu mir gepasst“, meint er. „Der Unterricht dort war sehr praxisorientiert, das liegt ihm einfach mehr“, findet die Mama. Während der Schule hatte er zuerst als Medienfachmann, dann in einer Tischlerei und zuletzt in einer Werkstatt geschnuppert. „Beim ersten Schnuppern habe ich Kopfweh bekommen, weil ich so lange vor dem Computer gesessen bin.“ In dem Großbetrieb der Tischlerei, wo vieles maschinell gefertigt wurde, hat er sich auch nicht wirklich wohl gefühlt. „Aber in der Werkstatt war ich gleich wie zu Hause – ich schraube ja in meiner Freizeit auch am liebsten an meinem Moped herum, den Betrieb hat mir ein Freund empfohlen, weil dort ein sehr gutes Arbeitsklima herrscht“, erzählt der junge Mann. Wenn alles gut geht, startet er dort in Kürze die Lehre zum Zweiradtechniker, bis dahin überbrückt er die Zeit mit einem Job im Handel. Was im Nachhinein so einfach klingt, war ein ziemlich langer und steiniger Weg – vor allem für Mama Monika. Sie selbst hat ein abgeschlossenes Studium und unterrichtet an der Medien-HAK in Graz. „Natürlich habe ich mir für ihn auch gewünscht, dass er die Matura macht – einfach, damit er eine solide Grundausbildung bekommt und ihm dann alle Möglichkeiten offenstehen. Und die Studienzeit habe ich sehr genossen, das hätte ich ihm auch gegönnt“, bekennt sie. Aber es hat viel Kraft und Energie gekostet, ihn immer wieder zum Lernen zu motivieren. „Ich habe irgendwann begriffen, dass das nicht sein Weg ist. Letztendlich muss man froh für sein Kind sein, wenn es etwas findet, wofür es brennt.“
„Loslassen, vor allem die eigene Vorstellung vom idealen Ausbildungsweg – aber trotzdem mit Rat und Tat zur Seite stehen.“
Monika Haider-Raunigg
Loslassen, aber weiter da sein
Aber selbst wenn klar ist, dass eine Lehre begonnen werden soll, brauchen die Jugendlichen weiter Unterstützung, weiß Haider-Raunigg: „Die Recherche nach der optimalen Lehrstelle, das Verfassen von Bewerbungen, da ist man als Elternteil nochmals sehr gefragt.“ Auch einen Test zur Berufsorientierung an der Wirtschaftskammer hat Philipp absolviert, um auszuloten, welche Lehrberufe es gibt und um sicherzustellen, dass er auf dem richtigen Weg ist. Ihr Tipp für andere Mütter: Loslassen, vor allem die eigene Vorstellung vom idealen Ausbildungsweg – aber trotzdem mit Rat und Tat zur Seite stehen. Genau wie sie unterstützt ihr Mann seinen Sohn auf seinem Weg.
Auch Philipps Freunde finden seine Entscheidung gut. „Die Hälfte davon macht ja auch eine Lehre, der Rest sind meine ehemaligen Klassenkollegen, die heuer maturieren werden.“ Dass die Lehre nicht immer ein Zuckerschlecken sein wird, ist ihm klar: „Aber ich denke doch, dass die interessanten Aspekte überwiegen werden und ich dann einen Beruf habe, der wirklich zu mir passt. Ich freue mich jedenfalls schon darauf, viel Neues zu lernen und mit den Händen arbeiten zu dürfen.“ Sein Rat an andere Jugendliche, die sich gerade am Scheideweg zwischen Schule und Ausbildung befinden: „Nicht auf die Freunde, sondern immer auf das eigene Gefühl hören – auch wenn alle anderen die Matura machen, muss das nicht dein Weg sein.“