Schlagwort: Migrationshintergrund

  • Lehre in Österreich: Wen erreichen wir nicht?

    Lehre in Österreich: Wen erreichen wir nicht?

    Eine IHS-Studie zeigt, wie stark das Elternhaus Bildungswege prägt. Doch was ist, wenn Eltern die österreichische Lehre kaum kennen? Erklären wir diese Ausbildung auch jenen Familien, die bisher wenig Berührung damit hatten?

    „Mein Kind soll eine gute Ausbildung machen.“ Diesen Wunsch teilen Eltern – auch jene, die selbst nach Österreich zugewandert sind. Was eine Lehre in Österreich bedeutet, ist trotzdem nicht für alle selbstverständlich: Jugendliche lernen im Betrieb und besuchen die Berufsschule. Wer dieses Ausbildungsmodell nicht kennt, hat Fragen, bevor überhaupt über einen bestimmten Beruf gesprochen werden kann.

    Wie stark prägt das Elternhaus den Bildungsweg?

    Mit 13 Jahren besuchten 65 Prozent der Kinder von Eltern mit Hochschulabschluss eine AHS-Unterstufe. Bei Kindern, deren Eltern höchstens die Pflichtschule abgeschlossen hatten, waren es 11 Prozent. Das zeigt eine Langzeitstudie des Instituts für Höhere Studien (IHS). Untersucht wurde ein Jahrgang, der 2011 dreizehn Jahre alt war. Der Bildungsabschluss der Eltern hing in dieser Studie stärker mit dem Bildungsweg zusammen als der Migrationshintergrund allein. irihs.ihs.ac.at

    Und wenn die Lehre unbekannt ist?

    Wie läuft die Ausbildung ab? Was passiert in der Berufsschule? Welche Wege stehen nach dem Lehrabschluss offen? Das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft nannte mangelnde Kenntnis des österreichischen Lehrsystems bereits 2022 als eine mögliche Hürde. Das betrifft nicht alle zugewanderten Familien. Es ist aber ein Grund, die Lehre verständlich zu erklären und nachzufragen, welche Informationen Eltern tatsächlich fehlen. ibw.at

    Gibt es Hilfe – und kommt sie an?

    Die BerufsInfoZentren des AMS Steiermark beraten zu Ausbildung und Beruf. Bei den „Talent Talks“ können Eltern bei Bedarf in die Beratung an Schulen einbezogen werden. Fragen zu Berufen und Ausbildungen beantwortet der AMS-Berufsinfomat auch in mehreren Sprachen; persönliche Beratung ersetzt er nicht. www.ams.at

    Angebote sind also da. Wissen die Familien davon, die das österreichische Lehrsystem erst kennenlernen müssen? Und wie müssten wir über die Lehre sprechen, damit Eltern gemeinsam mit ihrem Kind entscheiden können? Das möchten wir bei ZUKUNFT MEISTERN von den Eltern selbst erfahren.

    Weiterlesen: Wie Siemens Mobility in Graz Jugendliche unabhängig von ihrer Herkunft fördern will. Dieser Beitrag zeigt die Sicht eines Ausbildungsbetriebs; die Frage nach der Information für Eltern bleibt hier bewusst offen. zukunftmeistern.at

    Quellen