Schlagwort: Berufswahl

  • Noch keinen Lehrplatz? In der Steiermark sind noch 758 Lehrstellen offen

    Noch keinen Lehrplatz? In der Steiermark sind noch 758 Lehrstellen offen

    Wer zu Beginn des Herbstes noch keinen Lehrplatz gefunden hat, ist nicht automatisch zu spät dran. Ende Juli 2026 waren beim AMS in der Steiermark 758 sofort verfügbare offene Lehrstellen gemeldet. Auch Unternehmen wie SPAR suchen weiterhin Jugendliche, die noch in diesem Herbst ihre Ausbildung beginnen möchten.

    Für viele Jugendliche startet im September ein neuer Lebensabschnitt. Doch nicht alle haben ihre Entscheidung für einen Lehrberuf bereits getroffen oder den passenden Ausbildungsbetrieb gefunden. Manche ändern ihre ursprünglichen Pläne, andere erhalten Absagen oder erkennen erst nach Schulschluss, welcher Beruf tatsächlich zu ihnen passen könnte.

    Das bedeutet nicht, dass die Chance auf eine Lehrstelle für dieses Jahr vorbei ist.

    758 offene Lehrstellen in der Steiermark

    Nach den jüngsten veröffentlichten Zahlen des AMS Österreich waren Ende Juli 2026 in der Steiermark 758 sofort verfügbare offene Lehrstellen gemeldet. Gleichzeitig suchten 1.141 Jugendliche eine sofort verfügbare Lehrstelle.

    Die Zahlen zeigen zwei Seiten: Es gibt auch unmittelbar vor dem üblichen Ausbildungsbeginn noch zahlreiche freie Plätze. Gleichzeitig passt nicht jede offene Lehrstelle automatisch zu den Interessen, Fähigkeiten oder zum Wohnort der Jugendlichen. Je nach Beruf und Region kann die Suche daher unterschiedlich schwierig sein.

    Wer bisher noch nicht erfolgreich war, sollte auch verwandte Lehrberufe prüfen und den Suchradius über den eigenen Wohnort hinaus erweitern. Die BerufsInfoZentren des AMS unterstützen Jugendliche kostenlos bei der Orientierung und bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz.

    SPAR bietet auch im Herbst noch Lehrstellen an

    Mehr als 50 junge Menschen starten in diesem Herbst ihre Ausbildung bei SPAR Steiermark und im südlichen Burgenland. Wer noch auf der Suche ist, kann sich weiterhin für eine der offenen Lehrstellen bewerben – unter anderem im Verkauf oder in der TANN-Fleischproduktion.

    „Unsere Lehrlinge sind die Zukunft unseres Unternehmens. Deshalb legen wir großen Wert auf eine praxisorientierte Ausbildung, individuelle Unterstützung und attraktive Entwicklungsperspektiven“, erklärt Christoph Holzer, Geschäftsführer von SPAR Steiermark und Südburgenland.

    Motivierte Jugendliche seien weiterhin eingeladen, sich für die noch offenen Ausbildungsplätze zu bewerben und ihren beruflichen Weg gemeinsam mit dem Unternehmen zu beginnen.

    Mehr als zehn Lehrberufe bei SPAR

    Das Ausbildungsangebot von SPAR umfasst mehr als zehn Lehrberufe. Die Möglichkeiten reichen vom Einzelhandel über die TANN-Fleischproduktion und die Logistik bis zum Büromanagement.

    Von Beginn an sammeln die Lehrlinge praktische Erfahrungen und übernehmen schrittweise Verantwortung. Begleitet werden sie dabei von erfahrenen Ausbilderinnen und Ausbildern. Wer zusätzlich die Reifeprüfung ablegen möchte, kann Berufsausbildung und Matura miteinander verbinden.

    Wie viel verdienen Lehrlinge bei SPAR?

    Die Lehrlingsentschädigung beträgt laut SPAR derzeit:

    • 1.380 Euro brutto im ersten Lehrjahr
    • 1.580 Euro brutto im zweiten Lehrjahr
    • 1.940 Euro brutto im dritten Lehrjahr

    Zusätzlich bietet das Unternehmen Leistungsprämien von insgesamt mehr als 6.700 Euro, verschiedene Aus- und Weiterbildungsangebote sowie Workshops zur persönlichen und beruflichen Entwicklung.

    Nach dem Lehrabschluss stehen unterschiedliche Karrierewege offen. Zahlreiche heutige Marktleiterinnen und Marktleiter sowie weitere Führungskräfte bei SPAR haben ihre Laufbahn selbst mit einer Lehre im Unternehmen begonnen.

    Wo findet man jetzt noch offene Lehrstellen?

    Jugendliche können über die AMS-Stellensuche „alle jobs“ kostenlos und ohne Anmeldung nach offenen Lehrstellen suchen. Die Ergebnisse lassen sich nach Bundesland, Region, Ort und Lehrberuf filtern.

    Zusätzlich lohnt es sich:

    • die Karriereportale interessanter Unternehmen direkt aufzurufen,
    • bei Wunschbetrieben persönlich nachzufragen,
    • sich beim AMS als lehrstellensuchend vormerken zu lassen,
    • einen kostenlosen Beratungstermin in einem BerufsInfoZentrum zu vereinbaren,
    • auch ähnliche oder bisher nicht berücksichtigte Lehrberufe zu prüfen.

    Eine berufliche Entscheidung darf Zeit benötigen – und sie darf auch neu getroffen werden. Wer im Herbst noch keinen Ausbildungsplatz hat, sollte deshalb nicht aufgeben, sondern die vorhandenen Möglichkeiten gezielt nutzen.

    Aktuelle Lehrstellen in der Steiermark finden sich über die Lehrstellensuche des AMS.

    Informationen zu den offenen Ausbildungsplätzen bei SPAR gibt es unter www.spar.at/karriere/lehre/lehrberufe.

    Quelle der Arbeitsmarktzahlen: AMS Österreich, „Eckdaten Juli 2026“, Datenstand 31. Juli 2026, veröffentlicht im August 2026.

  • Was Praxis für die Berufswahl bedeutet

    Was Praxis für die Berufswahl bedeutet

    Eine Jugendbefragung in der Südoststeiermark zeigt, was junge Menschen von einem Praktikum erwarten – und was Eltern daraus für die Berufswahl mitnehmen können.

    Ob ein Beruf wirklich passt, zeigt sich nicht in einer Berufsbeschreibung, sondern beim Tun. In der Werkstatt, im Büro, im Geschäft oder in der Küche erleben Jugendliche, welche Aufgaben ihnen liegen, wie ein Arbeitstag abläuft und ob sie sich in diesem Umfeld wohlfühlen.

    Wie wichtig solche Einblicke für Jugendliche sind, zeigt die regionale Befragung „Praktika und Berufserfahrung“ vom Juni 2026. Insgesamt nahmen 493 Jugendliche teil, 459 Fragebögen wurden vollständig ausgefüllt. 79 Prozent der Befragten stammen aus der Südoststeiermark.

    Erfahrung schafft Orientierung

    96 Prozent der Jugendlichen finden es gut, bereits während der Schulzeit Berufserfahrung zu sammeln. 89 Prozent haben dies schon getan – durch Pflichtpraktika, Ferialjobs, freiwillige Praktika oder berufspraktische Tage. Viele kommen bereits im Alter von 14 Jahren erstmals mit der Arbeitswelt in Berührung.

    „Junge Menschen möchten arbeiten, Erfahrungen sammeln und herausfinden, welcher Beruf zu ihnen passt. Praktika sind dabei weit mehr als ein Ferienjob – sie sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Berufsentscheidung“, erklärt LAbg. Michael Wagner, Vorsitzender der Region Südoststeiermark.

    Auch die Bereitschaft, einen Teil der Ferien für einen Sommerjob zu nutzen, ist hoch: 58 Prozent möchten im Sommer arbeiten, weitere 24 Prozent sind noch unentschlossen.

    Geld zählt. Der Umgang ebenso.

    55 Prozent möchten mit einem Praktikum oder Ferialjob Geld verdienen. Für 45 Prozent geht es darum, herauszufinden, welcher Beruf zu den eigenen Interessen und Stärken passt. 43 Prozent absolvieren ein Praktikum aufgrund schulischer Vorgaben.

    Was eine gelungene praktische Erfahrung ausmacht, zeigen vor allem die offenen Antworten. Jugendliche wünschen sich ein gutes Arbeitsklima, ein freundliches Team und einen respektvollen Umgang. Wichtig sind ihnen ebenso eine faire Bezahlung, eine gute Einschulung und die Möglichkeit, tatsächlich mitzuarbeiten.

    Sie wollen nicht nur zusehen, sondern ausprobieren, lernen und erleben, dass ihnen etwas zugetraut wird.

    Was Eltern daraus mitnehmen können

    Ein Praktikum muss nicht sofort zum Traumberuf führen. Es kann eine Vorstellung bestätigen – oder zeigen, dass ein anderer Weg besser passt. Beides ist eine wichtige Erkenntnis.

    Nach einem Praktikum lohnt es sich daher, nicht nur zu fragen: „Wie war es?“ Konkretere Fragen helfen Jugendlichen dabei, ihre Erfahrungen einzuordnen:

    • Welche Aufgabe hat dir besonders gefallen?
    • Was ist dir leichter oder schwerer gefallen als erwartet?
    • Wie bist du im Betrieb aufgenommen worden?
    • Würdest du diesen Beruf gerne noch besser kennenlernen?

    So wird aus einigen Tagen oder Wochen in einem Unternehmen eine wertvolle Grundlage für die weitere Berufswahl – ohne bereits eine endgültige Entscheidung treffen zu müssen.

    Weitere Anregungen bietet unser Ratgeber „Warum Schnuppern für Jugendliche so wichtig ist“.

    Wenn aus einem Praktikum mehr wird

    Die meisten praktischen Erfahrungen wurden in Betrieben der Südoststeiermark und der näheren Umgebung gesammelt. Viele Jugendliche organisierten ihren Praktikumsplatz selbst – durch eine Bewerbung oder eine persönliche Anfrage.

    Damit wird das Praktikum auch für Unternehmen zu einer Chance: Sie begegnen möglichen künftigen Mitarbeitern zu einem Zeitpunkt, an dem berufliche Entscheidungen noch offen sind. Wie dieser erste Kontakt erlebt wird, kann daher weit über einige Wochen im Sommer hinauswirken.

    Nach der Jugendbefragung erhebt das Steirische Vulkanland nun auch die Erfahrungen und Bedürfnisse der regionalen Betriebe. Die Teilnahme an der kurzen Unternehmensbefragung dauert rund fünf Minuten.

    Zur Unternehmensbefragung über Praktika

    Quelle: Regionale Umfrage „Praktika und Berufserfahrung“, Juni 2026. Regionale Koordination für Bildungs- und Berufsorientierung Südoststeiermark, Regionalmanagement Südoststeiermark – Steirisches Vulkanland GmbH, in Kooperation mit QUA Bildung & Projekt GmbH. Der vollständige Ergebnisbericht kann bei schober@vulkanland.at angefragt werden.

    Foto: © Steirisches Vulkanland/Manuel Flor

  • Wird bei der Zukunft gespart?

    Wird bei der Zukunft gespart?

    Warum die Lehre mehr Rückhalt braucht

    Die Wirtschaft schwächelt. Die Stimmung ist schlecht. Und trotzdem fehlt es an Fachkräften.

    Das ist kein Widerspruch. Das ist Demografie.

    Die Babyboomer gehen Schritt für Schritt in Pension. Weniger junge Menschen rücken nach. Betriebe suchen Nachwuchs – und finden ihn nicht immer. Wer jetzt bei Ausbildung spart, löst daher kein Budgetproblem. Er verschiebt es nur: auf die Betriebe, auf die Regionen und auf die nächste Generation.

    Lehrlinge sind nicht die Reservebank des Bildungssystems

    In der Steiermark wurden Ende 2025 laut WKO Steiermark 14.442 Lehrlinge ausgebildet. Das sind 3,3 Prozent weniger als im Jahr davor. Auch bei den Neueintritten zeigt die Kurve nach unten.

    Das ist kein Randthema. Das ist ein Warnsignal.

    Denn Lehrlinge sind jene, die morgen Maschinen warten, Häuser bauen, Anlagen bedienen, Menschen versorgen, Produkte herstellen, Kundinnen beraten und Betriebe am Laufen halten.

    Wenn Universitäten vor Kürzungen warnen, gibt es Proteste, offene Briefe und mediale Aufmerksamkeit. Zu Recht: Forschung und Hochschulen sind wichtig.

    Aber die Lehre ist mindestens genauso entscheidend für die Zukunft des Landes. Nur ist sie leiser. Lehrlinge haben keine so laute Community, keine so sichtbare Lobby und selten dieselbe öffentliche Bühne.

    Genau das macht sie verwundbar. Denn gespart wird politisch gerne dort, wo der Widerstand überschaubar bleibt. Bei der Lehre wäre das fatal kurzsichtig. Wer hier kürzt, spart nicht. Er sägt am Ast, auf dem der Standort sitzt – und verschiebt die Kosten auf Betriebe, Regionen und die nächste Generation.

    Eine Lehrstelle fällt nicht vom Himmel

    Eine Lehrstelle ist kein freier Platz mit Werkzeugkasten. Sie ist eine Investition.

    Ein Betrieb braucht Ausbilderinnen und Ausbilder. Zeit. Material. Maschinen. Kurse. Geduld. Organisation. Und die Bereitschaft, einen jungen Menschen über Jahre aufzubauen.

    Große Unternehmen können das leichter stemmen. Kleine und mittlere Betriebe spüren jeden zusätzlichen Aufwand. Gerade sie sichern aber in vielen Regionen die Ausbildung vor Ort.

    Wenn sie weniger Lehrlinge aufnehmen, verliert nicht nur ein Betrieb Nachwuchs. Dann verliert eine Region an Zukunft.

    Förderungen sind kein Geschenk

    Lehrbetriebsförderungen klingen nach Verwaltung. Tatsächlich geht es um eine einfache Frage: Können Betriebe weiter ausbilden?

    Wenn hier gekürzt wird oder Mittel nicht reichen, trifft das nicht nur Unternehmen. Es trifft Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen.

    Der Staat darf diesen Rückgang nicht noch befeuern.

    Wer Fachkräftemangel beklagt und gleichzeitig bei der Ausbildung spart, sägt an dem Ast, auf dem der Standort sitzt.

    Und KI?

    Auch künstliche Intelligenz wird Berufe verändern. Aber sie wird keine defekte Leitung reparieren, keinen Dachstuhl bauen, keine Pflege übernehmen und keine Maschine vor Ort wieder zum Laufen bringen.

    Praktisches Können bleibt. Technisches Verständnis bleibt. Verlässlichkeit bleibt. Erfahrung bleibt.

    Die Lehre ist kein Bildungsweg zweiter Klasse. Sie ist ein Zukunftsweg.

    Wer bei Ausbildung spart, spart am falschen Ort

    Ein Land, das Fachkräfte braucht, muss dort investieren, wo Fachkräfte entstehen: in Betrieben, Schulen und Hochschulen. Die Lehre verdient dabei mehr Sichtbarkeit.

    Denn Zukunft entsteht dort, wo junge Menschen eine echte Chance bekommen.

    Quellen und Einordnung

    Lehrlingszahlen Steiermark:
    WKO Steiermark, „Wirtschaftliche Lage dämpft Entwicklung am Lehrstellenmarkt“, 23. Jänner 2026. Die WKO nennt für Ende 2025 insgesamt 14.442 Lehrlinge in der Steiermark. Das entspricht einem Rückgang von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In einem betrieblichen Lehrverhältnis standen 13.826 Lehrlinge, ein Minus von 3,4 Prozent.
    Quelle: https://www.wko.at/stmk/news/wirtschaftliche-lage-daempft-entwicklung-am-lehrstellenmarkt

    Demografische Einordnung der Lehrlingsentwicklung:
    Wirtschaftskammer Österreich, „Lehre: Warum die Zahl der Ausbildungsbetriebe wirklich sinkt“. Die WKO ordnet den Rückgang der Lehrlingszahlen vor allem demografisch ein und verweist darauf, dass es laut Statistik Austria heute gut 235.000 weniger Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren gibt als vor 45 Jahren.
    Quelle: https://www.wko.at/oe/news/medienservice-lehre-warum-zahl-ausbildungsbetriebe-wirklich-sink

    Fachkräftemangel trotz schwacher Wirtschaft:
    Wirtschaftskammer Österreich, „WKO Fachkräfte-Radar: Gemeinsam Fachkräfte sichern“. Die WKO verweist darauf, dass die Suche nach Arbeits- und Fachkräften trotz schwacher Wirtschaftsleistung eine zentrale Herausforderung bleibt.
    Quelle: https://www.wko.at/fachkraefte/arbeitskraefteradar

    Förderungen für Lehrbetriebe:
    Wirtschaftskammer Österreich, „Förderungen für Lehrbetriebe“. Die Übersicht nennt unter anderem Förderungen rund um zusätzliche Berufsschulstufen, Weiterbildung von Ausbilderinnen und Ausbildern sowie weitere Unterstützungsmaßnahmen in der Lehrlingsausbildung.
    Quelle: https://www.wko.at/lehre/gesamtuebersicht-foerderarten-lehre

    Basisförderung für Lehrbetriebe:
    Wirtschaftskammer Österreich, „Basisförderung“. Die WKO beschreibt die Basisförderung als Förderung der Ausbildung eines Lehrlings über ein Lehrjahr. Die Förderung wird nach Ablauf des jeweiligen Lehrjahres gewährt.
    Quelle: https://www.wko.at/lehre/basisfoerderung

    Uni-Budgetdebatte als Vergleich zur öffentlichen Sichtbarkeit:
    ORF.at, „Sparpläne bringen Tausende auf die Straße“, 27. Mai 2026. Der ORF berichtet über Demonstrationen gegen geplante Kürzungen im Universitätsbudget.
    Quelle: https://orf.at/stories/3431550/

  • Beim Einkommen überrascht die Lehre.

    Beim Einkommen überrascht die Lehre.

    Kurz & Knapp: Das Wichtigste für Eltern

    • Der Gehalts-Check: Absolventen einer Lehre starten im Median mit 2.615 € brutto (1,5 Jahre nach Abschluss) – und liegen damit oft über rein schulischen Einstiegsgehältern.
    • Praxis schlägt Theorie: Unternehmen zahlen für sofortige Einsetzbarkeit. Der „Praxis-Vorsprung“ der Lehre macht sich direkt am Konto bemerkbar.
    • Karriere-Mythos: Ein Studium ist kein Garant für Reichtum, eine Lehre keine Einkommensgrenze. Meister und Spezialisten erreichen oft akademische Gehaltsniveaus.
    • Zukunftssicherheit: Fachkräfte in Technik, Handwerk und IT sind strukturell krisenfest – auch im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz.

    Lehre oder weiter in die Schule – kaum eine Entscheidung wird in Familien intensiver diskutiert. Es geht um Talente, Interessen, Zukunftsperspektiven – und nicht zuletzt um Einkommen.

    Wie sich das Einstiegsgehalt nach unterschiedlichen Ausbildungswegen tatsächlich entwickelt, zeigt das Bildungsbezogene Erwerbskarrierenmonitoring (BiBer) von Statistik Austria. Die aktuellen Auswertungen machen deutlich: Die Einkommensrealität nach Ausbildungsende ist differenzierter, als viele Eltern vermuten.

    Ausbildungsentscheidung: Was bedeutet das finanziell?

    AHS? BHS? Oder doch eine Lehre? Viele Eltern gehen davon aus, dass mehr Schuljahre automatisch zu einem höheren Einstiegsgehalt führen. Die aktuellen Auswertungen der Statistik Austria zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild.

    Einstiegsgehalt nach der Lehre: Was sagen die Zahlen?

    Personen mit Lehrabschluss verdienen eineinhalb Jahre nach Ausbildungsende im Median 2.615 Euro brutto.

    Warum das viele überrascht: > Der Arbeitsmarkt bewertet nicht nur die Dauer einer Ausbildung, sondern deren unmittelbare wirtschaftliche Verwertbarkeit. Wer eine Lehre absolviert, bringt Jahre an praktischer Erfahrung mit. Das bedeutet für Betriebe: kürzere Einschulung, sofortige Produktivität.

    Der Arbeitsmarkt bezahlt nicht nur Zeugnisse. Er bezahlt Können.

    Einkommen im Lebensverlauf: Holen Studienabsolventen auf?

    Eine zentrale Sorge vieler Eltern lautet: „Verdient mein Kind später als Akademiker nicht doch viel mehr?“

    Es stimmt: In manchen Branchen können akademische Laufbahnen eine steilere Kurve zeigen. Doch auch dieser Vergleich darf nicht einseitig betrachtet werden.

    Ein Lehrabsolvent verdient früher, sammelt Beitragsjahre und kann sich über Meisterprüfung, Werkmeisterausbildung, Spezialisierungen oder Selbstständigkeit ebenfalls deutlich weiterentwickeln. Technische Meister oder erfolgreiche Unternehmer erreichen Einkommensniveaus, die mit akademischen Karrieren druchaus vergleichbar sind.

    Ein akademischer Titel ist kein Einkommensversprechen.
    Und ein Lehrabschluss ist keine Einkommensgrenze.

    Entscheidend sind Branche, Weiterentwicklung, Verantwortung und Leistungsbereitschaft – nicht allein der formale Abschluss.

    Arbeitsmarkt und Zukunftsperspektive: Wie stabil ist die Lehre?

    Neben dem Gehalt spielt für Eltern auch die Frage nach Sicherheit eine große Rolle. Wie schnell findet mein Kind nach der Ausbildung eine Anstellung?

    Die duale Ausbildung bietet hier klare Vorteile. Lehrabsolventen sind in der Regel rasch im ersten Job, weil praxisnahe Fachkräfte in vielen Branchen dringend gesucht werden – von Technik über Handwerk bis IT und Gesundheitsbereich. Die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften ist hoch und strukturell stabil.

    Welche Fragen sollten Eltern bei der Ausbildungsentscheidung stellen?

    Die Wahl zwischen Lehre und Studium ist keine Frage von höher oder niedriger, sondern von Passung.

    Eltern sollten sich fragen:

    • Lernt mein Kind besser theoretisch oder praktisch?
    • Entwickelt es Motivation im direkten Arbeitsumfeld?
    • Welche Branchen bieten langfristige Stabilität?
    • Welche Weiterbildungswege stehen später offen?
    • Ist frühe finanzielle Unabhängigkeit ein wichtiger Faktor?

    Und es wird nicht einfacher – denn Künstliche Intelligenz verändert die Berufswelt

    Während KI viele Büroberufe verändert, bleibt das handwerkliche und technische Können einer Lehre eine krisensichere Konstante. Gerade deshalb wird die Ausbildungsentscheidung anspruchsvoller – und zugleich klarer:

    Nicht der Titel entscheidet. Sondern Kompetenz, Flexibilität – und die Frage: Was passt wirklich zu meinem Kind?

    Junge Menschen sitzen neben einem humanoiden Roboter – Symbolbild für künstliche Intelligenz, Junge Menschen sitzen neben einem humanoiden Roboter – Symbolbild für künstliche Intelligenz, Arbeitswelt der Zukunft und Ausbildung in Zeiten von KI.

    Was KI für klassische Ausbildungswege bedeutet, haben wir bereits analysiert – etwa in unserem Beitrag
    Wenn KI alles kann – braucht es dann noch eine Lehre?“

    Ihr Fazit: Talent vor Titel? Geld ist eine wichtige Basis, aber die Leidenschaft für das Tun ist der wahre Karrieremotor. Hat die Lehre in Ihrer Familie bereits für Überraschungen gesorgt? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns in den Kommentaren.

    Quelle und Datenbasis: Die im Beitrag genannten Einkommenszahlen stammen aus dem Bildungsbezogenen Erwerbskarrierenmonitoring (BiBer) von Statistik Austria. Das Monitoring analysiert Erwerbsverläufe und Einkommensentwicklungen nach unterschiedlichen Ausbildungswegen in Österreich und basiert auf registerbasierten Daten.

    Weitere Informationen unter:
    www.statistik.at (Bereich Bildung / Erwerbskarrierenmonitoring)

  • Neues Bildungs- und Berufsorientierungsportal für die Steiermark

    Neues Bildungs- und Berufsorientierungsportal für die Steiermark


    Was soll ich werden

    Seit dem 30. September 2025 ist die Steiermark um eine zentrale Plattform für Bildungs- und Berufsentscheidungen reicher: www.waswerden.info bündelt ab sofort alle Angebote zur Bildungs- und Berufsorientierung – von Bildungsmessen über Interessenstests bis zu Beratungsstellen. Das Online-Portal ist kostenlosregional filterbar und richtet sich an Jugendliche, Erwachsene und Menschen im beruflichen Umbruch.


    Bildungs- und Berufsorientierung in der Steiermark auf einen Blick

    Das Herzstück der Plattform ist der digitale Angebotskatalog, der bisher nur in gedruckter Form verfügbar war. Nutzerinnen und Nutzer finden hier:

    • Infos zu Bildungsmessen und Veranstaltungen
    • Berufswahl- und Interessenstests
    • Weiterbildungsangebote in allen sieben steirischen Regionen
    • Beratungsstellen für Karriere, Umschulung oder Wiedereinstieg

    Besonders hervorgehoben wird die einfache Navigation, eine klare Bildsprache und die niederschwellige Sprache, die den Zugang erleichtern.


    „Gemeinsam in der Region was werden“

    Das Portal ist ein Gemeinschaftsprojekt aller sieben steirischen Regionen, finanziert aus Mitteln des Landes Steiermark. Trägerorganisation ist die Region Oststeiermark.

    Regionsvorsitzender LAbg. Michael Wagner (Region Südoststeiermark – Steirisches Vulkanland) betont:

    „Das Projekt zeigt, wie stark die steirischen Regionen zusammenarbeiten, wenn es um die Zukunft unserer Bevölkerung geht. Mit waswerden.info schaffen wir ein Portal, wo Bildungs- und Berufsorientierung starten kann.“

    Regionale Ansprechpersonen für Bildungs- und Berufsorientierung in der Stmk. mit LH-Stellvertreterin Manuela

    Khom beim WasWerden-Auftakt in Fohnsdorf © Regionalmanagement Murau-Murtal


    Regionale Perspektiven im Fokus

    Im Steirischen Vulkanland liegt ein Schwerpunkt auf Erwachsenen, die sich weiterbildenneu orientieren oder wieder in den Beruf einsteigen möchten.

    Der stellvertretende Regionsvorsitzende LAbg. Franz Fartek erklärt:

    „Es ist uns besonders wichtig, über die neue Plattform auch die regionalen Chancen in Bildung und Beruf zu zeigen. Kennt man diese, profitiert am Ende die ganze Region.“

    👉 Ende des Jahres findet im Vulkanland ein Informationsabend zu Weiterbildung und beruflicher Veränderungstatt. Details folgen auf www.vulkanland.at.

    Regionsvorsitzender LAbg. Michael Wagner (2. v.l.) und Stellvertreter LAbg. Franz Fartek mit Vertreter:innen des

    Regionalmanagements Steirisches Vulkanland © Simon Fortmüller / Steirisches Vulkanland


    Politische Unterstützung für das Bildungsportal

    Bei der Auftaktveranstaltung im Schulungszentrum Fohnsdorf betonte LH-Stellvertreterin Manuela Khom die Bedeutung von waswerden.info:

    „Mit waswerden.info schaffen wir eine wichtige Navigationshilfe im Bildungsbereich. Gut informierte und ausgebildete Menschen sind die beste Investition in die Zukunft unseres Landes.“


    Fazit: Ein neuer Startpunkt für Bildung und Beruf in der Steiermark

    Mit waswerden.info gibt es ab sofort eine zentrale Plattform für Bildungs- und Berufsorientierung in der Steiermark. Sie erleichtert Jugendlichen, Eltern, Erwachsenen und Menschen im beruflichen Umbruch den Zugang zu Bildung, Weiterbildung und Berufsberatung – und stärkt gleichzeitig die Regionen.

    👉 Jetzt entdecken: www.waswerden.info