Helfen und für andere dasein liegt vielen Jugendlichen am Herzen. Wie aus ehrenamtlichem Engagement eine berufliche Zukunft in der Pflege werden kann und welche Wege es nach der 8. Schulstufe in der Steiermark gibt.
Gerade in der Steiermark zeigt sich die Bereitschaft zum Helfen unter jungen Menschen eindrucksvoll in Zahlen: Beim Jugendrotkreuz Steiermark engagierten sich 2025 laut Rotes Kreuz 1.287 Jugendliche. Die Feuerwehrjugend Steiermark zählte im Juli 2026 sogar 6.368 Mitglieder.
Auch die Ö3-Jugendstudie 2026 unterstreicht, dass Sinn bei der Berufswahl eine zentrale Rolle spielt: 70 Prozent der befragten 16- bis 25-Jährigen möchten in ihrer Arbeit etwas Sinnvolles tun.
Vom Wunsch zu helfen zum Pflegeberuf?
Wer beim Jugendrotkreuz oder bei der Feuerwehrjugend mitmacht, erlebt Gemeinschaft und übernimmt Verantwortung. Das kann ein idealer Ausgangspunkt für ein Gespräch zu Hause über die Berufswahl sein: Was gefällt meinem Kind am Helfen? Und interessiert es sich auch für die Arbeit mit Menschen, die im Alltag Pflege brauchen?
Diese zweite Frage ist entscheidend. Pflege bedeutet Nähe zu Menschen, Fachwissen und Verantwortung – auch an Tagen, an denen die Arbeit schwerfällt. Freude am freiwilligen Engagement allein beantwortet noch nicht, ob der Beruf langfristig passt.
Fachschule oder Pflegelehre: Wo liegt der Unterschied?
Weg 1: Die Fachschule mit Pflegeassistenz
Nach der 8. Schulstufe können Jugendliche in der Steiermark eine dreieinhalbjährige Fachschule mit Pflegeassistenz besuchen. Ein Beispiel ist die Fachschule St. Martin in Graz, die mit der Pflegeschule Graz Süd zusammenarbeitet.
- Kosten: Die Ausbildung ist kostenfrei.
- Finanzielle Unterstützung: Je nach Schultyp ist eine Ausbildungsunterstützung von bis zu 958 Euro im Monat möglich (Höhe und Beginn der Auszahlung unterscheiden sich).
- Perspektive: Nach dem Abschluss ist ein kostenfreies Upgrade zur Pflegefachassistenz möglich.
- Anmeldung: Erfolgt direkt bei der jeweiligen Fachschule.
Weg 2: Die Pflegelehre
Nach Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht gibt es einen weiteren Weg: die Pflegelehre. Die Lehre zur Pflegeassistenz dauert drei Jahre, jene zur Pflegefachassistenz vier Jahre. Gelernt wird im Betrieb und in der Berufsschule; Lehrlinge erhalten ein reguläres Lehrlingseinkommen.
In der Steiermark startete die KAGes 2024 mit Pflegelehrplätzen am LKH Graz II. Welche Plätze aktuell frei sind, müssen Interessierte direkt beim jeweiligen Lehrbetrieb prüfen. Wichtig zu wissen: Tätigkeiten direkt an Patientinnen und Patienten sind für Lehrlinge erst nach dem 17. Geburtstag erlaubt.
„Unsere Gesellschaft braucht motivierte Fachkräfte, die Freude am Beruf und vor allem an der Arbeit mit Menschen haben.“
Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl

Ein Blick in die Praxis
Anlass für diesen Blick auf die Ausbildung ist eine aktuelle Abschlussfeier in Graz: 28 Menschen haben am Bildungszentrum für Pflege und Gesundheit Süd ihre Ausbildung in der Pflegeassistenz oder Pflegefachassistenz erfolgreich abgeschlossen. Ihre Abschlüsse zeigen anschaulich, wohin eine Pflegeausbildung führen kann.
Vielleicht muss ein Jugendlicher mit 14 Jahren noch nicht final wissen, ob Pflege sein Beruf fürs Leben wird. Aber er sollte die Möglichkeit haben zu erfahren, wie dieser Beruf wirklich aussieht – und welche unterschiedlichen Wege dorthin führen.
Quellen & Weiterführende Links
Land Steiermark – Das Landesportal (Beitrag von Thomas Bauer, 28. September 2026)
Rotes Kreuz Steiermark – Bilanz 2025 (Veröffentlicht am 12. Juni 2026)
Landesfeuerwehrverband Steiermark – Feuerwehrjugend (Stand: 4. Juli 2026)
Ö3/ORF – Jugendstudie 2026 (Veröffentlicht am 17. April 2026)
Land Steiermark – Fachschule mit Pflegeassistenz
Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus – FAQ zur Pflegelehre


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