„Öffne niemals die Tür einer Person, die du nicht kennst.“ – oder wie machen Sie das zu Hause?
Diesen Satz bringen wir jedem Kind in der realen Welt bei. Geh mit niemandem mit. Nimm keine Süßigkeiten an. Steig nicht in fremde Autos. Wir tun alles, um unsere Kinder in der physischen Welt zu schützen – wir nutzen Smartphones oder GPS-Chips zum Tracking, um immer zu wissen, wo unsere Kids gerade sind.
Doch während wir die Haustür bewachen, lassen wir in der digitalen Welt die Fenster sperrangelweit offen. Jeden Tag treten Algorithmen, Influencer und Plattformen in das Leben unserer Kinder, über deren Absichten wir oft erschreckend wenig wissen.
Die digitale Realität: Ein Weckruf für uns alle
Die Zahlen aus dem aktuellen Diskurs zum geplanten Social-Media-Verbot in Österreich sprechen eine deutliche Sprache:
76 % der Mädchen geben an, dass soziale Medien ihr Schönheitsbewusstsein negativ beeinflussen.
98 % der Jugendlichen sind bereits mit Hass im Netz konfrontiert worden.
Sucht als Geschäftsmodell: Plattformen wie Meta und Google standen erst jüngst vor Gericht, weil ihre Algorithmen gezielt darauf programmiert sind, die Aufmerksamkeit von Minderjährigen zu binden und Abhängigkeiten zu fördern.
Als Mensch und Mutter macht mir diese Schutzlosigkeit Sorgen. Wir sehen die Folgen dort, wo unsere Warnungen aus der realen Welt einfach nicht zu gelten scheinen. Warum akzeptieren wir im Netz Gefahren, die wir offline niemals dulden würden?
Das geplante Verbot: Ein notwendiger Riegel oder zu wenig?
Das bald kommende Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige soll hier unterstützen. Es ist der Versuch, die digitale Tür für Minderjährige geschlossen zu halten – ein staatlicher Riegel vor einer Welt, die wir physisch niemals so unkontrolliert betreten lassen würden.
Aber reicht ein Gesetz allein aus? Wie gehen wir im Alltag damit um? Das Thema brennt vielen von uns unter den Nägeln, denn es geht auch um die psychische Gesundheit und die Konzentrationsfähigkeit unserer Kinder.
Ihre Erfahrung ist jetzt gefragt!
Ein Gesetz kann Türen schließen, aber die echte Begleitung findet zu Hause statt. Wir möchten von Ihnen wissen – ohne Filter und ganz direkt:
Was macht Ihnen am meisten Sorgen, wenn Sie an den Medienkonsum Ihrer Kinder denken?
Befürworten Sie das Verbot oder halten Sie es für technisch nicht umsetzbar?
Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Gab es Momente, in denen Sie eingreifen mussten?
Wir möchten hier einen Raum für echte Meinungen schaffen. Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen unten in die Kommentare.
Hinweis: Mit Ihrem Einverständnis würden wir besonders spannende oder hilfreiche Beiträge (gerne auch anonymisiert) veröffentlichen, um anderen Eltern Orientierung zu bieten.
welche Lehrberufe bei Siemens Mobility in Graz möglich sind
warum Digitalisierung und Künstliche Intelligenz bereits Teil der Ausbildung sind
wie Lehrlinge eigene technische Projekte entwickeln
weshalb eine technische Lehre in der Bahnindustrie besonders zukunftssicher ist
Technik lernen, wo Mobilität der Zukunft entsteht
In der Lehrwerkstätte von Siemens Mobility in Graz-Eggenberg ist es selten still. Zwischen Werkbänken, Bildschirmen und digitalen Lernplattformen entstehen nicht nur Bauteile für internationale Schienenfahrzeuge – sondern auch berufliche Perspektiven.
Denn was hier entwickelt und produziert wird, fährt später auf Schienen in vielen Teilen der Welt. Am Standort Graz entstehen unter anderem Fahrwerke und Dachstromabnehmer für moderne Züge – Technologien, die für eine sichere und nachhaltige Mobilität entscheidend sind.
Gleichzeitig lernen hier junge Menschen Berufe, die Technik, Digitalisierung und praktische Erfahrung verbinden.
Doch Lehrlinge bauen hier nicht nur klassische Werkstücke
Wer an eine Lehrwerkstätte denkt, hat oft das Bild von Feilen, Maschinen und Metallteilen vor Augen. Doch in Graz-Eggenberg entstehen auch Projekte, die eher an ein Technik-Labor erinnern.
Lehrlinge entwickeln beispielsweise einen Roboter, der einen Rubik-Würfel wieder in seine Ausgangsposition bringt. Andere Projekte verwandeln Mathematik in ein digitales Lernspiel – ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem logisches Denken gefragt ist.
Auch für den Arbeitsalltag entstehen Ideen: Prototypen von Robotern etwa, die wiederkehrende Aufgaben übernehmen können, zum Beispiel Schrauben für den nächsten Produktionsschritt vorbereiten.
Hier zeigt sich: Ausbildung bedeutet nicht nur Lernen nach Plan – sondern Ideen entwickeln und Lösungen finden.
„Früher habe ich mit Lego gebaut – heute mache ich das in groß. Und bezahlt.“
Für Sandra Langer war Technik schon früh faszinierend. Heute absolviert sie bei Siemens Mobility eine Lehre zur Maschinenbautechnikerin im vierten Lehrjahr.
Schon als Kind hat sie gerne mit Lego gebaut, erzählt sie. Heute arbeitet sie mit Metall, Maschinen und digitalen Werkzeugen – und entwickelt gemeinsam mit anderen Lehrlingen Projekte, die weit über klassische Werkstattübungen hinausgehen.
In der Lehrwerkstätte programmieren Lehrlinge Roboter, entwickeln Lernspiele oder tüfteln an Lösungen für reale Arbeitsprozesse.
„Das Schöne ist, dass wir vieles gemeinsam erarbeiten“, sagt sie. Die Ausbildner geben den Auftrag – die Lehrlinge bringen ihre Ideen ein und setzen diese im Team um.
„Hier funktioniert Zusammenarbeit wirklich auf Augenhöhe“
Auch Silvano Gahr hat seinen Weg in die Lehrwerkstätte von Siemens Mobility über das Schnuppern gefunden. Heute absolviert er eine Ausbildung zum Metall- und Schweißtechniker.
Schon nach den ersten Tagen sei für ihn klar gewesen, dass er sich hier bewerben möchte.
„Die Strukturen in einem großen Unternehmen passen für mich gut. Es gibt flache Hierarchien und die Zusammenarbeit funktioniert auf Augenhöhe – dadurch macht die Arbeit einfach mehr Spaß“, sagt Silvano Gahr.
Zuvor hatte er eine Fachschule besucht und dort bereits erste Erfahrungen mit Metall gesammelt. Der Schritt in eine technische Lehre lag für ihn daher nahe.
Besonders hilfreich findet er auch die digitalen Lernmöglichkeiten im Unternehmen. Über eine interne Lernplattform können Inhalte für Berufsschule und Lehrabschlussprüfung jederzeit abgerufen werden.
Wenn Digitalisierung Teil der Ausbildung wird
Digitalisierung spielt in der Ausbildung eine immer größere Rolle.
Bei Siemens Mobility werden etwa KI-gestützte Systeme eingesetzt, um Bauteile anhand von Bildern oder Videos auf Qualität zu prüfen. Auch Bildmaterial aus dem Betrieb kann analysiert werden, um mögliche Verbesserungen an Produkten zu erkennen. Siemens 2026
Für Lehrlinge bedeutet das: Sie lernen nicht nur klassische Fertigungstechniken, sondern auch den Umgang mit digitalen Werkzeugen.
Lernunterlagen stehen über digitale Plattformen zur Verfügung, Produktionspläne können auf Knopfdruck abgerufen werden, und auch bei der Erstellung von Lernmaterialien kommen moderne Technologien zum Einsatz.
Standortleiter Stefan Erlach sieht darin einen wichtigen Bestandteil moderner Ausbildung:„KI und Digitalisierung sind schon länger Teil der Lehrausbildung. Mit den neuen Möglichkeiten geht es noch stärker darum, diese Werkzeuge aktiv zu nutzen.“
Technik braucht auch Teamarbeit
Bei aller Technologie bleibt eines entscheidend: das menschliche Miteinander.
Gerade in großen Organisationen sei es wichtig, miteinander zu kommunizieren, Konflikte zu lösen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, betont Standortleiter Stefan Erlach.
Die Zeit zwischen 15 und 20 Jahren sei besonders prägend. Deshalb gehe es in der Ausbildung nicht nur um Fachwissen, sondern auch um persönliche Entwicklung und Zusammenarbeit.
Arbeiten in einer Branche mit Zukunft
Die Bahnindustrie gilt als besonders stabiler Wirtschaftsbereich.
Die Produkte, die in Graz entwickelt werden, sind oft 30 bis 40 Jahre im Einsatz und müssen regelmäßig gewartet, verbessert und weiterentwickelt werden. Mobilität auf der Schiene spielt weltweit eine immer größere Rolle – auch aus Gründen der Nachhaltigkeit.
Für junge Menschen bedeutet das: Wer hier eine technische Ausbildung beginnt, arbeitet in einer Branche mit langfristigen Perspektiven.
Oder wie Standortleiter Stefan Erlach es formuliert: „Wir entwickeln Lösungen dafür, dass Menschen sicher, nachhaltig und leistbar von A nach B kommen.“
Lehrberufe bei Siemens Mobility in Graz
Am Standort Graz-Eggenberg können Lehrlinge unter anderem folgende Berufe erlernen:
Ausbildung bei Siemens Mobility: Ein Blick ins Jahr 2025
Schon im vergangenen Jahr war ZUKUNFT MEISTERN bei Siemens Mobility in Graz zu Gast. Im Mittelpunkt stehen dabei auch persönliche Entwicklung und internationale Perspektiven: Projekte im internationalen Konzernumfeld, Austauschmöglichkeiten und Programme, die jungen Fachkräften Einblicke in andere Länder und Kulturen ermöglichen.
Gerade für Eltern ist das ein wichtiger Aspekt: Eine Lehre kann heute nicht nur der Einstieg in einen Beruf sein, sondern auch ein Weg zu Selbstständigkeit, Verantwortung und internationalen Erfahrungen.
Erasmus+ in Österreich: 1.715 bewilligte Mobilitäten für Lehrlinge
Internationale Erfahrung ist längst kein Privileg von Studierenden mehr. Laut der nationalen Agentur OeAD, die das EU-Programm Erasmus+ in Österreich umsetzt, wurden im Jahr 2025 insgesamt 1.715 Mobilitäten von Lehrlingen im Rahmen von Erasmus+ bewilligt – so viele wie noch nie seit Beginn des Programms im Jahr 1995.
Diese Zahl markiert einen Wendepunkt: Auslandspraktika während der Lehrzeit entwickeln sich zunehmend zu einem festen Bestandteil moderner Berufsbildung in Österreich.
Seit 2022 begleiten wir das Thema Auslandspraktikum in der Lehre
Als wir 2022 erstmals mit Martin Kahr über Erasmus+-Mobilitäten gesprochen haben, war Ausland während der Lehrzeit für viele Eltern noch erklärungsbedürftig.
Heute ist die Diskussion eine andere.
Mehr Betriebe öffnen sich für internationale Mobilität. Mehr Berufsschulen integrieren Projekte strukturiert in den Ausbildungsalltag. Und immer mehr Familien fragen nicht mehr, ob es möglich ist – sondern wie.
In der Steiermark begleitet das Projekt Young Styrians GO Europe! getragen von der Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft, Lehrlinge bei Antragstellung, Organisation und Vorbereitung eines Erasmus+-Praktikums.
Was 2022 noch Impuls war, ist heute Struktur.
Was ist ein Erasmus+ Auslandspraktikum für Lehrlinge?
Ein Erasmus+-Auslandspraktikum ermöglicht Lehrlingen, mehrere Wochen Berufserfahrung in einem europäischen Betrieb zu sammeln.
Wichtig für Eltern:
Lehrlinge bleiben im österreichischen Lehrbetrieb angemeldet und versichert.
Die Lehrlingsentschädigung wird weiterhin ausbezahlt.
Fördermittel für Reise- und Aufenthaltskosten können beantragt werden.
Der Aufenthalt kann im Einvernehmen mit Betrieb und Berufsschule als Teil der Ausbildung anerkannt werden.
Es ist kein Sprung ins Ungewisse – sondern ein begleiteter Schritt.
Großbritannien ab 2027 wieder Teil von Erasmus+
Ab 2027 soll Großbritannien wieder als assoziiertes Partnerland am Erasmus+-Programm teilnehmen. Damit ist vorgesehen, dass Mobilitäten in der Berufsbildung – also auch für Lehrlinge – wieder im regulären europäischen Rahmen möglich werden.
Nach dem Brexit war das Vereinigte Königreich mehrere Jahre nicht Teil des Programms. Mit der geplanten Wiederbeteiligung erweitert sich das Spektrum möglicher Zielländer erneut – insbesondere im englischsprachigen Raum.
Für viele Eltern ist genau dieser Punkt entscheidend.
Warum Auslandserfahrung in der Lehre Karrierechancen stärkt
Ein Auslandspraktikum stärkt Sprachkompetenz, Selbstständigkeit, interkulturelles Verständnis und berufliche Sicherheit.
Vor allem aber stärkt es eines:
Selbstvertrauen.
Und das entsteht oft dort, wo junge Menschen ihre Komfortzone verlassen – begleitet, aber eigenständig.
Auslandserfahrung ist keine Frage des Ausbildungswegs
Seit 2022 begleiten wir dieses Thema.
Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder „die Welt sehen“. Und was sich verändert hat, ist nicht nur die Zahl der Mobilitäten. Es ist die Selbstverständlichkeit. Internationale Erfahrung hängt nicht davon ab, welchen Weg jemand für seine Ausbildung wählt. Man muss kein Gymnasium besuchen, um internationale Praxis zu sammeln.
Auch in der Lehre – ab 16 Jahren – kann dieser Schritt möglich sein. Und genau das zeigt, wie sehr sich dieser Bildungsweg verändert hat – strukturierter, internationaler und selbstbewusster als noch vor wenigen Jahren.
🔵 Service für Eltern: Ansprechpartner für Auslandspraktika in der Lehre
Young Styrians GO Europe! (Steiermark)https://www.youngstyrians.com/ OeAD – Nationale Agentur für Erasmus+ in Österreich Bereich Berufsbildung https://erasmusplus.oead.at/de/Erster Schritt: Gespräch mit dem Lehrbetrieb oder der Berufsschule führen und nach Erasmus+-Mobilitäten fragen.
Das Ende der Pflichtschulzeit ist ein großer Moment. Für Jugendliche. Und für Eltern.
Plötzlich steht viel offen: Lehre, Schule, Pause, Umwege. Und oft auch Unsicherheit – auf beiden Seiten.
Im aktuellen ZUKUNFT-MEISTERN-Interview spricht Elke Lambauer, Geschäftsführerin der Koordinierungsstelle Steiermark AusBildung bis 18 / Ausbildung-Beruf (KOST), darüber, warum diese Übergangsphase heute besonders sensibel ist – und wie Eltern ihre Kinder gut begleiten können, ohne Druck aufzubauen.
Sie erklärt,
warum Orientierung wichtiger ist als schnelle Entscheidungen,
weshalb Gespräche über den eigenen Berufsalltag so prägend sind,
und warum Jugendliche Raum brauchen, um ihre eigene Perspektive zu entwickeln.
Die KOST Steiermark unterstützt genau dann, wenn nach der Pflichtschulzeit Fragen entstehen – mit Information, Beratung und konkreten nächsten Schritten für Jugendliche und Eltern KOST Lambauer.
👉 Lesen Sie das vollständige Interview im aktuellen ZUKUNFT-MEISTERN ePaper.
Ein Gespräch, das Eltern stärkt – und jungen Menschen Orientierung gibt. Wer mehr erfahren möchte, findet hier die Website der KOST Steiermark. Im anschließenden Video erklärt Geschäftsführerin Elke Lambauer, wie Jugendliche und Eltern am Übergang von Schule zu Ausbildung unterstützt werden. https://ausbildungbis18.at/kost/steiermark/
Die Steiermark stellt das größte Team im österreichischen Aufgebot für WorldSkills 2026
Während intensiv über die Attraktivierung der Lehre diskutiert wird – von Arbeitszeitmodellen wie der 4-Tage-Woche bis zu neuen Bildern von Ausbildung –, stehen junge Fachkräfte aus der Steiermark in den Startlöchern, um ihr Können unter Beweis zu stellen.
Am 23. Jänner wurde das SkillsAustria Team Austria 2026 offiziell vorgestellt – jenes Team, das Österreich bei den WorldSkills 2026 im September in Shanghai vertreten wird, der größten Berufsweltmeisterschaft der Welt.
47 junge Fachkräfte aus ganz Österreich haben sich für das Nationalteam qualifiziert. Zwölf von ihnen kommen aus der Steiermark, drei Mädchen und neun Burschen. Damit stellt die Steiermark das größte Kontingent im Team Austria. Ein klares Zeichen für die wachsende Vielfalt in handwerklichen und technischen Berufen sowie für die Qualität der dualen Ausbildung und die Leistungsfähigkeit steirischer Lehrbetriebe und Berufsschulen.
Können statt Etiketten
WorldSkills ist kein Schaulaufen. Es ist ein internationaler Leistungstest unter hohem Zeitdruck, mit klar definierten Standards und objektiver Bewertung. Gemessen wird ausschließlich das berufliche Können. Wer hier antritt, gehört zur Spitze seines Fachs.
Die steirischen Teilnehmer kommen aus unterschiedlichsten Disziplinen: von technischen High-Tech-Berufen über digitale Anwendungen bis hin zu klassischen Handwerks- und Dienstleistungsberufen. Gemeinsam ist ihnen die Bereitschaft, über Monate hinweg intensiv zu trainieren und sich mit den Besten der Welt zu messen.
Lehre als reale Zukunftsperspektive
Die starke Präsenz der Steiermark im Team Austria zeigt, was Lehre heute sein kann: international anschlussfähig, leistungsorientiert und voller Entwicklungsmöglichkeiten. Sie ist keine theoretische Alternative, sondern eine praktische Antwort auf den Fachkräftebedarf – getragen von Betrieben, Ausbildnern und jungen Menschen, die Verantwortung übernehmen.
Initiativen wie SkillsAustria machen sichtbar, was im Alltag oft verborgen bleibt: hohe Ausbildungsqualität, Präzision, Innovationskraft und beruflicher Ehrgeiz. Sie geben der Lehre ein Gesicht – und jungen Talenten eine Bühne.Mehr Informationen zum österreichischen Team Austria für WorldSkills 2026 sowie zu den steirischen Teilnehmern finden Sie in der offiziellen Pressemeldung von Skills Austria
Die Diskussion über den Fachkräftemangel ist allgegenwärtig. Unternehmen suchen Personal, beklagen Engpässe und verweisen auf fehlende Bewerber. Gleichzeitig zeigen aktuelle Zahlen aus der Steiermark: Die Zahl der Lehrlinge ist rückläufig. Auch die Neueintritte gehen zurück.
Das wirft eine unbequeme Frage auf: Gibt es zu wenige Jugendliche, die sich für eine Lehre entscheiden – oder zu wenige Unternehmen, die bereit sind auszubilden?
Die Antwort ist nicht einfach. Viele Betriebe stehen aktuell unter wirtschaftlichem Druck. Investitionen werden verschoben, Planungssicherheit fehlt. Ausbildung – so wichtig sie langfristig ist – wird kurzfristig oft vertagt. Doch genau hier entsteht eine Entwicklung, die weit über ein einzelnes Jahr hinausreicht.
Denn während der Ruf nach Fachkräften lauter wird, sinkt gleichzeitig die Zahl jener Betriebe, die tatsächlich Lehrlinge aufnehmen. Ausbildung passiert nicht im Konjunktiv. Sie braucht Zeit, Ressourcen und den Willen, Wissen weiterzugeben. Wer heute nicht ausbildet, kann morgen keine Fachkräfte erwarten. Und wer Ausbildung aufschiebt, verschiebt nicht nur Kosten, sondern Verantwortung.
Was sich hier abzeichnet, ist keine Momentaufnahme, sondern eine strukturelle Baustelle. Fachkräfte lassen sich nicht kurzfristig ersetzen. Sie wachsen über Jahre – im Betrieb, im Tun, im Alltag. Wer heute nicht ausbildet, wird morgen nicht nur Personal vermissen, sondern Substanz.
Für Eltern lohnt es sich, diese Entwicklung genau zu betrachten. Denn sie verändert den Blick auf die Lehre grundlegend. Jugendliche, die sich für handwerkliche oder technische Berufe entscheiden, sind nicht ein Risiko eingegangen – sie treffen eine strategische Entscheidung. Sie werden gebraucht. Mehr denn je.
„Handwerk hat goldenen Boden“ bekommt damit eine neue Bedeutung. Nicht als Spruch, sondern als Realität einer Arbeitswelt, in der Können, Verlässlichkeit und Praxis wieder an Gewicht gewinnen.
Diese Entwicklung verdient eine sachliche Diskussion. Nicht als Schuldfrage – sondern als gemeinsame Verantwortung für die nächste Generation.
🧭 Was heißt das für Eltern? Die Lehre ist kein Auslaufmodell, sondern ein Zukunftsthema. In einer Zeit, in der Erfahrung in Pension geht und Fachkräfte fehlen, werden junge Menschen mit handwerklichen und technischen Fähigkeiten gebraucht – nicht irgendwann, sondern jetzt. Wer sich für eine Lehre entscheidet, trifft keine Notlösung, sondern eine bewusste Wahl mit Perspektive.
📊 Zahlenbox: Lehre in der Steiermark 2025
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:
14.442 Lehrlinge standen 2025 in der Steiermark in Ausbildung (–3,3 % gegenüber 2024)
13.826 Lehrlinge in betrieblichen Lehrverhältnissen (–3,4 %)
622 Lehrlinge in der überbetrieblichen Lehrausbildung (–1 %)
4.292 Jugendliche begannen 2025 neu eine Lehre (–5,3 %)
Ausbildung erfolgt aktuell in 4.695 Lehrbetrieben
Rund 170 Lehrberufe werden in der Steiermark ausgebildet
5.116 positiv absolvierte Lehrabschlussprüfungen davon 21,8 % mit ausgezeichnetem, 25,8 % mit gutem Erfolg
👉 Quelle: WKO Steiermark
„Dieser Rückgang ist kein Ausdruck eines mangelnden Bekenntnisses der Unternehmen zur betrieblichen Ausbildung, sondern direkte Folge der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Viele Betriebe stehen aktuell unter Druck. Umso wichtiger ist es, Ausbildung gezielt zu stärken – denn Fachkräfte sind in Zeiten des demografischen Wandels für jeden künftigen Aufschwung von entscheidender Bedeutung.
Josef Herk, Präsident der WKO Steiermark, ordnet die Entwicklung ein:
Seit dem 30. September 2025 ist die Steiermark um eine zentrale Plattform für Bildungs- und Berufsentscheidungen reicher: www.waswerden.info bündelt ab sofort alle Angebote zur Bildungs- und Berufsorientierung – von Bildungsmessen über Interessenstests bis zu Beratungsstellen. Das Online-Portal ist kostenlos, regional filterbar und richtet sich an Jugendliche, Erwachsene und Menschen im beruflichen Umbruch.
Bildungs- und Berufsorientierung in der Steiermark auf einen Blick
Das Herzstück der Plattform ist der digitale Angebotskatalog, der bisher nur in gedruckter Form verfügbar war. Nutzerinnen und Nutzer finden hier:
Infos zu Bildungsmessen und Veranstaltungen
Berufswahl- und Interessenstests
Weiterbildungsangebote in allen sieben steirischen Regionen
Beratungsstellen für Karriere, Umschulung oder Wiedereinstieg
Besonders hervorgehoben wird die einfache Navigation, eine klare Bildsprache und die niederschwellige Sprache, die den Zugang erleichtern.
„Gemeinsam in der Region was werden“
Das Portal ist ein Gemeinschaftsprojekt aller sieben steirischen Regionen, finanziert aus Mitteln des Landes Steiermark. Trägerorganisation ist die Region Oststeiermark.
Regionsvorsitzender LAbg. Michael Wagner (Region Südoststeiermark – Steirisches Vulkanland) betont:
„Das Projekt zeigt, wie stark die steirischen Regionen zusammenarbeiten, wenn es um die Zukunft unserer Bevölkerung geht. Mit waswerden.info schaffen wir ein Portal, wo Bildungs- und Berufsorientierung starten kann.“
Regionale Ansprechpersonen für Bildungs- und Berufsorientierung in der Stmk. mit LH-Stellvertreterin Manuela
Im Steirischen Vulkanland liegt ein Schwerpunkt auf Erwachsenen, die sich weiterbilden, neu orientieren oder wieder in den Beruf einsteigen möchten.
Der stellvertretende Regionsvorsitzende LAbg. Franz Fartek erklärt:
„Es ist uns besonders wichtig, über die neue Plattform auch die regionalen Chancen in Bildung und Beruf zu zeigen. Kennt man diese, profitiert am Ende die ganze Region.“
👉 Ende des Jahres findet im Vulkanland ein Informationsabend zu Weiterbildung und beruflicher Veränderungstatt. Details folgen auf www.vulkanland.at.
Regionsvorsitzender LAbg. Michael Wagner (2. v.l.) und Stellvertreter LAbg. Franz Fartek mit Vertreter:innen des
Bei der Auftaktveranstaltung im Schulungszentrum Fohnsdorf betonte LH-Stellvertreterin Manuela Khom die Bedeutung von waswerden.info:
„Mit waswerden.info schaffen wir eine wichtige Navigationshilfe im Bildungsbereich. Gut informierte und ausgebildete Menschen sind die beste Investition in die Zukunft unseres Landes.“
Fazit: Ein neuer Startpunkt für Bildung und Beruf in der Steiermark
Mit waswerden.info gibt es ab sofort eine zentrale Plattform für Bildungs- und Berufsorientierung in der Steiermark. Sie erleichtert Jugendlichen, Eltern, Erwachsenen und Menschen im beruflichen Umbruch den Zugang zu Bildung, Weiterbildung und Berufsberatung – und stärkt gleichzeitig die Regionen.
Die Holzindustrie in der Steiermark zählt zu den innovativsten Branchen Österreichs. Sie steht für Nachhaltigkeit, Zukunft und internationale Stärke. Holz ist nicht nur ein nachwachsender Rohstoff, sondern ein echter Erfolgsfaktor für Wirtschaft und Karriere. Wer sich für eine Lehre im Holzbereich entscheidet, setzt auf einen Beruf mit Perspektive – regional wie international.
Jeden Tag produziert das steirische Vorzeigeunternehmen Scheucher rund 10.000 m² Parkettboden – exportiert in 44 Länder weltweit.
Auch die Rubner Gruppe zeigt, wie international die steirische Holzbranche ist: Das Unternehmen realisierte die beeindruckende Überdachung des Fischmarkts in Sydney – mit Holz aus der Steiermark.
➡️ Diese Beispiele verdeutlichen: Holz aus der Steiermark ist ein globaler Erfolgsträger.
Nachhaltigkeit als Wachstumsmotor
Die Steiermark verfügt über enorme Waldressourcen: Pro Einwohner stehen 0,8 Hektar Wald zur Verfügung. Durch nachhaltige Forstwirtschaft wächst diese Fläche seit Jahrzehnten kontinuierlich.
In den letzten 50 Jahren ist der österreichische Wald um 330.000 Hektar gewachsen.
Mit dem jährlich nachwachsenden Holz könnten 700.000 Holzhäuser gebaut werden.
Rund 220 Betriebe der Holz- und Sägeindustrie sichern in der Steiermark über 6.000 Arbeitsplätze.
Gleichzeitig arbeitet die Forschung daran, Holz als nachhaltige Alternative zu Stahl und Beton noch stärker in Bauprojekten zu verankern.
Lehre in der Holzindustrie: Jobs mit Zukunft
Winfried Konrad und Regina Gimpl (zweite Reihe) kümmern sich um die Lehrlinge Stefan Konrad und Markus Pölzl.
Die Holzbranche in der Steiermark investiert intensiv in Ausbildung und Nachwuchs. Insgesamt gibt es 18 verschiedene Lehrberufe – von Holztechnik über Maschinenbedienung bis hin zu modernsten Automatisierungstechnologien.
„Die Lehre ist weit mehr als ein Karrierestart. Sie bildet die Grundlage für Internationalität, Teamarbeit und nachhaltigen Erfolg.“ – Anton Pausackl, HR-Manager Rubner Gruppe
Viele Betriebe unterstützen zudem Lehre mit Matura oder den Meisterkurs – ideale Möglichkeiten, um Karriere und Weiterbildung zu verbinden.
Stefan Kopper aus dem Unternehmen Rubner wurde für seinen ausgezeichneten Lehrabschluss ihm Rahmen der Veranstaltung „Stars of Styria“ geehrt.
Hightech trifft Natur – moderne Jobs im Holzsektor
Die Holzindustrie ist Hightech: Lehrlinge lernen nicht nur alles über den Werkstoff Holz, sondern auch, wie man mit modernsten Maschinen arbeitet.
„Technisches Verständnis, Geschicklichkeit und Teamfähigkeit sind essenziell.“ – Winfried Konrad, Lehrlingsausbildner bei Scheucher
Schon heute kommt Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz – z. B. beim automatischen Erkennen fehlerhafter Holzteile. Zukünftig kann KI auch Sprachbarrieren in internationalen Teams überwinden.
Bildung & Begeisterung: Holz erleben
Damit junge Menschen die Chancen der Holzindustrie kennenlernen, setzen Steiermark, Kärnten und Slowenien auf innovative Projekte:
Schulbesuche machen Holzberufe greifbar.
Virtual-Reality-Brillen lassen den Wald als Erlebnisraum entdecken.
So wird gezeigt: Holz ist grenzenlos – in seinen Möglichkeiten, in seiner Nachhaltigkeit und in seiner internationalen Bedeutung.
👉 Entdecke deine Karrierechancen in der Holzindustrie: www.meinholzjob.at
Ein Auto nicht nur fahren, sondern auch verstehen, was dahintersteckt: Das ist die Motivation vieler Lehrlinge, die Kfz-Technik erlernen. Ein Beruf mit Zukunft – und dank E-Mobilität spannender denn je.
Faszination Auto von klein auf
Es gibt Kinder, deren erstes Wort „Auto“ ist – für viele wird daraus auch der erste Berufswunsch. In den 1.200 Kfz-Betrieben der Steiermark werden aktuell rund 1.400 Lehrlinge ausgebildet:
ca. 1.200 in der Kfz-Technik
ca. 200 in der Karosseriebautechnik
Eine von ihnen ist Marie Schörgi, die im Autohaus Haas in Lannach den Beruf der Kfz-Technikerin erlernt.
Marie Schörgi: Vom ersten Schnuppern zur Lehrstelle
Marie hatte sich zunächst bei verschiedenen Unternehmen beworben – ohne Rückmeldung. Durch Zufall stieß ihre Mutter beim Vorbeifahren auf ein Stellenangebot des Autohauses Haas. Marie schnupperte hinein – und wusste: „Das passt!“
Ursprünglich hatte sie die Landwirtsschule besucht und sich auch für den Beruf des Landmaschinentechnikers interessiert. Doch die Arbeit an Autos faszinierte sie mehr. „Der Beruf ist alles andere als eintönig – jeder Tag ist anders“, bestätigt auch ihr Chef, Kfz-Meister Michael Sabo, der gemeinsam mit seiner Mutter Karin das Autohaus leitet.
Digitalisierung und E-Mobilität verändern den Beruf
Der Mechanikerberuf hat sich stark gewandelt:
Immer mehr Sensoren steuern Assistenzsysteme wie Einparkhilfe, Kamera oder Radar.
Mit Elektro- und Hybridfahrzeugen kommt zusätzliches Know-how über Elektromotoren und Hybridprinzipien hinzu.
Bei Toyota – der Marke im Autohaus Haas – haben die meisten Fahrzeuge bereits Hybrid-Antrieb. Reine Benziner sind selten. Um vorbereitet zu sein, startete Toyota früh mit Schulungsmaßnahmen für Werkstätten.
Komplexe Arbeiten an der Elektronik übernehmen Kfz-Meister. Lehrlinge führen klassische Arbeiten durch – vom Ölwechsel bis zum Radlager.
Aufbau der Kfz-Lehre
Die Kfz-Techniker-Lehre besteht aus:
Grundmodul
mindestens einem Hauptmodul (Motorradtechnik, Nutzfahrzeugtechnik oder Personenkraftwagentechnik)
optional einem Spezialmodul (Systemelektronik oder Hochvolt-Antriebe)
👉 Die Lehrzeit beträgt 3,5 Jahre, mit Spezialmodul 4 Jahre. 👉 Am Elektromotor dürfen Lehrlinge erst ab 18 Jahren arbeiten.
Hochvolt-Ausbildung: Sicherheit geht vor
Die Ausbildung im Hochvolt-Bereich ist dreistufig:
Theorie: gesetzliche Regelungen, Sicherheitsvorschriften, Funktionsweise von Elektro- und Hybridfahrzeugen
Spannungsfreischaltung: berechtigt zum Arbeiten am freigeschalteten Hochvoltsystem
Wartung & Reparatur: eigenständige Arbeiten an Elektrofahrzeugen – allerdings nur zu zweit
„Lehrlinge sollten vom orangen Kabel aber sicherheitshalber die Finger lassen“, schmunzelt Landesinnungsmeister Thomas Marichhofer.
Zukunft der Kfz-Lehre
In naher Zukunft wird die Lehrzeit auf 4 Jahre verlängert.
Das Modul Hochvolt 1 wird dann automatisch Teil der Ausbildung sein.
Die theoretische Ausbildung findet für Kfz-Techniker und Karosseriebautechniker in der TZA Arnfels statt.
👉 Damit ist klar: Die Kfz-Technik bleibt ein vielseitiger Beruf, der mit der Digitalisierung und der E-Mobilität noch spannender wird.
Der Start ins Berufsleben bringt viele neue Erfahrungen: Kolleg:innen, Ausbilder:innen, Verantwortung und neue Abläufe. Das kann spannend, aber auch herausfordernd sein. In unserem kurzen Video zeigen wir dir einfache Tipps, wie du dich gut in der Welt der Erwachsenen zurechtfindest – mit Respekt, Interesse und Teamgeist.
Unsere Tipps für deinen Einstieg: ✅ Sei neugierig – stelle Fragen, wenn du etwas nicht verstehst ✅ Zeige Interesse an deinen Kolleg:innen – so integrierst du dich leichter ins Team ✅ Höflichkeit und Respekt öffnen Türen und erleichtern den Alltag ✅ Teamgeist zeigen – gemeinsam geht vieles leichter
💡 ZUKUNFT MEISTERN wünscht dir einen gelungenen Start und viel Erfolg auf deinem Weg! Du bist nicht allein – es gibt immer jemanden, der dich unterstützt, wenn du ihn brauchst.