Schlagwort: Zukunft Meistern

  • Tschüss Pausenglocke, hallo Praxis: Warum Schnuppern für Jugendliche so wichtig ist

    Tschüss Pausenglocke, hallo Praxis: Warum Schnuppern für Jugendliche so wichtig ist

    Ein Tisch, ein Kind und eine große Frage

    Man sitzt beim Abendessen, schaut sein Kind an und fragt sich: „Wo wird die Reise wohl hingehen?“ In einer Welt voller Möglichkeiten ist der ehrlichste Kompass oft ein ganz praktischer: Der Realitätscheck durch das Schnuppern.

    Denn seien wir ehrlich: Wenn wir nach einem langen Arbeitstag erschöpft und manchmal genervt nach Hause kommen, sind wir nicht immer die besten Motivatoren für das Thema „Berufsleben“. Unsere Kinder erleben uns müde, hören uns vielleicht über Stress klagen – und wir nehmen uns kaum mehr Zeit für Dinge, die früher selbstverständlich waren. Das Rad kommt zum Service, Socken werden entsorgt statt gestopft, der kaputte Mixer durch einen Klick neu bestellt. In dieser „Alles-sofort-und-bequem-Welt“ bieten wir den Jugendlichen oft kaum noch Erfahrungen, was es heißt, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen oder ein Problem zu lösen.

    „Tu, was du liebst“ – aber woher sollen sie es wissen?

    Nicht jeder Jugendliche blüht zwischen Mathe-Formeln und Vokabeltests auf. Kennen Sie den Spruch: „Tu, was du liebst, und du musst keinen Tag in deinem Leben arbeiten“? Klingt super. Aber Hand aufs Herz: Woher sollen unsere Kids wissen, was sie lieben, wenn ihre Welt oft nur aus Schule, Handy, Gaming und vielleicht noch einem Sportverein besteht?Gefühlt haben wir unsere Welt allzu sehr vereinfacht: Die Milch kommt aus dem Supermarkt, das Geld aus dem Bankomat. Arbeit bleibt für Kids nur allzu oft ein abstraktes Wort aus dem Lehrbuch. Und wenn dann in der Schule die Luft raus ist, das Kind „blockt“ und die Motivation sinkt – dann kann das Schnuppern den echten Kontakt zur Arbeit herstellen.

    Schnuppern ist die Chance, aus dem starren Korsett von 50-Minuten-Blöcken auszubrechen. Im Betrieb gibt es keine Noten, es zählt ob man anpackt, mitdenkt und verlässlich ist. Dieser Tapetenwechsel bewirkt oft Wunder: Wer in der Schule den Sinn nicht sieht, findet ihn plötzlich in der Werkstatt oder im Büro wieder.

    Schnupppern als Realitätscheck

    Berufe wirken im Internet erstaunlich glatt. Broschüren sind bunt, Websites wohlklingend. Doch zwischen Tätigkeitsbeschreibung und Arbeitsalltag liegen Welten. In der Schule gibt es Stundenplan, Pausenglocke und klar geregelte Abläufe. In einem Betrieb ist das anders.

    Schnuppern füllt die Wissenslücken dort, wo das tägliche Leben zu bequem geworden ist. Es zeigt den Jugendlichen die Welt hinter dem Display – ehrlich, fordernd.

    Und es schafft ein Fenster in die Welt der Erwachsenen

    Arbeit verlangt eine andere Ausdauer als die Schulbank. Wir Eltern wissen das, Kids erleben es im Schnuppern oft das erste Mal, dass man auf den Beinen bleiben muss, wenn man eigentlich sitzen möchte – und trotzdem weitermacht, weil das Team sich auf einen verlässt.

    Genau dieser Kontrast zwischen Schulrealität und Arbeitswelt ist entscheidend. Für viele Jugendliche ist das Schnuppern der erste Tag, an dem sie am eigenen Leib spüren: Ein Arbeitstag ist fordernd. Er verlangt Ausdauer und Konzentration.Und es passiert noch etwas Besonderes: Unsere Kinder beginnen uns Eltern ein Stück weit besser zu verstehen. Wenn sie abends völlig k.o. nach Hause kommen, merken sie plötzlich, warum wir manchmal müde oder erschöpft sind. Diese geteilte Erfahrung schweißt zusammen und schafft eine ganz neue Ebene für die Gespräche am Küchentisch.

    Wann geht’s los? Das richtige Alter zum Schnuppern

    In der Steiermark ist das Schnuppern klar geregelt, damit die Jugendlichen bereit für die Praxis sind:

    • Während der Schulzeit (Individuelle BO): Ab der 8. Schulstufe können Schülerinnen und Schüler für bis zu 5 Tage pro Schuljahr vom Unterricht freigestellt werden. Wichtig: Dies muss vorab mit der Schulleitung abgestimmt werden (keine Schularbeiten-Zeit!).
    • In den Ferien oder schulfreien Tagen: Auch hier ist Schnuppern möglich. In der Regel sind bis zu 5 Tage pro Betrieb üblich. Insgesamt darf das Schnuppern aus Versicherungsgründen maximal 15 Tage pro Kalenderjahr umfassen.
    • Voraussetzung: In beiden Fällen ist die ausdrückliche Zustimmung der Eltern (Erziehungsberechtigten) notwendig.
    • Kein Arbeitsverhältnis: Schnuppern ist reine Orientierung. Es gibt kein Entgelt, aber die Jugendlichen sind über die Schülerunfallversicherung abgesichert, da es als schulbezogene Veranstaltung bzw. anerkannte Orientierung gilt.

    Mehr als nur ein Probelauf: Stimmen der Profis

    Dass dieser Weg zum Erfolg führt, zeigten uns nicht nur die EuroSkills-Teilnehmer im Interview 2024. Der Tischler-Profi Jürgen Perhofer (Silbermedaille) erinnert sich:

    „Ich habe in drei Tischlereien geschnuppert, auch in den Ferien. Das Arbeiten machte mir so sehr Spaß, dass ich nach einem Jahr Schule mit meiner Lehre startete.“

    Auch für die Rezeptionistin Denise Gringl (Bronze-Medaille) war das persönliche Reinfühlen der Schlüssel:

    „Ich habe in ein paar Betrieben geschnuppert, bei Rogner in Bad Blumau gefiel es mir am besten.“

    Gut zu wissen: Ihr Wegweiser zum Schnupperplatz

    In der Steiermark gibt es neben der Information in der Schule auch hervorragende kostenlose Anlaufstellen:

    Der Rollenwechsel: Vom Elternteil zum Mentor

    In der Schule sind Sie der Kümmerer. In der Arbeitswelt muss Ihr Kind den ersten Schritt allein gehen. Ein Betrieb in Graz oder der Obersteiermark sucht keine Eltern, die den Termin vereinbaren. Er sucht junge Menschen, die Eigeninitiative zeigen. Ermutigen Sie zum Telefonat. Üben Sie das Gespräch kurz am Küchentisch. Das ist das erste Training für das spätere Berufsleben.

    Damit dieser erste Schritt in die Eigenständigkeit reibungslos klappt und Sie sich als „Mentor im Hintergrund“ sicher fühlen, haben wir die wichtigsten Punkte für den Starttag zusammengefasst:

    Klicken Sie auf das Plus beim Minuten-Check, um die Details für den Schnupperstart zu sehen:

    Phase 1: Vorbereitung (Diskret im Hintergrund)
    [ ] Selbstwirksamkeit: Hat mein Kind den Betrieb selbst kontaktiert? (Wichtig für den ersten Eindruck beim Chef!)
    [ ] Fahrplan-Check: Kennen wir die Verbindung der Verbund Linie oder ÖBB? (Inkl. 10 Min. Puffer einplanen).
    [ ] Ansprechperson: Weiß mein Kind, nach wem es beim Empfang fragen muss?
    Phase 2: Der Arbeitswelt-Knigge (Kurzer Check am Vorabend)
    [ ] Handy-Regel: Ist geklärt, dass das Smartphone während der Arbeitszeit in der Tasche bleibt?
    [ ] Outfit: Passt die Kleidung zur Branche? (Sauber, sicher, angemessen).
    [ ] Höflichkeit: Ein kurzes „Guten Morgen“ und „Danke für die Zeit“ sind die besten Türöffner für eine Lehrstelle.
    Phase 3: Das „Care-Paket“
    [ ] Verpflegung: Ist die Jausenbox und eine Trinkflasche eingepackt?
    [ ] Notizen: Hat mein Kind einen kleinen Block und Stift für spannende Infos dabei?
    [ ] Dokumente: Sind alle Bestätigungen für die Schule/Versicherung unterschrieben im Rucksack?

    Und nach den Schnuppertagen reicht oft ein „Wie war’s?“ nicht aus, um die echte Erfahrung herauszukitzeln. Gehen Sie tiefer und finden Sie heraus, ob die Realität im Betrieb die bunten Bilder aus dem Internet schlagen konnte.

    Nutzen Sie die folgenden Fragen als gemeinsamen Leitfaden, um nach dem Schnuppertagen herauszufinden, ob aus einem ersten Einblick eine echte berufliche Zukunft werden könnte und auch hier wieder auf das Plus klicken.

    1. Ist das Kind morgens motiviert aufgestanden, um in den Betrieb zu gehen?
    2. Hatte es sichtlich Freude an der Tätigkeit (z.B. Werken, Beraten, Organisieren)?
    3. Wurde das Arbeitsumfeld (Werkstatt, Büro, freie Natur) als angenehm empfunden?
    4. Wurden die Kolleginnen und Kollegen als freundlich und hilfsbereit beschrieben?
    5. Hat das Kind beim Erzählen den Eindruck gemacht, die Zeit während der Arbeit vergessen zu haben?
    6. Kann sich das Kind vorstellen, diese Aufgaben jeden Tag zu übernehmen?
    7. Hatten Sie das Gefühl, das Kind ist stolz auf das, was es (mit-)erarbeitet hat?
    8. Passen die körperlichen Anforderungen (z.B. langes Stehen, frühes Aufstehen) zum Kind?
    9. War die Begeisterung über die Realität größer als die Erwartung durch Internet-Bilder?
    10. Würde das Kind in diesem Betrieb gerne eine Ausbildung beginnen?

    ZUKUNFT MEISTERN Tipp: Wenn Sie gemeinsam mehr als 7 Fragen mit „Ja“ beantworten können, ist das eine heiße Spur! Bei weniger als 5 „Ja“-Antworten haben Sie gemeinsam eine wichtige Erkenntnis gewonnen – nämlich zu wissen, was nicht passt und eine Fehlentscheidung verhindert.

    Jedes Schnuppern bringt Ihr Kind einen Schritt näher zu seinem echten Ziel.

    Ihr Team von ZUKUNFT MEISTERN

  • Ein Blick hinter die Kulissen: Wie die steirische Industrie die Fachkräfte von morgen formt

    Ein Blick hinter die Kulissen: Wie die steirische Industrie die Fachkräfte von morgen formt

    Um zu verstehen, wie moderne Ausbildung heute funktioniert, war das Team von ZUKUNFT MEISTERN für diese Ausgabe zu Gast bei der Roto Frank Austria GmbH in Kalsdorf. Ein Lokalaugenschein, der zeigt, wie die Initiative „Die Industrie“ der Industriellenvereinigung Steiermark in der Praxis Früchte trägt.

    Ein starkes Signal der Industriellenvereinigung Steiermark

    Hinter dem Erfolg der heimischen Betriebe steht eine starke Gemeinschaft. Die Industriellenvereinigung Steiermark (IV) setzt mit der Plattform dieindustrie.at ein klares Statement: Eine Lehre in der Industrie bietet Sicherheit, exzellente Verdienstmöglichkeiten und eine technische Ausbildung auf Weltniveau. Mit aktuell über 1.000 offenen Lehrstellen in der gesamten Steiermark ist die Industrie der wichtigste Ausbildungspartner für junge Talente.

    Praxis-Check in Kalsdorf: Wo Lehrlinge Roboter bauen

    Bei unserem Besuch bei Roto Frank Austria wurde schnell klar, warum das Unternehmen als Vorzeigebetrieb gilt. Mit einer Lehrlingsquote von fast zehn Prozent – 32 Lehrlinge bei rund 370 Mitarbeitern – wird Ausbildung hier als gesellschaftliche Verpflichtung gelebt.

    Highlights der Ausbildung, die uns beeindruckt haben:

    • Hauseigene Lehrlingsakademie: Bevor die Jugendlichen in ihre Teams starten, absolvieren sie einen mehrwöchigen Grundlehrgang, um Basisfertigkeiten perfekt zu erlern
    Nahaufnahme eines gelben Industrie-Roboters in einer speziellen Schulungsumgebung für Lehrlinge bei Roto Frank.
    • Innovation durch Eigenverantwortung: Wir konnten die von Lehrlingen selbst entwickelte Roboter-Schulungszelle besichtigen. Diese wird heute im gesamten Betrieb für Versuche und Instandhaltung genutzt, ohne die laufende Produktion zu stören.
    • Nachhaltigkeit als Entscheidungsgrund: Das Werk beeindruckt mit einem Selbstversorgungsgrad von rund 50 Prozent durch Photovoltaik und Wasserkraft. Für die junge Generation ein entscheidendes Kriterium bei der Arbeitgeberwahl.
    • Soft Skills & Teambuilding: Neben der Technik stehen auch Gesundheitsprävention, der richtige Umgang mit Geld und internationale Austauschprogramme auf dem Plan.

    „Wir setzen ganz stark auf Kommunikation, Wertschätzung und Respekt. Jeder darf und soll sich mit Ideen einbringen.“

    Christian Haidic, Leiter der technischen Ausbildung bei Roto Frank Austria

    Ein Lehrling der Metalltechnik führt konzentriert Schweißarbeiten an einem Werkstück durch, während Funken sprühen.

    Vielfalt und Perspektiven: Deine Chance in der Industrie

    Ob Metalltechnik, Mechatronik oder einer der insgesamt zwölf angebotenen Lehrberufe (sowie sechs Doppellehrberufe) – am Standort mit der weltweit größten Fertigungsdichte stehen alle Türen offen.

    Möchtest du mehr über unseren Besuch bei Roto Frank und die Bildungsinitiativen der Industriellenvereinigung erfahren?

    Den vollständigen Beitrag mit exklusiven Einblicken und weiteren Details liest du in unserem aktuellen E-Paper.

    👉 Hier geht es zum vollständigen Beitrag im E-Paper


    @Bilder und Video von Mias Photoart

    Infobox: Die Industrie in der Steiermark

    Über das Projekt „Die Industrie“ Eine Initiative der Industriellenvereinigung Steiermark zur Förderung der dualen Ausbildung.

    • Karriere-Check: Über 1.100 offene Lehrstellen in der Region.
    • Infos & Bewerbung:www.dieindustrie.at

    Roto Frank Austria (Kalsdorf)

    • Mitarbeiter: ca. 370 (davon fast 10 % Lehrlinge).
    • Lehrberufe: 12 Fachbereiche & 6 Doppellehrberufe.
    • Besonderheit: Eigene Lehrlingsakademie & Fokus auf grüne Energie.

    Mehr zum Thema: Den gesamten Report von unserem Redaktionsbesuch inklusive aller Hintergrundinfos findest du in der aktuellen Druckausgabe von ZUKUNFT MEISTERN. 👉 Zum E-Paper-Archiv

  • Warum Kinder den Müll rausbringen sollten – Das Harvard-Geheimnis für echte Karriere-Chancen

    Warum Kinder den Müll rausbringen sollten – Das Harvard-Geheimnis für echte Karriere-Chancen

    „Was hat ein Staubsauger mit der Karriere Ihres Kindes zu tun? Mehr, als Sie vielleicht vermuten.

    Wenn wir unsere Kinder im Haushalt in die Pflicht nehmen, geht es um weit mehr als um Sauberkeit. Es geht um das Fundament einer Haltung, die in der modernen Arbeitswelt seltener geworden ist als jeder akademische Titel: die Hands-on-Mentalität.

    Was wie eine banale Alltagspflicht wirkt, ist laut der Wissenschaft der Schlüssel zu echter Resilienz und beruflicher Exzellenz. Warum das so ist und warum Top-Manager wie Christian Ettl genau hier den Ursprung für Erfolg sehen, verrät ein Blick auf eine der faszinierendsten Studien der Welt.“

    Stellen Sie sich vor, es gäbe eine einfache Übung im Familienalltag, die Ihr Kind besser auf das Berufsleben vorbereitet als jede Nachhilfestunde. In Harvard wurde genau das untersucht. Das Ergebnis ist eine wissenschaftliche Liebeserklärung an das „Anpacken“ – und ein entscheidender Wegweiser für die Berufswahl Ihres Kindes.


    Die Fakten im Check: Die Harvard Grant Study

    • Die Studie: Harvard Study of Adult Development (die weltweit längste Langzeitstudie).
    • Der Zeitraum: Über 85 Jahre kontinuierliche Forschung (seit 1938).
    • Das Kernergebnis: Praktische Mitarbeit in der Kindheit ist der stärkste Prädiktor für beruflichen Erfolg und psychische Gesundheit im Erwachsenenalter.

    Was Harvard über die Karriere Ihres Kindes weiß

    Die Forscher der Elite-Universität fanden heraus: Kinder, die früh in die Pflicht genommen wurden – und ja, dazu gehört auch das banale Müllrausbringen –, entwickeln eine sogenannte „Hands-on-Mentalität“.

    Diese Kinder lernen drei entscheidende Dinge:

    1. Umsicht: Sie sehen, was getan werden muss, ohne dass man sie darum bittet.
    2. Selbstwirksamkeit: Sie erleben das Gefühl: „Ich kann ein Problem mit meinen eigenen Händen lösen.“
    3. Verantwortung: Sie begreifen sich als wertvoller Teil einer Gemeinschaft, in der jeder einen Beitrag leistet.

    Warum ist das so wichtig? Wer lernt, dass Arbeit zum Leben gehört und Probleme durch eigenes Handeln gelöst werden, entwickelt eine tiefe Selbstwirksamkeit. Diese Jugendlichen warten später im Job nicht darauf, dass ihnen jemand sagt, was zu tun ist. Sie sehen die Arbeit, sie übernehmen Verantwortung und sie entwickeln eine Resilienz, die man in keinem Lehrbuch der Welt auswendig lernen kann.


    Der Realitätscheck: Christian Ettl & die Haltung zum Erfolg

    Dass diese wissenschaftliche Erkenntnis aus den USA punktgenau auf unsere heutige Arbeitswelt zutrifft, bestätigt ein Blick in das aktuelle Magazin von ZUKUNFT MEISTERN. Im Interview beschreibt Christian Ettl (Top-Manager mit Wurzeln in der Lehre) genau diesen Faktor als den „X-Faktor“ moderner Karrieren.

    Ettls Erfolgsformel deckt sich exakt mit den Harvard-Ergebnissen: Er betont, dass Fachwissen heute (auch durch KI) überall verfügbar ist – Haltung und Umsicht jedoch nicht. Im Interview findet er klare Worte für die heutige Jugend und deren Eltern:

    „Es gibt zwei Möglichkeiten: Man sitzt am Beifahrersitz und jammert – oder man setzt sich ans Steuer und übernimmt die Verantwortung für den eigenen Weg.“

    Vom Lehrling zum Top-Manager: Christian Ettl weiß, warum die Hands-on-Mentalität der Schlüssel zum Erfolg ist.

    Für Christian Ettl ist die duale Ausbildung – die Lehre – das perfekte Training für diese „Macher-Mentalität“. Es geht nicht nur darum, ein Handwerk zu erlernen, sondern zu begreifen, wie man Verantwortung für ein echtes Projekt und dessen Ergebnis übernimmt.

    Was bedeutet das für Sie als Eltern?

    Wenn wir unseren Kindern jede Schwierigkeit aus dem Weg räumen, nehmen wir ihnen laut dem Generationenforscher Rüdiger Maas die wichtigste Erfahrung: das Selbermachen. Christian Ettl ergänzt dies aus der Sicht des Praktikers: Eltern sollten unterstützen, aber niemals die Rolle des Kindes einnehmen.


    Fragen für den Küchentisch: Ein Selbsttest für Eltern

    Hält Ihr Kind bereits das „Steuer“ in der Hand? Prüfen Sie es anhand dieser drei Fragen:

    1. Hat mein Kind eine feste Aufgabe im Haushalt, für deren Gelingen es ganz allein verantwortlich ist?
    2. Darf mein Kind bei Projekten scheitern und es so lange versuchen, bis es eine praktische Lösung findet?
    3. Ermutige ich mein Kind, Dinge selbst zu erschaffen oder zu reparieren, statt sofort Ersatz zu kaufen?

    Die Lehre als moderne Antwort

    In einer Welt, die immer digitaler und theoretischer wird, bietet die duale Ausbildung genau dieses psychologische Fundament. Wer eine Lehre wählt, entscheidet sich nicht gegen die Bildung, sondern für die Anwendung.

    Hier wird die „Hands-on-Mentalität“ zum Berufsbild. Jugendliche, die anpacken, entwickeln eine Resilienz und eine Lösungsorientierung, die sie im späteren Leben – egal in welcher Position – unersetzlich macht. Es ist der Weg vom „Wissen, dass…“ zum „Wissen, wie…“.

    Christian Ettl bringt es in unserem Magazin auf den Punkt: Wer die Basis versteht und gelernt hat, anzupacken, dem stehen heute alle Türen offen – bis hin zum Management oder der Unternehmensführung.


  • Lehre im Handel: SPAR Lehrlinge führen Filiale in Graz eigenständig

    Lehre im Handel: SPAR Lehrlinge führen Filiale in Graz eigenständig

    In diesem Beitrag erfahren Sie:

    • wie eine Lehre im Handel echte Führungsverantwortung ermöglichen kann
    • was 26 SPAR Lehrlinge in Graz konkret übernommen haben
    • welche Kompetenzen dabei trainiert werden
    • warum solche Projekte für die Berufswahl Ihres Kindes relevant sind

    26 Lehrlinge übernehmen eine SPAR-Filiale in Graz

    Im Rahmen ihrer Lehre im Handel haben 26 SPAR Lehrlinge eine besondere Herausforderung übernommen: Sie führten für mehrere Tage eigenständig den EUROSPAR in der Sackstraße in Graz.

    Das bedeutet:
    Keine Übungssituation. Kein Planspiel. Sondern realer Filialbetrieb.

    Die Jugendlichen organisierten Warenbestellungen, koordinierten Abläufe zwischen den Abteilungen, übernahmen Verantwortung an der Kassa und standen im direkten Kundenkontakt. Begleitet wurden sie im Hintergrund – die operative Führung lag jedoch bei ihnen.

    Solche Projekte zeigen, wie modern eine Ausbildung im Handel heute gestaltet ist.

    Was lernen Jugendliche bei einer Lehre im Handel wirklich?

    Eine Lehre im Einzelhandel wird oft unterschätzt. Tatsächlich vermittelt sie weit mehr als Verkaufstechniken.

    Bei einer Filialübernahme wie in Graz trainieren Lehrlinge:

    Wirtschaftliches Denken
    Wie viel Ware wird bestellt? Welche Produkte verkaufen sich? Wie funktionieren Aktionen?

    Organisation und Struktur
    Dienstpläne, Warenfluss, Zeitmanagement.

    Führung und Teamarbeit
    Wer übernimmt welche Rolle? Wie löst man Konflikte? Wie trifft man Entscheidungen?

    Kommunikation mit Kundinnen und Kunden
    Beratungsgespräche, Reklamationen, Serviceorientierung.

    Diese Kompetenzen sind Grundlagen für spätere Führungspositionen im Handel – und darüber hinaus.

    Einordnung: Wie sich die Lehre im Handel verändert hat

    Viele Eltern verbinden mit einer Lehre im Handel noch immer ein klassisches Bild: Regale einschlichten, kassieren, Ware übernehmen.

    Die Realität sieht heute anders aus.

    Große Handelsunternehmen wie SPAR investieren stark in:

    • Persönlichkeitsentwicklung
    • Projektverantwortung
    • eigenständiges Arbeiten
    • interne Karriereprogramme
    • Weiterbildung bis hin zur Markt- oder Filialleitung

    Eine Lehrlingsausbildung bei SPAR kann damit der Einstieg in eine langfristige Karriere im Einzelhandel sein – nicht nur ein erster Job.

    Was bedeutet das für Eltern?

    Wenn Ihr Kind Interesse an einer Lehre im Handel in Graz oder der Steiermark zeigt, können diese Fragen helfen:

    • Welche Verantwortung dürfen Lehrlinge übernehmen?
    • Gibt es Projektwochen oder Filialübernahmen?
    • Wie sehen die Karrierewege nach der Lehrabschlussprüfung aus?
    • Welche Weiterbildungsmöglichkeiten werden angeboten?

    Wichtig zu wissen:
    Moderne Lehrbetriebe fördern Selbstständigkeit früh. Verantwortung ist kein Risiko – sie ist Teil des Lernprozesses.

    Rund 100 Lehrstellen sind bei SPAR wieder zu besetzen

    Die Filialübernahme in Graz zeigt, wie praxisnah und verantwortungsvoll eine Lehre im Handel bei SPAR heute aufgebaut ist.

    Gleichzeitig ist sie ein Signal:
    SPAR sucht steiermarkweit aktuell rund 100 Lehrlinge.

    ➡️ „Interessiert an einer Lehrstelle im Handel oder anderen Lehrberufen bei SPAR? Alle offenen Lehrstellen und die Online-Bewerbung finden Sie auf der SPAR Job- und Lehrstellenbörse

    Für Jugendliche bedeutet das:
    Der Einstieg ist möglich.
    Die Perspektiven sind da.
    Die Entwicklungschancen ebenfalls.

    Für Eltern heißt das:
    Wer sich mit dem Thema Lehre im Handel in der Steiermark beschäftigt, sollte jetzt hinschauen – nicht irgendwann.

    Eine Lehre ist kein Kompromiss.
    Sie kann ein strukturierter, begleiteter Einstieg in Verantwortung und Karriere sein.


  • Lehre Metalltechnik Steiermark: Ausbildung mit Zukunft

    Lehre Metalltechnik Steiermark: Ausbildung mit Zukunft

    Lehrlingsausbildung bei MACO in Trieben

    „Lehrlinge sind die Fachkräfte von morgen – und damit ein zentraler Erfolgsfaktor für jeden Industriebetrieb. Wer heute in Ausbildung investiert, sichert morgen den Standort Steiermark.“

    So betont Helmut Röck, Fachgruppengeschäftsführer der Metalltechnischen Industrie Steiermark, die Bedeutung der Lehrlingsausbildung für die steirische Industrie.

    Wie diese Investitionen in Ausbildung konkret gelebt werden, zeigt ein Blick in die Praxis: Für die aktuelle Ausgabe von ZUKUNFT MEISTERN 2026 waren wir bei MACO in Trieben zu Gast. Dort sprachen wir mit Wolfgang Ornik (COO der MACO Gruppe), Andreas Platzer (Abteilungsleiter Betriebsmittel), Thomas Breyer (Abteilungsleiter Human Resources) und Tobias Halsmair (Ausbildungsleiter am Standort) über Fachkräftesicherung, Karrierewege, demografischen Wandel und die Zukunft technischer Lehrberufe.

    Aktuell lernen bei MACO in Trieben 37 Lehrlinge einen von zehn möglichen Berufen – darunter Metalltechnik, Mechatronik, Werkzeugbau, Oberflächentechnik oder IT-Technik. Die Ausbildung in der Industrie bietet damit vielfältige Karrierewege und hervorragende Zukunftsperspektiven.

    Gerade in Zeiten des demografischen Wandels wird deutlich:
    Investitionen in die Lehrlingsausbildung sind Investitionen in die Zukunft der Steiermark.

    Andreas Platzer, Abteilungsleiter Betriebsmittel bei MACO, sagt dazu:

    „Fordern und Fördern ist hier unsere Devise. Wir merken, dass die jungen Menschen beides brauchen. Der Lehrling muss nur wollen, beim Tun wird er von uns unterstützt.“

    Moderne Maschinen, Robotik-Trainings, digitale Aufnahmetests und eine modulare Lehrlingsakademie sorgen für eine Ausbildung auf Top-Niveau.


    Ist die Lehre noch zeitgemäß? Karriere statt Sackgasse

    Viele Eltern stellen sich die Frage: Schule oder Lehre?

    Wolfgang Ornik, COO der MACO Gruppe, spricht ein verbreitetes Vorurteil offen an:

    „Noch immer hört man: Geh zur Schule, dann ‚wirst was‘, wenn du es nicht schaffst, kannst du noch immer eine Lehre machen. Das wird der Lehre nicht gerecht.“

    Die Realität in der metalltechnischen Industrie zeigt ein anderes Bild:
    Lehre mit Matura, Werkmeisterschule oder Karriere bis in Führungspositionen sind keine Ausnahme.

    Thomas Breyer, Abteilungsleiter Human Resources, ergänzt:

    „Wir müssen den Eltern den unschätzbaren Wert einer Lehrausbildung vermitteln, damit die Lehre in der Gesellschaft wieder das Ansehen erhält, das sie verdient.“


    KI, Automatisierung und Industrie-Lehre: Zukunftssichere Berufe

    Wer sich für eine Lehrstelle in der Industrie entscheidet, wählt einen Beruf mit hoher Zukunftssicherheit.

    Tobias Halsmair, Ausbildungsleiter am Standort Trieben, stellt klar:

    „Zunächst: Ja, unsere Jobs sind mit Sicherheit nicht einfach durch KI ersetzbar. Automatisierung und Robotik schreiten sicherlich noch weiter voran, was aber vor allem Hilfstätigkeiten betrifft. Um diese immer komplexer werdenden Anlagen zu betreiben werden gut ausgebildete Fachkräfte aber noch wertvoller für die Unternehmen.“

    Gerade in Metalltechnik, Mechatronik und Elektrotechnik steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften kontinuierlich.


    Metalltechnische Industrie Steiermark: Zahlen & Fakten

    • Über 1.200 Lehrlinge in der metalltechnischen Industrie Steiermark
    • Ausbildung in rund 50 Berufen
    • Überdurchschnittliche Lehrlingsentschädigung
    • Hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung

    Die Branche bleibt damit Rückgrat der steirischen Wirtschaft und wichtiger Motor für Innovation.


    Jetzt im ePaper lesen: Lehrlingstalk MACO Trieben

    Der vollständige Lehrlingstalk mit allen Hintergründen, Karrierewegen und persönlichen Einblicken der Lehrlinge Aysela Kablic, André Bauer und Laura Kohlhofer ist in der aktuellen Ausgabe von ZUKUNFT MEISTERN 2026 nachzulesen

    👉 Hier geht’s zum ePaper

    Informationen über die Metalltechnische Industrie in der Steiermark findet man hier: https://www.wko.at/stmk/industrie/metalltechnische-industrie/start

    Informationen zur Lehrlingsausbildung bei MACO in Trieben findet man hier: https://www.maco.eu/de-AT/Karriere/Lehrlinge