Autor: Team3

  • Hürden gut meistern

    Hürden gut meistern

    Am Übergang von der Schule in den Beruf können sich für junge Menschen einige Herausforderungen auftun. Die Koordinierungsstelle Steiermark AusBildung bis 18 / Ausbildung-Beruf zeigt Perspektiven auf und unterstützt mit passgenauen Angeboten.

    NICHT IMMER verläuft der Weg in die Ausbildung eben und geradlinig, gerade am Übergang von Schule zu Beruf können sich Herausforderungen und Hürden auftun. An diesem Punkt setzt die Koordinierungsstelle Steiermark AusBildung bis 18 / Ausbildung-Beruf an: Es gilt, die richtige Perspektive für junge Menschen zu finden.

    „Wir unterstützen Erziehungsberechtigte und zeigen Jugendlichen Möglichkeiten für den weiteren Weg auf. Wir hören gut zu, haben auch für schwierige Situationen Verständnis und machen uns ein ganzheitliches Bild von der Lage“, unterstreichen die KOST-Mitarbeiterinnen Katarina Tibaut, Edith Strauß und Anca Dohotar. Orientie- rungslosigkeit, Schul- oder Ausbildungsabbruch, Erkrankungen, Erschöpfung, Unfälle, Schicksalsschläge, familiäre Ausnahmesituationen unterschiedliche Gründe dafür, warum sich für Menschen in diesem Alter größere Herausforde- rungen auftun können. „Wir holen jeden und jede in der individuellen Situation ab“, sagt Tibaut.

    Verantwortung

    „Es ist aber auch wesentlich, dass Erziehungsberechtigte ihre Verantwortung übernehmen, dass Jugendliche eine Ausbildung machen. Es geht schließlich um deren Zukunft. Lernen ist etwas Großartiges, es ist ein Privileg“, bekräftigt Lambauer. In vielen Fällen kann bald eine Lösung gefunden werden und die Arbeit für die nächste Weichenstellung ist getan, in anderen wiederum braucht es mehr Überzeugungsarbeit und Nachdruck.

    Oftmals ist nach dem Erstkontakt mit dem Team der KOST Steiermark das Jugendcoaching der nächste Schritt. Es ist ein Teil der NEBA-Ange- botskette des Sozialministeriumservice, NEBA steht dabei für „Netzwerk Berufliche Assistenz“. Im Jugendcoaching werden die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Jugendlichen individuell in den Fokus gerückt und beispielsweise Praktika organisiert, um sich erproben zu können. Mit der regelmäßigen Teilnahme an dieser Maßnahme und der aktiven Mitarbeit an der Perspektivenplanung erfüllt ein Jugendlicher die Vorgaben der Ausbildungsverpflichtung und gewinnt begrenzt Zeit zur Orientierung. Zu den NEBA-Angeboten (siehe Kasten) gehört unter anderem auch die Arbeitsassistenz, die bei der Suche nach einem Lehrplatz begleitet.

    Offen für alle

    Hemmschwellen rund um Fragestellungen zur Übergangsphase von der Schule in den Beruf will das KOST-Team rund um Tibaut, Strauß und Dohotar in jedem Fall abbauen: „Wir wollen Betroffenen die Angst und das Schamgefühl nehmen, mit uns in Kontakt zu treten und Unterstützung anzunehmen. Es kann immer vorkommen, dass etwas nicht problemlos verläuft. Hürden lassen sich aber meistern. Unser erklärtes Ziel ist es, dass die Ausbildung gelingt. Es gibt viele Optionen und Möglichkeiten dafür.“

    Die Serviceline ist für alle Jugendlichen und Erziehungsberechtigten erreichbar – und am anderen Ende der Leitung sitzen Menschen, die sich mit Tatkraft um die Anliegen kümmern. „Es ist für uns der schönste Erfolg“, so Lambauer, „wenn wir dazu beitragen können, dass der richtige Weg gefunden werden kann.“

    Die Koordinierungsstelle Steiermark AusBildung bis 18 / Ausbildung-Beruf (KOST Steiermark) ist eine von der Landesstelle Steiermark des Sozialminis- teriumservice beauftragte und geförder- te Stelle. Sie fungiert als Infodrehscheibe rund um das Ausbildungspflichtgesetz bis 18 und vermittelt Unterstützung am Übergang zwischen Schule und Beruf.

    KONTAKT

    Kostenlose Serviceline-Nummer: 0 800 700 118 office@kost-steiermark.at www.kost-steiermark.at

    Die Angebote

    Am Übergang zwischen Schule und Beruf un- terstützt die fünfteilige NEBA-Angebotskette des Sozialministeriumservice. NEBA steht dabei für „Netzwerk Berufliche Assistenz“.

    JUGENDCOACHING

    ✓ IndividuelleundprofessionelleBeratungim Hinblick auf den idealen nächsten Ausbil- dungsschritt für alle ab dem neunten Schulbe- suchsjahr bis zum 19. Geburtstag bzw. mit ei- ner sozial-emotionalen Beeinträchtigung oder einer Behinderung bis zum 25. Geburtstag.

    AUSBILDUNGS FIT

    ✓ EinAngebotfürjungeMenschenzumErwerb der individuellen Ausbildungsreife und zur Vorbereitung für den nächsten Ausbildungs- schritt. Es zielt auf Sozialkompetenzen und Kulturtechniken ab.

    ARBEITSASSISTENZ

    ✓ BegleitetbeiderSuchenacheinerLehrstelle oder hilft, sie zu sichern.

    BERUFSAUSBILDUNGSASSISTENZ

    ✓ UnterstütztjungeMenschendieganzeLehr- zeit über im Falle einer verlängerbaren Lehre oder Teilqualifizierung.

    JOBCOACHING

    ✓ SichertdiedauerhafteberuflicheIntegration über individuelle Unterstützung direkt am Arbeitsplatz.

    SPEZIELL FÜR UNTERNEHMEN

    ✓ DasNEBA-BetriebsservicefürUnternehmen bietet durchgängige Beratung bei allen Frage- und Problemstellungen in Zusammenhang mit der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen.

    Mehr Infos auf: www.neba.at

  • Lehre macht Persönlichkeit

    Lehre macht Persönlichkeit

    Dass die Lehre ein gutes Fundament ist, zeigen diese Menschen-Porträts. Vom „Tatort“-Ermittler bis zum Erzbischof stehen nach einer Lehre alle Wege offen, früher wie heute.

    Bevor die deutsche Sängerin KERSTIN OTT mit ihrem Lied „Die immer lacht“ Karriere machte, arbeitete sie als Malerin und Lackiererin, und zwar bis zu ihrem musikalischen Durchbruch im Jahr 2016. Über ihren Lehrberuf hat sie in einem Fernsehinterview einmal gesagt: „Ich habe gelernt, meine Arbeit vernünftig zu machen. Das hilft mir auch in meinem heutigen Job.“ Handwerkliche Tätigkeiten erledigt sie bei sich zu Hause bis heute am liebsten selbst, und sollte es mit ihrer musikalischen Karriere nicht mehr so gut laufen, kann sie sich sehr wohl vorstellen, in ihren alten Job zurückzukehren.

    Für DIETER FERSCHINGER, Promifriseur aus Graz, bietet die Lehre so vieles, etwa tolle Aufstiegsmöglichkeiten, die nach den Jahren automatisch kommen. „Dadurch steigert sich auch das Gehalt, oft schneller als nach einem Studium!“ Was er Lehrlingen, die für sich den richtigen Job gefunden haben, mit auf den Weg geben möchte: „Fragt eure Ausbildner viel über den Beruf und generell über die Arbeitswelt. Eignet euch Disziplin an und bringt zu Ende, was ihr einmal begonnen habt. Habt keine Furcht vor euren Chefs, seht sie nicht als Gegner, sondern als jemanden, der Karriere gemacht hat. Merkt euch ihre Entscheidungen oder warum sie etwas tun, das könnte auch für euer späteres Berufsleben ein wichtiger Leitfaden sein, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

    Er ist aus dem deutschen Fernsehen nicht wegzudenken, und er hat stets Haare und Bart schön: KLAAS HEUFER-UMLAUFS erste berufliche Station war eine Friseurlehre. Im Anschluss daran arbeitete er als Maskenbildner, 2005 kam der Sprung ins Fernsehen, genau genommen zum Musiksender Viva. Ein Lehrer soll ihm zu Schulzeiten bereits gesagt haben, dass er bestimmt bei Sat1 lande, wenn er so weitermache. Er sollte Recht behalten.

    Der Haubenkoch RICHARD RAUCH hat sich mit seinem Lehrberuf an die Spitze seiner Branche hochgearbeitet. Seine Ausbildung ist noch immer ein Teil von ihm: „Die unendliche Freude an diesem Beruf habe ich spüren, entdecken und lernen dürfen, diese Freude ist noch immer da, wie in der ersten Stunde. Ganz besonders ist und war immer für mich, dass ich mit meinem Gaumen, Geschmack und Handwerk Menschen glücklich und selig machen darf.“ Für ihn ist eine Lehre aktuell so attraktiv wie nie zuvor: Als Jugendlicher eine Lehre zu machen, ist jung, dynamisch, cool. Es sind schnelle Aufstiegschancen gegeben, aufgrund des Facharbeitermangels kommt Arbeitsplatzsicherheit dazu. In unseren Zeiten stehen immer alle Türen für Vertiefungen und Spezialisierungen während und nach der Lehre offen. „Ich würde die Entscheidung jederzeit nochmal so treffen!“

    Während seine Sportkollegen meist vom Skigymnasium in die ÖSV-Kader wechselten, arbeitete sich HERMANN MAIER sportlich mit eigener Kraft und eigenem Willen nach oben. Seine Ausbildung in der Ski-Handelsschule Schladming brach er nach einem schweren Arbeitsunfall seines Vaters ab und begann eine Maurerlehre. Vor einigen Jahren unterstützte er die Plattform „Ausbildung statt Abschiebung“ des damals grünen, oberösterreichischen Landesrates Rudolf Anschober. Er begründete das damit, dass er aus seiner eigenen Zeit als Maurer wisse, wie wichtig es vor allem für junge Menschen sei, eine geeignete Ausbildung und Aufgabe zu finden. Allein das bilde die Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration.

    Jan-Josef Liefers, german actor, presenting his autobiography at the Frankfurt Bookfair / Buchmesse Frankfurt 2009 in Frankfurt am Main, Germany

    In seiner Tatort-Rolle als Professor Karl-Friedrich Boerne spielt er den spießigen Bildungs- bürger schlechthin. Bevor er auf die Bühnen und ins Fernsehen kam, hat JAN JOSEF LIEFERS, einer der bekanntesten deutschen Schauspieler seinen Berufsweg mit einer Lehre begonnen. Zwar wurde er in eine Theaterfamilie hineingeboren (sein Halbbruder Martin Brambach ist der Tatort-Kommissar Peter Michael Schnabel aus Dresden) und obwohl er selbst in diese Branche wollte, absolvierte er nach seinem Schulabschluss zunächst eine Tischlerlehre am Dresdner Staatstheater.

    EVELINE WILD ist Österreichs bekannteste Patissière. Sie hat in Tirol den Beruf Konditorin gelernt und hatte Glück mit ihrem Lehrbetrieb: Dort wurden keine Fertigprodukte verwendet, sondern alles nach alten Rezepten mit guten und natürlichen Zutaten hergestellt. Qualität bei den Zutaten und Lebensmitteln ist ihr heute noch überaus wichtig. Über ihren Lehrberuf, den sie „auf jeden Fall“ nochmal ergreifen würde, sagt sie: „Routine zu lernen ist enorm wichtig. Je öfter man etwas macht, umso weniger muss man darüber nachdenken, desto mehr kann der Kopf auf Reisen gehen, sprich kreativ werden.“ Jungen Menschen auf Jobsuche rät sie: „Augen auf bei der Wahl des Lehrplatzes und raus aus der Komfortzone!“ Was sie damit meint? Vielleicht ist ja der Lehrplatz, der gut passen würde, weiter entfernt von zu Hause. Und vielleicht ist es nicht ganz einfach, in jungen Jahren von daheim auszuziehen. Aber eine tolle Lehrstelle, wo die Chemie zwischen Lehrling und Ausbildnern stimmt und dadurch der Lernerfolg größer wird, ist ein Grundstock, auf dem man aufbauen kann, sagt sie.

    Eveline Wild, Konditorweltmeisterin

    Auch in der Welt der Geistlichen gibt es gelernte Handwerker, der Erzbischof von Salzburg, FRANZ LACKNER, ist einer davon. Der gebürtige Oststeirer absolvierte zunächst eine Lehre als Elektriker. Beim Bau der UNO-City in Wien arbeitete er als Staplerfahrer und Betonierer. Als er mit der UNO in Zypern stationiert war, begann er, sich intensiv mit dem Glauben und der Bibel auseinanderzusetzen. Er entschied, Priester zu werden und trat 1984 in den Franziskanerorden ein.